Berichtsvorlage - M/16/4168-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Durchforstungen im Stadtwald OberhausenGeplante Maßnahmen in 2018/2019
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Brigitte Netterdon
- Verantwortung:
- Werntgen-Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Naturschutzbeirat
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Kenntnisnahme
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22.11.2018
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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29.11.2018
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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04.12.2018
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Kenntnisnahme
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06.12.2018
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Sachverhalt
Sachdarstellung
A. Grundsätze der Waldpflege
In Oberhausen gibt es insgesamt ca. 1.000 ha Wald, der unverzichtbare ökologische und Erholungsfunktionen erfüllt und der forstlich gepflegt und bewirtschaftet wird. Der größte Waldbesitzer ist die Stadt, deren Waldbesitz von 466 ha von unserem Stadtförster Jürgen Halm Oberhausener Gebäudemanagement Oberhausen GmbH (OGM GmbH) gepflegt und bewirtschaftet wird. Der übrige Wald ist im Landesbesitz (Hiesfelder Wald ca. 411 ha), gehört dem Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) (Grafenbusch, Klosterhardt) oder verteilt sich auf kleinflächigen Privatbesitz.
Die städtischen Wälder werden auf der Grundlage einer mittelfristigen Betriebsplanung, der sogenannten Forsteinrichtung, bewirtschaftet. Diese Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Regionalforstamt Ruhrgebiet erarbeitet. Sie legt jeweils für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Der derzeitigen Forsteinrichtung hat der Umweltausschuss am 08.03.2012 zugestimmt (Vorlage B/15/1839-01).
Auf Grundlage dieser Forsteinrichtung werden von der OGM GmbH alljährlich die Maßnahmen des Holzeinschlages geplant und mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen abgestimmt. Diese Planung erfolgt als laufendes Geschäft der Verwaltung.
Bei der Auswahl und Durchführung der Durchforstungen werden seit jeher die Belange der Ökologie und die Interessen der naturnahen Erholungsnutzung und Waldbewirtschaftung berücksichtigt. In diesem Jahr erfolgt erneut eine intensive Bürgerbeteiligung vor Umsetzung der Maßnahmen, wie bereits in den zurückliegenden Jahren.
In der kommenden Fällperiode 2018/2019 werden 14 Bestände auf einer Fläche von ca. 32 ha durchforstet. Insgesamt ist der Einschlag von 1.410 Festmetern geplant. Ein Kahlschlag findet auch in diesem Jahr nicht statt. Die zu Beginn erwähnte Forsteinrichtung sieht eine jährliche Nutzungsmöglichkeit von 1.588 Festmetern pro Jahr vor. Diese 1.588 Festmeter würden einer durchschnittlichen Nutzung von 3,8 Festmetern pro Jahr und Hektar forstlicher Nutzfläche entsprechen. Der durchschnittliche Zuwachs im Stadtwald liegt bei etwa 5,2 Festmetern pro Jahr und Hektar. Es wächst also – wie seit langem – mehr Holz zu als geerntet wird.
Auf Grund der klimatischen Verhältnisse in den letzten Jahren gestaltet sich die forstliche Nutzung in den Wintermonaten auf Grund von Nässe und Sturmereignissen immer schwieriger. Eine vollständige Durchforstung der angedachten Bestände gemäß Holzernteplan konnte nur in Teilbereichen erfolgen.
Grundsätzlich haben die systematischen Durchforstungen unserer Waldbestände wesentliche Vorteile. Neben der Bildung stabiler, gut wüchsiger Waldbestände fördern Durchforstungsmaßnahmen die Entwicklung von stärkeren, gesünderen und ökologisch wertvolleren Bäumen. Auch die Artenvielfalt profitiert von den Durchforstungen durch eine Erhöhung der Strukturvielfalt auf Grund der wesentlich besseren Entwicklung der Strauch- und Krautschicht. Durchforstungen erhöhen darüber hinaus die Verkehrssicherheit und verbessern die Eignung von Waldgebieten für die intensive Erholungsnutzung. Die Nutzung des nachwachsenden Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral.
Unser vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige und unabdingbare Maßnahme zur Stabilisierung des Einzelbaumes und damit auch des gesamten Ökosystems.
B. Konkrete Fällmaßnahmen im Winter 2018/2019
Die Lage der 14 Durchforstungsflächen ist der anliegenden Übersichtskarte zu entnehmen. Einige Besonderheiten bei der Pflege der Waldbestände werden im Folgenden kurz erläutert.
Der diesjährige Holzernteplan unterscheidet sich nicht grundlegend von den Planungen des Vorjahres. Im letztjährigen Planungszeitraum konnte aufgrund des sehr nassen Herbstes und Winters 2017/2018 sowie des nachfolgenden Sturmereignisses Frederike im Januar 2018 die Holzernte nicht wie ursprünglich vorgesehen durchgeführt werden. Einerseits waren nach dem Sturm die Forstunternehmer mit ihren Maschinen durch die landesweit notwendigen Aufräumarbeiten anderweitig gebunden, anderseits wurde das eigene Personal für die Sturmschadensbeseitigung in Bereichen außerhalb des Waldes im Stadtgebiet benötigt.
Aus diesen Gründen konnten im Durchforstungszeitraum 2017/2018 nur 496 statt der eigentlich geplanten 1.450 Festmeter geerntet werden. Die diesjährige Planung beinhaltet deshalb zu großen Teilen die identischen Bestände und Waldgebiete des Vorjahres (siehe Übersichtskarte).
- In Osterfeld
Hauptsächlich werden Bestände der mittleren Altersklassen berücksichtigt.
Im Segment des Buchenaltholzes sind 2 Gebiete im Stadtwald Osterfeld von 4 und 1 ha Größe zur Durchforstung vorgesehen. Gleichzeitig soll die bereits begonnene Aufforstung zwischen der Nürnberger Straße und der Pflugbeil-Arena auf einer Fläche von 0,4 ha fortgeführt werden.
Im Volksgarten Osterfeld ist ein 1,2 ha großer Eichenbestand in die Planung aufgenommen worden.
Die genannten Bestände waren bereits Bestandteil des Holzernteplans 2017/2018.
- In Sterkrade
Im Sterkrader Wald sollen die bereits für die Fällperiode 2017/2018 vorgesehenen zwei Waldbestände von insgesamt 5,8 ha (ca. 245 Festmeter) aus vorwiegend Erle, Bergahorn und Roteiche entlang des Buchenweges sowie ein Waldstreifen mit ähnlicher Artenzusammensetzung entlang der A3 an der Jägerstraße mit einer Gesamtfläche von 4,9 ha (ca. 205 Festmeter) durchforstet werden. Ein 1,2 ha großer Bestand südlich des Autobahnkreuzes wird mit ca. 80 Festmetern neu in die diesjährige Durchforstung aufgenommen. Der Bestand besteht vorwiegend aus Pappeln und Roteichen.
In der Hühnerheide sind Arbeiten, wie bereits im letzten Jahr, auf dem alten Teil der Deponie und in der Nähe der Forststraße geplant (6,7 ha/ ca. 200 Festmeter). Weiterhin sollen Durchforstungen im Alsbachtal (3,48 ha/ 100 Festmeter) und in dem Waldgebiet an der Bremener Straße (1,76 ha/ 90 Festmeter) ausgeführt werden.
Die Maßnahmen werden ausschließlich in der vegetationslosen Zeit von Oktober bis März, vorzugsweise bei trockener Witterung zur Vermeidung von Boden- und Wegeschäden durchgeführt.
Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, bietet die Verwaltung wie in den letzten Jahren exemplarisch zwei Ortsbegehungen an.
Am 11.12.2018 um 15:00 Uhr soll eine Ortsbegehung im Revierpark (Treffpunkt: Parkplatz Nürnberger Straße/ Koppenburgstraße) durchgeführt werden.
Am 12.12.2018 um 15:00 Uhr wird eine Begehung im Bereich des Sterkrader Waldes (Treffpunkt: Bürgermeisterweg an der Autobahnunterführung A3) angeboten.
Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder allmählich so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist. Würden wir auf die Durchforstungen verzichten, käme es langfristig zu einer Vergreisung und letztendlich zum plötzlichen Zusammenbruch ganzer Wälder, sodass die Erholungsfunktion dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wäre, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.
C. Arbeitsausführung und Kostenrechnung
Der Verkauf des Holzes aus städtischen Wäldern wird nach dem Verfahren „auf dem Stock Verkauf“ veräußert. Hierbei erwirbt ein Forstunternehmen das noch „stehende Holz“ im Wald zu einem festgelegten „Marktpreis“ und übernimmt zu seinen eigenen Kosten die Holzernte. Die Holzernte beinhaltet die Fällung, Aufbereitung und das Rücken der Stämme zum Waldweg. Die Kosten für die Holzernte werden als Werbungskosten bezeichnet. Aus der Differenz zwischen Marktpreis und Werbungskosten lässt sich der Gesamtholzerlös berechnen.
Beispiel: Marktpreis: 43,00 €/ FM
Werbungskosten: 25,00 €/ FM
Erlös: 18,00 €/ FM
Die Werbungskosten differieren je nach Waldart und Geländebedingung. Sie werden deshalb individuell für jeden Einsatzort ausgehandelt.
Im Jahr 2017/2018 war der Erlös auf Grund der oben bereits angesprochenen Witterungsbedingungen geringer als geplant und lag bei ca. 8.000,00 €. Der Holzverkaufserlös aus der Holzernte im Winterhalbjahr 2018/2019 wird voraussichtlich 22.635,00 € betragen. Der Erlös des Holzverkaufs wird für die naturnahe Waldpflege im Oberhausener Stadtgebiet eingesetzt.
Kurzfassung
In der Fällperiode 2018/2019 werden im Stadtwald 14 Waldbestände ganz oder teilweise durchforstet. Die diesjährige Planung unterscheidet sich nicht grundlegend von den Planungen des Vorjahres. Im letztjährigen Planungszeitraum konnte aufgrund des sehr nassen Herbstes und Winters 2017/2018 sowie des nachfolgenden Sturmereignisses Frederike im Januar 2018 die Holzernte nicht wie ursprünglich vorgesehen durchgeführt werden. Insgesamt werden auf einer Fläche von 32 ha ca. 1.410 Festmeter Holz geerntet.
Insgesamt wird deutlich weniger Holz geerntet als im gleichen Zeitraum zuwächst. Alljährlich werden gemäß Forstbetriebsplan durchschnittlich etwa 3,8 Festmeter pro ha forstlicher Nutzfläche geerntet, während ca. 5,2 Festmeter pro ha zuwachsen. Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern, sichern gleichzeitig die ökologischen Funktionen und gewährleisten dauerhaft die Erholungsnutzung.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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öffentlich
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4,2 MB
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