Berichtsvorlage - M/17/3030-01
Grunddaten
- Betreff:
-
"Sozialbericht 2022 - Zweite Aktualisierung des Sozialindex"
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Soziales
- Bearbeitung:
- Daniela Kolsek
- Verantwortung:
- Herr Bohnes
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Sozialausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
28.02.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
01.03.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Osterfeld
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
07.03.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
08.03.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Sterkrade
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
09.03.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Seniorenbeirat
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
15.03.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Gleichstellungsausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
19.04.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Integrationsrat
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
09.05.2023
|
Sachverhalt
Sachdarstellung
Im Anschluss an den ersten Sozialbericht 2017 und den zweiten Sozialbericht 2020 erfolgt mit dem vorliegenden Sozialbericht 2022 die zweite Aktualisierung des Oberhausener Sozialindex. Der Fokus des Berichtes liegt auf ebendiesem Sozialindex, wodurch er schlanker und handhabbarer ausfällt, als der letzte Sozialbericht.
Sozialindex als Steuerungsinstrument
Der Oberhausener Sozialbericht stellt mit dem Sozialindex eine einheitliche und systematische Basis zur Steuerungsunterstützung der kommunalen Verwaltung, der kommunalen Sozialpolitik und der vielfältigen Oberhausener Träger*innenlandschaft dar. Als transparente Entscheidungsgrundlage ermöglicht der Sozialbericht einerseits gezielte Investitionen zur Förderung der Chancengleichheit und verbessert andererseits die Verteilungsgerechtigkeit bei knappen Ressourcen. So wurde er neben den Expert*innendialogen bspw. bei der Erstellung des aktuellen Kinder- und Jugendförderplans, des Spielraumentwicklungsplans und der Wohnungsmarktbeobachtung einbezogen.
Überdies konnten die bisherigen Sozialberichte innerhalb der Verwaltung und von Wohlfahrtsverbänden dazu genutzt werden, Förderanträge zu stellen und zusätzliche Ressourcen zu akquirieren.
Im Fokus der Sozialberichterstattung stehen Menschen, die einem erhöhten Risiko für Armut und soziale Ausgrenzung ausgesetzt sind. Sie werden mithilfe von sieben Kernindikatoren abgebildet, die Bevölkerungsgruppen repräsentieren, die gemäß der bundesweiten Armuts- und Reichtumsberichterstattung das statistisch höchste Armutsrisiko tragen.
Zu den Kernindikatoren gehören:
- Der Anteil an Einwohner*innen mit Migrationshintergrund,
- der Anteil der SGB-II-Empfänger*innen,
- der Anteil an SGB-II-Empfänger*innen unter 15 Jahren,
- der Anteil an Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren,
- der Anteil an Empfänger*innen von Grundsicherung im Alter (SGB XII),
- der Anteilt an Haushalten von Alleinerziehenden und
- der Anteil an Haushalten mit mehr als zwei Kindern.
Die benötigten Daten werden durch den Fachbereich 4-5-10 / Statistik zur Verfügung gestellt.
Die sieben Kernindikatoren werden auf Ebene der 27 Oberhausener Sozialquartiere beschrieben und fließen anschließend in zwei Berechnungsverfahren ein: Den Statusindex und den Dynamikindex. Zusammen ergeben diese den Sozialindex.
Die Indices machen sichtbar, in welchen Sozialquartieren sich Menschen mit hohem Armutsrisiko bündeln (Statusindex) und zeigen auf, wo Anteile dieser Armutsrisikogruppen in den letzten Jahren am deutlichsten zu- oder abgenommen haben (Dynamikindex).
Sozialquartiere mit einem niedrigen oder sehr niedrigen Sozialindex, wie auch Sozialquartiere mit einem negativen Dynamikindex werden anschließend einer Fokusbetrachtung unterzogen.
Das Verfahren eignet sich dazu, Planungn zu vereinfachen und komplexe Bedarfslagen zu übersichtlichen Kennzahlen und Karten zusammenzufassen.
Für eine integrierte Zusammenarbeit mit allen Fachbereichen wurden das Berechnungsverfahren, die Auswahl der Kernindikatoren und auch die Darstellung der Ergebnisse, vor dem ersten Sozialbericht, in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 4-5-10 / Statistik erarbeitet und mit der Planer*innengruppe abgestimmt. Das Berechnungsverfahren bleibt seit dem ersten Sozialbericht unverändert. Die Berechnung wird alle zwei Jahre aktualisiert.
Zentrale Ergebnisse
Als Fokusgebiete, mit einem niedrigen bzw. sehr niedrigen Sozialindex haben sich die Sozialquartiere Innenstadt, Lirich-Süd, Marienviertel-Ost, Marienviertel-West, Brücktorviertel und Osterfeld-Mitte/Vonderort sowie ein Bezirk in Sterkrade-Mitte herauskristallisiert. Überdies fält Lirich-Nord durch einen negativen Dynamikindex auf. Dabei handelt es sich nahezu um dieselben Sozialquartiere, die auch in den vergangenen Sozialberichten betrachtet wurden. Für diese Fokusquartiere wurden weiterführende Sozialraumanalysen durchgeführt, aus denen Bedarfe und Potentiale abgeleitet werden können.
Insgesamt ist zu beobachten, dass die soziale Segregation zunimmt. In den Sozialquartieren, in denen bereits erhöhte Anteile der armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen zu finden waren, sind diese auch am deutlichsten gestiegen. Hingegen sind die Anteile in den Sozialquartieren mit geringen Anteilen armutsgefährdeter Bevölkerungsgruppen noch weiter gesunken.
Im Sozialbericht 2022 werden, neben den Anteilen, auch die jeweiligen Anzahlen der Betroffenen stärker herausgearbeitet. Dadurch soll es den Träger*innen unterstützender Maßnahmen leichter gemacht werden, ihre Zielgruppen und das Ausmaß der Bedarfe einzuschätzen. Zudem können diese so einschätzen, ob die eigenen Angebote einen großen oder kleinen Teil der Zielgruppe erreichen.
Einordnung des Sozialberichtes in den Prozess der Sozialplanung
Seit dem ersten Sozialbericht 2017 ist der Prozess der strategischen Sozialplanung weiterentwickelt und optimiert worden.
Der Sozialindex hat sich als nützliches Steuerungsinstrument für verschiedene Fachplanungen, bspw. im Bereich Kinder, Jugend und Familie, Chancengleichheit, Gesundheit oder Stadtentwicklung etabliert. Neben dem Sozialindex und dem Sozialbericht sind die Expert*innendialoge ein weiterer zentraler Baustein der Sozialplanung in Oberhausen.
Sie dienen der gemeinsamen strategischen Ausrichtung der Verwaltung, der Wohlfahrtsverbände und der Kommunalpolitik bei der Armuts(-folgen)bekämpfung. Die Reihenfolge der Expert*innendialoge wurde mithilfe des Sozialindex bestimmt, um in den Sozialräumen zu beginnen, wo der Handlungsbedarf am größten ist.
Die Konferenzen ermöglichen die Ergänzung der datengestützten Handlungsbedarfe um das Wissen verschiedener Fachakteur*innen aus den jeweiligen Sozialräumen. Der strukturierte Austausch ermöglicht die Erfassung bestehender Unterstützungsangebote und Strategien zur Herstellung möglichst gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Oberhausener Sozialräumen und fördert in besonderem Maße die Netzwerkarbeit.
Die im Nachgang der Expert*innendialoge erarbeiteten Strategiepapiere bieten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Handlungsbedarfe in den Sozialräumen und die bereits vorhandenen Unterstützungsmaßnahmen. Abgeleitet aus diesen Informationen enthalten sie darüber hinaus abgestimmte, wissenbasierte und umsetzungsfähige Handlungsempfhelungen für alle sechs Sozialräume.
Weiterhin hat die Sozialplanung den Sozialnavigator entwickelt, eine Online-Anwendung, die einen Überblick über alle sozialrelevanten Einrichtungen und ihre Verortung in den Sozialquartieren und Sozialräumen in Oberhausen gibt. Die verschiedenen Funktionen der Anwendung ermöglichen auch die Erstellung und Ausgabe individueller Übesichtskarten.
Weiteres Verfahren
Der Sozialbericht und die jeweils lokal relevanten Ergebnisse werden in den Oberhausener Sozialraumgremien auf Wunsch in weiteren Facharbeitskreisen vorgestellt. Darüber hinaus fließen sie in künftige Expert*innendialoge ein.
Der Sozialindex wird in den Sozialstrukturatlas und den Sozialnavigator engepflegt. Der Sozialnavigator wird jährlich aktualisiert und bei Bedarf weiterentwickelt.
Die Expert*innendialoge werden nach der Veröffentlichung aller Strategiepapiere fortgesetzt. Die Umsetzung der Handlungsempfehlungen wird durch ein Controlling von Seiten der Sozialplanung begleitet. Über die Fortschritte soll im Rahmen künftiger Expert*innendialoge berichtet werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
öffentlich
|
7,7 MB
|
