Beschlussvorlage - B/17/5124

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt stimmt dem Ergebnis des Prüfauftrages für die Kreisverkehrsoffensive zu und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung. Die Gesamtkosten für die Prüfung der Knotenpunkte werden demnach auf ca. 110.000 Euro geschätzt.

 

Haushaltsmittel stehen im Jahr 2024 wie folgt zur Verfügung:

 

Auftrag

Bezeichnung

Kostenart

Bezeichnung

 

 

 

560012010190

 

Gemeindestraßen und sonstige öffentl. Ver-kehrsflächen

 

 

 

543132

 

 

Sonstige Geschäfts-aufwendungen

 

 

 

 

 

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Bezug

A/17/2706-01 - Antrag der CDU-Fraktion gemäß § 2 der Geschäftsordnung – Kreisverkehrsoffensive für Oberhausen, am 14.11.2022 vom Rat der Stadt beschlossen.

 

M/17/3597-01 - Ergebnisse zum Antrag der CDU-Fraktion gemäß § 2 der Geschäfts­ordnung - Kreisverkehrsoffensive für Oberhausen, am 21.06.2023 dem Stadt­planungs- und Mobilitätsausschuss zur Kenntnis gegeben.

 

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Sachverhalt

Der Rat der Stadt hat in der Sitzung vom 14.11.2022 die Verwaltung beauftragt, eine Kreis­verkehrsoffensive zu initiieren und die Ergebnisse der einzelnen Schwerpunkte den Fach­ausschüssen zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

 

Prüfungsergebnis

 

Nachfolgend werden die Prüfergebnisse zu den einzelnen Beschlusspunkten aufgeführt.

 

1. Alle Kreisverkehre im Stadtgebiet sind mit Blick auf ihre Gestaltung kriterienorientiert zu bewerten, um sie dann in entsprechender Priorität unter Berücksichtigung von Sicherheit und Klima standortgerecht und identitätsstiftend durch Bepflanzungen und/oder Einbau­ten (um) zu gestalten.

 

Die Inanspruchnahme von Fördermitteln sowie die Kooperation mit lokal ansässigen Un­ternehmen und Sponsoren ist für die Gestaltung zu prüfen und anzustreben.

 

Die aktuelle Gestaltung bzw. Begrünung der Kreisverkehrsmittelinseln wurde durch die Ser­vicebetriebe Oberhausen aufgenommen und entsprechende Empfehlungen zur Grüngestal­tung der Kreisverkehrsmittelinseln wurden erarbeitet.

 

 

Generelle Anforderungen an gestaltete Kreisverkehrsflächen

 

Aus verkehrlicher Sicht:

 

Innerhalb bebauter Gebiete bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h gelten die nachfolgenden Randbedingungen für die Gestaltung der Mittelinsel, welche zum Erhalt der Verkehrssicher­heit dienen und daher zu berücksichtigen sind.

 

  •           Hindernisse wie Bäume und Kunstwerke können grundsätzlich zugelassen werden. Sie sollten aber nicht überdimensioniert werden und nicht in der direkten Einfahrts­achse liegen, da mit einem Aufprallunfall gerechnet werden muss.
  •           Blendfreie Oberflächen (von Kunstwerken o.ä.).
  •           Keine beweglichen Teile.
  •           Keine scharfkantigen und spitzen Gestaltungselemente.
  •           Es ist sicherzustellen, dass Gestaltungselemente bei Anprall durch ein Fahrzeug nicht auf die Kreisfahrbahn geraten können und weitere Verkehrsteilnehmer gefähr­den.
  •           Kleinmaßstäbliche Gestaltungselemente sind zu vermeiden, da diese beim Vorbei­fahren nur schwer wahrgenommen werden und daher unter Umständen zu Ablen­kungen führen können.


Aus ökologischer Sicht:

 

Straßenflächen bedeuten immer auch eine Versiegelung von Flächen und eine Trennung von angrenzenden Grünbereichen (unterbrochener Austausch von Flora und Fauna). In Kreuzungsbereichen mit Kreisverkehren steigt das Risiko der Versiegelung durch den höhe­ren Flächenbedarf.

 

Da insbesondere Mittelinseln i.d.R. jedoch für den fließenden Verkehr und andere Verkehrs­arten (z.B. Fuß- und Radweg) nicht erreichbar sind, können diese zur besonderen Gestal­tung und Entschärfung der Trennwirkung genutzt werden. Durch die Wahl geeigneter Grün­elemente können dabei die Belange des Blend- und Sichtschutzes genauso erfüllt werden, wie warnende und verkehrslenkende Eigenschaften erzielt werden können. In Großstädten sind daher Solitärbäume oder Baumgruppen beliebt, während sich kleinere Kreisflächen eher für die Pflanzung von Bodendeckern, Stauden, Gräsern oder niedrigen Gehölzen anbieten. Ebenso können auf Mittelinseln ordnende Elemente wie z.B. Gabionen oder Skulpturen, Wappen o.ä. untergebracht werden. Dabei sind jedoch die Belange der Pflege und eventu­elle Belastungen durch den Winterdienst zu bedenken.

 

Zur Förderung der Biodiversität sollen Kreisinseln so bepflanzt werden, dass viele verschie­dene Insekten, Vogel- und Kleintierarten Nahrung und Unterschlupf finden können. Weiterhin sind standortgerechte und heimische Gehölze zu verwenden, die zu den Boden- und Licht­verhältnissen passen. Die Pflanzenwahl soll dabei so erfolgen, dass unterschiedliche Arten und Sorten vorgesehen werden, um u.a. einem Totalausfall von Pflanzen vorzubeugen.

 

Um die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Nutzergruppen zu erhöhen, sollen attrak­tive und unterschiedliche blühende Pflanzen verwendet werden, die gleichzeitig raumbildend wirken. Nach Möglichkeit sind dabei solche einzusetzen, die den Pflege- und Unterhaltungs­aufwand reduzieren bzw. so gering wie möglich halten.

 

Anhand der zuvor benannten Verkehrssicherheitskriterien und der ökologischen Kriterien wurden alle Kreisverkehre in der Stadt bewertet und einer der nachfolgenden Kategorien zugeordnet:

 

Anforderungen/Kriterien erfüllt

Anforderungen/Kriterien teilweise erfüllt

Anforderungen/Kriterien nicht erfüllt

 

Entsprechend der Kategorisierung werden für jeden einzelnen Kreisverkehr Vorschläge zur Umgestaltung und Aufwertung, unter Angabe der zu erwartenden Kosten, unterbreitet.

 

 

Kreisverkehre, die die Anforderungen erfüllen

 

Emmericher- / Bahn- / Weseler- / Schmachtendorfer Straße (P&R-Busbahnhof)

Im Zuge der baulichen Anlage im Jahr 2015 wurde auch die Bepflanzung angelegt und im Jahr 2018 der jetzigen SBO zur Pflege übergeben. Die Kreisfläche ist mit der extensiven Staudenmischung „Silbersommer“ bepflanzt. In Verlängerung der abgehenden Straßen­führungen sind die Wappen der jeweils anliegenden Stadtbezirke in Form großer Schilder aufgestellt.

 

Auf der südwestlichen Seite befindet sich eine gepflasterte Wartungsfläche um einen vor­handenen Kanaldeckel.

 

Unterhalb der gesamten Mittelinsel verlaufen verschiedene, teils wichtige Hauptversorgungs­leitungen (Gas, Wasser) und Kanaltrassen. Die erforderlichen Wartungs- und möglichen Sa­nierungszonen sind bei der Gestaltung entsprechend zu berücksichtigen.

(Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Ökologisch standortbedingte Entwicklung, Bienenweide, insektenfreundlich, Stau­denmischung mit breitgefächerter Sortenvielfalt, Blütezeitraum Februar bis Novem­ber, im Winter attraktive Gräser und Blütenstände --> Biodiversität erfüllt
  •             nahezu ganzjährige Blüte mit unterschiedlichen Ständen, Wappen als identitäts­stiftende Elemente --> attraktive Flächengestaltung vorhanden
  •             Rückzugsmöglichkeiten für Kleintiere innerhalb der Staudenpflanzungen, kurze Ver­bindung zu angrenzendem Grün am P&R-Parkplatz --> Unterschlupf- und Wech­selmöglichkeiten vorhanden
  •             Unterhaltungsaufwand / Kosten und Aufwendungen: ca. 1.400 € p.a. für ca. 26 Stunden/Jahr
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben (Kreisfahrbahn abschüssig geführt)

 

  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Pflanzung von 5 Sträuchern, verteilt innerhalb der Staudenbepflanzung und unter Berücksichtigung der Leitungs- und Wartungszonen, wobei die von den Sträuchern zu erwartende Verschattung mittel- / langfristig eine veränderte Staudenmischung erfordern wird --> Verbesserung des Kleinklimas, Nistmöglichkeiten für Vögel
  •             Kosten für Solitärsträucher inkl. Entwicklungspflege: ca. 2.500 € bis 3.000 €
  •             Kosten für Beseitigung und Erneuerung von Teilen der Staudenmischung: ca.

6.000 €

  •             Pflegemehrkosten: ca. 600 € / Jahr

 

Hansastraße / Concordiastraße

Der Kreisverkehr wurde letztmalig im Jahr 2017 unter Beteiligung des NABU und eines Sponsors umgestaltet. Im Zentrum einer gepflasterten Windrose befinden sich drei Säulen­buchen. Die vier Freiflächen sind mit der extensiven Staudenmischung „Präriemorgen“ be­pflanzt.

 

Unterhalb der Mittelinsel sind Entwässerungskanäle verlegt, die annähernd im Zentrum zu­sammenlaufen. Weiterhin befinden sich Versorgungsleitungstrassen im Randbereich der östlichen Kreishälfte (Tiefe ca. 80 cm). Hier sind Wartungs- und mögliche Sanierungszonen zu berücksichtigen. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Ökologisch standortbedingte Entwicklung, Bienenweide, insektenfreundlich, Stau­denmischung mit breitgefächerter Sortenvielfalt, Blütezeitraum April bis November, im Winter attraktive Gräser und Blütenstände --> Biodiversität erfüllt
  •             nahezu ganzjährige Blüte mit unterschiedlichen Ständen, durch Windrose räumlich geordnet --> attraktive Flächengestaltung vorhanden
  •             Rückzugsmöglichkeiten für Kleintiere innerhalb der Staudenpflanzungen --> Unter­schlupfmöglichkeiten vorhanden
  •             Unterhaltungsaufwand / Kosten und Aufwendungen: ca. 5.000 € p.a. für ca. 83 Stunden/Jahr
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben

 

  • Umgestaltungsmöglichkeit (Klärung mit NABU und Sponsor erforderlich)
  •             Pflanzung von 12 winterblühenden solitären Großsträuchern in den vier Freiflächen --> Verlängerung der Blütezeit und der Attraktivität / Bürgerakzeptanz
  •             Kosten für Großsträucher: ca. 8.500 € (Anschaffung und Anpflanzung)
  •             Pflegemehrkosten: ca. 200 € / Jahr


Königshardter Straße / Hartmannstraße / Höhenweg

Die Kreismittelinsel ist als Hügel angelegt, auf dessen Zentrum sich vier säulenförmige Bäu­me befinden. Die angelegten Pflaster- und Rasenflächen werden durch eine sternförmige Bepflanzung und unterteilende Gabionen aufgelockert. Die Fläche selbst wurde unter Mitwir­kung der Königshardter Interessengemeinschaft (KIG) gestaltet und wird vom Unternehmen Böllhoff Baum- und Pflegedienst GmbH privat gepflegt.

 

Unterhalb der Mittelinsel verläuft in der Achse Hartmannstraße / Höhenweg ein Entwäs­serungskanal, dessen Wartungszone zu berücksichtigen ist. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Ökologisch standortbedingte Entwicklung, Nischen für Insekten und Eidechsen, Nistflächen für Vögel, geschützte Lage durch Überhöhung --> Biodiversität erfüllt
  •             Optisch ansprechende Unterteilung mit zentralen Bäumen und Gabionen / Pflaster­flächen in annähernder Windrosenform --> attraktive Flächengestaltung vorhanden
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit (in Abstimmung mit dem Unternehmen Böllhoff)
  •             Flächendeckende Neuanpflanzung von Buschrosen alternativ zu den Rasenflächen --> Erhöhung des Nahrungsangebotes von Wildbienen und Hummeln
  •             Kosten für Rosenbepflanzung: ca. 14.200 €
  •             Pflegemehrkosten: ca. 300 € / Jahr

 

Weißensteinstraße / Zur Zeche Hugo / Goldammerweg

Im Zuge des Neubaus Edeka-Zentrallager / Logport und der neuen Umgehungsstraße „Zur Zeche Hugo“ (2020 / 2021) wurde auch die Bepflanzung erstmalig erstellt. Diese befindet sich derzeit noch in der Entwicklungspflege (Bestandteil der Ausschreibung).

 

Im Zentrum der Mittelinsel befindet sich ein Jungbaum, die restliche Fläche ist mit der exten­siven Staudenmischung „Präriemorgen“ bepflanzt, die am Rand durch Muschelkalkquader vor Lkw-Überfahrung gesichert wird. Die Staudenmischung enthält heidetypische Pflanzen, die den örtlichen Bezug zur Weierheide / Schwarze Heide herstellt. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Ökologisch standortbedingte Entwicklung, Bienenweide, insektenfreundlich, Stau­denmischung mit breitgefächerter Sortenvielfalt, Blütezeitraum April bis November, im Winter attraktive Gräser und Blütenstände --> Biodiversität erfüllt
  •             Zentraler Baum mit artenreicher Staudenbepflanzung und optisch wirkenden Einzel­quadern --> attraktive Flächengestaltung vorhanden
  •             Rückzugsmöglichkeiten für Kleintiere innerhalb der Staudenpflanzungen --> Unter­schlupfmöglichkeiten vorhanden
  •             Pflegekosten: ca. 2.500 € p.a.
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit

- derzeit keine, da die Entwicklungspflege ein Bestandteil der Ausschreibung war und noch bis Ende 2024 vom Unternehmer zu erfüllen ist

 

 

Kreisverkehre, die die Anforderungen teilweise erfüllen

 

Dienststraße / Königstraße / Kurfürstenstraße („Kreisverkehr Biefang“)

Im Zentrum der Mittelinsel befindet sich eine Eiche, die von verschiedenen Sträuchern und dem Froschdenkmal „Frobie“ umstanden ist. Darum ist derzeit eine Rasenfläche angeordnet, die durch eine asphaltierte Außenringfläche begrenzt ist.

 

Die Fläche befindet sich seit dem Jahr 2009 in der Pflege des Bürgervereins Biefang. Seit dem Jahr 2023 erfolgt die fachliche Betreuung durch das Unternehmen Böllhoff Baum- und Pflegedienst GmbH, welches die Fläche in der nächsten Zeit mit neuen Bodendeckern, Stauden und Kleinsträuchern ergänzen wird.

 

Unterhalb der Rasenfläche verlaufen verschiedene Versorgungsleitungen (insbesondere Wasser), so dass die Wartungs- und Sanierungszonen zu berücksichtigen sind. Außerdem treffen sich unter dem nordwestlichen Rasenbereich mehrere Entwässerungskanäle, so dass dort ein Schachtdeckel sowie ein mit Rasengittersteinen angelegter Wartungsweg existieren, die zugänglich gehalten werden müssen. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Insekten- und bienenfreundliche Gehölze vorhanden oder kurzfristig vorgesehen --> Biodiversität teilweise erfüllt
  •             Froschdenkmal als identitätsstiftendes Element, Werbeflächen --> attraktive Flä­chengestaltung einseitig vorhanden
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Pflanzung von 5 Sträuchern und bodendeckenden Stauden --> Verbesserung des Kleinklimas, Nistmöglichkeiten für Vögel
  •             Rückzugsmöglichkeiten für Kleintiere innerhalb der Staudenpflanzungen --> Vergrö­ßerung der Unterschlupfmöglichkeiten
  •             Kosten für Neupflanzungen: ca. 2.600 €
  •             Pflegemehrkosten: ca. 400 € / Jahr

 

Hünenbergstraße / AS BAB 3

Der Kreisverkehr befindet sich in der Unterhaltung von Straßen.NRW. An ihm schließt die Anschlussstelle 9 „Dinslaken-Süd“ der BAB 3 an. Ein Entwurf zur Umgestaltung des Kreis­verkehres wurde durch die Königshardter-, der Schmachtendorfer Interessengemeinschaft und des Schmachtendorfer Heimatvereins erarbeitet. Zur Prüfung der Umsetzbarkeit finden Abstimmungen mit Straßen NRW statt. Der bisherige Entwurf wurde von Straßen.NRW ab­gelehnt, da dieser aufgrund von festen Einbauten nicht den Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Kreisverkehrsmittelinseln von Straßen.NRW entspricht. Der Kreisverkehr ist mit Rasen, Buschwerk und asiatischem Knöterich bepflanzt. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Ökologisch standortbedingte Entwicklung, insektenfreundlich, Staudenmischung mit breitgefächerter Sortenvielfalt; turnusmäßiger radikaler Rückschnitt --> Biodiversität teilweise erfüllt
  •             Rückzugsmöglichkeiten für Kleintiere innerhalb der Staudenpflanzungen, von Men­schen nicht leicht zu erreichen --> Unterschlupfmöglichkeiten und Sicherheit teilwei­se vorhanden
  •             Pflegekosten: der SBO nicht bekannt
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Bezugnehmend auf das Umfeld mit Wald- und Wiesenlandschaft könnte ein zentra­ler Bereich mit größeren Gehölzen, eingerahmt von einer extensiven Stauden­mischung bepflanzt oder alternativ eine bienenfreundliche Gehölzstruktur angelegt werden --> Verbesserung des Kleinklimas, Nistmöglichkeiten für Vögel, Erhöhung des Nahrungsangebotes für Insekten und Bienen, Attraktivitätssteigerung
  •             Der aktuelle Bewuchs des asiatischen Knöterichs erfordert eine Ausschachtung bis max. 2m Tiefe --> Verbesserung der Bodenverhältnisse und Erhöhung der Anwuchs­chancen
  •             Je nach Licht- und Standortbedingungen der ausgewählten Staudenmischungen sind unterschiedlich lange und attraktive Blütezeiträume erzielbar --> Attraktivere Flächengestaltung
  •             Kosten für Bodenverbesserung, Anlage der Gehölzstruktur und/oder bodendecken­de Stauden / Solitärsträucher: ca. 92.000 €
  •             Pflegemehrkosten: ca. 5.000 € / Jahr

 

Siegesstraße / Kurfürstenstraße

Die Mittelinsel wurde in zwei Phasen ökologisch gestaltet. Im Jahr 2015 wurde zunächst eine Blumenwiese eingesät, im Jahr 2021 wurden Säuleneichen gepflanzt. Ein Jahr später muss­te eine der Eichen ersetzt werden.

 

Außerhalb der Mittelfläche verlaufen Straßenkanäle sowie Versorgungsleitungen unterhalb der anschließenden Straßenführungen. Südöstlich verläuft unterhalb der Mittelinsel eine Fernmeldeleitung in einer Tiefe von ca. 80 cm, so dass die Wartungs- und Sanierungszone zu berücksichtigen ist. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Insekten- und bienenfreundliche Blumenwiese, Blütezeitraum Juni bis Oktober, im Winter für Insekten und Wildbienen wichtige Wiesenstruktur hat sich nicht vollstän­dig entwickelt --> Biodiversität teilweise erfüllt
  •             nahezu ganzjährige Blüte mit unterschiedlichen Ständen, Wappen als identitäts­stiftende Elemente --> attraktive Flächengestaltung vorhanden
  •             Unterhaltungsaufwand / Kosten und Aufwendungen: ca. 500 € p.a. für ca. 9 Stun­den/Jahr, ca. 1.300 € / Jahr für die Entwicklungspflege der Jungbäume in den ersten vier Standjahren
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Pflanzung von 6 weiteren kleinkronigen Solitärbäumen zur Ergänzung der Jung­bäume --> Verbesserung des Kleinklimas, Nistmöglichkeiten für Vögel
  •             Alternativ zur geplanten Überarbeitung der Blumenwiese könnte eine bienenfreund­liche Gehölzstruktur angelegt werden
  •             Potenzialfläche zur Anlage eines Sandariums als Erweiterung der bestehenden Ge­hölze
  •             Kosten für 6 Jungbäume inkl. Jungbaumpflege: ca. 8.000 € bis 11.000 €
  •             Kosten für Gehölzstruktur und bodendeckende Stauden: ca. 5.000 €
  •             Pflegemehrkosten: ca. 1.500 € / Jahr

 

 

Kreisverkehre, die die Anforderungen nicht erfüllen

 

Burgstraße / Am Stadtgraben

Auf der gepflasterten Mittelinsel befindet sich vollflächig die Nachtwächter-Skulptur aus Stahl. Grüne Flächenanteile sind nicht vorhanden. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Keine Grünstrukturen vorhanden, nur bei Rückbau / Verkleinerung der Skulptur wäre eine Neupflanzung umsetzbar --> Biodiversität nicht erfüllt
  •             Identitätsstiftende Wirkung durch Stahl-Skulptur --> Flächengestaltung vorhanden
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Keine


 

Düppelstraße / Christian-Steger-Straße

Bei der Kreisverkehrsanlage handelt es sich um einen Minikreisel mit geringfügig erhöhter und vollflächig asphaltierter Mittelinsel. Eine anderweitige Gestaltung der Inselfläche ist nicht möglich, da aus verkehrstechnischen Gründen eine Überfahrbarkeit der Mittelinseln gewähr­leistet werden muss. Vor allem größere Kraftfahrzeuge, wie LKW und Linienbusse müssen bei der Befahrung des Kreisverkehrs die Mittelinsel überfahren können. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Keine Grünstrukturen möglich --> Biodiversität nicht gegeben
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben, jedoch Kreis­verkehr als solcher nicht von jedem Verkehrsteilnehmer wahrgenommen (direkte Linksabbieger, überfahrende Geradeausfahrten)
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             keine

 

Nordrampe

Bei der Kreisverkehrsanlage handelt es sich um einen Minikreisel mit geringfügig erhöhter und vollflächig asphaltierter Mittelinsel. Eine anderweitige Gestaltung der Inselfläche ist nicht möglich, da aus verkehrstechnischen Gründen eine Überfahrbarkeit der Mittelinsel gewähr­leistet werden muss. Vor allem größere Kraftfahrzeuge, wie LKW und Linienbusse müssen bei der Befahrung des Kreisverkehrs die Mittelinsel überfahren können. (Foto siehe Anlage 1)

 

  • Bestandsanalyse
  •             Keine Grünstrukturen möglich --> Biodiversität nicht gegeben
  •             Verkehrsführung ohne Behinderung der Hauptsichtachsen gegeben, jedoch Kreis­verkehr als solcher nicht von jedem Verkehrsteilnehmer wahrgenommen (direkte Linksabbieger, überfahrende Geradeausfahrten)
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             keine

 

Weierstraße / von-Trotha-Straße

 

Der Kreisverkehr ist derzeit aufgrund von Kanalbaumaßnahmen zurückgebaut (Foto siehe Anlage 1, die Abbildung zeigt eine historische Aufnahme vor dem Rückbau). Der Kreisver­kehr wird aktuell überplant, da die Dimensionierung des Kreisverkehrs nicht mehr ausreicht, um die vorhandenen Verkehre aufzunehmen. Insbesondere LKW haben Probleme den Kreisverkehr zu befahren. Es wird angestrebt, den Kreisverkehr ab dem Jahr 2025 neu zu bauen. Die Wiederherstellung des Kreisverkehrs wird im Rahmen des kommunalen Straßenbaus erfolgen. Die Begrünung und Gestaltung der Kreisverkehrsmittelinsel erfolgt im Anschluss durch die SBO. Dabei sind vorhandene Versorgungsleitungen und der Entwässe­rungskanal zu berücksichtigen.

 

  • Bestandsanalyse
  •             Derzeit nur als Absperrung vorhanden
  • Umgestaltungsmöglichkeit
  •             Angelehnt an die ehemalige Heidelandschaft könnte die Mittelinsel mit Findlingen, Stauden, Solitärsträuchern oder Wacholdern bepflanzt werden --> Nistmöglichkeiten für Vögel, Erhöhung des Nahrungsangebotes für Insekten und Bienen
  •             Wahl der Bepflanzung als luftlinienartige Verbindung zum Kreisverkehr Weißen­steinstraße --> verbindende Wirkung, identitätsstiftend
  •             Je nach Licht- und Standortbedingungen der ausgewählten Staudenmischungen sind unterschiedlich lange und attraktive Blütezeiträume erzielbar --> Attraktivere Flächengestaltung und Rückzugsmöglichkeiten
  •             Pflanzkosten zur Umsetzung des Gestaltungsvorschlags: ca. 35.000 €
  •             Pflegekosten: ca. 2.900 € / Jahr

 

 

Kosten der Umgestaltung und Pflege

 

Die Kosten für die vorgenannten Umgestaltungsmöglichkeiten belaufen sich auf insgesamt rund 177.300,00 EUR (s. Tabelle) und können/sollen noch im Haushaltsjahr 2024 umgesetzt werden, sofern die SBO mit der Umsetzung beauftragt wird und sich durch etwaige Ein­sparungen, beispielsweise aufgrund von günstigeren Ausschreibungsergebnissen, oder durch notwendige Maßnahmenverschiebungen freies Investitionsbudget im Rahmen des Straßenbauprogrammes ergibt. Andernfalls wird das erforderliche Budget im Rahmen der Haushaltsaufstellungen für das Jahr 2025 (Finanzstelle 560012010190000 - Straßenbaupro­gramm Gemeindestraßen, Finanzstelle 560112010190000 - Straßenbauprogramm Kreis­straßen, Finanzstelle 56021201019000 - Straßenbauprogramm Landesstraßen, Finanzpo­sition 785200 – Auszahlungen für Tiefbaumaßnahmen) angemeldet.

 

Darüber hinaus würden sich die jährlichen Pflegekosten bei der Umsetzung der Gestaltungs­vorschläge verdoppeln, auf über 21.000,00 € p.a. (Siehe Tabelle)

 

Kreisverkehr

Aktuelle Pflege­kosten p.a.

Einmalige in­vestive Kosten bei Umgestaltung

Zusätzliche Pfle­gekosten p.a. nach Umge-staltung

Emmericher- / Bahn- / Weseler- / Schmach­tendorfer Straße (P&R-Busbahnhof)

1.400,00 €

9.000,00 €

600,00 €

Hansastraße / Con­cordiastraße

5.000,00 €

8.500,00 €

200,00 €

Königshardter Straße / Hartmannstraße / Höhenweg

Pflege durch privaten Partner

14.200,00 €

300,00 €

Weißensteinstraße /  Zur Zeche Hugo / Goldammerweg

2.500,00 €

keine

Entwicklungspflege bis Ende 2024

Dienststraße / König­straße / Kurfürsten­straße („Kreisverkehr Biefang“)

Pflege durch privaten Partner

2.600,00 €

400,00 €

Hünenbergstraße /

AS BAB 3

Pflege durch Straßen NRW

92.000,00 €

5.000,00 €

Siegesstraße / Kurfürstenstraße

1.800,00€

16.000,00 €

1.500,00 €

Weierstraße /

von-Trotha-Straße

keine

35.000,00 €

2.900,00 €

Summe

10.700,00 € p.a.

177.300,00 €

10.900,00 € p.a.

 

 

2. Zur allgemeinen Entlastung (Verkehr, Klima, Lärm) werden große Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet hinsichtlich ihrer Eignung für Kreisverkehre geprüft, um dann ein Konzept für die bauliche und zeitliche Umsetzung entsprechender Maßnahmen zu entwickeln. Die mögliche Inanspruchnahme von Fördermitteln ist zu prüfen.

 

Für ein derartiges Konzept, welches große Kreuzungsbereiche im Stadtgebiet hinsichtlich ihrer Eignung für einen Kreisverkehr untersucht, müssten alle betroffenen Knotenpunkte untersucht werden. Es kann nicht vorab eine Herausnahme des Nebennetzes veranlasst werden, da auch Wohngebiete für den Einsatz von Minikreiseln geeignet sind.

 

Gesonderte Fördermöglichkeiten zum stadtweiten Umbau von Knotenpunkten in Kreis­verkehre bestehen nicht. Eine Finanzierung ist daher nur im Rahmen des städtischen Bauprogramms möglich. Für verkehrsbedeutende Straßen kann eine Förderung nach den Richtlinien zur Förderung des kommunalen Straßenbaus bei der Bezirksregierung Düsseldorf beantragt werden.

 

Hierzu muss jeweils eine erste Vorplanung erstellt, der vorhandene Platz im Straßen­raum zum Bau eines Kreisverkehres überprüft und eine Leistungsfähigkeitsunter­suchung, auf der Grundlage von Verkehrszählungen und Verkehrsprognosen, erstellt werden. Diese Leistungen sind aufwendig und müssen für jeden zu untersuchenden Kno­tenpunkt erbracht werden. Zur Erstellung eines entsprechenden Konzeptes ist mit Kosten in Höhe ca. 10.000 Euro je Knotenpunkt zu rechnen.

 

Um den Aufwand und die Kosten bei der Erstellung des Konzeptes in leistbaren Grenzen zu halten, können nicht alle Knotenpunkte im Stadtgebiet untersucht werden. Es wird da­her vorgeschlagen, nur Knotenpunkte von Straßen aus den Straßen- und Wegkonzept zu betrachten für die noch keine fertige Vorplanung vorliegt und ein Umbau der Straße bzw. des Knotenpunktes absehbar ansteht.

 

Aus dem aktuellen Straßenbauprogramm Oberhausen konnten 11 Knotenpunkte im Stadtgebiet identifiziert werden, welche nach dem aktuellen Planungsstand in den näch­sten fünf Jahren umgebaut werden (s. Anlage 2) und grundsätzlich für einen Kreisverkehr in Frage kommen. Die festgelegten 11 Knotenpunkte sollen auf die Umsetzbarkeit von Kreisverkehren untersucht werden. Dabei soll empfohlen werden, welche Kreisverkehrs­art zum Einsatz kommen kann.

 

Es ist die externe Vergabe eines entwurfs- und verkehrstechnischen Prüfauftrages an ein geeignetes Planungsbüro vorgesehen. Dazu werden folgende Hauptbestandteile für das Leistungsverzeichnis vorausgesetzt:

 

  •           Bestandsanalyse und Grundlagenermittlungen (u. a. Verkehrszählungen, Luftbild­auswertungen, Umfeldanalysen)
  •           Leistungsfähigkeitsberechnungen zur Ermittlung der geeigneten Kreisverkehrsart und Verkehrsqualität
  •           Identifizierung und Dimensionierung potentieller Kreisverkehre (u.a. Vorteile, Nach­teile, Platzbedarf, Verkehrssicherheit, Visualisierungen, Gestaltungen, Kosten)
  •           Vorentwurf zur Überprüfung der baulichen Umsetzbarkeit inkl. Flächenverfügbarkeit, umfeldbezogene Merkmale, wirtschaftliche und städtebauliche Aspekte)
  •           Vorstellung der Ergebnisse
  •           Erstellung eines Endberichtes

 

Für den Prüfauftrag schätzt die Verwaltung Kosten in Höhe von 10.000 Euro pro Knoten­punkt. Bei der vorgegebenen Anzahl von 11 Knotenpunkten belaufen sich die Gesamtkosten für den Auftrag demnach auf ca. 110.000 Euro. Die Mittel wurden für das Haushaltsjahr 2024 entsprechend eingeplant (Auftrag 560012010190 – Gemeindestraßen und sonstige öffentl. Verkehrsflächen, Kostenart 543132 – Sonstige Geschäftsaufwendungen). Aufgrund der geschätzten Gesamtkostenhöhe ist eine öffentliche Ausschreibung zwingend erforder­lich, welche eine Zeit von ca. vier Monaten bis zur Auftragsvergabe bzw. dem Beginn der Untersuchung in Anspruch nimmt. Die Ausschreibung kann erst nach Genehmigung des Haushaltes durch die Bezirksregierung Düsseldorf für das Haushaltsjahr 2024 erfolgen, da es sich um keine Pflichtaufgabe der Stadt Oberhausen handelt. Es ist daher nach aktuellem Kenntnisstand mit einem Beginn der Untersuchung im Herbst 2024 zu rechnen.

 

3. Zukünftig werden Kreisverkehre als präferierte Lösung für Kreuzungen geprüft. Wenn die Herstellung eines Kreisverkehres möglich und sinnvoll ist, wird eine Lösung mit Kreisverkehr umgesetzt.             

 

Die Prüfung zur Implementierung eines Kreisverkehres findet sowohl während der Vorpla­nung eines bevorstehenden Knotenpunkt-Neubaus statt als auch im Rahmen von Straßen­bauprojekten. Kreisverkehre sind durch eine gleichberechtigte Verknüpfung der Knoten­punktarme gekennzeichnet, der Einsatz eines Kreisverkehres bei Straßen mit großen hierar­chischen Abstufungen ist daher nicht plausibel. Vielmehr sind Kreisverkehre besonders ge­eignet, wenn die derzeitige Betriebsform zu erheblichen Wartezeiten und Rückstaulängen führt und die Verteilung der Verkehrsstärken der Knotenpunktarme noch akzeptabel ist. Zu­dem können Kreisverkehre durch ihre geschwindigkeitsreduzierende Wirkung zur Verkehrs­beruhigung beitragen. Die Unterhaltungskosten für Kreisverkehre sind im Vergleich zu Licht­signalanlagen deutlich geringer, da bei Lichtsignalanlagen laufend Betriebs- und Wartungs­kosten anfallen. Betrachtet werden bei den Vorplanungen zu Straßenbaumaßnahmen so­wohl kleinere Wohnstraßen in Wohngebieten, in denen der Umbau der Knotenpunkte in der Regel mit Minikreiseln erfolgen kann, als auch Knotenpunkte in größeren Hauptstraßen mit hohen Verkehrsstärken.

 

Weitere Einsatzkriterien für Kreisverkehre sind Verkehrssicherheit, umfeldbezogene Merk­male, wirtschaftliche Aspekte und städtebauliche Vorgaben. Wenn die Herstellung eines Kreisverkehres möglich und sinnvoll ist, wird eine Lösung mit Kreisverkehr entsprechend planerisch vorgeschlagen.

 

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Anlagen

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