Berichtsvorlage - M/16/4724-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Luftqualität 2018 - Ergebnisse der Luftqualitätsmessungen an der Mülheimer Straße
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Brigitte Netterdon
- Verantwortung:
- Werntgen_Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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06.06.2019
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Zur kontinuierlichen Erfassung der Luftqualität gibt es in NRW ein Luftqualitätsüberwachungssystem (LUQS) mit ortsfesten Messstationen, an denen die Konzentration vor allem von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Benzol und Ozon erfasst wird. Betrieben wird es durch das für die Überwachung der Luftqualität in NRW zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Das LANUV verfügt darüber hinaus über weitere mobile Messeinrichtungen, die insbesondere an Belastungsschwerpunkten des Verkehrs und der Industrie eingesetzt werden.
In Oberhausen befindet sich eine Station zur kontinuierlichen Luftqualitätsmessung an der Mülheimer Straße auf der westlichen Seite in Höhe der Hausnummer 117. Hier werden die Konzentrationen von Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwebstaub (PM10) gemessen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Höhe Hausnummer 116 befindet sich darüber hinaus ein sogenannter Passiv-Sammler zur Messung von NO2.
Die Ergebnisse der Luftqualitätsmessungen wurden vom LANUV nach Abschluss des Messjahres 2018 zunächst validiert bzw. ausgewertet und am 06. April 2019 veröffentlicht. Im Anschluss wurde am 16. April 2019 der jährliche „Bericht zur Luftqualität in NRW“ herausgegeben. In einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW vom 18. April 2019 hat Umweltministerin Frau Heinen-Esser die Ergebnisse kommentiert und das Ziel erneuert, möglichst Fahrverbote zu vermeiden. Dafür müsse die Hardware-Nachrüstung für Diesel-Pkw in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen, da diese einen ähnlich mindernden Effekt wie Fahrverbote hat, aber ohne Zweifel verhältnismäßiger wäre.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Messungen vorgestellt.
Feinstaub-Belastung 2018
Bei der Belastung mit Feinstaub (PM10) betrug der Jahresmittelwert an der Mülheimer Straße 25 µg/m³ (2017: 26 µg/m³), so dass der EU-Grenzwert von 40 µg/m³ - wie auch schon in den Vorjahren - eingehalten wurde. Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ darf an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Eine solche Überschreitung trat an der Mülheimer Straße im Jahr 2018 an 16 Tagen auf (2017: 13 Tage), so dass auch dieser Grenzwert eingehalten werden konnte. Der leichte Anstieg ist insbesondere auf den trockenen Jahresverlauf von Februar bis September zurückzuführen.
Auch wenn landesweit ein leichter Anstieg der Feinstaubwerte beim Jahresmittelwert zu erkennen ist, wurden die entsprechenden Grenzwerte an allen 69 Messstellen in NRW auch im Jahr 2018 eingehalten. Die Spannweite der Belastung reicht mit 10-12 μg/m³ an den beiden Waldstationen in Eifel und Rothaargebirge bis zu 27-30 μg/m³ an den am höchsten belasteten Verkehrs- (Gelsenkirchen, Köln) und Industriestandorten (Duisburg, Lünen).
Stickstoffdioxid-Belastung 2018
2018 betrug der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO2) an der Mülheimer Straße sowohl an der kontinuierlichen Messstation als auch am Passiv-Sammler 46 µg/m³. Gegenüber dem Vorjahr sind die Werte an der kontinuierlichen Messstation zurückgegangen (2017: 49 µg/m³) und am Passiv-Sammler (2017: 46 µg/m³) gleichgeblieben. Somit kommt es in der Mülheimer Straße zu keinem einheitlichen Bild. Die Tendenz zeigt zwar eine generell rückläufige Entwicklung der Belastung, mit Überschreitungen von 6 µg/m³ liegt die NO2-Konzentration jedoch nach wie vor deutlich über dem Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³.
Im Jahr 2018 wurde die Stickstoffdioxid-Belastung an 133 Messstellen in NRW gemessen. Der Grenzwert für das Jahresmittel wurde dabei an 45 Messorten überschritten (Vorjahr: 49). Der Kurzzeitgrenzwert (18 erlaubte Überschreitungen des 1-Stunden-Mittelwertes oberhalb 200 µg/m³) wurde wie in den sechs Vorjahren im gesamten NRW-Messnetz eingehalten. Wie auch in den vergangenen Jahren traten Grenzwertüberschreitungen des Jahresmittelwertes ausschließlich an verkehrsnahen Messstellen auf. Unverändert sind der Kfz-Verkehr und dabei die Diesel-Fahrzeuge als Hauptverursacher der hohen NO2-Belastung anzusehen. Für eine weitere deutliche Reduktion dieser Emissionen ist nach Einschätzung des LANUV die Umsetzung effektiver Maßnahmen aus den Luftreinhalteplänen in NRW notwendig.
Entwicklung der Luftqualität an der Mülheimer Straße
Zur Veranschaulichung, wie sich die Luftqualität an der Mülheimer Straße im Zeitvergleich entwickelt hat und wie sie im regionalen Vergleich einzuschätzen ist, sind im Anhang zwei Grafiken beigefügt. Darin werden die Messergebnisse für die PM10-Belastung (Anlage: Diagramm 1) und die NO2-Belastung (Anlage: Diagramm 2) der Oberhausener und auch der Messstationen anderer Städte im Ruhrgebiet im Zeitablauf dargestellt.
Entgegen dem Trend in NRW ist der Jahresmittelwert der Feinstaub-PM10-Belastung an der Mülheimer Straße im Vergleich zum Vorjahr um 1 µg/m³ zurückgegangen. Bezogen auf die Anzahl der Tage mit einem gemessenen Mittelwert > 50 µg/m³ war jedoch ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Dies ist unter anderem auf die meteorologischen Rahmenbedingungen des letzten Jahres zurückzuführen und dort im Speziellen auf den trockenen Jahresverlauf von Februar bis September.
Die Grenzwerte an der Mülheimer Straße wurden jedoch wie im gesamten Ruhrgebiet eingehalten, und die Belastung bewegte sich regional betrachtet im Mittelfeld.
Bei der Entwicklung der NO2-Belastung an der Mülheimer Straße gab es beim Jahresmittelwert im letzten Jahr an den beiden Messstellen ein einheitliches Bild. Während der Wert am Passivsammler im Vergleich zum Jahr 2017 konstant bei 46 µg/m³ geblieben ist, kam es an der kontinuierlichen Messstation zu einem Rückgang um 3 µg/m³ auf ebenfalls 46 µg/m³. Der längerfristige Trend der NO2-Belastung lässt sich wegen der zwischenjährlichen Wetterschwankungen belastbarer durch einen Mehrjahrestrend darstellen. Dieser zeigt nach Auswertungen des LANUV einen kontinuierlichen Rückgang, der in Bezug auf über 80 Verkehrsmessstationen in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich bei einer Rate von knapp über 2 %, entsprechend 1 µg/m³ pro Jahr liegt. Dies trifft auch auf die Messstationen in Oberhausen zu.
Mit 46 µg/m³ wird der Grenzwert von 40 µg/m³ an beiden Stationen weiterhin nicht eingehalten und es besteht für die Mülheimer Straße nach wie vor dringender Handlungsbedarf. Die höchsten Überschreitungen in NRW wurden in Köln (59 µg/m³), Düren (54 µg/m³) und Düsseldorf (54 µg/m³) gemessen. Die Tatsache, dass die Überschreitungen in ganz NRW ausschließlich an Verkehrsmessstationen auftreten, zeigt, dass weitere Maßnahmen insbesondere im Bereich des Straßenverkehrs notwendig sind.
Die Stadt Oberhausen hat für den Masterplan „Saubere Luft für Oberhausen“ Maßnahmen erarbeitet, die entsprechend dem Ratsbeschluss vom 17.12.2018 in die Ergänzung des Luftreinhalteplans eingebracht werden. Diese wird aktuell von der Bezirksregierung zusammen mit der Stadt und anderen relevanten Akteuren aufgestellt. Die Finanzierung der Maßnahmenumsetzung ist mit Hilfe verschiedener Förderprogramme von Bund und Land vorgesehen. Der Umweltausschuss wird in Zukunft laufend über die weiteren Aktivitäten informiert.
Kurzfassung
Der Bericht informiert über die Messergebnisse für Feinstaub und Stickstoffdioxid, die vom LANUV an der Messstation Oberhausen-Mülheimer Straße für das Jahr 2018 erfasst wurden. Da der Grenzwert für die Stickstoffdioxid-Belastung an der Mülheimer Straße wie auch an vielen anderen Messstationen nach wie vor nicht eingehalten wird, sind landesweit weitere Maßnahmen zur NO2-Reduzierung notwendig. Die Verwaltung erarbeitet entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Ergänzung des Luftreinhalteplans zusammen mit der Bezirksregierung und anderen relevanten Akteuren. Die Finanzierung der Maßnahmenumsetzung ist mit Hilfe verschiedener Förderprogramme von Bund und Land vorgesehen.
Anlagen
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öffentlich
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141,1 kB
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