Berichtsvorlage - M/17/5376
Grunddaten
- Betreff:
-
Lotsendienst Frühe Hilfen in Oberhausener Geburts- und Kinderkliniken / Psychiatrien
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend und Familie
- Bearbeitung:
- Alexandra Guth
- Beteiligt:
- Dezernat 3 / Familie, Schule, Integration und Sport
- Verantwortung:
- Herr Nebel, Herr Schmidt
- Konsequenzen:
- Drucksache hat keine finanziellen Konsequenzen; Drucksache hat keine klimatischen Konsequenzen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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19.06.2024
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Bezug
B/16/5874-01 Förderprogramm des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration ‚kinderstark – NRW schafft Chancen‘ Zustimmung zur Leistung von außerplanmäßigen Aufwendungen/Auszahlungen im Auftrag 310006010160 „Kinderstark“, Sachkonto 531800 „Aufwendungen für Zuschüsse an übrige Bereiche“ im Haushaltsjahr 2020
M/17/5246 Bericht Förderprogramm "kinderstark – NRW schafft Chancen“ 2024
Sachverhalt
Berichtsgegenstand: Lotsendienst Frühe Hilfen in Oberhausener Geburts- und Kinderkliniken/Psychiatrien
Oberhausen nimmt seit dem Jahr 2013 an dem Bundesprogramm „Bundesstiftung Frühe Hilfen“ teil. Entsprechend der im Bundeskinderschutzgesetz (Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)) verankerten Stiftungsziele wurden in Oberhausen das Netzwerk Frühe Hilfen aufgebaut und niedrigschwellige psychosoziale Unterstützungsangebote für werdende Eltern und Eltern mit Säuglingen und kleinen Kinder bis zum dritten Lebensjahr erfolgreich installiert.
Die präventiv ausgerichteten Frühen Hilfen umfassen lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfsangeboten für (werdende) Eltern und ihre Kinder in der Altersspanne 0 – 3 Jahre. Neben alltagspraktischer Unterstützung leisten Frühe Hilfen vor allem einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern. Sie tragen dazu bei, die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern in der frühen Kindheit zu verbessern. Dies insbesondere, aber nicht ausschließlich, in der Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern in belastenden Lebenslagen. Dabei sollen Eltern sehr zeitig angesprochen werden, damit sie und ihre Kinder möglichst frühzeitig von der Unterstützung profitieren können.
Die Inanspruchnahme von Leistungen eines Krankenhauses ist für alle (werdenden) Eltern selbstverständlich und wird daher als weitgehend stigmatisierungsfrei erlebt. Insofern sind Kliniken als Zugang zu Familien geradezu prädestiniert, um von hier aus bei Bedarf eine Brücke in klinikexterne Unterstützungsangebote und Netzwerke, insbesondere der Frühen Hilfen, zu bauen.
Der Einsatz von Lots:innen hat sich auch in Oberhausener Kliniken bewährt. Das niedrigschwellige Präventionsangebot ist inzwischen fester Bestandteil der Oberhausener Präventionskette und wird als Kooperationsform an der Schnittstelle der unterschiedlichen Leistungssysteme von der Bundesstiftung Frühe Hilfen und der Landesförderung kinderstark – NRW schafft Chancen gefördert.
So konnte durch den Trägerverbund, bestehend aus dem Evangelischen Krankenhaus Oberhausener (EKO), dem freien Träger Alsbachtal gGmbH und dem öffentlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe/ Bereich 3-1 Kinder, Jugend und Familie, bereits im Jahr 2014 ein sukzessiver Aufbau von Lotsenangeboten der Frühen Hilfen in Geburts- und Kinderkliniken begonnen werden. Durch die Implementierung des Lotsendienstes – Frühe Begleitung Alsbachtal am EKO konnten erste Weichen für ein multiprofessionelles und frühzeitiges Hilfssystem für Oberhausener Familien gelegt und eine Lücke in der Präventionskette geschlossen werden.
Konzept für die Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen in Oberhausen
Andere stationäre Einrichtungen, insbesondere die Geburts- und Kinderklinik des AMEOS Klinikums aber auch die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Johanniter Krankenhaus Oberhausen, waren bis zum Jahr 2021 nicht über einen festen Lotsendienst mit den Frühen Hilfen vernetzt. Im Sinne einer flächendeckenden Versorgung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern wurde der Ausbau und die Ausweitung des Lotsendienstes auf die oben genannten Kliniken vom Rat der Stadt am 14.09.2020 beschlossen. Durch Mittel aus dem Landesprogramm kinderstark – NRW schafft Chancen konnte durch die Frühe Begleitung Alsbachtal bis zum Ende des Jahres 2020 die Konzeption ``Lotsendienste in Oberhausener Kliniken – Ein Konzept zur flächendeckenden und einheitlichen Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen Oberhausen´´ (siehe Anlage) entwickelt werden. Das Dokument ist als Arbeitshilfe konzipiert und richtet sich an das Klinikpersonal sowie die Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe.
Mit der Konzeptentwicklung konnten der Grundstein für einen flächendeckenden Ausbau sowie eine qualitative Weiterentwicklung des Oberhausener Lotsendienstes gelegt, sowie Leitlinien einer systematischen Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Systemen in einer Kooperationsniederschrift festgehalten werden.
Für das Aktionsbündnis konnten die Oberhausener Kliniken AMEOS Klinikum St. Clemens und St. Josef Oberhausen, Evangelisches Krankenhaus Oberhausen, AMEOS Klinikum St. Josef Oberhausen und Johanniter Krankenhaus gewonnen und eine einheitliche Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen verstetigt werden. Durch die konzeptionelle Arbeit der letzten Jahre wurde in Oberhausen der bestehende Lotsendienst – Frühe Begleitung Alsbachtal qualitativ weiterentwickelt. Durch die neu geschlossenen Kooperationen konnte eine stärkere Vernetzung an der Schnittstelle Gesundheitswesen und Jugendhilfe in Oberhausen erreicht werden.
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Fallzahlen im Zeitraum Januar bis Dezember 2023 AMEOS Klinikum und Evangelisches Krankenhaus Oberhausen EKO
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Form und Ort der Beratung |
Fallzahlen |
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Beratungs- und Informationsgespräche insgesamt |
2.749 |
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Beratungs- und Informationsgespräche auf Wöchnerinnen Stationen |
1.919 |
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Beratungsgespräche auf den Kinderstationen |
825 |
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Beratungsgespräche auf der Kinderintensivstation |
5 |
Im Jahresverlauf 2023 wurden im Rahmen des Lotsendienstes insgesamt 2.749 Familien aufgesucht. In diesem Zusammenhang wurden auf den Wöchnerinnen Stationen rund 1.919 Informations- bzw. Beratungsgespräche durchgeführt. 825 Beratungsgespräche erfolgten auf den Kinderstationen und 5 Beratungsgespräche auf der Kinderintensivstation. Für die vertraulichen Gespräche stellten die Kliniken entsprechende Beratungsräumlichkeiten zur Verfügung.
Die Beratungsinhalte umfassten die Themenbereiche Unterstützung, Vermittlung in weiterführende Hilfen, Vermittlung an weitere Fachberater:innen. Dabei erstreckten sich die Inhalte über insgesamt 26 verschiedene Problemstellungen wie z.B. emotionale Überlastung, fehlende finanzielle Sicherung, fehlende gesundheitliche Sicherung, Erziehungsfragen, Verarbeitung einer traumatischen Geburt, Verlust des Kindes nach der Geburt, Notoperation des Kindes und viele mehr. Im Zusammenhang mit einer frühzeitigen, bedürfnisorientierten und lückenlosen Unterstützung der betroffenen Eltern wurden diese bei weiterführendem Beratungsbedarf an 26 Kooperationspartner:innen und Anbieter:innen der unterschiedlichen Hilfesysteme vermittelt.
Die vielfältigen Bedarfe zeigen die Relevanz des Angebotes in verschiedenen Lebenssituationen. Dabei sind individuelle Unterstützung und Beratung essenziell, um den unterschiedlichen Herausforderungen gerecht zu werden. Die enge Zusammenarbeit mit Netzwerkpartner:innen ist unerlässlich, um ein umfassendes Hilfsangebot zu gewährleisten.
Der erfolgreich etablierte Lotsendienst erreicht seine Hauptziele, indem frühzeitig Risikofaktoren in Familien identifiziert, die Kompetenzen von Eltern gestärkt, Familien an passgenaue Unterstützungsangebote weitergeleitet und die gesunde Entwicklung von Kindern gefördert wird. Die kontinuierlich steigenden Fallzahlen und das positive Feedback des medizinischen Fachpersonals, können als Indikatoren einer erfolgreichen und etablierten Umsetzung betrachtet werden und legen einen Grundstein für Weiterentwicklungen der Oberhausener Netzwerkarbeit in den Frühen Hilfen.
Anlage: Konzept zur Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen – Lots:innen in Oberhausener Kliniken. Alsbachtal gGmbH, 2021, überarbeitet und aktualisiert 2024.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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2,7 MB
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