Berichtsvorlage - M/17/0927-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Der Rat der Stadt Oberhausen hat am 22.06.2020 den Aufbau eines Fahrradabstellanlagensystems mit integriertem Lastenradverleih für die Anwohner des Bismarckviertels, vorbehaltlich eines Zuwendungsbescheides im Rahmen des Förderaufrufs „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) beschlossen (B/16/5660-01). Ziel des Projektes ist es, im Bismarckviertel sichere und schnell verfügbare Fahrradabstellanlagen mit einem integrierten Lastenfahrradverleihsystem im öffentlichen Straßenraum für die Anwohner zu errichten (Fahrradgaragen).

Der Zuwendungsbescheid über zuwendungsfähige Gesamtausgaben in Höhe von 1.050.839,00 Euro (90 % Förderung) zur Umsetzung des Projektes wurde am 08.12.2020 erteilt. Der Zuwendungsbescheid gilt für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 31.12.2023. Der Zeitplan sieht vor, dass im aktuell laufenden Jahr 2021 die Planung und Ausschreibung der Fahrradabstellanlagen und im Jahr 2022 die sukzessive Aufstellung der Anlagen erfolgt. Eine Evaluation und Erstellung eines Abschlussberichts für den Fördergeber erfolgt im Jahr 2023.

Nachfolgend wird der aktuelle Planungsstand, welcher mit den Fachverwaltungen der Stadt abgestimmt wurde, für die einzelnen Projektbausteine zur Erstellung des Fahrradabstellanlagensystems inkl. Lastenradverleih dargestellt.

 

1)      Standortplanung

Zur Errichtung der insgesamt 180 Fahrradboxen und sechs Lastenradverleihstandorte wurden bereits aufwendige Standortplanungen durchgeführt. Neben Abstimmungsterminen gab es hierzu mehrere verwaltungsinterne Begehungen mit dem Bereich Stadtplanung und Umwelt, um eine möglichst stadt- und umweltverträgliche Standortplanung zu erzielen. Neben der verwaltungsinternen Begehung gab es auch Begehungen mit Vertretern des ADFC, BUND und Aktionsbündnis „Oberhausen sattelt um“, welche zum großen Teil auch Anwohner des Gebietes waren.

Bei der Standortplanung wird insbesondere darauf geachtet, dass die Aufstellflächen nachfolgenden Kriterien entsprechen:

-       Gute Integration in den Straßenraum.

-       Keine Einschränkungen der Verkehrssicherheit.

-       Keine schädlichen Eingriffe in den Bestand der Baumalleen (Bismarckstraße und Lipperheidstraße). Berücksichtigung der Wurzeln im Mittelstreifen der Baumalleen.

-       Aufstellung der Fahrradboxen nicht im direkten Eingangsbereich der Häuser.

-       Keine direkte Aufstellung an Hausfassaden.

-       Möglichst gute und direkte  Erreichbarkeit der Fahrradboxen.

-       Keine Einschränkungen in den erforderlichen Gehwegbreiten (insb. für mobilitätseingeschränkte Personen).

-       Keine Überbauung von Kanal-, Wasser- oder Gaszugängen.

-       Abstimmung mit der Feuerwehr (erfolgt im weiteren Prozess).

Der aktuelle Entwurf der Standortplanung sieht insgesamt 29 Standorte (7 Standorte mit 10 Boxen + 22 Standorte mit 5 Boxen) im gesamten Bismarckviertel vor, vgl. Abbildung 1. Es werden sechs Standorte mit einem Lastenfahrradverleih ausgestattet.

Abbildung 1: Entwurf der Fahrradboxen Standorte

Die dargestellten Standorte stellen einen Entwurf dar, welcher nicht abschließend ist. Der Entwurf dient lediglich als Grundlage für die Ermittlung der Standortanzahl, welche für das anstehende Ausschreibungsverfahren bzw. Leistungsverzeichnis benötigt wird. Die endgültige und genaue Standortwahl kann erst nach Auftragserteilung erfolgen, da hierzu Abstimmungen mit dem Auftragnehmer erforderlich sind. Hierzu werden weitere Begehungen des Gebietes mit dem Auftragnehmer erforderlich werden.

 

2)      Gestaltung der Anlagen

Ein wesentlicher Punkt im Rahmen der Projektumsetzung stellt die Gestaltung der Fahrradboxen bzw. stadtverträgliche Integration ins Bismarckviertel dar. Mit dem steigenden Absatz von E-Bikes wird zudem ein hoher Sicherheitsanspruch an Fahrradabstellanlagen gestellt.

Um eine möglichst hochwertige Gestaltung der Anlagen zu erzielen, wurden auch hierzu interne Abstimmungen mit den Bereichen Stadtplanung und Umwelt geführt. Zudem wurden das Projekt im Gestaltungsbeirat vorgestellt und entsprechende Empfehlungen ausgesprochen, welche im weiteren Planungsprozess nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Durch das Förderprojekt ist vorgegeben, dass 180 Fahrradboxen mit Lademöglichkeit für das Abstellen von privaten Fahrrädern der Anwohner und 6 E-Lastenfährräder zum Verleih angeboten werden müssen. Die Aufteilung und Gestaltung der Anlagen ist nicht vorgegeben und somit frei wählbar. Lediglich der vorhandene Kostenrahmen sollte eingehalten werden, da darüber hinausgehende Kosten nicht förderfähig sind. Zudem muss eine technische Umsetzbarkeit sichergestellt werden bzw. darauf geachtet werden, dass ein Hersteller gefunden werden kann, welcher in der Lage ist, die Anforderungen fachgerecht umzusetzen.

Um eine nicht zu kleinteilige und dennoch möglichst flexible Aufteilung der Fahrradboxen zu erreichen, werden 36 Anlagen, welche jeweils aus fünf Fahrradboxen bestehen, erstellt. In Abbildung 2 sind prinzipielle Abmessungen einer exemplarischen Anlage mit jeweils fünf Boxen der Firma Kienzler dargestellt. Um sich die Ausmaße einer Anlage im Straßenraum vorstellen zu können, entspricht eine Anlage ungefähr den Abmessungen eines Passat Kombi.

 

Abbildung 2: Exemplarische Abmessungen einer Anlage mit fünf Fahrradboxen der Firma Kienzler (Quelle: https://www.kienzler.com/).

Die endgültige Gestaltung der Anlagen soll wie bei der Standortplanung erst nach Auftragsvergabe in Abstimmung mit dem Auftragnehmer erfolgen, da hierdurch auch Erfahrungen und technische Umsetzbarkeiten mit dem Auftragnehmer besprochen werden können. Der Auftragnehmer wird hierzu eine beratende Funktion im weiteren Gestaltungsprozess einnehmen.

Für das Ausschreibungsverfahren müssen neben den grundsätzlichen technischen Anforderungen und Abmessungen aber bereits auch grundlegende Anforderungen zur Gestaltung (insb. Materialien) der Anlagen erfolgen, welche für eine Angebotskalkulation erforderlich sind. Für das Ausschreibungsverfahren werden daher neben den zuvor dargestellten Abmessungen der Anlagen nachfolgende aufgeführte grundlegende Anforderungen an die Gestaltung bzw. Materialwahl der Anlagen gestellt.

 

Tür-/Frontansicht

Für die Tür-/Frontansicht ist eine schlichte Front aus Metall mit einheitlicher Beschichtung in einem RAL-Farbton (z.B. Anthrazit oder dunkles Grau) vorgesehen. In nachfolgender Abbildung 3 ist eine derartige Front exemplarisch dargestellt. Die Farben werden nach Auftragsvergabe abgestimmt.

Abbildung 3: Exemplarische Front der Anlagen (Quelle: https://www.kienzler.com/)

 

Dachansicht

Das Dach soll mit einer möglichst pflegeleichten und für die Standorte geeigneten Dachbegrünung versehen werden, vgl. Abbildung 4.

Abbildung 4: Exemplarische Dachbegrünung der Anlagen (Quelle: https://freudengarten.de/

Seiten- und Rückansicht

Die Seiten- und Rückwände sollen blickdicht mit einer Holzverkleidung hergestellt werden. Hierzu kommt eine vertikale- oder horizontale Verkleidung mit Holzleisten in Frage. Als Holz wird eine witterungsbeständige Holzart (z.b. Sibirische Lärche) verwendet, welche lasiert werden kann oder natürlich vergraut. Optional kann an den Seitenflächen ein Bügel zum Anketten eines Fahrrades (z.B. Besucher) oder eine Sitzbank angebracht werden. In nachfolgender Abbildung 5 sind exemplarische Holzverkleidungen von Fahrradabstellanlagen dargestellt.

 

Abbildung 5: Exemplarische Holzverkleidungen (Quelle: https://www.kienzler.com/)

 

3)      Buchungssystem

Die Buchung einer Fahrradbox zum sicheren Abstellen des privaten Fahrrades und die Anmietung der Lastenfahrräder werden über eine Internet Buchungsplattform erfolgen. Der Nutzer muss sich hierzu einmalig registrieren und kann zukünftig mit seinem Nutzerprofil alle Buchungen bzw. Anmietungen durchführen und verwalten. Die Buchung einer Fahrradbox durch die Anwohner erfolgt jeweils für ein Jahr und kann kurz vor Ablauf der Buchungszeit um ein weiteres Jahr verlängert werden. Die Nutzung der Fahrradboxen wird mindestens für eine zweijährige Testphase kostenlos sein, da der Fördergeber dies als Auflage verlangt. Lediglich für die Nutzung einer Lademöglichkeit für E-Bikes wird ggf. eine Gebühr erhoben. Der Verleih der Lastenräder erfolgt tagesweise und wird ebenfalls kostenlos angeboten.

Zur Buchung von Fahrradabstellplätzen in Bike & Ride Anlagen an Bahnhöfen betreibt die Stadt Oberhausen mit dem VRR und weiteren Kommunen bereits das Buchungsportal des DeinRadschloss Systems (www.deinradschloss.de, Bahnhof Sterkrade + Osterfeld). Bei der Plattform handelt es sich um eine moderne und hochwertige Buchungsplattform, welche mit hohem Aufwand und Fördermitteln des BMU erstellt wurde. Das vorhandene DeinRadschloss-Portal wird im Rahmen dieses Projektes erweitert um zukünftig auch Radabstellanlagen inkl. Lastenradverleih im Quartier (DeinRadschuppen) anbieten zu können. Die Nutzer können somit über eine  Buchungsplattform bzw. ein Nutzerkonto die Radabstellanlagen an den Bahnhöfen und im Quartier buchen und verwalten. Zur Umsetzung wurden in den letzten Wochen intensive Gespräche mit dem VRR und der Betreiberfirma geführt. Die Beauftragung zur Erweiterung des Systems wird in Kürze erfolgen.

 

4)      Ausschreibungsunterlagen

Das Ausschreibungsverfahren zur Herstellung und Lieferung der Fahrradboxen wird in Kürze erfolgen. Als Grundlage für das Leistungsverzeichnis dient die zuvor dargestellte Standort – und Gestaltungsplanung. Für das Ausschreibungsverfahren werden jedoch keine festen Standorte vorgegeben sondern lediglich die Vorgabe, dass 36 Anlagen mit jeweils fünf Fahrradboxen mit vorgegebener Qualität und Ausstattung (insb. Lademöglichkeit) zu liefern und aufzustellen sind. Für die Gestaltung der Anlagen werden lediglich die zuvor beschriebenen grundsätzlichen Materialien als Kalkulationsgrundlage vorgegeben. Nach Vergabe des Auftrags wird die Standortplanung und Gestaltung der Anlagen abschließend erstellt. Der Auftragnehmer hat dabei eine beratende Funktion. In der abschießenden Planungsphase sind daher noch Anpassungen der Standorte und Gestaltung zu erwarten.

Nach Abschluss der Planungsphase bzw. finalen Festlegung der Standorte und Gestaltung wird eine weitere Ausschreibung zur Vergabe erforderlicher Tiefbauarbeiten (ebene Aufstellfläche und Stromanschluss) erfolgen.

 

5)      Anwohnerinformation

Nach Auftragsvergabe und weiterer Ausarbeitung der Standorte und Gestaltung mit dem Auftragnehmer werden die Anwohner des Bismarckviertels im Rahmen einer Informationsveranstaltung über das Projekt informiert. Die Veranstaltung wird mit einem Informationsstand im Bismarckviertel durchgeführt. Der Termin und Standort wird über die Presse bekanntgegeben.

 

Loading...