Berichtsvorlage - M/17/5591
Grunddaten
- Betreff:
-
“Hitzeschutz“ – ein Überblick über die Tätigkeiten des Bereiches Gesundheit
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheit
- Bearbeitung:
- Dagmar Kotschy
- Beteiligt:
- Dezernat 2 / Soziales, Gesundheit, Wohnen und Recht
- Verantwortung:
- Dr.Wiggerich;Herr Motschull
- Konsequenzen:
- Keine Angabe zu finanziellen Konsequenzen (Berichte od. Anträge); Keine Angabe zu klimatischen Konsequenzen (Berichte od. Anträge)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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10.09.2024
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Geplant
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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11.09.2024
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Sachverhalt
Die Anzahl heißer Tage in Deutschland nimmt durch den Klimawandel stetig zu. In vielen Städten hat sich die durchschnittliche Zahl der Hitzetage, also Tage mit mindestens 30 °C, in den letzten Jahrzehnten bereits verdoppelt.
Dieser Trend hält an und wirkt in den nächsten Jahren exponentiell ansteigen. Auf den ersten Blick klingt das zunächst nach mehr sonnigen Tagen mit blauem Himmel und Badewetter. Doch die Folgen sind immer häufigere und intensivere Hitzeperioden mit Temperaturen von mehr als 30 °C, tropischen Nächten, in denen es immer noch mindestens 20 °C warm ist und immer stärkeren Wetterereignissen.
Besonders die hohen und länger als früher anhaltenden Temperaturen können dem menschlichen Organismus ernsthaft zu schaffen machen. Vor allem in dicht bebauten Innenstädten und Ballungsgebieten, wo sich Luft staut, sollten die gesundheitlichen Gefahren nicht unterschätzt werden.
Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig auf die zusätzlichen Gefahren einzustellen und sich selbst und andere vor extremer Hitze zu schützen.
Der Bereich Gesundheit der Stadt Oberhausen hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um auf die Gefahren von Hitze aufmerksam zu machen und die Bürger:innen entsprechend zu sensibilisieren.
Auf der städtischen Internetseite finden sich unter dem Stichwort „Hitzeportal“ zahlreiche Informationen und weiterführende Hinweise zu konkreten Hitzeschutzmaßnahmen. Hitzeportal (oberhausen.de)
- Auswirkungen auf die Gesundheit
- Hitzewarnstufen
- Besondere Gefahrenquellen
- Erste Hilfe bei Hitzeerkrankungen
- Tipps für den Umgang mit Hitze
Hier sind ebenfalls hilfreiche Verlinkungen und weitere Informationen, wie die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes, hinterlegt.
Die Einteilung von Hitze in Warnstufen ist wichtig, da die verschiedenen Hitzegrade unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben und so besser auf das Gesundheitsrisiko reagiert werden kann. Die Warnstufen erhöhen das öffentliche Bewusstsein für die Gefahren extremer Hitze und motivieren, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Informationen zur Einteilung der Hitzewarnstufen werden unter Hitzewarnstufen (oberhausen.de) veröffentlicht.
Grundsätzlich gilt: Hitze kann die Gesundheit aller Menschen gefährden!
Viele Menschen fühlen sich durch höhere Temperaturen erstmal wohler. Bleibt das Thermometer dauerhaft über 30°C, auch bei gleichzeitig nächtlichen hohen Temperaturen von 20°C und mehr, leiden so gut wie alle Menschen. Kommt zusätzlich eine höhere Luftfeuchtigkeit dazu, wird unsere Fähigkeit durch Schwitzen die Körpertemperatur zu regulieren massiv beeinträchtigt. Dadurch drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden.
Unter der Rubrik „Verhaltenstipps bei Hitze -GIB ACHT“ Hitzetipps (oberhausen.de)
finden sich allgemeingültige Maßnahmen zum Umgang mit Hitze. Diese werden in den Sommermonaten auch digital über beispielsweise die Monitore der Bürgerservicestellen und Monitore der STOAG veröffentlicht.
Die vergangenen Hitzeperioden haben gezeigt, dass hitzebedingte Gesundheitsprobleme manche Menschen stärker betreffen als andere. Je höher die Anfälligkeit für Erkrankungen ist und je hilfloser eine Person gegenüber Hitzeeinwirkungen ist, umso größer ist das Risiko durch Hitzeeinwirkung zusätzliche Gesundheitsschäden zu erleiden.
Betroffene sind vor allem die folgenden Personengruppen, auf die gesondert eingegangen wird und für die jeweils besonderen Schutzmaßnahmen zu beachten sind: Auswirkungen auf die Gesundheit (oberhausen.de)
- Generation des Alters 65+
- Menschen mit akuten Erkrankungen
- Schwangere
- Säuglinge und Kleinkinder
- Personen, die körperlich schwer und im Freien arbeiten oder intensiv Sport treiben
Es werden weitere Personengruppen in den Blick genommen, die ein erhöhtes Risiko während Hitzeperioden tragen. Durch ein mobiles Beratungsangebot (SA+M) des Diakoniewerks Oberhausen werden wohnungslose und/oder suchtkranke Menschen im Stadtgebiet erreicht und auch in den Sommermonaten vor schädlichen Witterungseinflüssen geschützt. Verteilt werden z.B. Sonnenschutzcremes, Wasserflaschen, Kopfbedeckungen, Sonnenschirme, Fächer und Taschenventilatoren. Das Angebot wird finanziell durch die Stadt Oberhausen unterstützt.
Erste Hilfe bei Hitzeerkrankungen (Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag) ist unabdingbar, um schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen frühzeitig zu begegnen und das Leben der Betroffenen zu schützen. Durch schnelle Hilfe können ernsthafte Komplikationen abgewendet und unmittelbare Symptome gelindert werden. Der Bereich Gesundheit klärt darüber auf, welche Maßnahmen das sein können und ist bemüht, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.
Erste Hilfe bei Hitzeerkrankungen (oberhausen.de)
Auch führt Hitze zur einer verstärkten Bildung von bodennahem Ozon. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Luftqualität und kann insbesondere für empfindliche Bevölkerungsgruppen gesundheitliche Probleme verursachen. Insgesamt führen höhere Temperaturen und die damit verbundenen klimatischen Veränderungen zu einer Zunahme der Allergiebelastung durch längere und intensivere Pollensaisonen, erhöhte Pollenproduktion, Veränderungen in der Verteilung von Pflanzenarten und eine Zunahme von Schimmel und Luftverschmutzung. Diese Faktoren können die Häufigkeit und Schwere von Allergiesymptomen bei empfindlichen Personen erhöhen. Auf die besonderen Gefahrenquellen weist die städtische Internetseite ebenfalls hin und veröffentlicht regelmäßig und der Rubrik „Wusstest Du schon…“ Informationen und Aufklärungstexte zu den verschiedenen Rubriken.
Besondere Gefahrenquellen (oberhausen.de)
Da nicht alle Bürger:innen Digitalformate abrufen können, wurde die Broschüre „Wichtige Tipps für heiße Tage und Nächte“ entwickelt. Broschuere Wichtige Tipps fuer heiße Tage (oberhausen.de)
In kompakter und verständlicher Form werden dort Tipps zum Umgang mit Hitze und Sonneneinstrahlung formuliert. Die Broschüre liegt in verschiedenen städtischen Einrichtungen aus.
Gemeinsam mit dem Dezernat 0/Strategische Planung, Stadtentwicklung, Projektmanagement Smart City und dem Bereich 2-2/Umwelt ist eine digitale „Kühle Orte Karte“ für Oberhausen in Planung.
Folgende Orte werden dazu digital, auch auf mobilen Endgeräten, visualisiert abgebildet werden:
- Gewässer
- Kühle, klimatisierte Räume
- Trinkbrunnen
- Grünflächen, Parks mit Sitzmöglichkeiten,
- Springbrunnen/Wasserspiel
- Wasserspielplätze
Alle genannten Orte sollen möglichst barrierearm/barrierefrei zu erreichen sein und für Bürger:innen auch kostenfrei nutzbar. Die Karte soll zukünftig stetig erweitert werden und auch Bürger:innen sollen die Möglichkeit bekommen „Kühle Orte“ zu benennen.
Präventive Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, eingebettet in eine Hitzeaktionsplanung, sollen sukzessive erweitert und ausgebaut werden. Dazu bedarf es eines abgestimmten Verfahrens und der Beteiligung interner Planungsbereiche und externer Akteure. Dieser interdisziplinäre Austausch erfolgt in der Steuerungsgruppe zur Hitzeaktionsplanung (siehe auch untenstehende Abbildung). Der Bereich Gesundheit ist ferner bei bereichsübergreifenden Themen beteiligt. Hierzu zählen etwa Stellungnahmen zur Standortauswahl für Trinkwasserinstallationen im öffentlichen Raum, unter Berücksichtigung hygienischer Aspekte und besonders schützenswerter Personengruppen, sowie zu stadtplanerischen Planungen z.B. beim Umbau der Bahnhofstraße im Rahmen des Klima.Quartiers.
