Berichtsvorlage - M/16/3353-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Projektbericht Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern.
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend
- Bearbeitung:
- Melanie Knut-Sikora
- Verantwortung:
- Frau Dr. Jordan-Ecker , Frau Becker
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Geplant
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
07.03.2018
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Schulausschuss
|
Kenntnisnahme
|
|
|
|
14.03.2018
|
Sachverhalt
Sachdarstellung
Projektbericht
- Projektverlauf
1.1. Beginn des Projektes
Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Oberhausen ist aus einem in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführten Projekt mit 15 Kindertageseinrichtungen und Schulen hervorgegangen.
In diesem Projekt wurden neue Wege gesucht, die Zusammenarbeit mit Eltern qualitativ weiterzuentwickeln. Hintergrund war die Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit mit Eltern einer der wichtigsten Schlüssel für den Bildungserfolg insbesondere benachteiligter Kinder und Jugendlicher ist.
1.2 Die Weiterentwicklung des Netzwerks Bildungs-und Erziehungspartnerschaft
Seit 2013 sind jährlich neue Einrichtungen zum Netzwerk hinzugekommen, die sich den vereinbarten Qualitätsleitlinien angeschlossen haben. Mittlerweile besteht das Netzwerk aus:
- 14 Kooperationspartnern
- 37 Kindertageseinrichtungen
- 17 Grundschulen
- 6 weiterführenden Schulen
Eine Übersicht der Netzwerkpartner ist als Anlage beigefügt.
- Bausteine des Prozesses:
- Erarbeitung von Qualitätsleitlinien einer wirkungsvollen Zusammenarbeit mit Eltern
- Aufbau eines Netzwerkes
- Dokumentation der Projektergebnisse in einem Materialordner
- Durchführung von Fachtagen zur Qualitätssicherung
2014: Die Bedeutung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Oberhausen für die Weiterentwicklung der Regionalen Bildungslandschaft.
2015: Motivation für Bildung – Bausteine für die Qualitätsentwicklung
2016: Aktuelle Herausforderungen für Bildung und Jugendhilfe und ihre Bedeutung für die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
2017: Positive Bindungserfahrungen als Fundament für gelungene Bildungsbiografien
- Bildung einer Steuergruppe zur Planung eines systematischen Zielentwicklungsrahmens
- Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern im Bereich der motivierenden Gesprächsführung (MI)
- Umsetzung von Projektzielen
Bewilligung der Mittel durch den Schulausschuss vom 23.04.2015.
3.1 Materialordner
Der entstandene Materialordner „Tipps für eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“ bündelt die bisherigen Ergebnisse des Projektes. Er sichert die Erkenntnisse und macht sie auch für andere interessierte Bildungseinrichtungen verfügbar.
Der Materialordner wurde sukzessive mit Angeboten und Arbeitsformen der „neuen Kooperationspartner“ gefüllt. Des Weiteren wurden gute Beispiele aus der Praxis dokumentiert, die für andere Netzwerkmitglieder interessant sein können.
3.2 Durchführung von Fachtagen
Die Fachtage dienen den pädagogischen Einrichtungen als Rahmen für ihre konstruktive Zusammenarbeit zu den Qualitätsleitlinien und für die Aufnahme neuer Bildungseinrichtungen in das Netzwerk.
Angesprochen werden Leitungskräfte, Fachberaterinnen und Fachberater, Fachkräfte aus pädagogischen Einrichtungen als multiprofessionelle Teams.
Die vier Fachtage wurden jeweils von ca. 120 Fachkräften besucht.
Das Programm dieser Fachtage beinhaltete ein fachliches Impulsreferat und wurde durch sich anschließende Workshops zum jeweiligen Themenbereich praxisorientiert untermauert.
Auch in 2018 wird dieses Format fortgesetzt.
3.3 Ausbildung von Trainerinnen und Trainern im Bereich der motivierenden Gesprächsführung
Ein besonderer Bedarf an Weiterbildung wurde in dem Bereich der Kommunikation und Gesprächsführung mit Eltern erkannt und definiert. Insbesondere mit den Eltern derjenigen Kinder, die häufig zu den Bildungsverlierern gehören, wird die Zusammenarbeit als sehr schwierig erlebt. Diese Eltern werden als nicht motiviert beschrieben, und oftmals sind auch die Gespräche konfliktreich, wenn sie denn überhaupt stattfinden. Nicht zuletzt kommt es immer wieder vor, dass die Frage nach dem Wohl der betroffenen Kinder bestellt wird, und Gespräche im Kinderschutz stellen Fachkräfte vor die größten Herausforderungen.
Hier wurde gemeinsam mit der Stadt Hamm 2016 ein Projekt zur Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern im Bereich der motivierenden Gesprächsführung begonnen. Mit diesem Konzept hatte es vorher schon sehr positive Erfahrungen geben, und Einrichtungen, die in diesem Bereich geschult worden waren, hatten davon berichtet, dass dieses Konzept sehr praxisnah und gleichzeitig wirkungsvoll ist. Gleichzeitig gab es aber nicht genügend Ressourcen (insbesondere qualifizierte Trainerinnen und Trainer), um den Bedarf an Weiterbildung zu decken.
In 2016 und 2017 wurden fünf Fachkräfte aus dem Oberhausener Bildungsnetzwerk aus unterschiedlichen Institutionen (Kindertageseinrichtung, Kinderschutz, Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, Psychologische Beratungsstelle), als Trainerinnen ausgebildet. Durchgeführt wurde die Ausbildung von der Quest Akademie Heidelberg, eine der renommiertesten Schulungsakteure im Bereich der motivierenden Gesprächsführung.
Im Anschluss an die Ausbildung wurde eine Broschüre „Motivierende Gesprächsführung in Bildungseinrichtungen und in der Kinder- und Jugendhilfe“ erstellt, die die Angebote der MI Schulungen vorstellt und nun in den Bildungseinrichtungen verbreitet werden soll.
Zusätzlich wurde eine Homepage mi-im-pott.de erstellt, die als Informationsplattform für interessierte Fachkräfte dient.
Die für Oberhausen ausgebildeten Trainerinnen im Bereich der motivierenden Gesprächsführung haben bereits in 2016 und 2017 die Fachtage thematisch unterstützt.
- Ausblick 2018/2019
4.1 Materialordner
Der Materialordner wird um einen weiteren Baustein ergänzt:
- Professionalität in der Arbeit mit Eltern. Methodisch-didaktische Grundlagen für gruppenbezogene Arbeitsformen und Veranstaltungen für und mit Eltern in der „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“.
Inhaltlich ist Matthias Bartscher, Kooperationspartner im Jugendamt Hamm, für diesen Baustein verantwortlich.
4.2 Fachtag
Der Fachtag 2018 ist für den 26.09.2018 geplant.
Thematisch wird es um die Professionalität in der Arbeit mit Eltern gehen. Professionalität bedeutet bewusst, planvoll, methodisch und reflektiert zu handeln.
Praxisorientiert werden methodisch-didaktische Grundlagen für gruppenbezogene Arbeitsformen und Veranstaltungen für und mit Eltern angeboten.
4.3 MI Trainerinnen
Die Trainerinnen arbeiten im Rahmen der lokalen Netzwerke zur „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“. Ziel ist die Verbesserung der konstruktiven Zusammenarbeit mit Eltern in Bildungseinrichtungen, in der Jugendhilfe und weiteren kooperierenden Diensten und Einrichtungen. Die Trainerinnen unterstützen Fachkräfte aus diesen Bereichen durch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen mit dem Ziel, die Kommunikation mit Eltern zu verbessern, zielorientierte und lösungsorientierte Gespräche zu führen.
Die Bedarfe in den Bildungseinrichtungen und in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe sind sehr unterschiedlich. Insofern handeln die Trainerinnen mit den Auftraggebern individuelle Settings, Inhalte und Arbeitsformen aus.
Inzwischen sind bereits 14 Fortbildungsanfragen beim Bildungsbüro eingegangen, das den inhaltlich- organisatorischen Rahmen sicherstellt. Die Trainerinnenteams arbeiten im Kontext ihrer beruflichen Tätigkeit und ohne zusätzliche Honorierung. Sachkosten müssen vom jeweiligen Auftraggeber übernommen werden.
Die Durchführung und Evaluation der Fortbildungen wird dem Bildungsbüro gegenüber dokumentiert.
Die MI Trainerinnen werden 2018 durch einen Supervisionstag mit der Quest Akademie in ihrer fachlichen Weiterentwicklung unterstützt.
Die Ausbildung weiterer Trainerinnen und Trainer wird sich an den Bedarfen der Praxis orientieren.
4.4 Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe
Damit die Qualitätsleitlinien der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von weiteren Akteuren aufgegriffen werden, steht die Implementierung im Bereich der Jugendhilfe für 2018/19 noch aus.
Mit dem Bereich 3-1 Kinder, Jugend werden Gespräche gesucht, wie Familien, die von Entwicklungsrisiken und Krisen betroffen sind, von dem Konzept der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft profitieren könnten.
4.5 Partizipation von Schulpflegschaften
Damit die Qualitätsleitlinien einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft nicht nur von Fachkräften getragen werden, ist die aktive Einbeziehung der Beteiligten und Adressaten – also der Eltern - ein weiterer Meilenstein für 2018.
Der Wunsch der Schulpflegschaften, sich kennen zu lernen, auszutauschen und in einem weiteren Schritt zu vernetzen soll durch das Bildungsbüro unterstützt werden.
In Zusammenarbeit mit dem „Forum Schule“ sollen Angebote für Schulpflegschaften gemacht werden. Dabei soll es zunächst um den rechtlichen Rahmen für Schulmitwirkung gehen, allerdings sollen auch Themen der Schulpflegschaften aufgegriffen werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
224,6 kB
|
|||
|
2
|
(wie Dokument)
|
20,8 MB
|
