Berichtsvorlage - M/16/2399-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Wirksamkeitsbericht 2016: Zusammenfassung der Ergebnisse
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend
- Bearbeitung:
- Hendrik Detmers
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Anhörung
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08.03.2017
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Der Jugendhilfeausschuss hat am 29.06.2016 den Abschlussbericht der Evaluation der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Kenntnis genommen (Drucksachen-Nr.: M/16/1795-01). Im Abschlussbericht wurden Ziele für die mobile Jugendarbeit, die Gesamtstadt und die Sozialräume benannt. Die Zielerreichung wird über den jährlichen Wirksamkeitsdialog überprüft.
Für die Umsetzung der Ziele der mobilen Jugendarbeit sind die Träger, die in diesem Tätigkeitsfeld aktiv sind, in Absprache mit dem Fachbereich Jugendförderung verantwortlich. Die Ziele der Gesamtstadt werden von allen Trägern gemeinsam bedient. Die Einrichtungen im Sozialraum sind jeweils für die Ziele ihres Sozialraumes zuständig. Alle Ziele haben eine Geltungsdauer bis zum Ende des Zeitraumes des Kinder- und Jugendförderplanes im Jahr 2020. Während des Wirksamkeitsdialoges werden die Ziele für die einzelnen Einrichtungen festgelegt, so dass die Stringenz der Zielentwicklung von der Gesamtstadt über die Sozialräume sowie mobile Jugendarbeit bis hin zu den einzelnen Einrichtungen vervollständigt wird. Die letztgenannten Ziele wurden im aktuellen Wirksamkeitsbericht erstmals festgelegt und konnten daher noch nicht überprüft werden.
Der Erfassungsbogen wurde im Rahmen der Evaluation erneuert und erstmals nach den Sommerferien 2016 angewandt. Der Beobachtungszeitraum bezog sich dabei auf das laufende Jahr 2016 bis zum Zeitpunkt des Wirksamkeitsdialoges.
Bei dieser erstmaligen Durchführung des neugeordneten Wirksamkeitsdialoges ist festzuhalten, dass die Terminkoordinierung zwischen den Einrichtungen und dem Fachbereich Jugendförderung optimierbar ist. Zukünftig wird der Wirksamkeitsdialog turnusmäßig zwischen dem Fachbereich Jugendförderung des Bereiches Kinder, Jugend, Bildung und den Einrichtungen, nach Einreichung des Verwendungsnachweises bis spätestens 28. Februar, von nun an im März und April eines jeden Jahres durchgeführt und ist für jede Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit verpflichtend. Der erste Durchlauf des neugeordneten Wirksamkeitsdialoges ist als Probelauf zu verstehen, da viele Teile des Erfassungsbogens durch die Einrichtungen noch nicht auszufüllen waren. Daher ist der erste vorliegende Wirksamkeitsbericht nicht vollständig und in Teilen statistisch wenig belastbar.
Von den 29 stationären Angeboten haben 28 am Wirksamkeitsdialog teilgenommen. Die Einrichtung „NoName“ hat aufgrund der externen Förderung durch den Landschaftsverband Rheinland nicht teilgenommen. Das RWO-Fanprojekt nimmt ab dem Jahr 2017 am Wirksamkeitsdialog teil. Darüber hinaus haben alle fünf mobilen Angebote und Streetwork am Wirksamkeitsdialog teilgenommen.
Die folgenden Ziele wurden im Abschlussbericht festgelegt. Die Zielerreichung orientiert sich an den Erkenntnissen, die durch den ersten Wirksamkeitsdialog gesammelt werden konnten.
Ziele für die mobile Jugendarbeit und Streetwork:
Mobile Jugendarbeit hat mit ihrer konzeptionellen Ausrichtung einen stärkeren Gemeinwesenbezug und arbeitet in sozialräumlich orientierten Projekten. Streetwork hingegen hat einen deutlichen Milieu-/Cliquenbezug, wie z. B. zur Drogen-, Punk-, Straßenkinderszene (LAG Streetwork/Mobile Jugendarbeit NRW e.V. Nov. 2012).
- Die mobile Jugendarbeit/Streetwork schafft im Stadtgebiet bedarfsgerechte und aktivierende Angebote an abgestimmten Standorten, um die stationären Angebote zu ergänzen. Sie bietet keine fertigen Lösungen, sondern befähigt junge Menschen dazu, ihre persönlichen Lebenssituationen selbst bewältigen zu können.
- Die mobile Jugendarbeit/Streetwork erschließt bisher unerreichte Zielgruppen im öffentlichen Raum („Laternengruppen“), baut Beziehungen zu den Jugendlichen auf, bietet Orientierungshilfen an und reagiert flexibel auf Veränderungen. Sie wirbt in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz der Lebenssituation der Jugendlichen und tritt als eine Interessenvertretung auf.
- Die mobile Jugendarbeit ist bei Großveranstaltungen, die für Jugendliche besonders attraktiv sind, präsent, schafft Angebote und betreibt Öffentlichkeitsarbeit für alle Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit (baut Schwellenängste gegenüber anderen Hilfsangeboten ab).
Zielüberprüfung in der mobilen Jugendarbeit/Streetwork:
Die mobilen Einrichtungen/Streetwork sind flexibel im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Hauptsächlich sind sie an den folgenden Wochentagen mit den dargestellten durchschnittlichen Zeiten geöffnet:
Wochentag | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
Anzahl der geöffneten Einrichtungen | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | 1 | - |
Durchschnittliche Öffnungszeiten der Einrichtungen | 15:20 bis 18:20 | 15:00 bis 18:20 | 15:00 bis 18:20 | 15:00 bis 18:20 | 15:30 bis 18:30 | 15:00 bis 18:00 |
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Für Streetwork Oberhausen bestehen keine hauptsächlichen Öffnungszeiten. Die Streetworker sind 46,8 Stunden flexibel in der Woche im Einsatz.
Durchschnittlich ist die mobile Jugendarbeit 16,3 Stunden in der Woche im Einsatz.
Insgesamt sind bei allen mobilen Angeboten und Streetwork in Oberhausen 13 hauptamtliche Mitarbeiter*innen mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 21,7 Stunden angestellt. Hinzu kommen 25 geringfügig Beschäftigte mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 4,4 Stunden.
Weitere Erkenntnisse ließen sich aus dem aktuellen Wirksamkeitsdialog im Hinblick auf die mobile Jugendarbeit nicht gewinnen.
Oberhausen Gesamtstadt 2020:
- Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind lebensweltorientiert, interessenaktivierend, innovativ und inklusiv für alle jungen Menschen.
- Auf eine stärkere gesellschaftliche, politische und kulturelle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird ein Schwerpunkt gelegt.
- Sozial benachteiligte Jugendliche werden unterstützt.
- Die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird gefördert
- Neue Zielgruppen wie aktuell zum Beispiel geflüchtete Menschen werden berücksichtigt.
- Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Sozialräumen haben sich bezogen auf die Zielgruppen, Einzugsgebiete und Öffnungszeiten aufeinander abgestimmt.
Zielüberprüfung in der Gesamtstadt:
Die Einrichtungen sind hauptsächlich an den folgenden Wochentagen mit den dargestellten durchschnittlichen Zeiten geöffnet:
Wochentag | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
Anzahl der geöffneten Einrichtungen | 17 | 25 | 26 | 26 | 21 | 6 | Teilweise Sonder-veranstaltungen |
Durchschnittliche Öffnungszeiten der Einrichtungen | 13:40 bis 18:00 | 14:30 bis 19:00 | 14:30 bis 18:30 | 14:40 bis 19:15 | 14:10 bis 17:20 | 10:30 bis 14:30 |
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Die Einrichtungen sind durchschnittlich 19,5 Stunden in der Woche geöffnet. Abstimmungen hinsichtlich der Öffnungszeiten im Quartier haben im Beobachtungszeitraum noch nicht stattgefunden.
Insgesamt sind in den stationären Einrichtungen 56 hauptamtliche Mitarbeiter*innen mit im Durchschnitt 20,7 Wochenstunden angestellt. Hinzu kommen 52 geringfügig Beschäftigte mit einer durchschnittlichen Wochenstundenzeit von 9,4 Stunden. In den stationären Einrichtungen sind eine Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in die Angebotsgestaltung und –durchführung involviert. Insgesamt sind 420 ehrenamtliche Personen in den Einrichtungen aktiv (18 Einrichtungen haben dieses Feld im aktuellen Wirksamkeitsdialog ausgefüllt). Die Einsatzzeiten der ehrenamtlichen Kräfte sind unterschiedlich. Sie reichen von der Hilfe bei einer Veranstaltung im Jahr bis zu regelmäßigen Einsätzen von ein paar Stunden in der Woche.
In den 28 Einrichtungen stehen den Jugendlichen 122 Räume in exklusiver Nutzung zur Verfügung. Weitere 79 Räumlichkeiten können die Jugendlichen mitbenutzen.
Fünf Einrichtungen haben bereits die strukturellen Angaben zur ihrer Besucherschaft im Wirksamkeitsdialog ausgefüllt. Demnach sind 34,2% der Besucher/-innen zwischen 6 und 12 Jahren, 43% zwischen 13 und 17 Jahren sowie 22,8% zwischen 18 und 26 Jahren. In den fünf Einrichtungen ist die Zahl der Besucherinnen (49%) und der Besucher (51%) relativ ausgeglichen. Etwa 41% der Besucher/-innen in diesen fünf Einrichtungen haben eine Zuwanderungsgeschichte. Aufgrund der geringen Anzahl an vorhandenen Daten stehen diese Zahlen unter einem Vorbehalt.
Ebenfalls fünf Einrichtungen haben die Angaben zu ihrer Angebotspalette bereits ausgefüllt. Diese fünf Einrichtungen bieten insgesamt 41 verschiedene Angebotsformate an. Davon sind 17 inklusiv, sechs vorrangig für benachteiligte Jugendliche, ebenfalls sechs von Jugendlichen eingebracht und zwei von Jugendlichen selbst entwickelt und durchgeführt. Sechs Angebote sind vorrangig kulturell oder politisch. Ein Angebot wurde über Drittmittel finanziert. Einige Einrichtungen geben an, dass sich die Inklusivität der Angebote teilweise durch bauliche Einschränkungen schwierig gestaltet.
In den Jugendeinrichtungen existieren viele unterschiedliche Partizipationsmodelle. Exemplarisch wird hier die Einführung des Cevi Parlaments im Beobachtungszeitraum in der gleichnamigen Jugendeinrichtung aufgeführt. Über das demokratische Gremium soll Jugendlichen die Mitsprache und Teilhabe an der Programmgestaltung ermöglicht werden. Andere Einrichtungen nutzen Ideen-Briefkästen, den persönlichen Austausch, Umfragen auf der Facebook-Seite oder Jugendausschüsse, um die Beteiligung innerhalb der Einrichtung sicherzustellen.
Die Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen führen bislang eine unbekannte Anzahl an Beratungsgesprächen mit Jugendlichen. Im nächsten Durchlauf des Wirksamkeitsdialoges wird diese Zahl schätzungsweise erfasst. Im aktuellen Beobachtungszeitraum haben die Einrichtungen angegeben, dass die Mitarbeiter*innen Beratungsgespräche hauptsächlich zu den folgenden Themen geführt haben: Probleme mit der Bewerbung/Schule/Ausbildung, Probleme mit Gewalt und Konflikte, Seelsorge, persönliche Probleme (Familie, Freunde, Liebe, Sexualität) und konstruktive Freizeitgestaltung.
Integrationshemnisse sind laut Angaben der Einrichtungen Sprachbarrieren und Anpassungsprobleme. In den Einrichtungen helfen die Mitarbeiter*innen in den Bereichen Schule und Beruf, Stärkung des Selbstbildes durch sportliche Aktivitäten und Erlernung von kulturellen, sozialen und allgemeinen Regeln, um eine verbesserte Integration zu gewährleisten.
Einzelne Einrichtungen geben Flüchtlinge als Szene oder Gruppe der Besucher*innen an und sind explizit in die Flüchtlingsarbeit involviert. Eine Einrichtung hat zeitweise ausschließliche Öffnungszeiten (zwei Stunden in der Woche) für Flüchtlinge angeboten. Durch eine gelungene Integration sind diese gesonderten Öffnungszeiten jetzt nicht mehr erforderlich.
Innerhalb des ersten Durchlaufes des Wirksamkeitsdialoges haben alle Einrichtungen für ihre Einrichtung selbst Ziele festgelegt, die im zweiten Durchlauf im April 2017 überprüft werden.
Der nächste Wirksamkeitsbericht wird dem Jugendhilfeausschuss voraussichtlich im Juni 2017 vorgelegt.
Anlagen
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(wie Dokument)
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85,8 kB
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