Berichtsvorlage - M/17/2348-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstandsbericht DeinRadschuppen - Aufbau eines Fahrradabstellanlagensystems mit integriertem Lastenradverleih für die Anwohner im Bismarckviertel Oberhausen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Mobilität
- Bearbeitung:
- Martina Schleuter
- Verantwortung:
- Mauksch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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14.09.2022
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Geplant
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Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss
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Kenntnisnahme
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20.09.2022
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Der Rat der Stadt Oberhausen hat am 22.06.2020 den Aufbau eines Fahrradabstellanlagensystems mit integriertem Lastenradverleih für die Anwohner des Bismarckviertels, vorbehaltlich eines Zuwendungsbescheides im Rahmen des Förderaufrufs „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) beschlossen (B/16/5660-01). Ziel des Projektes ist es, im Bismarckviertel sichere und schnell verfügbare Fahrradabstellanlagen mit einem integrierten E-Lastenfahrradverleihsystem im öffentlichen Straßenraum für die Anwohner zu errichten (Fahrradgaragen).
Der Zuwendungsbescheid über zuwendungsfähige Gesamtausgaben in Höhe von 1.050.839,00 Euro (90 % Förderung) zur Umsetzung des Projektes wurde am 08.12.2020 erteilt. Der Zuwendungsbescheid gilt für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 31.12.2023.
Über das Projekt wurde letztmalig mit einem Sachstandsbericht im September 2021 (Vorlage - M/17/0927-01) berichtet. Nachfolgend wird der aktuelle Planungsstand für die einzelnen Projektbausteine zur Erstellung des Fahrradabstellanlagensystems inkl. Lastenradverleih dargestellt.
Bürgerbeteiligung
Die Bürgerbeteiligung zum Vorhaben wird in den größeren Rahmen der „Quartiersentwicklung Marienviertel“ eingebunden sein. In diesem Zusammenhang ist ab September 2022 die Entwicklung einer dreidimensionalen Beteiligungsarchitektur – Integration von Verwaltung, Stakeholder, Bürgerschaft – der Quartiersentwicklung geplant. Dies geschieht u.a. mit Hilfe externer wissenschaftlicher Begleitung.
Die Vorstellung des Projekts „Aufbau eines Fahrradabstellanlagensystems“ dient in diesem Zusammenhang als aktivierender Beteiligungsimpuls. Angesichts des damit verbundenen Signalcharakters eignet sich das Vorhaben in besonderer Weise, auf den größeren Kontext der erweiterten Quartiersentwicklung zu verweisen und zugleich erste praktische Bausteine einer Bürgerbeteiligung bereitzustellen.
Derzeit laufen Bemühungen, einen Prototyp der künftigen Fahrradabstellanlage zu Demonstrationszwecken bereits vorab zu erhalten. Entlang einer idealerweise variablen Platzierung im Aufstellgebiet geht es darum, für das Vorhaben zu sensibilisieren und damit einen konkreten Gegenstand für die Bürgerbeteiligung zu schaffen. Ob der Prototyp bis zur Bürgerbeteiligung fertiggestellt ist, hängt derzeit von der Materialverfügbarkeit ab. Als Alternative wird die Erstellung eines möglichst detailgetreuen Models geprüft.
Diese Bürgerbeteiligung dient so einem doppelten Zweck:
Zum einen erfolgt eine Konkretisierung des Vorhabens, indem ein reales Anschauungsbeispiel die bereits vorhandenen anderen Visualisierungen und Projektinformationen ergänzt. Flankiert wird der Prototyp/das Modell durch die Bereitstellung ergänzender Informationen zum Vorhaben selbst sowie der Standortplanung. Avisiert ist zudem, der Bürgerschaft über ein digitales Begleitformat Hinweise und Vorschläge zu den vorgeschlagenen Standorten zu eröffnen. Zudem werden in einem ergänzenden Dialogformat Bürgerkonsultationen stattfinden, die in die finale Entscheidung über der Standortbestimmung im Sinne einer Gesellschaftsberatung einfließen. Im Rahmen dieser Dialogformate werden Vertreter aus Verwaltung und von Seiten des Herstellers (Firma Kienzler) weitergehende Informationen bereitstellen und für einen Dialog zur Verfügung stehen.
Zum anderen verweist dieses konkrete Beteiligungsformat bereits auf die sich anschließenden Maßnahmen einer aktivierenden Quartiersentwicklung. Hier kommen dialogische Beteiligungsformate (Bürgerkonferenzen, Stakeholder-Dialoge, etc.) zum Einsatz.
Auftragsvergaben Buchungssystem
Die Buchung einer Fahrradbox und das Anmieten des Lastenfahrrades erfolgt über eine Internet Buchungsplattform. Zur Buchung von Fahrradabstellplätzen in Bike & Ride-Anlagen an Bahnhöfen betreibt die Stadt Oberhausen mit dem VRR und weiteren Kommunen bereits das Buchungsportal des DeinRadschloss-Systems (www.deinradschloss.de, Bahnhof Sterkrade + Osterfeld). Das vorhandene DeinRadschloss-Portal wird im Rahmen dieses Projektes erweitert, um zukünftig auch Radabstellanlagen inkl. Lastenradverleih im Quartier (DeinRadschuppen) anbieten zu können. Die Nutzer können somit über eine Buchungsplattform bzw. ein Nutzerkonto die Radabstellanlagen an den Bahnhöfen und im Quartier buchen und verwalten.
Der Auftrag zur Erweiterung des Portals wurde im Oktober 2021 an die Firma Kienzler Stadt-mobiliar GmbH vergeben. Die Gesamtauftragssumme liegt bei 72.887,50 € (inkl. MwSt).
Auftragsvergabe Fahrradboxen und Lastenradverleih
Durch das Förderprojekt ist vorgegeben, dass 180 Fahrradboxen mit Lademöglichkeit für das Abstellen von privaten Fahrrädern der Anwohner und 6 E-Lastenfährräder zum Verleih errichtet werden sollen. Eine Abweichung ist hiervon nur mit Zustimmung des Fördergebers möglich und Bedarf einer nachvollziehbaren Begründung. Um eine nicht zu kleinteilige und dennoch möglichst flexible Aufteilung der Fahrradboxen zu erreichen, werden 36 Anlagen, welche jeweils aus fünf Fahrradboxen bestehen, erstellt. Sechs dieser Anlagen werden um eine weitere Fahrradbox für den Verleih der E-Lastenfährräder ergänzt.
Die Anlagen sind grundsätzlich Modular aufgebaut und könnten bei Bedarf auch nachträglich in ihrer Boxenanzahl verändert werden. Zudem werden die Anlagen auf eine ebene Fläche gestellt und nicht mit Fundamenten fest verankert. Dies erlaubt es, die Anlagen bei Bedarf auch nachträglich zu versetzen. Hierzu muss lediglich der Stromanschluss angepasst werden.
Der Auftrag zur Lieferung bzw. Aufstellung der Anlagen wurde im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung im April 2022 an die Firma Kienzler vergeben. Die Gesamtauftragssumme liegt bei 767.503,59 € (inkl. MwSt.).
Gestaltung
Das Angebot der Firma Kienzler enthielt bereits verschiedene Gestaltungsvorschläge für die Radabstellanlagen und verschiedene Zusatzoptionen (z.B. Sitzbänke und LED-Beleuchtung). Im Rahmen von Abstimmungsterminen mit dem Auftragnehmer und der Firma Crossover Marketing (Unterauftragnehmer für Marketing und Gestaltung) wurde die Gestaltung der Anlagen weiter ausgearbeitet.
Die Anlagen werden mit Rombusleisten (Sibirische Lärche) an den Rück- und Seitenwänden verkleidet. Die Front- bzw. Türseiten werden mit der in Abbildung 1 dargestellten Gestaltung foliert. Die gewählte Folierung ist schlicht und wirkt dennoch lebendig. Unterstützt wird dies durch eine Dachbegrünung der Anlagen.

Abbildung 1: Folierung der Frontseite
Die Anlagen werden über eine seitlich angebrachte Sitzbank und einen Bügel zum kurzfristigen Anketten von Fahrrädern verfügen.
In Abbildung 2 ist eine Visualisierung der Anlagen dargestellt. Die Abmessungen der Anlagen können der Anlage 1 entnommen werden.




Abbildung 2: Visualisierung der Anlagen
Neben den Standardanlagen sollen zwei Anlagen mit einer erweiterten Sitzbank, welche über Eck (L-Sitzbank) geht, ausgestattet werden und somit Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum geschaffen werden. Zudem werden zwei Boxen für Mülltonnen in gleicher Gestaltung erstellt und in Bereichen aufgestellt, wo aktuell die Mülltonnen dauerhaft im Straßenraum (z.B. Arndtstraße) abgestellt werden, da es keine Möglichkeit gibt, diese im Gebäude oder Hinterhof abzustellen vgl. Abbildung 3. Die Anwohner können diese Boxen kostenlos nutzen, um die Mülltonnen einzustellen und somit das Straßenbild verschönern. Durch die ergänzten Sitzbänke und Mülltonnenboxen soll exemplarisch gezeigt werden, was zukünftig zur weiteren Aufwertung des Quartiers möglich ist und wie die Anlagen für weitere verkehrliche und städtebauliche Zwecke entwickelt werden können.

Abbildung 3: Mülltonnen im Straßenraum (Arndstraße)
Standorte
Die Anzahl der zu errichtenden 180 Fahrradboxen und sechs E-Lastenradverleihstandorte resultiert aus dem Förderantrag. Da es für die Bestimmung der Anzahl an benötigten Fahrradboxen keine Erfahrungswerte gibt und diese erst mit Hilfe dieses Modellvorhabens gesammelt werden sollen, mussten eigene Annahmen getroffen werden. Da es sich bei der Radverkehrsförderung um eine Angebotsplanung handelt wurde für den Förderantrag die Annahme getroffen, dass für fünf Prozent der Anwohner des im Antrag betrachteten Gebietes ein Angebot errichtet werden soll. Im Rahmen der aktuellen Planungen wurde das im Förderantrag betrachtete Gebiet erweitert und somit auch der Einzugsbereich der Radabstellanlagenanlagen bzw. die Anzahl der möglichen Nutzer deutlich erhöht. Es ist davon auszugehen, dass mit den 180 Fahrradboxen lediglich für zwei bis drei Prozent der Anwohner eine Fahrradbox angeboten werden kann.
Zur Bestimmung möglicher Aufstellungsorte wurden aufwendige Standortplanungen durchgeführt. Neben Abstimmungsterminen gab es hierzu mehrere Begehungen mit verwaltungsinternen und externen Akteuren. Zudem gab es eine Begehung mit der Firma Kienzler, um auch wichtige Aspekte aus der Sicht des Boxenherstellers berücksichtigen zu können. Die gesammelten Informationen sind in die aktuelle Standortplanung der Verwaltung eingeflossen. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden noch in die Standortplanung einfließen und können noch zu Veränderungen in der Planung führen.
Der Entwurf der Standortplanung sieht insgesamt 30 Standorte (6 Standorte mit 10 Boxen + 24 Standorte mit 5 Boxen) im gesamten Bismarckviertel vor. Es werden sechs Standorte mit einem Lastenfahrradverleih ausgestattet. Der aktuelle Stand der Standortplanung ist als Anlage 2 beigefügt.
Zeitplan
Zum Jahresende sollen die ersten Arbeiten zur Aufstellung der Anlagen im Projektgebiet beginnen. Die Fertigstellung und Eröffnung der Anlagen soll im Frühjahr 2023 erfolgen. Eine Evaluation und Erstellung eines Abschlussberichts für den Fördergeber erfolgt bis zum Ende des Jahr 2023.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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379,5 kB
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2
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(wie Dokument)
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2,7 MB
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