Berichtsvorlage - M/18/1187

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Sachverhalt

 

Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Lirich wurde eine Machbarkeitsstudie zur gestalterischen und funktionalen Aufwertung von insgesamt fünf Bahnunterführungen erstellt. Die Maßnahme zielt auf eine Verbesserung der Verbindungsqualität, der Aufenthaltsqualität sowie der Sicherheit, insbesondere für den Fuß- und Radverkehr.

 

Die betroffenen Bahnunterführungen sind:

 

  1. Marktstraße / Alleestraße
  2. Concordiastraße
  3. Buschhausener Straße / Ebertstraße
  4. Ruhrorter Straße
  5. Wilmsstraße

 

Die räumliche Lage der oben genannten fünf Unterführungen ist der folgenden Abbildung zu entnehmen.

 

 

 

Diese Unterführungen stellen zentrale Verbindungsachsen zwischen Innenstadt und Lirich bzw. innerhalb von Lirich dar. Sie sind derzeit durch Dunkelheit, Verschmutzung, Beschädi­gungen und eine starke Dominanz des Kfz-Verkehrs geprägt und weisen geringe Gestalt- und Nutzungsqualität auf.

Ziel der Maßnahmen ist die städtebauliche und gestalterische Aufwertung dieser Verbin­dungen, die:

 

  • die Fuß- und Radwegeverbindungen verbessert,
  • Angsträume reduziert und das Sicherheitsgefühl erhöht,
  • die Aufenthaltsqualität steigert,
  • und zur Stärkung der lokalen Identität beiträgt.

 

Drei der Unterführungen (Marktstraße / Alleestraße, Concordiastraße, Buschhausener / Ebertstraße) sind bereits Bestandteil des Nahmobilitätskonzepts Alt-Oberhausen, das am 21.03.2022 vom Rat beschlossen wurde. Das Konzept weist ihnen eine identitätsstiftende Funktion als „Stadttore“ zu und empfiehlt eine gestalterische Aufwertung sowie eine Umver­teilung des Straßenraums zugunsten von Fuß- und Radverkehr.

Die Machbarkeitsstudie sieht vor, die Unterführungen künstlerisch und lichtgestalterisch zu überarbeiten.

 

  • Lichtinstallationen sollen sowohl gestalterische Akzente setzen als auch die Sicher­heit erhöhen.
  • Bei der Materialwahl sollen Aspekte der Nachhaltigkeit (Wiederverwertbarkeit, Lang­lebigkeit, Energieeffizienz) berücksichtigt werden.
  • Eine bauliche Sanierung ist nicht Bestandteil der Maßnahme.

 

Mit der Studie wurden Dratz Architekten & Städtebau (Oberhausen) in Kooperation mit dem Studio Mischa Kuball (Düsseldorf) und dem Lichtladen Bochum beauftragt. Jede Unterfüh­rung erhält ein individuelles, ortsbezogenes Lichtkonzept, dass ihre baulichen Besonder­heiten aufgreift. Die Machbarkeitsstudie ist als Anlage beigefügt.

 

Konzepte der jeweiligen Unterführungen:

 

Marktstraße / Alleestraße

 

  • Zusammengesetzt aus mehreren Stahl- und Stahlbetonüberführungen
  • Wichtig für Anbindung Innenstadt – Lirich
  • Derzeit sehr dunkel, vernachlässigt, teilweise Graffiti und Verschmutzungen
  • Gestaltungskonzept: „Sternenhimmel“
    • Punktuelle, ringförmige Leuchten unter den Brückendecken
    • Lichtbügel an beiden Eingängen und zusätzlich an der Erftstraße
  • Kosten: 361.821,38 € brutto

 

Abbildung 1: Entwurfskonzept Unterführung Marktstraße/Alleestraße

 

 

Abbildung 2: Entwurfskonzept Unterführung Marktstraße/Alleestraße, Durchgang Erftstraße

 

 

Concordiastraße

 

  • 72 Meter lange Rahmenbrücke
  • Verbindung zwischen Innenstadt, Altenberg und Bero-Zentrum
  • Derzeit unzureichend beleuchtet → Angstraum
  • Gestaltungskonzept: „Lichttakt“
    • Rhythmische, lineare Lichtbänder entlang der Decke
    • Gleichmäßige, helle Ausleuchtung betont Struktur und Geometrie
    • Zwei Lichtbügel an den Portalen
  • Kosten: 230.231,68 € brutto

 

 

Abbildung 3: Entwurfskonzept Unterführung Concordiastraße

 

 

Buschhausener Straße / Ebertstraße

 

  • 115 Meter lange Unterführung, ähnlich der Concordiastraße
  • Verbindung zwischen Lirich-Süd und Marienviertel
  • Dunkel, verschmutzt, großformatige Werbetafeln
  • Gestaltungskonzept:
    • Parallele Lichtlinien entlang der Bogenstruktur
    • Gleichmäßige, blendfreie Beleuchtung über gesamte Länge
    • Zwei Lichtbügel an den Zugängen
  • Kosten: 185.568 € brutto

 

 

Abbildung 4: Entwurfskonzept Unterführung Buschhausener/Ebertstraße

 

 

Ruhrorter Straße

 

  • 86 Meter lange Unterführung mit markanter Stützenreihe
  • Stark vom Autoverkehr genutzt, schlechte Beleuchtung
  • Gestaltungskonzept: „Lichtkapitelle“
    • Lichtkörper an den Säulenenden, rhythmisch über den Gehweg verteilt
    • Aufwertung des Raumeindrucks durch vertikale Lichtpunkte
    • Wiedererkennbarkeit durch strukturiertes Lichtbild
  • Kosten: 193.494,00 € brutto

 

 

Abbildung 5: Entwurfskonzept Unterführung Ruhrorterstraße

 

 

Wilmsstraße

 

  • Kürzere Unterführung mit wechselnden Höhen
  • Derzeit kaum gestalterische Qualität
  • Gestaltungskonzept:
    • Dynamisches, durchgehendes Lichtband, das der Raumgeometrie folgt
    • Einheitliche, helle Lichtlinie über die gesamte Länge
  • Kosten: 250.756,80 €

 

 

Abbildung 6: Entwurfskonzept Unterführung Wilmsstraße

 

 

Die Öffentlichkeitsbeteiligung hat im Rahmen der 1. Brückenschlag-Konferenz am 19.02.2025 und beim thematischen Stadtspaziergängen am 23.06.2025 stattgefunden.

Zur frühzeitigen Einbindung der Politik ist die Konzeptidee in der Sitzung der Bezirksvertre­tung Alt-Oberhausen am 11.06.2025 sowie im Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss am 26.06.2025 präsentiert worden.

 

Am 02.09.2025 wurden die Ergebnisse im Gestaltungsbeirat vorgestellt. Der Gestaltungs­beirat begrüßt das Vorhaben und lobt die detallierte Ausarbeitung und den sehr stringenten konzeptuellen Ansatz. Besonders die Idee die fünf Unterführungen über das weiße Licht zu einer Brückenfamilie zu vereinen und damit einen gesamtheitlichen verbindenden Ansatz zu verfolgen wird ausdrücklich befürwortet.

 

Umsetzung

 

Es ist vorgesehen über die nächsten Jahre sukzessive alle Unterführungen gemäß der Machbarkeitsstudie umzusetzen.

Zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie sind für jede Unterführung entsprechende Ausfüh­rungsplanungen zu erstellen, welche sich an den Entwürfen der Machbarkeitsstudie orien­tieren.

Im ersten Schritt soll ab Herbst 2026 die Unterführung Buschhausener Straße / Ebertstraße umgesetzt werden.

Die entsprechenden Ausführungsplanungen sind fertiggestellt und eine erste Testleuchte wurde bereits installiert, vgl. Abb. 7. Inhalt der Planung ist die lineare künstlerische Beleuch­tung gemäß der Machbarkeitsstudie in den seitlichen Feldern der Brückenstahlkonstruktion über den Nebenanlagen (Geh- und Radweg), vgl. Abbildung 4. Zudem wird vorab in den mittleren Feldern der Brücke über der Fahrbahn die zusätzlich erforderliche Straßenbeleuch­tung angeordnet. Die Beleuchtung wird mit smarten Leuchten ausgeführt und ermöglicht somit eine Steuerung der einzelnen Leuchten.

 

 

Abbildung 7: Testleuchte künstlerische Beleuchtung

 

 

Der genaue Installationszeitpunkt der künstlerischen Beleuchtung ist abhängig von den Lie­ferzeiten der Leuchten.

Die bauliche Umsetzung erfolgt durch die OB Netz GmbH.

Haushaltsmittel sind im Haushaltsjahr 2026 bei der Finanzstelle 560012010120000 – Straßenbeleuchtung, Finanzposition 785200 - Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen

– eingeplant worden.

 

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Anlagen

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