Berichtsvorlage - M/16/0743-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Das Jahr 2014 war geprägt von der Erweiterung der Regionalen Arbeitsstelle Zuwanderung zum Kommunalen Integrationszentrum. Die originären und die neu hinzu gekommenen Handlungsfelder werden im Bericht dargestellt.

 

 


 

                                               

 

                                                                    Dezernat 3 Familie, Bildung, Soziales   Bereich 2-6                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jahresbericht 2014

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Inhalt

 

 

  1. Von der RAA zum Kommunalen Integrationszentrum

            1.1. Gesetzliche Grundlage

            1.2. Förderung der Kommunalen Integrationszentren durch das Land NRW

            1.3. Leitgedanke

 

  1. Die Struktur des Kommunalen Integrationszentrums

2.1. Handlungsfelder und Aufgaben in der neuen Struktur

 

 

  1. Die Angebote  des Kommunalen Integrationszentrums 2014
    1. Integration durch Sport
    2. Schulische Aufgaben
      1.   Situation der Seiteneinsteiger
      2.   Elternberatung, Elternnetzwerke, Elternbildung
      3.   Projekt Deutsch für den Schulstart
      4.   Sprachliche Förderung
      5.   Herkunftssprachlicher Unterricht
      6.   Hausaufgabenhilfen
    3. Frühe Bildung

      3.3.1.Rucksack Kita

      3.3.2.Literacy-Erziehung

 

3.4.  Schule / Beruf

3.4.1.Sonderpraktikum für Frühabgänger

3.4.2.Seiteneinsteiger 16+

            3.5. Interkulturelle Öffnung der Verwaltung

3.6. Beratung von Mädchen und Frauen

3.7. Sozialberatung

3.8. Dolmetscherpool

 

  1. Controlling
     
  2. Zusammenfassung

 

 

 

 

 

 

 

 


Vorbemerkung

 

2014 war das erste vollständige Kalenderjahr, in dem die vormalige Regionale Arbeitsstelle Zuwanderung ihre Arbeit als Kommunales Integrationszentrum (KI) geleistet hat. Es war begleitet von Überlegungen zu inhaltlichen und personellen Umstrukturierungen. Es kamen neue Handlungsfelder hinzu, andere erhielten in der geänderten Struktur einen höheren Stellenwert. Mehr Gewicht hat auch die Einbindung in den Verbund der Kommunalen Integrationszentren in NRW erhalten. Der Verbund ist auf mittlerweile 49 Standorte plus der Landeskoordinierungsstelle mit Sitz in Dortmund angewachsen.

 

Am 15.09.2014 hat der Rat der Stadt die organisatorische Zusammenführung des         Bereiches 2-6/Kommunales Integrationszentrum mit der Koordinierungsstelle Integration aus dem Bereich 0-4/Büro für Chancengleichheit beschlossen. Ferner wurde durch einen Koalitionsbegleitantrag beschlossen, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Integrationsrat eine Arbeits- und Beteiligungsstruktur entwickelt, um die Ziele des Kommunalen Integrationskonzeptes umzusetzen. Die notwendige Neuorientierung bzw. Optimierung der Oberhausener Integrationspolitik/Integrationsarbeit erfordert neben einer tragfähigen Organisationsstruktur die Etablierung eines strategischen Steuerungsprozesses. Für das Kommunale Integrationszentrum ist es unabdingbar, dass eine zeitnahe adäquate Stellenbesetzung erfolgt, damit die o. g. Aufgaben erfüllt werden können.

 

 

1. Von der RAA zum Kommunalen Integrationszentrum

 

 

1.1. Gesetzliche Grundlage

 

Am 08.02.2012 hat der Landtag NRW das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen verabschiedet. Mit dem Gesetz schafft NRW als erstes Flächenland eine verbindliche rechtliche Grundlage zur Förderung der Teilhabe und Integration. Damit leistet das Land seinen Beitrag im Prozess einer umfassenden rechtlichen Gestaltung des politischen Handlungsfeldes Integration. Zur Umsetzung des Gesetzes ist ein finanzieller Mehrbedarf von 14,1 Millionen Euro erforderlich. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus folgenden Einzelpositionen:

 

-          rund 9,9 Millionen Euro für den Ausbau und die Weiterentwicklung der 27 bestehenden RAA zu 54 Kommunalen Integrationszentren nach § 7 des Integrationsgesetzes

 

-          rund 1,8 Millionen Euro für die Erstattung von Integrationspauschalen an die Kommunen nach Artikel 1 § 14 des Integrationsgesetzes

 

-          rund 2,3 Millionen Euro für die Förderung von Integrationsmaßnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure nach Artikel 1 § 9 des Integrationsgesetzes

 

-          rund 0,1 Millionen Euro zur Stabilisierung und Ausweitung der Arbeit des Landesintegrationsrates NRW nach Artikel 1 § 10 des Integrationsgesetzes

 

 

1.2. Förderung der Kommunalen Integrationszentren durch das Land

 

Für den Ausbau der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien zu Kommunalen Integrationszentren sind zwei Lehrerstellen pro Integrationszentrum vorgesehen. Außerdem sollen die 54 Kommunalen Integrationszentren jeweils 3 Sozialpädagogenstellen erhalten und eine halbe Stelle für eine Assistenzkraft. Das sozialpädagogische Fachpersonal soll je Stelle mit 50.000,-- Euro und die Assistenzkraft mit 20.000,-- Euro jährlich gefördert werden, insgesamt 170.000,-- Euro.

Das Kommunale Integrationszentrum in Oberhausen verfügte bereits als Regionale Arbeitsstelle Zuwanderung sowohl über zwei Lehrerstellen als auch über drei Sozialpädagogenstellen. Die Fördersumme hat sich um 85.900,- Euro erhöht.

Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen hat am 1.8.2013 seine Arbeit aufgenommen.

 

1.3. Leitgedanke

 

Die Stärkung der Integrationskraft der Kommunen stellt den wesentlichen Eckpunkt des § 7 des Integrationsgesetzes dar.

Das Know-how der Regionalen Arbeitsstelle aus 34 Jahren und das fundierte Erfahrungswissen aus den Komm-In-Projekten NRW werden gebündelt. Die Strategien Integration durch Bildung und Integration als Querschnittsaufgabe werden zusammengeführt. Das Integrationsgesetz sieht daher zur Erzielung einer optimalen Wirksamkeit die Zusammenführung der beiden bislang in unterschiedlichen Bereichen und Dezernaten angesiedelten Dienststellen vor. Das sind konkret der Bereich 2-6, Kommunales Integrationszentrum und die Koordinierungsstelle Integration im Bereich 0-4, Büro für Chancengleichheit.

2.  Die Struktur des Kommunalen Integrationszentrums

 

2.1. Handlungsfelder in der neuen Struktur :

Die Handlungsfelder der Kommunalen Integrationszentren in NRW orientieren sich entlang der biografiebegleitenden Bildungskette und verstehen dabei Integration als Querschnittsaufgabe. Zur Verdeutlichung der parallel wirkenden Strategien werden beide jeweils mit einer Schwerpunktaufgabe hervorgehoben. Für die Wahrnehmung der Aufgaben stehen in Oberhausen derzeit 7,7 Stellen zur Verfügung. Es kommen in der neuen Struktur 1,5 Stellen der Koordinierungsstelle Integration hinzu. Diese war bislang organisatorisch dem Büro für Chancengleichheit zugeordnet. Sie wird zukünftig als Aufgabe aus dem KI heraus wahrgenommen und damit organisatorisch zusammengeführt.

Koordinierungsaufgabe Integration

 

Die Koordinierungsaufgabe Integration wird zukünftig im Kommunalen Integrationszentrum wahrgenommen. Das Kommunale Integrationszentrum arbeitet innerhalb der Verwaltung querschnittsorientiert mit den verschiedenen Verwaltungsbereichen gemeinsam daran, das Thema Integration als Querschnittsaufgabe nachhaltig zu verankern und umzusetzen.

 

  • Fortschreibung des Kommunalen Integrationskonzepts Oberhausen und Koordination des Umsetzungsprozesses
  • Gewährleistung einer kontinuierlichen Integrationsberichterstattung
  • Aufbau und fachliche Begleitung des Integrationsmonitorings
  • Initiierung, Begleitung und Unterstützung von Prozessen interkultureller Öffnung
  • Lokale und regionale Netzwerkarbeit
  • Mitwirkung bei der Gestaltung der interkommunalen Zusammenarbeit in der Metropole Ruhr
  • Akquise von Drittmitteln zur (Ko-)Finanzierung von Integrationsprojekten
  • Erstellung und Auswertung von Forschungsarbeiten
  • Präsentation von integrationsrelevanten Berichten und Erhebungen

Integration als Querschnitt mit dem Schwerpunkt Sport

Unsere Gesellschaft ist von Zuwanderung und Vielfalt geprägt. Ein Schwerpunkt des Kommunalen Integrationszentrums Oberhausen liegt daher darin, Integrationsarbeit als Querschnittsaufgabe auszugestalten. Hierbei kommen prinzipiell alle Handlungsfelder der kommunalen Integrationsarbeit in Betracht, z.B. Arbeit, Wirtschaft, Sport, Kultur, Gesundheit. Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen hat sich bis Ende 2015 auf Aktivitäten im Handlungsfeld Integration durch Sport als Schwerpunktaufgabe festgelegt. Im Mittelpunkt der Aufgabe steht die Organisation von Übungsleiterschulungen für Migrantinnen und Migranten. Der Ausbau der lokalen Vernetzung mit relevanten Partnern wird angestrebt.

Integration durch Bildung mit dem Schwerpunkt Seiteneinsteiger

Die Erfassung von zugezogenen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen mit ihren Eltern dient der möglichst zeitnahen weiteren Beschulung. Sie stellt einen elementaren Baustein in der Bildungsintegration dar. Das Konzept wurde über viele Jahre seit der Anfangszeit der Regionalen Arbeitsstelle weiterentwickelt, ebenso die Kooperation mit Schulen und der Unteren Schulaufsicht. Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen plant den Bedarf an Schulplätzen und richtet in Absprache mit der Unteren Schulaufsichtsbehörde Internationale Vorbereitungsklassen ein. Die Organisation der notwendigen Anmeldeschritte für die Schule, für das Gesundheitsamt und für weitere Behörden wird durch das Kommunale Integrationszentrum übernommen. Die Schüler/innen werden bis zur Integration in eine Regelklasse bzw. beim Übergang Schule/Beruf begleitet.

Frühe Bildung

In der frühen Bildung werden wichtige Weichen für die Entwicklung der Kinder gestellt. Familien mit Migrationshintergrund haben ein großes Interesse an einer bestmöglichen Erziehung und Bildung ihrer Kinder.

Wie alle Familien benötigen sie gute Informationen und verlässliche Partner, damit sie ihre Kinder möglichst gut fördern und in den Kindertageseinrichtungen mitwirken können.
Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen engagiert sich in diesem Bereich mit dem Ziel, dass das Aufwachsen von Kindern mit Migrationshintergrund gelingt.
Es ist kompetenter Partner bei der Beratung und Qualifizierung von Fachkräften und Multiplikatoren. Die Förderung der Mehrsprachigkeit und die Einbindung der Eltern in die Lebenswelt der Kindertageseinrichtungen stellt ein besonderes Ziel dar.

 

Schule

Der Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund hängt von einer Vielzahl von Einflussfaktoren ab. Im Sinne des Gesetzes zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in NRW orientiert sich interkulturelle Schulentwicklung an der in der Schulrealität gegebenen Vielfalt. Jedem Kind sollen optimale Lernbedingungen geboten werden.
In diesem Sinne bietet das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen Einzelfallberatung für Schüler/innen und Eltern an, es bindet Herkunftssprachenlehrer/innen und Migrantenvereine in den Beratungsprozess ein und es organisiert Fortbildungen für das pädagogische Fachpersonal.

Schule/Beruf

Junge Menschen mit Migrationshintergrund sind noch immer – trotz positiver Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und der Anstrengungen vieler Beteiligter – mehr als andere von Brüchen und Risiken im Übergang von der Schule in den Beruf betroffen. Hierzu sollen neben den schulischen auch die außerschulischen Lernorte und Einflüsse genutzt werden. Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen ist Kooperationspartner in der begonnenen Neugestaltung des Übergangssystems Schule-Beruf. Dabei bringt es erprobte Ansätze und die langjährigen Zugänge zu Eltern, Herkunftssprachenlehrer/innen und Migrantenvereinen aus der RAA-Zeit ein.

Beratung von Mädchen und Frauen

Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund finden im Kommunalen Integrationszentrum Oberhausen eine feste Ansprechpartnerin für ihre Angelegenheiten. Ziel des Angebotes ist die Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Stärkung der persönlichen Kapazitäten. Auf Anfrage wird die persönliche Begleitung zu einer Behörde vorgenommen oder organisiert.

Netzwerkarbeit

Die Mitarbeiter/innen des Kommunalen Integrationszentrums Oberhausen sind im Rahmen der o. g. Handlungsfelder in zahlreichen kommunalen und regionalen Netzwerken und Gremien eingebunden. Sie bringen die interkulturellen Aspekte in die Vorhaben und Strukturen ein. Sie stellen ihre Zugänge zu langjährigen Partnern aus der interkulturellen Bildungsarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus wirkt das Kommunale Integrationszentrum auf lokaler Ebene aktiv mit in der Steuerungsgruppe der Regionalen Bildungslandschaft, im Beirat Schule / Beruf, in der AG Chancengleichheit, im Facharbeitskreis Integration, im AK Flüchtlinge, im Projekt Kein Kind zurücklassen, in der Initiative Lesen erLeben, in der Kinderakademie etc. Auf regionaler Ebene dienen das Städteprojekt Integration. Interkommunal, die Kooperation mit der Stadt Duisburg im Projekt IKoDO und die Mitarbeit im Verbund der Kommunalen Integrationszentren / NRW als Beispiele.

Kooperation mit Migrantenselbstorganisationen

Das Projekt „Migrantenselbstorganisationen als starke Partner/innen in Sachen Integration – Kooperation, Vernetzung und Professionalisierung der Integrationsarbeit der Oberhausener Migrantenselbstorganisationen“ wird seit dem 1. Dezember 2012 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Im Berichtsjahr 2014 betrug die Förderung ca. 50.000,-- Euro.

Die zentralen Projektziele sind einerseits die Vernetzung der etwa 50 Oberhausener MSO untereinander und in der Stadtgesellschaft, andererseits die Professionalisierung der Vereinsarbeit und Qualifizierung der Mitglieder. In regelmäßigen Netzwerktreffen mit allen Oberhausener MSO wird die thematische Ausrichtung von Qualifizierungsveranstaltungen festgelegt, die konkrete Planung erfolgt im Rahmen der Koordinierungsaufgabe Integration in enger Abstimmung mit Vertreter/innen einzelner Vereine (Kernteam).

 

3. Die Angebote des Kommunalen Integrationszentrums 2014

 

3.1. Integration durch Sport

 

Der organisierte Sport hat eine besondere integrative Kraft. Er verbindet Menschen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft und bietet ihnen einen Raum für Sporttreiben, Kommunikation und Interaktion.

 

Persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten unterschiedlicher Gruppen sind erforderlich, um Ressentiments abzubauen und die Integration in das Gemeinwesen zu erleichtern.

Zuwanderer/innen sind im Sport als gleichberechtigte Mitglieder anerkannt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen der Sport und der gemeinsame Erfolg, der unabhängig von Sprache, Herkunft, sozialem oder kulturellem Hintergrund ist. Fairness, Toleranz und Teamgeist sind hier keine leeren Begriffe, sondern werden aktiv gelebt. Daher ist der Sport besonders geeignet, die Integration von Zuwanderern zu fördern.

Anfang 2007 wurde vom Integrationsrat und der damaligen Regionalen Arbeitsstelle Zuwanderung die gemeinsame Idee entwickelt, Frauen mit Migrationshintergrund zu Übungsleiterinnen auszubilden.

Vom 20.10.2007 bis zum 02.03.2008 wurden 20 Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern (Türkei, Sri Lanka, Russland und Polen) zu Übungsleiterinnen für den Breitensport ausgebildet.

Dieses Projekt wurde durch das Kommunale Integrationszentrum und das Qualifizierungszentrum des Stadtsportbundes Oberhausen geplant und durchgeführt.

Der Integrationsrat begleitete das Projekt über den gesamten Zeitraum. Die Ausbildung fand an acht Wochenenden statt und umfasste 144 Stunden mit abschließender Lernerfolgskontrolle.

Ein 15stündiger Erste-Hilfe-Kurs und vier Hospitationen in Vereinen waren ebenfalls Bestandteil der Ausbildung. Sie wurde durch „Spin-Sport interkulturell“ finanziert. Spin ist ein Projekt der Sportjugend NRW und der Stiftung Mercator mit dem Ziel, den Anteil junger Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund im Sport zu erhöhen.

Oberhausen nimmt eine Vorreiterrolle bei dieser landesweiten Initiative ein. Das Oberhausener Modell wurde durch die Humboldt-Universität zu Berlin evaluiert und am 15.04.2012 im Integrationsrat vorgestellt.

 

Bisher wurden insgesamt über 60 Frauen aus 14 verschiedenen Herkunftsländern ausgebildet. Die Übungsleiterinnen werden regelmäßig fortgebildet. Mehr als 30 Frauen haben bisher die 2. Lizenzstufe (Übungsleiter B-Lizenz) erreicht.

 

 

Folgende Ausbildungen, Fortbildungen und Workshops haben bisher stattgefunden:

 

-          Übungsleiterinnen C-Lizenz (4 x)

-          Übungsleiterinnen B-Lizenz (3 x)

-          Prävention

-          Sport Interkulturell (2 x)

-          Wirbelsäulengymnastik

-          Aerobic

-          Step-Aerobic

-          DLRG-Rettungsfähigkeit (2 x)

-          Nordic Walking

-          Zumba

-          Refresher

-          Praktikumsbörse

-          Steuer- und Sozialrechtliche Grundlagen (2 x)

-          Selbstbehauptung/Selbstverteidigung

 

Veranstaltungen in 2014

 

Neben den regelmäßigen Treffen der Kooperationspartner Integrationsrat, Stadtsportbund, SPIN und dem Kommunalen Integrationszentrum hat am 26.02.2014 eine Veranstaltung mit den Übungsleiterinnen stattgefunden. Dort haben die Teilnehmerinnen der 4. Übungsleiterinnen C-Ausbildung durch die 1. Bürgermeisterin der Stadt Oberhausen ihre Zertifikate erhalten. Außerdem wurden 3 Absolventinnen des Sonderlehrgangs „Selbstbehauptung für Frauen“ für ihr Engagement geehrt.

Vom 13.06. bis 15.06.2014 hat auf Initiative des Landesintegrationsrates und des Landessportbundes in Hachen eine große Netzwerktagung zur interkulturellen Öffnung des organisierten Sports mit 300 Teilnehmern/innen stattgefunden. Bei dieser Netzwerktagung hat das Kommunale Integrationszentrum das Oberhausener Konzept vorgestellt. Ebenfalls vorgestellt und durchgeführt wurde das neue Spiel „Crossboccia“. Es wurde bei dem Netzwerktreffen die Idee entwickelt, dieses auch auf kommunaler Ebene in Oberhausen durchzuführen.

Am 22.11.2014 hat im Kommunalen Integrationszentrum ein Netzwerktreffen mit ca. 50 Teilnehmern/innen zum Thema „Integration durch Sport“ stattgefunden. Bei dieser Veranstaltung wurde das integrative und inklusive Spiel „Crossboccia“ vorgestellt. Mit viel Spaß und gutem Wetter wurden viele Ideen entwickelt. Die Finanzierung hat der Landessportbund übernommen.

An der Veranstaltung haben neben den Übungsleiterinnen und den o. g. Kooperationspartnern auch Vertreter des Bereiches Sport, der OGM, der Multi, der Sportvereine und der Migrantenselbstorganisationen teilgenommen.

 

Veranstaltung am 22.11.2014 „Crossboccia“ Foto: Norbert Koch

 

 

Alle Teilnehmer/innen waren sich einig, neue Kooperationen einzugehen und somit das Oberhausener Netzwerk auszubauen. Das Spiel „Crossboccia“ wurde übereinstimmend als gutes Instrument betrachtet, um die integrative Kraft des Sports weiter zu etablieren und den Anteil der Migrantinnen zu erhöhen. Die Übungsleiterinnen sind nicht nur in Sportvereinen, sondern auch in Schulen (Offener Ganztag), Kindergärten, Sportstudios, Qualifizierungszentrum des Stadtsportbundes, Privatinitiativen (Moscheevereine, Migrantenselbstorganisationen, etc.) Familienzentren und bei den Sportnächten aktiv. Sie erreichen heute fast 1000 Teilnehmer/innen durch ihre Angebote in Oberhausen.

 

 

Sportveranstaltungen 2014

 

DatumTitelZielgruppeTeilnehmer

 

01./02.2.Workshop Pilates IÜbungsleiterinnen20

22./23.2.Workshop Pilates IIÜbungsleiterinnen20

26.2.Zertifikatsübergabe    Übungsleiterinnen und

Netzwerkpartner            50

12./13.4.Workshop Pilates IIIÜbungsleiterinnen20

14./15.5.YogaÜbungsleiterinnen20

8.11.SportspieleÜbungsleiterinnen15

12.11.Steuer- und SozialrechtÜbungsleiterinnen15

22.11.NetzwerktreffenÜbungsleiterinnen und

Netzwerkpartner50

 

Folgende Maßnahmen sind für 2015 fest eingeplant:

 

-          Sport mit Flüchtlingskindern

-          Inklusiver Sport

-          Progressive Muskelentspannung

-          Refresher

 

 

3.2. Schulische Aufgaben

 

3.2.1. Situation der Seiteneinsteiger

 

Als Seiteneinsteiger werden schulpflichtige Kinder bzw. Jugendliche mit Migrationshintergrund bezeichnet, die im Laufe eines Schuljahres aus ihrem Heimatland kommend, ohne Deutschkenntnisse in das hiesige Schulsystem integriert werden.

Die Gruppe der Seiteneinsteiger setzt sich zusammen aus Kindern, die aus den sogenannten Anwerbestaaten im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland kommen, Kontingentflüchtlingen, Aussiedlerkindern und Kindern aus asylsuchenden Familien sowie alleinreisenden Jugendlichen, die selbst Asylsuchende sind. Dabei verfügen sie über unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen und schulische Erfahrungen.

 

Die Beratung der Seiteneinsteiger gehört zu den klassischen pädagogischen Handlungsfeldern, die das Kommunale Integrationszentrum  seit dem Schuljahr 1980/81 nach der Gründung als RAA kontinuierlich bearbeitet. Die damals vereinbarte enge Kooperation und Abstimmung mit der Unteren Schulaufsichtsbehörde besteht unverändert fort.

Für die Jahre 2014 und 2015 hat das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen die Seiteneinsteigerberatung als Schwerpunktaufgabe in der Strategie Integration durch Bildung hervorgehoben. Diese Schwerpunktsetzung ist seit der flächendeckenden Einrichtung von Kommunalen Integrationszentren in NRW erforderlich.

 

Rechtliche Grundlagen:

Alle Kinder und Jugendlichen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen sind unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus schulpflichtig.

Die Schulpflicht ist geregelt im Artikel 8, Absatz 2 der Landesverfassung NRW sowie im §1, § 34-41 und § 125 des Schulgesetzes NRW.

Ein weiterer Runderlass regelt in der BASS 13-63 Nr.3 das Erlernen der deutschen Sprache und geeignete Organisationsmodelle.

Des Weiteren ist der Runderlass BASS 14-21 Nr.4 Vielfalt gestalten – Teilhabe und Integration durch Bildung, Verwendung von Integrationsstellen relevant.

 

Konzeption:

Das Konzept sieht vor, dass das Kommunale Integrationszentrum im Einvernehmen mit der Unteren Schulaufsicht die zugezogenen Kinder und Jugendlichen systematisch erfasst, berät, Schulen zuweist und zum späteren Zeitpunkt weiterhin begleitet und fördert.

Auch die Organisation der Einschulungsuntersuchung wird vom Kommunalen Integrationszentrum übernommen.

Die Verabredung, dabei aus einer zentralen zuständigen Dienststelle zu agieren, hat sich bewährt und erscheint sinnvoll. Es wird eine zeitnahe Beschulung ermöglicht und es entsteht ein gesamtstädtischer Überblick über die Anzahl der Seiteneinsteiger insgesamt, über ihr Alter und ihre schulische und sprachliche Vorbildung. Das gewährleistet eine zuverlässige Planung des Bedarfes an Schulplätzen und die entsprechende Einrichtung von Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK).

IVK am Bertha-von-Suttner Gymnasium im Schuljahr 2014/15 Foto: privat

 

Sommerschule 2014:

Die Sommerschule des Kommunalen Integrationszentrums gehört zum ständigen Repertoire der Förderangebote. Sie hat sich nach vielen Jahren bewährt. Die Idee zur Durchführung der Sommerschule ist aus den Erfahrungen der Beratung und Begleitung von Seiteneinsteigern entstanden. Die Sommerschule findet während der Sommerferien statt und sie dient der ersten Vorbereitung auf die Schulzeit der Kinder. Nach den Ferien wird die Arbeit in den Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) in enger Begleitung durch das Kommunale Integrationszentrum weitergeführt.

 

In der Zeit vom 07. bis zum 24. Juli 2014 hat die Sommerschule zum 31. Mal in den Räumlichkeiten des Kommunalen Integrationszentrums stattgefunden. Zielgruppe für diesen Förderunterricht im Fach Deutsch sind Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die während des soeben beendeten Schuljahres nach Oberhausen gekommen sind, sogenannte Seiteneinsteiger. Bei der Beratung dieser Kinder ist ein Sprachförderbedarf festgestellt worden. Die Kinder haben in Absprache mit den zukünftigen Schulen und ihren Eltern ein Angebot für die Sommerschule erhalten. Insgesamt haben 103 Kinder und Jugendliche trotz Ferien und gutem Wetter das Angebot kontinuierlich angenommen.

Sie kommen aus 26 verschiedenen Herkunftsländern:

Serbien, Kosovo, Ägypten, Irak, Polen, Georgien, Mazedonien, Bosnien, Italien, Rumänien, Syrien, Russland, Spanien, Libanon, Bulgarien, Japan, Armenien, Kuba, Afghanistan, Brasilien, Indien, Kroatien, Kamerun, Nigeria, Niederlande, Ghana.

 

Am 24.07.2014 fand in der Zeit von 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr die diesjährige Abschlussveranstaltung der Sommerschule statt. Die lokale Presse hat in der Tageszeitung berichtet.

In der Veranstaltung wurde den Kindern und Jugendlichen eine musikpädagogische Mitmachaktion angeboten. Als Programmhöhepunkt ist ein Clown bzw. Zauberer aufgetreten, der mit künstlerischer Mimik und Gestik seine Zuschauer unterhalten und deren sprachlichen Erfolge auf die Probe gestellt hat. Die Abschlussveranstaltung ist eine weitere pädagogisch wertvolle Möglichkeit, den in der Sommerschule vermittelten Grundwortschatz der Kinder auszubauen. Danach wurde die Sommerschule mit der Ausgabe der Teilnahmeurkunden und einer „Überraschung“ beendet. 

 

Abschlussveranstaltung der Sommerschule am 24.07.15. WAZ, 25.07.2014, Foto: Tom Thöne

 

Im November 2014 wurden 330 Seiteneinsteiger in 23 Klassen beschult

 

SCHULE                               KLASSE      Anzahl Schüler/innen

Schüler/innen der Alsfeldschule IVK 1-2              17

Schüler/innen der Concordiaschule IVK 1-2              17

Schüler/innen der St. Martin-Schule IVK 1-2              17

Schüler/innen der Brüder-Grimm-Schule IVK 1-2              13

Schüler/innen der Kastellschule IVK 1-2              19

Schüler/innen der Kastellschule IVK 3-4              13

Schüler/innen der GGS a.d. Wunderstraße IVK 3-4              16

Schüler/innen der Falkensteinschule IVK 3-4              18

Schüler/innen der Alsfeldschule IVK 3-4              9

Schüler/innen der KönigschuleIVK 1-2              7

 

Schüler/innen der Hauptschule Alstaden IVK 6/7              12

Schüler/innen der Hauptschule Eisenheim IVK 7/8              13

Schüler/innen der Hauptschule  Eisenheim Sondergruppe              14

Schüler/innen der Hauptschule EisenheimSondergruppe              15

Schüler/innen der Hauptschule Albert-Schweitzer IVK 7/8              12

Schüler/innen der Hauptschule Albert-Schweitzer IVK 9/10              18

Schüler/innen der Friedrich-Ebert-Realschule IVK 5/6              10

Schüler/innen der Fasia Jansen Gesamtschule IVK 7/8              15

Schüler/innen des Heinrich-Heine-Gymnasiums IVK 5/6              15

Schüler/innen des Elsa-Brändström-Gymnasiums IVK 6/7              13

Schüler/innen des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums IVK 8/9              15

Schüler/innen des Käthe-Kollwitz-BerufskollegsIFK              18

Schüler/innen des Hans-Sachs-BerufskollegsIFK              14

 

 

Weitere Entwicklungen

Seit dem Schuljahr 2011/2012 (114 Schüler/innen) hat sich die Zahl der Seiteneinsteiger um fast 200 % erhöht. Nach Aussage der Bezirksregierung werden sich die Integrationsstellen landesweit von 3000 auf 3538 erhöhen. Die Schulministerin, Frau Löhrmann, hat angekündigt, dass im Schuljahr 2015/2016 weitere 300 Stellen für die Integration der Flüchtlingskinder bereit gestellt werden sollen. 

 

Die Zahl der Zuwanderer wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft steigen. Die Aufnahmeeinrichtungen in NRW haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht und auch für Oberhausen ist mit einer weiteren Erhöhung der Flüchtlingszahlen zu rechnen. Arbeitsmigranten und weitere EU-Bürger werden ebenfalls erwartet.

 

Aufgrund des Oberhausener Schulentwicklungsplanes und der daraus resultierenden sukzessiven Schließung der Hauptschulen werden in nächster Zeit dringend weitere Internationale Vorbereitungsklassen in anderen Systemen benötigt.

Durch die sehr gute Kooperation mit der Unteren Schulaufsicht ist es bisher mit konstruktiven Lösungen  immer gelungen, weitere Klassen einzurichten. Bei den Regionalkonferenzen wird die Situation ebenfalls regelmäßig thematisiert. Alle Dezernentinnen und Dezernenten habe ihre Bereitschaft signalisiert, an möglichen Lösungswegen im Interesse der Seiteneinsteiger mitzuarbeiten. Bei der letzten Regionalkonferenz in Oberhausen (11.11.2014) wurden die Untere Schulaufsicht und das Kommunale Integrationszentrum aufgefordert, die bestehenden Internationalen Vorbereitungsklassen von 15 bis auf 20 Schüler/innen aufzufüllen, bevor neue Klassen gegründet werden.

 

In Kooperation mit der Schulaufsicht wird zur Zeit ein Fortbildungskonzept für IVK-Lehrer/innen entwickelt. In Zukunft soll ein neuer Lehrerarbeitskreis zum Thema Seiteneinsteiger regelmäßig im Kommunalen Integrationszentrum tagen. Das Kompetenzteam soll in den Prozess involviert werden.

 

In den Jahren 2012 und 2013 verfügte das Kommunale Integrationszentrum durch das Bildungs- und Teilhabegesetz über zwei Schulsozialarbeiterinnen, die die dringend notwendige sozialpädagogische Begleitung der Seiteneinsteiger gewährleisteten. Im letzten Schulausschuss (19.11.2014) wurde die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle im Kommunalen Integrationszentrum beschlossen.

 

 

Die Rolle der Schulsozialarbeit in der Seiteneinsteigerberatung:

Die Aufgabe der Erstberatung und der Beschulung sowie der weiteren Förderung wird durch eine Vollzeitlehrerstelle wahrgenommen. Sie wird dem Kommunalen Integrationszentrum seitens des Landes NRW per Abordnung zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus besteht ein zunehmender Bedarf an außerunterrichtlicher Förderung und sozialpädagogischer Begleitung der Seiteneinsteiger. Dies wird deutlich, wenn man sich die gesamte Lebenssituation der Schüler/innen bewusst macht. Sie verlassen zu einem hohen Anteil unfreiwillig und ohne langfristige Vorbereitung ihren vertrauten Lebensraum und stehen vor der Aufgabe, sich in einem neuen sprachlichen und kulturellen Umfeld zurechtzufinden.

Das Umfeld der Schule, das Erlernen der Sprache spielt eine zentrale Rolle. Der zunächst geschützte Raum einer Internationalen Vorbereitungsklasse hilft ihnen, sich zurechtzufinden. Er gibt dem neuen Alltag Orientierungspunkte und Struktur. Die Schulklasse bietet selbstverständlich eine erste Gelegenheit, persönliche Freundschaften zu schließen.

Die Lebensbereiche, die über die Beratung und das Lernen hinausgehen, sind durch eine Personalstelle des Kommunalen Integrationszentrums und durch eine Klassenlehrerin nicht zu leisten. Es bedarf insbesondere im ersten Jahr des Aufenthalts der jungen Menschen einer festen und vertrauten Person.

Die Schulsozialarbeiterin übernimmt die Betreuungsaufgaben zwischen den genannten Bereichen. Sie bietet an:

- Persönliche Beratung und Begleitung

- Behördliche Unterstützung für die Schüler/innen und ihre Familien

- Sozialpädagogische Gruppenangebote in der Schule

 

Die Schulsozialarbeiterin mit der Zuständigkeit für Kinder und Jugendliche aus Internationalen Vorbereitungsklassen ist besonders für die Zielgruppe sensibilisiert.

Sie ist mit Gesamtsituation der Familien vertraut. Sie lernt sie bereits in der Erstberatung im Kommunalen Integrationszentrum an der Mülheimer Straße kennen, sie hat die Beraterinnen bei Hausbesuchen und in Flüchtlingsheimen begleitet.

 

3.2.2. Elternberatung, Elternnetzwerke und Elternbildung

Der Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund hängt von einer Vielzahl von Einflussfaktoren ab. Im Sinne des neuen Gesetzes zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in NRW orientiert sich interkulturelle Schulentwicklung an der in der Schulrealität gegebenen Vielfalt. Jedem Kind sollen optimale Lernbedingungen geboten werden.
In diesem Sinne bietet das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen Einzelfallberatung für Schüler/innen und Eltern an, es bindet Herkunftssprachenlehrer/innen und Migrantenvereine in den Beratungsprozess ein und es organisiert Fortbildungen für das pädagogische Fachpersonal.

Einen besonderen Baustein in der Elternbildung stellt das Projekt „OKUL macht Schule“ dar:

Das Angebot dient der Elternbildung und Elternaktivierung. Eltern sollen sich an Gremienarbeit beteiligen, beispielsweise Elternvertreter/innen werden. Zur Weiterbildung der Eltern werden Fortbildungsangebote in Form von Elternseminaren muttersprachlich angeboten. In diesen Seminaren werden Eltern in Bezug auf das Schul- und Bildungssystem und ihre Rechte und Pflichten der Eltern qualifiziert.

 

Beteiligte:

-          Kommunales Integrationszentrum Oberhausen

-          Migrantenselbstorganisationen

-          Herkunftssprachen-Lehrkräfte

-          Eltern des türkischen Elternvereins

-          Eltern der Moscheegemeinde Duisburger Straße und Umfeld

-          Schüler/innen und ihre Eltern des Herkunftssprachenunterrichts

-          Die Untere Schulaufsicht

 

Ziele:

-          Brückenfunktion zwischen Eltern und Bildungsinstitutionen

-          Unterstützung der Gründung von Elterninitiativen

-          Gründung von Netzwerken

-          Erfahrungsaustausch mit Organisationen anderer Nationalitäten

-          Vorbereitung von Informationen für Eltern

-          Aufklärung der Eltern über das Bildungssystem und die Schulstrukturen

-          Gleichberechtigte Teilhabe an Schulgremien von Schüler/innen und Eltern mit MH

-          Entwicklung von Demokratiekompetenzen durch die Partizipation an Schulgremien

-          Migrantenselbstorganisationen aktivieren und strategisch einbinden

-          Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Ehrenamtlichkeit

-          Ausübung einer positiven Vorbildfunktion für Eltern

-          Stärkung des Bildungsbewusstseins der Eltern

-          Information von Eltern über Bildungs- und Unterstützungsangebote

 

 

Auswirkung:

Angestrebt ist grundsätzlich eine positive Grundhaltung der Eltern zu einer demokratischen Lebenswelt Schule, die vor allem die schulische Erziehung ausgerichtet ist. Unsere Erfahrung ist, dass Eltern und auch Schüler/innen sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen als Bildungs- und Erziehungspartner.

 

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft:

Eltern wehren sich auch oft gegen das vorurteilvolle Bild „bildungsfern“ zu sein. Stattdessen begehren sie mehr Beteilung und Mitsprache. Eltern zeigen mehr Präsenz und Kompetenz bei der Unterstützung der schulischen Entwicklung ihrer Kinder.

 

Die Teilnehmer/innen des Projekts haben in den bisherigen Zusammenkünften kritisch und konstruktiv über ihre Erfahrungen reflektiert und neue Anregungen sowie eigene Ideen und Vorstellungen eingebracht.

 

Finanzierung:

Die Finanzierung (z. B. Honorar für Referentinnen) wird weitgehend mit eigenen Mitteln ermöglicht. Durch den ehrenamtlichen Einsatz der meisten Akteure ist der Finanzierungsbedarf relativ gering.

 

Erkenntnisse:

Bisherige Erfahrungen zeigen: Um in sehr vielen Fällen rasch und unbürokratisch Abhilfe zu schaffen, reicht oft schon ein klärendes Gespräch mit den Eltern. Die Voraussetzung hierfür ist ein umfassendes und niedrigschwelliges, oft muttersprachliches Beratungsangebot. Die Arbeit in den MSO wird meist ehrenamtlich durchgeführt. Daher haben viele aktive Eltern in den Elternvereinen geringe pädagogische Vorkenntnisse bzw. Wissen zu Gruppen- und Kommunikationsprozessen oder Techniken der Gesprächsführung. Gleichzeitig besitzen viele MSO oder Initiativen gering entwickelte Vereinsinfrastrukturen. Um gleichwertige Partner/innen für staatliche oder private Organisationen der Kinder, Jugend und Familienhilfe  und in den bestehenden Jugendhilfestrukturen zu sein, benötigen sie Unterstützung. Die Arbeit der Elternvereine soll im Rahmen von „OKUL macht SCHULE“ mit einem Fortbildungsprogramm zur Qualifizierungs- und Infrastrukturentwicklung flankiert werden.

 

3.2.3. Projekt Deutsch für den Schulstart

Das Konzept Deutsch für den Schulstart wurde an der Uni Heidelberg entwickelt und erprobt. Ziel des Projekts ist es, 4- bis 8-jährige Kinder, insbesondere solche mit Deutsch als Zweitsprache, im Erwerb des Deutschen zu unterstützen.
Das Programm ist wissenschaftlich fundiert und hat die aktuellen Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung und der Sprachdidaktik in sich verankert und verfolgt eine systematische und aufbauende Förderung.

 

 

In Oberhausen startete im März 2012 die Pilotmaßnahme für Vorschulkinder mit erheblichem Sprachentwicklungsbedarf (Einschulung 2012) an 4 ausgewählten Grundschulen mit einem hohen Anteil von Schüler/innen mit Migrationshintergrund:

-         St. Martin Schule,

-         Brüder-Grimm-Schule,

-         Dietrich-Bonhoeffer-Schule und

-         Emscherschule.

 

Die Erfahrungswerte bezogen auf die Steigerung der sprachlichen und sozialen Kompetenzen und Fähigkeiten der Kinder wurden von allen Beteiligten als positiv und gut bewertet.

Die aktive Einbeziehung der Eltern ist ein wichtiger Bestandteil im Konzept.

 

Aufgrund der Zwischendiagnostik und Reflexionsgesprächen kann zusammenfassend festgestellt werden, dass bei allen Kindern eine deutliche Verbesserung der sprachlichen Kompetenzen zu beobachten ist. So hat sich der Wortschatz, der Satzbau, grammatikalische Grundlagen und der Umgang mit Texten erheblich erweitert und verfestigt. Die positive Sprachentwicklung steht in engem Zusammenhang mit verstärkter Sprechfreude und erhöhtem Selbstbewusstsein, Konzentration und Aufmerksamkeit in einer vertrauten Lerngruppe.

 

Eine zweitägige Fortbildung für Grundschullehrer/innen und interessierte Fachkräfte zu dem Sprachförderkonzept „Deutsch für den Schulstart“ hat am 19.09.2013 und am 26.09.2013 in der Grundschulversion stattgefunden.

In dem Schuljahr 2014/2015 wurde die Sprachförderung mit dem Programm „Deutsch für den Schulstart”   weiter angeboten und fortgeführt:

- an der St. Martin Schule  in 2 Gruppen
- an der Brüder – Grimm – Schule in  3 Gruppen
- an der Schule an der Wunderstraße in 2 Gruppen
- an der Schule am Siedlerweg in 2 Gruppen.

Es werden insgesamt 51 Kinder ergänzend zum Unterricht mit einem wöchentlichen Umfang von 2 Unterrichtstunden pro Gruppe gefördert. 

 

Ergänzend zur Durchführung in der Grundschule wird das Programm „Deutsch für den Schulstart“ auch im Elementarbereich durchgeführt. Seit dem Kindergartenjahr 2013/14 erfolgt ein erfolgreicher Einsatz im Katholischen Familienzentrum, Paul-Reusch-Straße in der Innenstadt im Rahmen der Delfin 4 Sprachförderung.

Fast alle der einzuschulenden Kinder besuchen ab August 2014 die 1. Klasse der St. Martin oder Brüder-Grimm-Schule, in denen das Konzept bereits im 3. Jahr ergänzend zum Unterricht mit ca. 2 Stunden pro Woche angeboten wird.

Aufgrund der positiven Erfahrungen stellt das Familienzentrum auch im laufenden Kindergartenjahr 2014/15 die notwendigen Stunden für die Sprachförderung mit dem Programm „Deutsch für den Schulstart“ zur Verfügung und leistet somit einen Baustein zur durchgängigen Sprachbildung im Übergang KTE/GS.

 

 

Auf Wunsch der Teilnehmerinnen der Fortbildungsveranstaltung im April 2013 fand ein weiterführendes Praxisseminar mit dem Titel: „Praktische Umsetzung, Erfahrungen und Austausch zu dem Sprachförderkonzept „Deutsch für den Schulstart“ am 14.01.2014 im KI Oberhausen statt.

Es nahmen 6 Erzieherinnen aus unterschiedlichen KTE`s teil, die sehr interessiert an den Ausführungen der Fortbildnerin und Trainerin aus Gelsenkirchen waren. In der Diskussion wurde realistisch überlegt welche Ansätze in der eigenen KTE umzusetzen sind.

 

 

3.2.4. Sprachliche Förderung

 

Pilotprojekt: „Sprachliche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“

 

Seit dem Schuljahr 2007/08 wird in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Düsseldorf und der Mercatorstiftung am Bertha-von-Suttner-Gymnasium das Pilotprojekt „Sprachliche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“, (Deutsch als Zweitsprache) in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durchgeführt. Die Wochenstundenzahl im Fach Deutsch wurde für die gesamten Klassen um eine Stunde erhöht.

In den ersten beiden Schulwochen haben alle Schüler/innen der beiden Schulen an einem Spracheingangstest für das 5. Schuljahr (C-Test der Universität Essen) teilgenommen. Bei der Auswertung wurden die Klassenlehrer von zwei Moderatorinnen unterstützt.

Schüler/innen mit Migrationshintergrund erhalten 2 zusätzliche Förderstunden im Fach Deutsch. In diesen Stunden sollen alle Schüler/innen, bei denen Bedarf aufgrund der Testauswertung festgestellt wurde, gezielt gefördert werden.

Die von der Bezirksregierung und den Moderatoren erarbeitete Modul-Arbeitsmappe wurde der Schule zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Klassenlehrer/innen von den Moderatorinnen bei der Durchführung des Projekts regelmäßig begleitet.

Im Schuljahr 2013/14 nahmen 57 Schüler/innen am Projekt teil. Im Schuljahr 2014/15 sind 32 Fünftklässler hinzugekommen, außerdem 35 ohne Migrationshintergrund.

 

3.2.5. Herkunftssprachlicher Unterricht

 

Der herkunftssprachliche Unterricht ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler, die zweisprachig in Deutsch und in einer anderen Sprache aufwachsen. Für die Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte sind die mitgebrachten Herkunftssprachen und die Kultur der Herkunftsländer Teil ihrer Identität; sie sind für ihre Persönlichkeitsentwicklung von besonderer Bedeutung. Überdies ist Mehrsprachigkeit ein kultureller Reichtum in einer immer stärker zusammenwachsenden Welt. Darum wird durch das Land NRW an den allgemeinbildenden Schulen Unterricht in den am meisten gesprochenen Sprachen angeboten.

 

Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen gestaltet in enger Kooperation mit der Unteren Schulaufsicht die Koordinierung des Herkunftssprachenunterrichts.

Dabei geht es nicht nur um eine effiziente Koordinierung sondern auch um die Erreichung von aktuellen Qualitätsstandards. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen ist in den Förderrichtlinien des Landes verankert. Die Lehrerinnen und Lehrer für Herkunftssprachen und auch die Kolleginnen und Kollegen von Schulen mit hohem Migrantenanteil sowie die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer verschiedener Schulformen finden im KI stets eine Plattform für Austausch und Beratung. Es bietet ihnen den Raum für einen Erfahrungsaustausch, für Informationsaufnahme und Vernetzung. Der HSU stellt in der KI-Arbeit ein Handlungsfeld mit traditionell hohem Stellenwert dar.

 

Die Durchführung des HSU basiert auf dem Runderlass des damaligen Kultusministeriums vom 21.12.2009 (BASS 13-63 Nr. 3)

 

 

Tabellarische Übersicht:

 

Herkunftssprachenunterricht in Oberhausen 2014

 

 

Herkunftssprachen

Anzahl der

Schülerinnen und Schüler

Anzahl der

Lehrkräfte

Anzahl der Unterrichtswochenstunden

  1. Albanisch

87

1

6

  1. Arabisch

19

1

3

  1. Bosnisch

74

1

16

  1. Griechisch

62

1

6

  1. Italienisch

18

1

5

  1. Kroatisch

112

1

24

  1. Kurdisch

23

1

6

  1. Polnisch

131

1

14

  1. Russisch

77

1

20

  1. Spanisch

75

1

19

  1. Türkisch

1280

9

252

Gesamtzahl

1958

19

371

 

Der HSU findet an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Förderschulen statt. Der größte Teil der Stundenkontingente sind den Grundschulen zugeteilt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten entsprechend der Richtlinien an den Grundschulen zwei und an den weiterführenden Schulen drei Stunden Unterricht.

 

Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig am herkunftssprachlichen Unterricht teilgenommen haben, legen am Ende ihres Bildungsgangs in der Sekundarstufe I eine Sprachprüfung ab. Die Sprachprüfungen sind auf der Anspruchshöhe aller Abschlüsse der Sekundarstufe I möglich. Für die Sprachprüfung sind die Verfahrensregeln für die Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) zu beachten. Das Ergebnis der Prüfung wird im Abschlusszeugnis bescheinigt. Bei der Vergabe der Abschlüsse kann eine mindestens gute Leistung in der Sprachprüfung eine mangelhafte Leistung in einer Fremdsprache ausgleichen.

Die Prüfungsausschüsse werden an den Schulen eingerichtet und organisiert, in denen HSU erteilt wurde. Sie bestehen aus drei Mitgliedern: Zwei Fachkräfte und einer Schulleiterin oder Schulleiter oder eine von diesen beauftragte Lehrkraft. Die Sprachprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die Prüfungsaufgaben müssen sich an am gehaltenen Unterricht und am Lehrplan für den HSU orientieren.

 

 

Folgende interne Sprachprüfungen sind in Oberhausen im Mai/Juni 2014 durchgeführt worden:

Türkisch               Fasia-Jansen Gesamtschule, HS Eisenheim, HS Albert-Schweitzer

Bosnisch              Adolf-Feld-Schule

Polnisch              Bertha-von-Suttner-Gymnasium

Russisch              Heinrich-Heine-Gymnasium

Kroatisch              Anne-Frank-Realschule

Spanisch              Elsa-Brandström-Gymnasium

Arabisch               Im auswärtigen Schulbezirk

Italienisch              Im auswärtigen Schulbezirk

Albanisch               Im auswärtigen Schulbezirk

Griechisch           Im auswärtigen Schulbezirk

 

Die Organisation von Dienstbesprechungs- und Fortbildungsveranstaltungen im Kommunalen Integrationszentrum

 

Ziel des Kommunalen Integrationszentrums ist es, durch effiziente, auf die gegenwärtige Problemsituation angemessene neue Formen von Fortbildungsmaßnahmen für die Lehrkräfte unter folgenden Gesichtspunkten zu gestalten:

  • Erlasse (z.B. Feststellungsprüfungen, Delphin usw.)
  • Dienstrechtliche Aspekte
  • Unterrichtsorganisation, Methodik und Didaktik
  • Materialerstellung
  • Förderunterricht
  • Sprachförderung
  • Eltern- und Vereinsarbeit
  • Hospitationen in Schulen
  • Unterstützung interkultureller Angelegenheiten der Schule
  • Durchführung von Beratungsgesprächen
  • Vernetzung zwischen Schule und anderen außerschulischen Lernorten
  • Vorstellung und Vernetzung von Organisationen, die für die schulische Arbeit wichtig sind

 

Dabei werden aktuelle Probleme, die Migrantinnen und Migranten der einzelnen Schulen betreffen bearbeitet. Informationen, die im Schulalltag für die konkreten Tätigkeiten  dienlich und wichtig waren, wurden weitergegeben. Es werden allgemeine und spezielle Themen, die den Adressatenkreis im Rahmen von Schule betreffen, behandelt

 

Rolle des Kommunalen Integrationszentrums:

 

Dem Kommunalen Integrationszentrum kommt in diesem Prozess eine zentrale Rolle zu. Sie sind diejenigen, die die Schülerzahlen erheben und die SuS nach Beratung in enger Absprache mit der Unteren Schulaufsicht an die Schulen aller Schulformen verteilen. Die Kommunalen Integrationszentren leiten diese Zahlen regelmäßig (mindestens viermal im Jahr) sowohl an die örtliche Schulaufsicht, als auch an die Obere Schulaufsicht weiter. Nur so ist gewährleistet, dass jederzeit über Kapazitäten vor Ort Auskunft gegeben werden kann.

 

 

3.2.6. Hausaufgabenhilfen

Das Kommunale Integrationszentrum erreicht täglich ca. 200 Schüler/innen mit Migrationshintergrund mit dem klassischen Angebot der Hausaufgabenhilfen. Sie finden an mehreren Standorten im gesamten Stadtgebiet statt. Berücksichtigt werden schulische Standorte von der Grundschule bis zum Berufskolleg, freie Träger sowie ein Jugendzentrum. Das Kommunale Integrationszentrum bietet  im eigenen Haus auch eine täglich stattfindende Gruppe an.

Schulische Veranstaltungen in 2014

Datum

Titel

Zielgruppe

Teilnehmer

04.03.

Erlasse, Elternarbeit

HSU-Lehrer/innen

  23

04.04.

Heterogenität der Sprachgruppen, Binnendifferenzierung I

HSU-Lehrer/innen

  23

27.04.

OKUL-Elternworkshop

Eltern

    7

05.05.

Interkulturelle Schulentwicklung

Eltern der Wunderschule

  14

16.05.

Heterogenität der Sprachgruppen, Binnendifferenzierung II

HSU-Lehrer/innen

  20

12.07.

Interreligiöse Schulentwicklung

Eltern des Alev. Kulturvereins

  38

07.-24.07.

Sommerschule

neu eingereiste Schüler/innen

103

17.09.

Kooperation Schule-Elternhaus

kurdischsprachige Eltern

    6

04.11.

Rechtslage des HSU

HSU-Lehrer/innen

  22

06.11.

Interkulturelle Schulgestaltung

Eltern

  17

laufend

Deutsch für den Schulstart

Grundschulkinder

  51

laufend

Hausaufgabenhilfen

Schüler/innen

200

 

3.3. Frühe Bildung

 

In der frühen Bildung werden wichtige Weichen für die Entwicklung der Kinder gestellt. Familien mit Migrationshintergrund haben ein großes Interesse an einer bestmöglichen Erziehung und Bildung ihrer Kinder.

Wie alle Familien benötigen sie gute Informationen und verlässliche Partner, damit sie ihre Kinder möglichst gut fördern und in den Kindertageseinrichtungen mitwirken können. Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen engagiert sich in diesem Bereich mit dem Ziel, dass das Aufwachsen von Kindern mit Migrationshintergrund gelingt. Es ist ein kompetenter Partner bei der Beratung und Qualifizierung von Fachkräften und Multiplikatoren.

Die Förderung der Mehrsprachigkeit und die Einbindung der Eltern in die Lebenswelt der Kindertageseinrichtungen stellt ein besonderes Ziel dar.

 

 

3.3.1. Rucksack Kita

Rucksack Kita – Ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung im Elementarbereich

 

Rucksack KiTa – Ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung im Elementarbereich.

Das Programm richtet sich vornehmlich an Eltern mit Migrationshintergrund und ihre Kinder zwischen 4 und 6 Jahren. Nach Absprache können auch Eltern mit jüngeren Kindern teilnehmen.

Rucksack KiTa hat die allgemeine sprachliche Bildung anhand von Themen wie beispielsweise „Der Körper“, Die Kindertageseinrichtung“ und die „Die Familie“ zum Ziel. Die Kinder werden von den Eltern in der Herkunftssprache und von den pädagogischen Fachkräften in der deutschen Sprache gefördert.

Rucksack KiTa ist zudem ein Elternbildungsprogramm, in dem Eltern erfahren, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen Entwicklung optimal fördern können.

Das Angebot fand im Kindergartenjahr 2013/14 an folgenden Standorten statt:

-          Emek Kindergarten / Osterfeld

-          KTE Stemmersberg / Osterfeld

-          FZ und KTE City-West / Alstaden-Lirich

-          FZ und KTE St. Michael / Oberhausen-Ost

-          KTE Regenbogenland / Osterfeld

Als Besonderheit ist zu nennen, das in der KTE Stemmersberg sich mehr als 20 interessierte Mütter zu Beginn meldeten. Durch zusätzliche Finanzmittel konnte zur Zufriedenheit aller Beteiligten eine 2. Gruppe durchgeführt werden.

Ein weiteres Familienzentrum zeigte großes Interesse erneut eine Rucksackelterngruppe anzubieten. Leider konnte nicht die notwendige Anzahl von mindestens 6 Eltern geworben werden.

An dem Rucksack KiTa Angebot nahmen über den Zeitraum eines Kindergartenjahres 46 Mütter mit ihren Kindern teil.

Durch die zuständige Mitarbeiterin des KI wurden 6 Fachgespräche mit den Elternbegleiterinnen durchgeführt. Zur inhaltlichen Ausgestaltung gehörte der fachliche Austausch und die Weiterentwicklung, Lesestadt OB, frühkindliche Literacy-Erziehung, ergänzende Rucksackthemen, Termine und Aktuelles. Darüber hinaus gehörten zahlreiche Einzelanleitungstreffen mit den neuen Elternbegleiterinnen zum Arbeitsbereich.

Durchschnittlich 2 bis 4 Treffen fanden in der Rucksack KTE mit allen Beteiligten statt. Die Reflexionsgespräche bilden einen wichtigen Teil im Gesamtkonzept, um positive Entwicklungen voranzubringen, die Parallelisierung der Sprachen zu begleiten und mögliche Störungen unmittelbar beheben zu können.

Weiterhin wurde das Rucksack KiTa Konzept durch mehrere Fortbildungsseminare begleitet:

-          Einführung in das Rucksack KiTa Konzept und dessen Umsetzung – in der KTE Regenbogenland und KTE Tackenberg

-          Ernährungstrainerinnen der gesunden interkulturellen Küche

-          Das neue Thema „Medienerziehung“

 

Im laufenden Kindergartenjahr 2014/15 wird das Konzept an folgenden Standorten angeboten:

-          Emek Kindergarten / Osterfeld

-          KTE Stemmersberg / Osterfeld

-          FZ und KTE City-West / Alstaden-Lirich

-          FZ und KTE St. Michael / Oberhausen-Ost

-          KTE Tackenberg

 

 

Als Besonderheit ist zu nennen, dass in der KTE Stemmersberg eine Gruppe mit einem weiterentwickelten Konzept durchgeführt wird. Die teilnehmenden Eltern sind ausschließlich Eltern, deren Kinder in 2015 eingeschult werden. Es werden ausgewählte Themen aus dem Rucksack KiTa Programm mit wichtigen und notwendigen Inhalten des Übergangs KTE/GS verknüpft, in enger Abstimmung mit der KTE.

 

 

3.3.2.  Literacy-Erziehung

 

Die frühkindliche Literacy-Erziehung umfasst folgende Bausteine:

-          Osterfelder-Lesepiraten-Club

-          Qualifizierungsangebote für mehrsprachige Lesepatinnen

-          Zusammenarbeit mit Eltern

Das Projekt „Osterfelder-Lesepiraten-Club“ ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen den mehrsprachigen Vorlesepatinnen, der Stadtteilbibliothek Osterfeld und des Kommunalen Integrationszentrums und findet seit Mai 2009 regelmäßig einmal pro Monat in der Stadtteilbibliothek Osterfeld statt. Das Besondere an den Veranstaltungen ist das 2-sprachige Vorlesen einer Bilderbuchgeschichte, in Deutsch und in der Herkunftssprache der Vorleserin. Anschließend findet eine kreative Auseinandersetzung mit der gehörten Geschichte statt.

 

Im Jahr 2014 wurden 9 monatliche Veranstaltungen durchgeführt. Jeweils in Deutsch und in folgenden Sprachen: Berberisch, Englisch, Französisch, Japanisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Jeder Vorlesenachmittag hat seinen besonderen Reiz, aufgrund der Eigenart der Sprache und der Persönlichkeit der Vorleserin. Die anschließende Verknüpfung mit spielerischen und kreativen Elementen passend zum Inhalt der Geschichte verstärkt den Wert und die Nachhaltigkeit.

 

Ein Qualifizierungsangebot für mehrsprachige Vorlesepatinnen fand am 26.09.2014 im Kommunalen Integrationszentrum Oberhausen statt.

Im Mittelpunkt stand die Auffrischung und Vertiefung von Vorlesetechniken und das Setzen von neuen Impulsen und Ideen für das Vorlesen im öffentlichen Raum unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit.

Teilgenommen haben 10 Vorlesepatinnen, die allesamt begeistert waren und eine positive Rückmeldung gaben.

 

Zusammenarbeit mit Eltern

Der Elternkurs „Mama, Papa lies mir ein Buch vor“ oder „Vorlesen ist wie Kino im Kopf“ fand als Kooperationsangebot mit Kindertageseinrichtungen und Familienzentren statt.

Der Kurs besteht aus 6 bis 8 aufeinander aufbauenden Treffen und wird von einer mehrsprachigen Vorlesepatin geleitet.

Die Inhalte beziehen sich auf Informationen über die Bedeutung von Bilderbüchern, Vorlesen, Erzählen und Singen für eine positive Entwicklung des Kindes. Es werden praktische Tipps und Hinweise zu gutem und spannendem Vorlesen gegeben, mehrsprachige Bücher werden vorgestellt und die Bibliothek besucht. Darüber hinaus findet ein Austausch und ein voneinander lernen statt.

Es wurden in 2014 zwei Elternkurse in zwei  überstädtischen Kindertageseinrichtungen angeboten, die beide erfolgreich waren und den Einrichtungen die Möglichkeit gaben auf die Vorlesefähigkeiten und das Interesse an Bilderbuchgeschichten der teilnehmenden Eltern im Kindergartenalltag zurückzugreifen.

 

 

Veranstaltungen „Frühe Bildung“ in 2014

 

Datum

Titel

Zielgruppe

Teilnehmer

14.01.

Fortbildung Deutsch für den Schulstart

Erzieher/innen

6

28.02. – 02.05.

8 Termine

Elternqualifizierung 1

„Vorlesen ist wie Kino im Kopf“

Eltern

10

16.06.

Gesunde interkulturelle Küche

Rucksack-Elternbegleiterinnen und Erzieherinnen

10

26.09.

Fortbildung „Vorlesen ist wie Kino im Kopf“

Lesepatinnen

10

28.10. – 02.12.

6 Termine

Elternqualifizierung 2

„Vorlesen ist wie Kino im Kopf“

Eltern

8

Jan. – Dez.

9 Termine

Osterfelder Lesepiratenclub

Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren

8 - 20

laufend

Rucksack KiTa-Gruppen

Eltern und Kinder

46

 

„Vorlesen ist wie Kino im Kopf“  Veranstaltung  in der KTE Tackenberg am 02.05.2014

Foto: privat

 

3.4. Schule / Beruf

 

Junge Menschen mit Migrationshintergrund sind noch immer – trotz positiver Ent­wicklung auf dem Arbeitsmarkt und der Anstrengungen vieler Beteiligter – mehr als andere von Brüchen und Risiken im Übergang von der Schule in den Beruf betroffen. Hierzu sollen neben den schulischen auch die außerschulischen Lernorte und Ein­flüsse genutzt werden. Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen ist Koope­rationspartner in der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“. Dabei bringt es erprobte Ansätze und die langjährigen Zugänge zu Eltern, Herkunftssprachenlehrer/innen und Migrantenvereinen aus der RAA-Zeit ein.

Das Kommunale Integrationszentrum wird weiterhin die benachteiligten Jugendlichen aus Oberhausener Schulen in den Fokus ihrer Arbeit holen.

 

3.4.1.Sonderpraktikum für Frühabgänger     

 

Bei den Teilnehmern handelt es sich um Schüler, die in den Hauptschulen die Jahrgänge unterhalb 9 und in den Förderschulen die Jahrgänge unterhalb 10 besuchen sowie um späte Seiteneinsteiger.

Sie werden am Ende des Schuljahres die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und ohne Abschluss abgehen. Die Ausgangssituation für den Start ins Berufsleben ist deshalb äußerst schlecht.

Es bestehen auch bei entspannter Ausbildungsmarktsituation keine Möglichkeiten, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden. Die Schüler wären den theoretischen Anforderungen nicht gewachsen. Ihre berufliche Eingliederung wird nur durch die ein- oder zweijährige Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Maßnahme zu erreichen sein. Die Schüler absolvieren ihr Praktikum daher bei entsprechenden Lehrgangsträgern.

 

Die Schüler nehmen am normalen Lehrgangsprogramm der Träger teil. Durch die Arbeit in der Werkstatt, die Teilnahme im Unterricht, die Kontakte zu den festen Teilnehmern und Mitarbeitern der Träger erhalten sie einen frühzeitigen Kontakt zu den Lehrgängen. Sie erkennen, dass es zwischen Arbeitslosigkeit und Berufsausbildung Angebote der Qualifizierung und Weiterbildung gibt. Sie erfahren durch Gespräche mit den Teilnehmern, welche neuen beruflichen Perspektiven sich nach Ablauf eines Jahres ergeben.

 

Das Praktikum hat somit eine besondere Bedeutung für den Prozess der Berufsorientierung und -entscheidung einer besonders benachteiligten Gruppe.

Die Frühabgänger benötigen zusätzliche und konkretere Hilfe als Gespräche sie bieten können. Sie brauchen mehr Unterstützung als Jugendliche mit guten Schulabschlüssen.

Die Eltern kennen die Vielfalt der Angebote nicht hinreichend genug, um eine geeignete Auswahl treffen zu können.

 

Das Praktikum verdeutlicht dem Schüler und den Eltern einerseits, dass die Schulzeit zu Ende geht, andererseits bietet es frühzeitig einen Anlass, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen.

Der persönliche Kontakt und das Vertrauensverhältnis zu den Eltern ist ebenso wichtig, wie die Wissensvermittlung. Die enge Begleitung des Übergangs in den Beruf schafft eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Sie erfolgt in mehreren Schritten:

 

-Beratung der Schüler/innen in der Schule

-Hausbesuche zur Information der Eltern

-Besichtigung der Praktikumsstellen

-Durchführung des Praktikums

-Nachberatung im Kommunalen Integrationszentrum

 

Am Ende des Praktikums werden Perspektiven der Schüler/innen erörtert. Einige haben sich bereits auf bestimmte Praxisfelder oder Träger festgelegt, alle anderen haben zumindest wichtige Entscheidungshilfen erhalten.

 

 

3.4.2. Seiteneinsteiger 16+

 

Im Schuljahr 2014/15 hat das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen an zwei Berufskollegs, und zwar am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg und am Hans-Sachs-Berufskolleg in enger Kooperation mit den Schulen zwei Internationale Förderklassen eingerichtet.

In diesen Klassen werden Seiteneinsteiger aus verschiedenen Herkunftsländern unterrichtet. Sie kommen aus ihrem Heimatland ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen und sollen möglichst schnell ins hiesige Schulsystem integriert werden. Da es sich hier sehr oft um Flüchtlinge handelt ist ihre Schullaufbahn aufgrund der fehlenden Zeugnissen schwer zu eruieren.

Die Rechtsgrundlage für die Beschulung von Seiteneinsteigern 16+ wird in den Richtlinien des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung „Lehrgänge für Schülerinnen und Schüler aus Migrantenfamilien (Internationale Förderklassen – IFK) geregelt.

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus über 10 verschiedenen Ländern, vor allem aus den Krisengebieten Afrikas, aber auch aus dem europäischen Raum z.B. aus Italien oder Rumänien. Sie bringen sehr unterschiedliche Bildungsbiographien mit sich, manche haben eine Lehre begonnen, andere waren nicht regelmäßig in der Schule bedingt durch Krieg. Es gibt auch Schülerinnen und Schüler die sehr lange auf der Flucht waren und durch die Kriegserfahrungen traumatisiert sind. Viele von ihnen sind Alleinreisende, haben hier keine Familie oder Verwandte, sind auf sich alleine gestellt.

Nach Aussagen der Schulen sind sie dennoch sehr lernwillig und arbeiten im Unterricht sehr gerne mit. Durch die Arbeit in verschiedenen Werkstätten lernen sie verschiedene Berufsfelder kennen und erwerben dadurch berufliche Grundkenntnisse und Qualifikationen. Zurzeit befinden sich 18 Schülerinnen und Schüler in der IFK am KKBK und 14 Schüler am HSBK.

 

Internationale Förderklasse am Hans-Sachs-Berufskolleg, WAZ, 23.01.2015

Foto: Ulla Emig

 

 

3.5. Interkulturelle Öffnung der Verwaltung

 

„ Integrationspolitische Maßnahmen müssen sich in der Personalentwicklung widerspiegeln“.

(aus dem Kommunalen Integrationskonzept für Oberhausen, Erster Bericht, 2007)

 

Aufgrund der demografischen Entwicklung gewinnt die Aneignung interkultureller Kompetenz an Bedeutung. Durch die Nähe zum Kunden stellt sie inzwischen eine Schlüsselkompetenz dar. Die öffentliche Verwaltung erbringt ihre Leistungen zunehmend in internationalen Kontexten.

Die Stadt Oberhausen hat bis zum Jahr 2014 bereits nennbare Schritte auf dem Weg zur Verwirklichung dieses Leitgedankens aus dem Jahr 2007 unternommen. Mit den im Kommunalen Integrationskonzept bereitgestellten Finanzmitteln konnten Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen und Nachwuchskräfte der Verwaltung an Schulungen zur interkulturellen Kompetenz teilnehmen.

Die Federführung oblag dabei dem Fachbereich 4-1-40 Aus- und Fortbildung, Personalentwicklung in enger Kooperation mit der Koordinierungsstelle Integration und der damaligen RAA.

 

IKoDO

 

Ein weiterer großer Schritt stellte das Kooperationsprojekt Interkulturelle Kompetenz in den Kommunalverwaltungen Duisburg–Oberhausen (IKoDO) dar. Mit Mitteln des Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds konnten über den Zeitraum von April 2012 bis Dezember 2014 insgesamt 232 Oberhausener Beschäftigte an zwei- bzw. viertägigen Schulungen teilnehmen, darunter 41 aus bürgerintensiven Ämtern, 43 Personalräte und 148 Führungskräfte. Auch hier wurde die bewährte Kooperation aus dem Fachbereich 4-1-40, der Koordinierungsstelle Integration des Büros für Chancengleichheit und dem Kommunalen Integrationszentrum fortgeführt. Die genannten Dienststellen bildeten mit den entsprechenden Partnern der Stadt Duisburg über drei Jahre die projektbegleitende Steuerungsgruppe.

Die wesentlichen Seminarinhalte bezogen sich auf die Grundlagenschulung, auf Kommunikation, interkulturelles Konfliktmanagement, interkulturelle Öffnung und kulturbedingte Verhaltensweisen.

Folgende Projektziele wurden angestrebt:

-          Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen

-          Reduzierung von Konfliktsituationen

-          Verankerung von Verantwortungsbewusstsein bei Führungskräften

-          Erhöhung der Beratungskompetenz

-          Erkennen des Leistungspotentials von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

 

Auf Grundlage eigener Befragungen und anhand einer Evaluation der Universität Duisburg-Essen wurde ein hohes Maß an Zielerreichung und Zufriedenheit mit den Seminaren festgehalten. Der interkommunale Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Nachbarstadt wurde ebenfalls als gelungen bezeichnet.

(Detaillierte Angaben werden auf Anfrage gerne gegeben.)

 

Städtekooperation Integration. Interkommunal

 

Der erfolgreichen Durchführung des Projektes IKoDO ging das Partnerprojekt Integration. Interkommunal voraus. Insgesamt sind acht Städte der Ruhrregion beteiligt.

Strukturwandel, demografische Entwicklungen und Integrationsprozesse beschäftigen alle Kommunen und stellen sie vor vergleichbare Herausforderungen. Hier sind gesellschaftliche Veränderungen früh und besonders spürbar. Im Wettbewerb um die besten Köpfe und den Anschluss sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen ist das Thema Integration in den Mittelpunkt kommunalen Handelns gerückt.

 

Seit Beginn des Projekts im Jahr 2008 haben sich die Partner auf den Weg gemacht, Ideen und Lösungsansätze für innovative Handlungsansätze zu entwickeln:

  • interkommunal, als Städtekooperation
  • interdisziplinär, durch die Mitwirkung unterschiedlicher Fachbereiche
  • interkulturell, in der Vielfalt der Beteiligten.

Thematische Schwerpunkte sind:

  • der demografische Wandel und die Gestaltung von Migrations- und Integrationsprozessen
  • der Umgang mit Vielfalt und ein auf  Diversität angelegtes Personalmanagement
  • die Gewinnung von Auszubildenden, von Nachwuchskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationsgeschichte
  • die Verbindung von Standortfragen unter dem Aspekt zunehmender Internationalisierung und Demografie mit Aspekten gelingender Integration und Potenzialnutzung
  • der Anschluss sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Die Oberbürgermeister/innen der Städte haben 2010 den Kontrakt Interkulturelle Städteregion Ruhr unterzeichnet, der das gemeinsame Ziel enthält, die Verwaltungen interkulturell kompetenter und zukunftsfähiger zu machen.

Im jüngsten Forum am 4.6.2014 wurden die fachlichen Konzepte für eine Willkommenskultur und Talentförderung in den Mittelpunkt gestellt.

 

Die fortlaufende Kooperation wird auf der Ebene einer Regiegruppe unter Beteiligung der Sozialdezernentinnen und -dezernenten sowie auf der Ebene einer Projektgruppe unter Beteiligung der Kommunalen Integrationszentren und der Ausbildungsabteilungen der Personalämter begleitet.

Im Dezember 2014 wurde in beiden Gremien vereinbart, für das kommende Jahr die Aufstellung eines gemeinsamen Integrationsmonitorings und Überlegungen zu einer Imagekampagne für den öffentlichen Dienst auf die Agenda zu nehmen.

 

3.6. Beratung von Frauen und Mädchen

Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund finden im KI Oberhausen eine feste Ansprechpartnerin für ihre Angelegenheiten. Ziel des Angebotes ist die Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Stärkung der persönlichen Kapazitäten. Auf Anfrage wird die persönliche Begleitung zu einer Behörde vorgenommen oder organisiert.

Der Interkulturelle  Frauengarten

Obwohl das Projekt bereits seit 2009 besteht, erzielten die Beteiligten erst im vergangenen Jahr größere Erfolge. Im Februar 2011 gründeten die Frauen einen gemeinnützigen Verein.

Die Planungen für die folgenden Jahre gelten einem Backofen, den die Frauen bauen wollen, und einer Komposttoilette. Besonders der Heilkräutergarten liegt den Vorsitzenden Ellen Diederich und Saniye Özkaya, Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums, am Herzen. Sie hoffen außerdem, medizinische Kräuter zu ziehen, die helfen sollen, kleinere Beschwerden zu lindern.

 

Der Interkulturelle Frauengarten „Rose“ ist nicht bloß eine reine Freizeitbeschäftigung. Viel mehr möchte der Verein unter anderem berufsspezifische Perspektiven aufzeigen: Nebenbei werden auch berufliche Orientierungen benannt. Beispielsweise wird derzeit eine erwerbslose Gärtnerin, die die Teilnehmerinnen ausbildet, gesucht. Außerdem sollen Seminare angeboten werden. Natürlich soll der Spaß nicht zu kurz kommen. Es geht vor allem darum, dass sich Frauen aus verschiedenen Kulturen austauschen können.

Dass sich die Teilnehmerinnen bei der Arbeit mit Pflanzen entspannen und den oft stressigen Alltag vergessen“, ist ein erklärtes Ziel. Viele verfügen nur über ein sehr geringes Einkommen und haben keine Möglichkeit, sich gesund zu ernähren.

Durch den Eigenanbau im Interkulturellen Frauengarten verbessert sich die Lebensmittellage der Familien. Weltweit gibt es zahlreiche Interkulturelle Frauengärten.

 

Auma Obama besucht den Frauengarten in Oberhausen, NRZ, 24.10.2015

Trotz offizieller Presse-Einladung war Fotografieren verboten. Das Bild zeigt Auma Obama bei einer anderen Veranstaltung. Foto: Herbert Pfarrhofer/dpa

 

Die Stiftung „Interkultur“ unterstützt die Projekte finanziell. Dieses Jahr soll Interkultur den geplanten Backofen bezuschussen. Von anderer Seite fließen ebenfalls Spendengelder. Das Programm „Stärken vor Ort“ fördert speziell das Heil- und Wildkräuterprojekt. Die Stadt beteiligt sich, indem sie das Grundstück der ehemaligen Stadtgärtnerei zur Verfügung stellte.. Von allen Seiten erhält die „Rose“ Zustimmung. Oberhausens Gleichstellungsbeauftragte Britta Costecki schenkte dem Garten eine Weinrebe und auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, hat ihren Besuch angekündigt. Auch Auma Obama,               Halbschwester von US-Präsident Barack Obama, besuchte Oberhausen. Im Frauengarten am Kaisergarten ließ sie sich Pflanzen erklären und informierte sich über die Arbeit vor Ort.

Den Mitgliedern sind insbesondere die Gemeinschaft und das geschaffene Wir-Gefühl sehr wichtig. Vor allem, weil unterschiedlichste Kulturen zusammenhalten.

 

 

Internationaler Frauentag

 

Das Kommunale Integrationszentrum organisiert mit Kooperationspartnern traditionell eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag zum 8. März. Über einhundert Gäste mit 20 verschiedenen Herkunftssprachen finden jährlich den Weg in das Kommunale Integrationszentrum, um beim Programm aus Informationen, Gesprächen und Kultur dabei zu sein.

 

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Internationaler Frauentag im Treff 200 am 08.03.2014 Foto: privat

 

 

Café Unterwegs:

Das gemeinsame Angebot mit der VHS besteht seit 5 Jahren. Jeden 2. Mittwoch des Monats von 17.00 bis 18.30 Uhr werden unterschiedliche Themen wie „Pflege in der Familie“, „Einsamkeit“, „Trauer“, „Muttersein im interkulturellen Vergleich“ diskutiert. Ein Besuch der Ausstellung „5000 Jahre Megacity Uruk“ gehörte 2014 ebenfalls zum Programm.

 

Das Netzwerk Frauengesundheit organisiert jedes Jahr die Frauengesundheitstage in Oberhausen.

Im Jahr 2014 war das Thema „Mythos Mutter.“ Das KI und die VHS organisierten eine Veranstaltung zum Thema.

 

Des Weiteren organisiert die AG Mädchen unter Beteiligung des Kommunalen Integrationszentrums den Girls’ Day, die Mädchengesundheitstage und die Mädchenaktionstage.   

 

 

3.7. Sozialberatung

 

Im Kommunalen Integrationszentrum werden aktuell folgende Angebote an Bürgerinnen und Bürger gemacht. Die Ansprechpartnerinnen sind jeweils für zwei bis drei Stunden wöchentlich  im Beratungsraum in der 2. Etage präsent:

Montagvormittag: Angelegenheiten für das Italienische Konsulat

Dienstagnachmittag. Rentenberatung in italienischer Sprache

Mittwochvormittag: Sozial- und Rentnerberatung in türkischer Sprache

 

Aufgrund der langen Tradition der Sozialberatung am Standort Mülheimer Str. 200, die bereits auf die Zeit vor der Gründung der RAA zurückreicht, wird das Angebot rege angenommen.

 

3.8. Dolmetscherpool

 

Seit 2007 verfügt das KI über einen Dolmetscherpool. Er wird über das Kommunale Integrationskonzept Oberhausen finanziert. Dem Kommunalen Integrationszentrum stehen 30 Personen mit über 20 unterschiedlichen Herkunftssprachen zur Verfügung. Sie geben den ratsuchenden Bürger/innen Hilfen und fungieren als Begleitung zu Behörden, Ärzten etc. Es handelt sich nicht um vereidigte Dolmetscher/innen.

Die im Pool zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 6.000,-- Euro jährlich reichen für 400 Honorarstunden.

Das Kommunale Integrationszentrum vermittelt den Kontakt zwischen der Honorarkraft und der ratsuchenden Institution bzw. Einzelperson.

 

4. Controlling

 

Das Kommunale Integrationszentrum Oberhausen nimmt an dem Controlling für Förderprogramme des Landes NRW teil. Es bezieht sich auf die Handlungsfelder, die von Mitarbeiter/innen auf geförderten Stellen und durch die abgeordneten Lehrer/innen bearbeitet werden. Es wird monatlich vorgenommen und beinhaltet Aufgabenbeschreibungen, Zielformulierungen und die Verteilung der Arbeitszeit auf einzelne Handlungsschritte.

 

5. Zusammenfassung

 

Mit dem am 08.02.2012 von dem Landtag NRW beschlossenen Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration wurde eine verbindliche rechtliche Grundlage geschaffen um die Integrationskraft der Kommunen zu stärken. Das Kommunale Integrationszentrum in Oberhausen versteht Integrationspolitik als Querschnittsaufgabe.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung führt die beiden Arbeitsfelder „Integration durch Bildung“ und „Integration als Querschnittsaufgabe“ zusammen. Die neue Ausgestaltung soll die Kommune unterstützen, sich für die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft gut aufzustellen. Im Jahr 2014 legte das  Kommunale Integrationszentrum Oberhausen zwei Schwerpunktaufgaben fest: Integration als Querschnitt mit dem Schwerpunkt Sport und Integration durch Bildung mit dem Schwerpunkt Seiteneinsteiger. Die anderen Handlungsfelder sind: Koordinierungsaufgabe Integration, Frühe Bildung, Schule, Schule/Beruf, Beratung von Mädchen und Frauen, Netzwerkarbeit und Kooperation mit Migrantenselbstorganisationen.

 

 

Das Kommunale Integrationszentrum erreichte 2014 mit seinen Angeboten ca. 5650 Oberhausener Migrantinnen und Migranten. Diese nutzten die verschiedenen Beratungs- und Förderangebote nicht nur einmalig, sondern mehrfach im Jahr.

 

Integration durch Bildung

1.800 Personen

Herkunftssprachlicher Unterricht

1.900 Personen

Integration durch Sport

1.000 Personen

Sozial- und Frauenberatung/Begleitung

    950 Personen

gesamt

5.650 Personen

 

Es ist zu beachten, dass darüber hinaus zahlreiche Migrantinnen und Migranten durch spezielle Angebote freier Träger erreicht werden. Die Migrantenberatungsstellen und Integrationsagenturen bieten vielfältige Maßnahmen zur Begegnung der Kulturen, zur Beratung und zur Förderung an.

 

Bevölkerung in Oberhausen

 

 

Gesamt

Migrantenanteil

alle Altersgruppen

210.326

25,1 %

bis unter 6 Jahre

   10.072

47,5 %

6 bis unter 18 Jahre

    22.437

42,8 %

Bereich 4-5 Statistik und Wahlen zum 31.12.2014

 

Um diese Aufgaben im Jahre 2015 erfolgreich weiter zu bewältigen, ist es dringend notwendig, die beschlossene personelle Verstärkung des Teams vorzunehmen. Nur so kann gewährleistet sein, dass die Integrationsarbeit in Oberhausen unterstützt und ausgebaut werden kann.

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