Beschlussvorlage - B/17/1284-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

  1. Der Rat der Stadt Oberhausen nimmt das vorliegende Nahmobilitätskonzept Alt-Oberhausen zur Kenntnis.
  2. Der Rat der Stadt Oberhausen beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen, welche in den Maßnahmensteckbriefen (Abschnitt 8) mit einem kurzfristigen Zeithorizont von 1 - 2 Jahren angegeben sind und für die übrigen Maßnahmen mit der Vorbereitung weiterer Beschlussvorschläge.

 

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Konsequenzen

Bezug

 

Drucksache Nr. B/16/2190-01, Beschluss des Rates vom 19.12.2016 über das Integrierte Handlungskonzept und die Festlegung des Programmgebietes „Soziale Stadt Brückenschlag (Oberhausen-Innenstadt/Lirich)“

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine  [X]

 

    ja   [ ]

 

b) Sonstige

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Sachverhalt

Begründung

 

Als Bestandteil des Integrierten Handlungskonzepts (IHK) „Soziale Stadt Brückenschlag (Oberhausen-Innenstadt/Lirich)“ wurde durch das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung ein Konzept zur Stärkung der Nahmobilität der Stadtteile Oberhausen-Innenstadt und Lirich (Nahmobilitätskonzept Alt-Oberhausen) erarbeitet. Die Nahmobilität steht für kurze Wege und die Möglichkeit, Aktivitäten (z. B. Einkaufen, Arbeiten, Freizeit) im Quartier bzw. im Ortsteil durchzuführen. Konkrete Ziele sind hierfür die Förderung von Fuß- und Radverkehr, aber auch die Verbesserung der Erreichbarkeit des ÖPNV als Bestandteil des Umweltverbundes bzw. multimodaler Wegeketten.

 

In einem partizipativen und integrativen Ansatz wurde eine Grundlagenplanung für das Untersuchungsgebiet entwickelt, durch welche die Erreichbarkeiten innerhalb des Untersuchungsraums, die Aufenthalts-, Wohn- und Lebensqualität innerhalb des Gebietes, sowie die Verbindung zwischen den Stadtteilen im Untersuchungsgebiet verbessert werden. Das Untersuchungsgebiet wurde aus dem Programmgebiet des Integrierten Handlungskonzeptes abgeleitet, vgl. Abbildung 1.

 

Abbildung 1: Untersuchungsgebiet (Programmgebiet des Integrierten Handlungskonzepts (IHK) „Soziale Stadt Brückenschlag (Oberhausen-Innenstadt/Lirich)“)

 

Bei der Erstellung des Nahmobilitätskonzeptes gilt es, verschiedene Handlungsfelder und Zusammenhänge zu berücksichtigen, da die Förderung der Nahmobilität nicht alleine durch die Umsetzung von infrastrukturellen Maßnahmen erreicht werden kann. Zudem sollen nicht einzelne Verkehrsteilnehmende auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmenden des Umweltverbunds bevorzugt werden. In Abbildung 2 sind die wichtigsten Handlungsfelder für das Nahmobilitätskonzept Alt-Oberhausen dargestellt.

Abbildung 2: Handlungsfelder für das Nahmobilitätskonzept Alt-Oberhausen

 

Bestandsaufnahme und -analyse

Als Grundlage für die Erstellung des Nahmobilitätskonzepts wurde eine Bestandsaufnahme und -analyse der städtebaulichen und verkehrlichen Situation sowie die umfassende Erhebung des Zustands von Verkehrsanlagen, des Zustands und der Ausstattung des öffentlichen Raums, der Wegebeziehungen, der Barrierefreiheit und der Nutzungsansprüche durchgeführt. Auf die nachfolgend aufgeführten Themen wurde bei der Bestandsaufnahme ein besonderer Schwerpunkt gelegt:

 

-       Strukturanalyse Nahmobilität

-       Unfallauswertung

-       Verkehrsbelastungen Kfz-Verkehr

-       Quell- und Zielorte

-       Fußverkehr

-       Radverkehr

-       Haltestellen (Bus)

-       Sharing Angebote

-       Beleuchtung

-       Stadttore

 

 

 

 

Beteiligungsverfahren

Das Nahmobilitätskonzept wurde durch ein Beteiligungsverfahren begleitet. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnten nicht alle vorgesehenen Bestandteile wie geplant durchgeführt werden, z. B. Ausstellung der Zwischenergebnisse in der Fußgängerzone. Ansprachen mit den beteiligten Akteuren wurden hauptsächlich telefonisch oder online durchgeführt.

 

Folgende Beteiligungsverfahren konnten im Rahmen der COVID-19 Einschränkungen durchgeführt werden:

  • Durchführung eines Planungsspaziergangs,
  • Befragung von zwei Grundschulen,
  • Befragung von Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen und
  • Vorstellung und Abstimmung von Ergebnissen im Rahmen eines begleitenden Arbeitskreises und dem Beirat Brückenschlag.

 

In den letzten Jahren wurden in Oberhausen zudem verschiedene stadtweite und stadtteilbezogene Beteiligungsprozesse mit Befragungen und Relevanz für das Nahmobilitätskonzept Alt-Oberhausen durchgeführt. Im Rahmen des IHK Brückenschlag wurde zudem in der Marktstraße das „Stadtteilbüro Oberhausen Brückenschlag“ eingerichtet, wo ebenfalls zahlreiche Ideen und Anregungen für das Untersuchungsgebiet eingegangen sind.

 

Die wichtigsten Anregungen aus dem gesamten Beteiligungsverfahren wurden thematisch sortiert und zu Handlungsfeldern zusammengefasst. In Abbildung 3 sind die meistgenannten Handlungsfelder dargestellt (die Größe der Felder entspricht der Anzahl der Nennungen). Die Ergebnisse dieser Beteiligungsverfahren sind als ein bedeutender Bestandteil in die Bestandsanalyse des vorliegenden Nahmobilitätskonzeptes eingeflossen.

 

Abbildung 3: Wortwolke Nahmobilität (Quelle: Stadtteilbüro Oberhausen Brückenschlag)

 

Strategien und Maßnahmenempfehlungen

Für die Weiterentwicklung des Stadtteils und Erreichung der Zielsetzungen wurden auf der Grundlage der Bestandsanalysen Strategien definiert, die das Handeln der Stadt Oberhausen bezüglich der Nahmobilität in Alt-Oberhausen bestimmen sollen.

 

  • Integrierte Maßnahmenkonzeption

 Das Konzept setzt auf einen integrierten Ansatz mit besonderer Berücksichtigung verkehrstechnischer Ansprüche in Kombination mit den Anforderungen der Nutzer/-innen an die Straße als öffentlichen Raum.

 

  • Straßenraum als öffentlichen Raum entwickeln

 Der öffentliche Straßenraum (auch von Hauptverkehrsstraßen) soll mit der Zielsetzung entwickelt werden, gesundes Wohnen mit einer hohen Lebensqualität zu fördern.

 

  • Hauptrouten für Fuß- und Radverkehr etablieren

 Um das Potenzial zur Steigerung des Fuß- und Radverkehrs in Alt-Oberhausen zu aktivieren, sollen Hauptrouten herausgearbeitet werden, die eine besonders hohe Relevanz für den Alltagsverkehr haben.

 

  • Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit der Fußgängerzone verbessern

 Für die Innenstadt mit der Marktstraße als zentrale Achse sollten die verkehrlichen Regelungen an hohen Anforderungen für die Aufenthaltsqualität und den Städtebau ausgerichtet werden, um den Standort im gesamten zu stärken.

 

  • Verlagerung des Kfz-Verkehrs zum Radverkehr

 Der Kfz-Verkehr (besonders auch Pendlerverkehre) soll so weit wie möglich auf den Radverkehr verlagert werden. Wege unter 10 km bieten dabei ein hohes Potenzial, diese auf das Fahrrad zu verlagern, besonders unter Berücksichtigung der steigenden Verkaufszahlen von E-Bikes. Dabei soll den Bewohner/-innen die Nutzung des Kraftfahrzeugs nicht verwehrt bzw. erschwert werden.

 

  • Radverkehr ist Fahrverkehr - Trennung von Fuß- und Radverkehr

 Die gemeinsame Führung von Radfahrern und Fußgängern ist in Alt-Oberhausen zu vermeiden. Übergeordnete Zielsetzung des Konzeptes ist stets eine hohe Sicherheit, Komfort und Aufenthaltsqualität für alle Nutzer/-innen zu erreichen.

 

  • Elektromobilität im Radverkehr

 Elektromobilität im Radverkehr ist ein stark wachsender Markt im Alltagsverkehr und Tourismussektor. E-Ladestationen sollen daher sukzessive erweitert werden.

 

  • Schnelle Umsetzung initiieren

 Um möglichst kurzfristige und sichtbare Erfolge zu erzielen, werden vorrangig Projekte entwickelt, die auch in einem realistischen Kosten- und Zeitrahmen umgesetzt werden können. Auf Grundlage von positiven Erfahrungen gelungener Projekte können dann auch größere Projekte angegangen und diskutiert werden. Instrumente wie Verkehrsversuche oder Modellprojekte, aber auch temporäre Lösungen, sollen gezielt als Pilot und Leitprojekte zum Einsatz kommen.

 

  • Öffentlichkeitsarbeit

 Oft werden Maßnahmen nicht akzeptiert oder sehr kritisch betrachtet, weil Informationen fehlen und z. B. Probleme oder nötige Kompromisse nicht kommuniziert werden. Mit transparenten Darstellungen des Entscheidungsprozesses können solche Problematiken oft verhindert werden.

 

  • Finanzielle Grundlagen schaffen

 Um Maßnahmen aus dem Nahmobilitätskonzept auch längerfristig umsetzen zu können, ist insbesondere eine gesicherte und längerfristige Finanzierung von großer Bedeutung. Dazu gehört auch eine politische Festsetzung eines jährlichen Budgets.

 

  • Leitprojekte bilden und umsetzen

 Unter Berücksichtigung der genannten Punkte werden für Alt-Oberhausen Leitprojekte mit hohen Potenzialen zur Förderung der Nahmobilität entwickelt. Um die Umsetzung von innovativen und ambitionierten Projekten zu gewährleisten, sollen auch innovative Ansätze zugelassen werden.

 

Auf der Grundlage der Strategien und Handlungsfelder sowie der Bestandsanalyse wurden die in Tabelle 1 aufgeführten Maßnahmenempfehlungen entwickelt.

 

Tabelle 1: Maßnahmenempfehlungen

Bezeichnung

Seite im Konzept

Themenfeld A: Zentrale Achse Bahnhof - Innenstadt für den Fuß- und Radverkehr barrierefrei gestalten

81

Führung des Fußverkehrs über den Bahnhofsplatz

82

Führung des Radverkehrs über den Bahnhofsplatz

84

Anbindung Bahnhof mit Innenstadt über Poststraße

86

Zebrastreifen Elsässer Straße / Helmholtzstraße

90

Themenfeld B: Neuaufteilung von Straßenräumen zu Gunsten von Fuß- und Radverkehr

91

Hermann-Albertz-Straße

92

Grenzstraße

94

Helmholtzstraße (Mülheimer Str. - Havensteinstr.)

96

Wörthstraße / Havensteinstraße

98

Themenfeld C: Stärkung der Fußgängerzone/ Innenstadt

102

Beschilderung für Querungsbereiche Marktstraße

103

Altmarkt

104

Fahrradparken – Leerstand nutzen

106

Themenfeld D: Aufwertung der Stadttore/ Unterführungen 108

108

Marktstraße/ Hermann-Albertz-Straße/ Grenzstraße

109

Concordiastraße

110

Kreisverkehr Concordiastraße

112

Buschhausener Straße

114

Themenfeld E: Beleuchtungssituation

116

Themenfeld F: Barrierefreier Ausbau der ÖPNV-Haltestellen

118

Themenfeld G: Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung

120

Lothringer Straße

121

Gewerkschaftsstraße, Düppelstraße, Goebenstraße, Paul-Reusch-Straße, Wörthstraße, Gutenbergstraße, Friedrich-List-Straße

122

Themenfeld H: Daueraufgaben und allgemeine Handlungsfelder

124

Monitoring – Anlage von Radzählstellen

124

Kontrollen verstärken

126

Aufhebung der Benutzungspflicht für Radwege

127

Anlage von Gehwegnasen und dezentralen Fahrradbügeln

128

Ladeinfrastruktur für E-Bikes

130

Gehwegparken abbauen - Parkraumkonzept

132

Öffentlichkeitsarbeit - Mobilitätskultur entwickeln

133

Sonstige Maßnahmen

135

Freigabe der Fußgängerzone für den Radverkehr

135

Konflikte mit illegalen Befahrungen durch Kfz in der Fußgängerzone

135

Fußgängerzone - Querungen für den Kfz-Verkehr sperren

136

Einrichtung von verschiedenen Einbahnstraßensystemen

136

 

Zur besseren Lesbarkeit sind die Maßnahmenempfehlungen in übergeordnete Themenfelder zusammengefasst und im Bericht als Maßnahmensteckbriefe dargestellt. Die jeweilige Seitenzahl der einzelnen Steckbriefe ist in Tabelle 1 angegeben. Projekte mit hoher Priorität und erwartetem Nutzen für die Nahmobilität sind dort gekennzeichnet und sofern möglich mit Kostenschätzungen und Fördermitteln beschrieben. Um in weiteren Planungs- und Entscheidungsprozessen einen größeren Planungsspielraum zu geben, sind für einzelne Maßnahmenempfehlungen verschiedene Varianten entwickelt worden.

 

Das gesamte Konzept inklusive der Strategien, Handlungsfelder und Maßnahmenempfehlungen ist im Bericht des Nahmobilitätskonzepts Alt-Oberhausen detailliert beschrieben (siehe Anlage).

 

Weiteres Vorgehen

Die Maßnahmenempfehlungen des Nahmobilitätskonzeptes werden in den nächsten Jahren weiter ausgearbeitet und falls erforderlich Detailplanungen erstellt. Die ausgearbeiteten Maßnahmenempfehlungen bzw. Planungen werden vor der Umsetzung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen und dem Stadtplanungs- und Mobilitätsausschusses zum Beschluss vorgestellt.

 

 

 

Kurzfassung

 

Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts „Brückenschlag“ wurde durch das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung ein Konzept zur Stärkung der Nahmobilität und Verknüpfung der Stadtteile Innenstadt und Lirich erstellt. Auf der Basis einer Bestands- und Mängelanalyse wurden Handlungsschwerpunkte zur Verbesserung der Nahmobilität erarbeitet.

 

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Anlagen

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