Berichtsvorlage - M/16/4046-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Suchthilfeplanung für die Stadt Oberhausen - Zwischenbericht 2018
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheitswesen
- Bearbeitung:
- Cigdem Aksoy
- Verantwortung:
- Dr. Karbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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28.11.2018
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Suchthilfeplanung für die Stadt Oberhausen
-Zwischenbericht 2018-

1.) Entscheidungsprozess zur Suchthilfeplanung in Oberhausen
• Durch eine starke Ausdifferenzierung des Suchthilfesystems werden zunehmend spezialisierte Angebote notwendig sein, die auf die veränderten Bedürfnisse der hilfesuchenden Menschen abgestimmt werden müssen (nicht stoffgebundene Süchte, Kinder aus suchtbelasteten Familiensystemen, Sucht im Alter, legal highs, Essstörungen, Amphetamine, Doppeldiagnosen etc.)
• Weitverbreitete Mythen und Legenden innerhalb der Bevölkerung:(„Eine Abhängigkeit entsteht doch durch eigenes Verschulden“ und sollte in der Konsequenz daher weniger Unterstützung erfahren als eine -klassische- Erkrankung wie z.B. Diabetes, Hypertonie, chronische Rückenleiden usw.)
• Aufbau einer bislang noch nicht vorhandenen Suchthilfeplanung für die Stadt Oberhausen ist ein unverzichtbares Instrument um - trotz knapper Ressourcen - eine Effektivierung, Steuerung und Entlastung des vorhandenen Suchthilfesystems, in enger und deutlich verbesserter Kooperation mit den vorhandenen Netzwerkakteuren, herbeizuführen.

2.) Aktueller Stand der „Suchthilfeplanung“ (Start Mai 2018)
- Bericht „Weiterführung der Suchtberatung des Caritasverbandes Oberhausen e.V. / Suchthilfeplanung der Stadt Oberhausen“ am 05.12.17 seitens Psychiatrie- u. Suchtkoordination im Sozialausschuss vorgelegt.
- Koordination der Suchtkrankenversorgung auf örtlicher Ebene gehört -nach ÖGDG NRW- zu den ursächlichen Aufgaben der Kommune.
- In Absprache mit Frau Lauxen, dem Bereich Gesundheitsplanung sowie der Psychiatrie- u. Suchtkoordination wurde gemeinsam entschieden, dass die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung einer Suchthilfeplanung im Rahmen der 28. Gesundheitskonferenz am 16.05.2018 stattfinden wird.
3.) Allgemeine Ziele der Suchthilfeplanung
- Bewusstsein bei den Bürgerinnen u. Bürgern fördern
- Abbau von Stigmatisierung, Diskriminierung, Ängsten, Vorurteilen
- Bedarfsanalyse / Ist-Stand (Erhebung von Angeboten /Zahlenmaterial)
- Motivation von Betroffenen und Angehörigen zur Inanspruchnahme vorhandener Hilfsangebote
- Hauptziel: Koordination der Säulen
- Prävention
- Beratung/Betreuung
- Selbsthilfe
- Therapie/Behandlung
- Nachsorge/Wiedereingliederung
= Effizienteres Versorgungssystem
- Zuordnung der Suchthilfe
- (Verortung/Anbindung in welche Bereiche?)
- Bedarf an kompetenten Fachkräften decken/Qualifizierungsmaßnahmen
- Einnahmequellen überprüfen (z.B. Ambulante-Reha-Sucht, Abrechnung Nachsorgeangebote…)
- Orientierung am Landeskonzept gegen Sucht NRW / Aktionsplan gegen Sucht NRW (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege u. Alter des Landes NRW)
- Suchthilfeplanung sollte z.B. mittels geeigneter Präventionsangebote dafür Sorge tragen, dass einer Suchthaltung/-entstehung möglichst frühzeitig vorgebeugt wird
- Am Ende der Suchthilfeplanung sollte ein ausdifferenzierter Suchthilfebericht mit klarer Zielsetzung formuliert werden, der nachhaltig und überprüfbar ist.


4.) Die Lenkungsgruppe „Suchthilfeplanung Oberhausen“ verfolgt folgende Ziele:
- Status quo : Umfassende Angebots- und Datenerhebung
- Planung, Koordination, Steuerung u. Vernetzung der Suchthilfeangebote in der Stadt Oberhausen
- Kontinuierliche Bedarfsanalyse und Schaffung eines ausreichenden sowie bedarfsorientierten Versorgungsnetzes
- Vorhandene Ressourcen effektiver zu nutzen
- Qualitätssicherung und stabile Planungssicherheit für Leistungsträger und Leistungsanbieter
- Verbesserung der Kommunikationsebene an den Schnittstellen
- Ganzheitliche Ausrichtung der für die Versorgung von abhängigen Menschen Verantwortlichen zu unterstützen und somit Kooperation, Koordination, Integration, Prozesse, Ausrichtung und Abstimmung zu unterstützen
- Die Lenkungsgruppe hat den Anspruch, die Schaffung eines Oberhausener Suchthilfesystems zu installieren, in dem alle beteiligten Institutionen, die Menschen mit einer Abhängigkeit behandeln, beraten und betreuen, sich vernetzen.
- Durch Koordination der Säulen Prävention, Beratung/Betreuung, Selbsthilfe, Therapie/Behandlung und Nachsorge/Wiedereingliederung soll ein effizienteres Versorgungssystem aufgebaut werden
5.) Aufgaben u. Kompetenzen der Lenkungsgruppe „Suchthilfeplanung Oberhausen“
- Die Lenkungsgruppe stellt ein Fachgremium für das Themenfeld der Suchtkrankenhilfe dar und besitzt eine beratende Fachkompetenz
- Die Autonomie der einzelnen Träger und Institutionen bleibt unberührt
- Die Lenkungsgruppe wird regelmäßig durch die Koordinationsstelle Sucht des LVR-Rheinland unterstützt
- Die Lenkungsgruppe entwickelt Richtlinien und Handlungsempfehlungen und schafft durch die Ausübung ihrer Aufgabe die Grundlage zukünftiger Ausrichtungen der Suchtkrankenhilfe
- Die Lenkungsgruppe entwickelt und begleitet die kontinuierliche Verbesserung der Kooperation und der Leistungsfähigkeit des Suchthilfesystems
- Evaluierte Daten sowie die Entwicklung der Netzwerke werden reflektiert, bewertet, auf ihre Wirksamkeit überprüft und ggf. Optimierungsmaßnahmen, in Absprache mit allen beteiligten Institutionen, beschlossen
- Einrichtung von themenbezogenen Arbeitsgruppen und deren Auftragsdefinition
- Kontinuierliche Fortschreibung der Suchthilfeplanung
- Regelmäßige Suchtberichterstattung
- Orientierung am Landeskonzept gegen Sucht NRW / Aktionsplan gegen Sucht NRW
(Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege u. Alter des Landes NRW)
- Ressourcenmanagement (so auch träger- u. einrichtungsübergreifende Nutzung
von Förderprogrammen der EU, des Bundes, des Landes NRW, der Leistungsträger
u.a.)
6.) Zusammensetzung der Lenkungsgruppe
- In der Lenkungsgruppe „Suchthilfeplanung Oberhausen“ vertreten sind diejenigen Institutionen bzw. Träger, die direkt und überwiegend Arbeit mit suchtabhängigen Menschen in Oberhausen leisten.
- Das aktuelle Teilnehmerverzeichnis ist Anlage dieser Geschäftsordnung.
- Eine Teilnahme ist auf Entscheidungsebene gewünscht. Die Mitgliedschaft in der Lenkungsgruppe „Suchthilfeplanung Oberhausen“ ist kontinuierlich vorgesehen. Bei Verhinderung des Mitgliedes ist die Teilnahme durch eine/n persönlich bestellte/n Vertreter/in seitens der entsendenden Einrichtung möglich.
- Die Mitglieder der Lenkungsgruppe geben die Informationen aus den Sitzungen an die entsendenden Einrichtungen weiter.
- Die Lenkungsgruppe kann durch die Aufnahme zusätzlicher Mitglieder, nach Rücksprache mit den Mitgliedern der laufenden Lenkungsgruppe, erweitert werden.
7.) Geschäftsführung der Lenkungsgruppe Suchthilfeplanung
- Die Geschäftsführung der Lenkungsgruppe „Suchthilfeplanung Oberhausen“ wird durch den Fachbereich 3-4-10-120 / Psychiatrie- und Suchtkoordination des Bereiches Gesundheitswesen (Gesundheitsamt) der Stadtverwaltung Oberhausen wahrgenommen.
- Zu den Aufgaben der Geschäftsführung gehören insbesondere die Ablauforganisation sowie die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, Erstellung von Protokollen, Tagesordnungen etc. -Zuvor abgestimmte Positionen können auch nach außen vertreten werden-.
8.) Lenkungsgruppe (Mitgliederverzeichnis ab Mai 2018)
Institution | Funktion |
Gesundheitsamt | Bereichsleitung |
Sozialpsychiatrischer Dienst | Fachbereichsleitung |
Bereich Kinder, Jugend, Bildung/ Fachbereich Beratung | Fachbereichsleitung |
Klinik für Psychiatrie / Psychotherapie St. Josef-Hospital | Chefarzt |
Klinik für Psychiatrie / Psychotherapie / Psychosomatik Johanniter Krankenhaus | Chefarzt |
Caritasverband e.V. Oberhausen | Direktor |
Psychosoziales Gesundheitszentrum Caritasverband e.V. | Leitung |
Der Paritätische / Selbsthilfekontaktstelle | Geschäftsführung |
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein | Niedergelassener Arzt |
intego (Gemeinnützige Gesellschaft für Integration Oberhausen mbH) | Geschäftsführung |
Selbsthilfe, Kontakt und Beratung, medizinische Hilfen, Koordination IV intego | Fachbereichsleitung |
Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenkreises | Leitung |
Psychosoziales Gesundheitszentrum Diakonie | Abteilungsleitung |
Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ | Einrichtungsleitung |
Substitutionsbehandlung | Facharzt und Psychotherapeut |
Aidshilfe | Geschäftsführung / stellv. Geschäftsführerin |
Amtsapotheke | Amtsapothekerinnen für die MEO-Region |
Kommissariat Prävention und Opferschutz Polizei Oberhausen/ | Leiter |
Präventiver Rat Oberhausen | Geschäftsführung |
Psychiatrie- und Suchtkoordination | Psychiatrie- und Suchtkoordinator |
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9.) NBQM-Ein Modell zur Verbesserung von Kooperation und Koordination
Die Koordinationsstelle Sucht des LVR hat zugesagt, den Prozess der Suchthilfeplanung in Oberhausen zu begleiten. In der Gesundheitskonferenz am 16.05.2018 hat sie das NBQM (Qualitätsmanagement-Modell zur Verbesserung der Kooperation und Vernetzung in der kommunalen Suchthilfe) vorgestellt.
„Ein Weg, die Vernetzung in der kommunalen Suchtkrankenhilfe systematisch zu entwickeln, bildet die Einführung eines Netzwerkmanagements (NBQM).
NBQM stützt sich auf Elemente des „Total Quality Managements (TQM)“, die für die systematische Entwicklung von Anforderungen und Maßnahmen zur Vernetzung unterschiedlicher Hilfeträger modifiziert wurden.
Regionale Hilfesysteme werden dabei betrachtet wie komplexe Organisationen, die auf der Grundlage eines umfassend ausgerichteten Managementmodells gesteuert und
(weiter-)entwickelt werden sollen.
Ziel ist es, ein ganzheitliches, umfassendes Denken und Handeln der an der Versorgung beteiligten Einrichtungen und Dienste zu fördern und damit Kooperation, Koordination und Kommunikation zu unterstützen.
Grundlage für NBQM ist der neun Kriterien umfassende Katalog, der Anforderungen an Strukturen sowie Abläufe und Maßnahmen beinhaltet, die für den Erfolg eines Netzwerkes von Bedeutung sind.
Der Katalog erfüllt zwei Aufgaben:
- Er dient als Anregung für netzwerkbezogene Aktivitäten
- Er ist Bewertungsmaßstab für den Grad der kommunalen Vernetzung
Mit seiner Anwendung im Rahmen eines mehrjährigen zyklischen Arbeitsprogramms wird der Weg zu einem systematischen entwickelten Netzwerk beschritten, der sehr flexibel gestaltet und an die jeweils gegebenen Möglichkeiten angepasst werden kann.“[1]










[1] „Netzwerkmanagement in der Kommunalen Suchtkrankenhilfe NBQM, Herausgeber: LVR Dezernat Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen, 4. Überarbeitete Auflage, Köln 2017
