Antragsvorlage - A/16/4401-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung jeweils eine von Bürgerinnen und Bürgern ausgewählte Oberhausener Fußgängerampel im Umfeld ehemaliger Zechen in Alt- Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld mit Bergmännchen-Symbolen umzurüsten.

 

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Konsequenzen

 

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Sachverhalt

 

Begründung / Sachdarstellung

 

Mit der Förderung der letzten Steinkohle auf „Prosper Haniel“ in Bottrop ist am 21. Dezember 2018 ein großes Kapitel Industriegeschichte im Ruhrgebiet zu Ende gegangen. In einem sehr bewegenden zentralen Festakt wurde eine 200-jährige Epoche des Steinkohlebergbaus verabschiedet.

 

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war Zeuge des historischen Augenblicks und hat von dem Oberhausener Reviersteiger und Kumpel Jürgen Jakubeit das etwa sieben Kilogramm schwere letzte Kohlenstück aus der Schachtanlage überreicht bekommen.

 

Mit dem Abschied von der Steinkohle endet ein wichtiges und wesentliches Stück Oberhausener Geschichte. Die große Wirtschaftskraft, die Oberhausen seit Ende des 19. Jahrhundert erlebte, wäre ohne die Kohle und die Bergmänner undenkbar gewesen.

 

Als Wiege der Ruhrindustrie ist es für die Stadt Oberhausen angemessen, das Andenken an die Zechen und Bergmänner in Oberhausen in Ehren zu halten und sich zum Ende des Steinkohlenbergbaus auf besondere Art von den Bergleuten zu verabschieden.

 

In Erinnerung an die Kumpel, die jahrzehntelang Schwerstarbeit unter Tage geleistet haben, wollen wir Dank sagen und ihnen alles Gute für die Zukunft wünschen. Dazu wollen wir jeweils im Umfeld ehemaliger Zechen in Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld -  eine Fußgänger-Ampel mit Bergmännchen-Symbolen umrüsten.

 

In der Vergangenheit haben mehrere Kommunen an ihre örtlich zuständigen Bezirksregierungen den Wunsch herangetragen, „Ampelmännchen“ mit lokalem Bezug einführen zu können. So wurden u. a. bereits „Mainzelmännchen-Ampeln“ in Mainz, „Kasperle-Ampeln“ in Augsburg, „Karl Marx“ als Ampelmännchen in Trier, „Martin Luther“ als Ampelmännchen in Worms, „Elvis-Ampeln“ in Friedberg und nicht zuletzt „Bergbauampeln“ in Duisburg umgerüstet. 

 

Das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat mit dem Erlass vom 13. Juni 2018 klargestellt, dass die Entscheidung über die Einführung solcher „Ampelmännchen„ ausschließlich in der Zuständigkeit der Kommunen als örtliche Straßenverkehrsbehörde liegt.

 

Die vorgeschlagenen „Bergbau-Ampelmännchen“ sind besser als nur das grüne oder rote Leuchtfeld erkennbar, da sie bei dem Fußgängersignal „rot“ zusätzlich ein stilisiertes Sinnbild/Piktogramm für einen stehenden Bergmann und bei dem Fußgängersignal „grün“ zusätzlich ein stilisiertes Sinnbild/Piktogramm für einen schreitenden Bergmann darstellen. Die gemäß Einigungsvertrag zugelassenen Fußgängersinnbilder (Ampelmännchen) erfüllen das Kriterium der Eindeutigkeit und können daher nach den Richtlinien für Signalanlagen (RiLSA) Ziffer 6.2.7. Fußgängersignalgeber verwendet werden.

 

 

 

 

Im Umfeld folgender ehemaligen Zechen und Schächte auf Oberhausener Stadtgebiet käme eine Umrüstung in Frage:

 

 

 

 

Zum Bergwerk Alstaden gehören folgende Schächte:

 

 

-          Alstaden Schacht 1

Standort: Solbadstraße, Oberhausen-Alstaden

1855 Teufbeginn als Schacht 1 der Zeche Swalmius

1965 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Alstaden Schacht 2

Standort: Behrensstraße, Oberhausen-Alstaden

1873 Teufbeginn als Schacht 2 der Zeche Alstaden

1973 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Protegohaube

 

-          Alstaden Schacht 3

Standort: Behrensstraße, Oberhausen-Alstaden

1934 Teufbeginn als Schacht 3 der Zeche Alstaden

1973 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Protegohaube

 

 

Zum Bergwerk Concordia gehören folgende Schächte:

 

 

-          Concordia Schacht 1

Standort: Am Förderturm, Oberhausen

1850 Teufbeginn als Schacht 1 (Haniel) der Zeche Concordia

1939 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Concordia Schacht 2

Standort: Bebelstraße, Oberhausen

1856 Teufbeginn

Ist offen für Wasserhaltung

Sichtbar: Notgerüst

 

-          Concordia Schacht 3

Standort: Bebelstr., Oberhausen

1893 Teufbeginn

1968 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schild

 

-          Concordia Schacht 4

Standort: Zum Eisenhammer, Oberhausen

1900 Teufbeginn

1968 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: nichts

 

-          Concordia Schacht 5

Standort: Zum Eisenhammer, Oberhausen

1903 Teufbeginn

1968 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schild

 

-          Concordia Schacht 6

Standort: Niebuhrstraße, Oberhausen

1912 Teufbeginn

Ist offen für Wasserhaltung

Sichtbar: Notgerüst

 

 

 

Zum Bergwerk Hugo gehören folgende Schächte:

 

 

-          Hugo Haniel Schacht

Standort: Weseler Straße, Oberhausen-Holten

1899 Teufbeginn als einziger Schacht der Zeche Hugo

1993 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Hugo Haniel Tiefbrunnen

Standort: Weseler Straße, Oberhausen-Holten

1895 Teufbeginn als Schacht Sterkrade der Zeche Oberhausen

1898 Betriebsende

Sichtbar: Schachtdeckel

 

Zum Bergwerk Jacobi gehören folgende Schächte:

 

-          Jacobi Schacht 1

Standort: Jacobistraße, Oberhausen-Osterfeld

1912 Teufbeginn

1978 Betriebsende

Sichtbar: nichts

 

-          Jacobi Schacht 2

Standort: Jacobistraße, Oberhausen Osterfeld

1912 Teufbeginn

1978 Betriebsende

Sichtbar: nichts

 

 

 

 

Zum Bergwerk Oberhausen gehören folgende Schächte:

 

 

-          Oberhausen Schacht 1

Standort: Essener Straße, Oberhausen

1854 Teufbeginn als Schacht 1 der Zeche Königsberg

1960 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Oberhausen Schacht 2

Standort: Essener Straße, Oberhausen

1855 Teufbeginn als Schacht 2 der Zeche Königsberg

1960 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schild

 

 

 

Zum Bergwerk Lohberg/Osterfeld gehören folgende Schächte:

 

 

-          Schacht Osterfeld 1

Standort: Zum Steigerhaus / Vestische Straße, 46117 Oberhausen-Osterfeld

1873 Teufbeginn als „Schacht 3“ der Zeche Oberhausen

1993 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Protegohaube

 

-          Schacht Osterfeld 2

Standort: Zum Steigerhaus / Vestische Straße, 46117 Oberhausen-Osterfeld

1898 Teufbeginn als Wetterschacht 2 der Zeche Osterfeld.

1969 Der Schacht wird verfüllt.

Sichtbar: Protegohaube

 

-          Schacht Osterfeld 3

Standort: Vestische Straße, 46117 Oberhausen-Osterfeld

1903 Teufbeginn

1993 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Fördergerüst

 

-          Schacht Osterfeld 4

Standort: Zum Dörnbusch, 46119 Oberhausen-Osterfeld

1912 Teufbeginn

1993 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: gemauerter Förderturm

 

-          Schacht Osterfeld 7 (Hugo Haniel)

Standort: Weseler Straße, 46149 Oberhausen-Sterkrade

1895 Teufbeginn als Schacht „Sterkrade“ der Zeche Oberhausen

1993 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Schacht Osterfeld 8 (Nordschacht)

Standort: Am Barmscheidsgrund / Gabelstraße, 46147 Oberhausen-Schmachtendorf

1963 Teufbeginn als Wetterschacht „Sterkrade Nord“

2007 Abriss sämtlicher Tagesanlagen

Sichtbar: nichts 

 

 

Zum Bergwerk Roland gehören folgende Schächte:

 

 

-          Roland Schacht 1

Standort: Danziger Straße, Oberhausen

1847 Teufbeginn

1928 Betriebsende

Sichtbar: nichts

 

-          Roland Schacht 2

Standort: Danziger Straße, Oberhausen

1915 Teufbeginn

1928 Betriebsende

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Roland Wetterschacht

Standort: Danziger Straße, Oberhausen

1892 Teufbeginn

1928 Betriebsende

Sichtbar: Schachtdeckel

 

 

Zum Bergwerk Sterkrade gehören folgende Schächte:

 

 

-          Sterkrade Schacht 1

Standort: Von-Trotha-Straße, 46149 Oberhausen-Sterkrade

1897 Teufbeginn als Schacht „Constanzia“ durch Zeche Oberhausen

1903 Der Schacht kommt zur jetzt selbstständigen Zeche Sterkrade

1971 Der Schacht wird in Osterfeld Schacht 5 umbenannt.

1989 Mit dem Verbund der Zechen Osterfeld und Lohberg kommt der Schacht zur Zeche Lohberg/Osterfeld.

1995/96 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Fördergerüst

 

-          Sterkrade Schacht 2

Standort: Von-Trotha-Straße, 46149 Oberhausen-Sterkrade

1902 Teufbeginn als Schacht „Sterkrade 2“ der Zeche Oberhausen

1903 Der Schacht kommt zur jetzt selbstständigen Zeche Sterkrade.

1971 Der Schacht wird in Osterfeld Schacht 6 umbenannt.

1995/96 Aufgabe und Verfüllung

Sichtbar: Rohr

 

 

Zum Bergwerk Vondern gehören folgende Schächte:

 

-          Vondern Schacht 1

Standort: Breilstraße, Oberhausen-Vondern

1898 Teufbeginn

1965 Betriebsende

Sichtbar: Schachtdeckel

 

-          Vondern Schacht 2

Standort: Breilstraße, Oberhausen-Vondern

1903 Teufbeginn

1965 Betriebsende

Sichtbar: Schild

 

 

 

Für den Stadtteil Alt-Oberhausen bieten sich zur Umrüstung mit „Bergbau-Ampelmännchen“ folgende Fußgängerampeln an:

 

 

  1. Fußgängerampel Concordiastraße / Altenberger Straße
  2. Fußgängerampel Hansastraße in Höhe Zentrum Altenberg
  3. Ampelkreuzung Essener Straße / Knappenstraße 

 

 

Für den Stadtteil Sterkrade könnten folgende Fußgängerampeln mit „Bergbau-Ampelmännchen“ umgerüstet werden:

 

 

  1. Ampelkreuzung Weseler Straße / Weierstraße
  2. Ampelkreuzung Westrampe / Ostrampe
  3. ehemalige Fußgängerampel von-Trotha Straße (höhe ÖPNV Haltestelle Weierstraße)

 

 

Im Stadtteil Osterfeld bieten sich folgende Fußgängerampeln zur Umrüstung mit „Bergbau-Ampelmännchen“ an.

 

 

  1. Fußgängerüberquerung der Vestischen Straße vom Ausbildungszentrum der Deutschen Bauindustrie (früher HDO) zum Torhaus (Eingang OLGA). Derzeit nur ein unbeampelter Zebrastreifen. Da sich die Ausbildungsstätten der Deutschen Bauindustrie zukünftig beidseitig der Vestischen Straße befinden, wird aus unserer Sicht hier zukünftig eine Fußgängerampel erforderlich, die mit Bergbau-Ampelmännchen ausgestattet werden könnte.
  2. Ampelkreuzung Bottroper Straße / ÖPNV Haltestelle Olga Park
  3. Ampelkreuzung Vestische Straße / Rheinische Straße

 

 

 

 

Durch eine Mitmachaktion der Bürgerinnen und Bürger wollen wir den Bergleuten zeigen, dass viele Menschen an sie denken.

 

In einem öffentlichen Aufruf schlagen wir den Bürgerinnen und Bürgern die Umrüstung der vorgenannten Fußgängerampeln im Umfeld der ehemaligen Zechen-Standorte vor. Die Bürgerinnen und Bürger können auch alternative Fußgängerampeln zur Umrüstung vorschlagen. Über die vorgeschlagenen Fußgängerampeln soll per E-Mail oder Post abgestimmt werden. Die Fußgängerampel, auf die im jeweiligen Stadtteil die meisten Stimmen entfallen, wird mit den „Bergbau-Ampelmännchen“ ausgerüstet.

 

Aus den Teilnehmern der Mitmachaktion zieht der Oberhausener Reviersteiger und Kumpel Jürgen Jakubeit zur Einweihung der ersten „Bergbau-Ampel“ in Oberhausen einige von Sponsoren zur Verfügung gestellte Gutscheine/Preise vom Bergbau-Erlebnisbad Oberhausen.

 

Die Umrüstung erfolgt durch eine Einleger-Schablone zum Einsetzen vor die Lampe einer Signal-Anlage. Die Einleger-Schablone ist ca. 18,5 cm im Durchmesser, inkl. 4 cm Wölbung, besteht aus ca. 0,12 cm Kunststoff, wiegt je nach Stanzung zwischen 30 – 60 g, und kostet für bereits designte Fußgänger- und Radfahrerampeltypen zwischen 7,50 € und 15,00 € pro Schablone.

 

Als mögliche Piktogramme für die Umrüstung der Fußgänger-Ampeln auf Bergmann-Ampeln bieten sich verschiedene Alternativen an:

 

1        Dem Antrag ist der Entwurf eines Bergmann-Ampelmännchens beigefügt. BOB würde die Urheber- und Nutzungsrechte kostenlos an die Stadt Oberhausen übertragen. Oberhausen könnte somit sehr kostengünstig die drei Ampeln mit einem einzigartigen, bisher noch nicht verwendeten, Bergmann-Symbol ausstatten und hätte damit ein Alleinstellungsmerkmal.

 

2        Alternativ könnte ein Grafikdesigner – möglichst auf Kosten eines Sponsors – mit der Erstellung eines neuen Piktogramms beauftragt werden.

 

3        Als dritte Variante käme die Verwendung des Duisburger Ampelmännchens

in Frage. Ein Duisburger Grafikbüro würde dann allerdings für die Bereitstellung der Lizenz eine Gebühr von ca. 200 Euro / pro Ampel in Rechnung stellen. Die jeweiligen Ampelhersteller erstellen die Schablone nur gegen Vorlage einer solchen Lizenz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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