Berichtsvorlage - M/17/4371-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Ergebnis des "Freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs - Bahnhofsumfeld mit Verbindung in die Innenstadt" im Kontext des Hauptbahnhofes Oberhausen, Stadtbezirk Alt-Oberhausen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Stadtplanung
- Bearbeitung:
- Anja Thiel
- Beteiligt:
- Dezernat 5 / Stadtplanung, Bauen, Mobilität und Umwelt
- Verantwortung:
- Hülsebusch , Dez 5 Herr Dr. Palotz
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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17.01.2024
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Geplant
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Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss
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Kenntnisnahme
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25.01.2024
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Am 6. Dezember 2023 tagte das Preisgericht für den „Wettbewerb Bahnhofsumfeld Oberhausen mit Verbindung in die Innenstadt“. Der Realisierungswettbewerb zielt darauf, den öffentlichen Raum im direkten und weiteren Bahnhofsumfeld in Wert zusetzen. Der „Willy-Brandt-Platz“ (Bahnhofsvorplatz) und die „Poststraße“ standen als Vertiefungsbereiche innerhalb des Wettbewerbsgebiets besonders im Fokus. Sieger ist der Entwurf des Büros „Planergruppe“ gemeinsam mit „BERNARD Gruppe ZT“, der insbesondere durch eine zukunftsgerichtete Platzgestaltung und eine gute Verknüpfung mit der Innenstadt überzeugte.
Insgesamt vier Teams aus Freiraumplaner*innen und Verkehrsplaner*innen haben Beiträge zum Wettbewerb eingereicht. An dem Preisgericht waren neben renommierten Freiraum- und Verkehrsplaner*innen auch Vertreter*innen der lokalen Politik und Verwaltung sowie von der Deutschen Bahn und STOAG beteiligt. Das Wettbewerbsverfahren wird betreut durch das Büro Niemann+Steege+ aus Düsseldorf.
Nach intensiver Diskussion hat das Preisgericht zwei Preise vergeben. Der erstplatzierte Entwurf „klimamOBil“ des Büros Planergruppe (gemeinsam mit BERNARD Gruppe ZT) überzeugte das Preisgericht durch ein nachvollziehbares und detailliert ausgearbeitetes Gesamtkonzept für eine zukunftsgerichtete Platzgestaltung mit der besonders hervorstechenden Grundintention, die Herausforderungen des Klimawandels zu berücksichtigen, den ankommenden Besucher*innen Orientierung zu bieten und die Zuwegungen zum Saporishja-Platz und zum Friedensplatz zu stärken. Des Weiteren zeigt der Entwurf eine großzügige Entsiegelung von Verkehrsflächen und bislang weitgehend untergenutzter Platzflächen.
Das Preisgericht empfahl der Stadt Oberhausen, den ersten Preisträger stufenweise mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Hierbei sind die in den schriftlichen Beurteilungen gegebenen Hinweise des Preisgerichts sowie die weiteren Empfehlungen aus der Verwaltung zu berücksichtigen.
Beurteilung des Entwurfs aus dem Protokoll des Preisgerichts
Die Arbeit 1003 (Planergruppe) hat die Intention, die vorhandenen Verkehrsstrukturen im Sinne der Verkehrswende zu entwickeln. Wesentlich ist den Verfassern, den ankommenden Besucher*innen Orientierung zu bieten und insbesondere die Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt zu stärken. Dies ist dem Team auch hervorragend gelungen, indem geradlinige Wegeverbindungen angeboten werden, die mit baulichen und grünplanerischen Führungen kombiniert werden. Vom Haupteingang des Bahnhofsgebäudes werden die Fußgänger*innen geradlinig über den ZOB zum Ruhrlandhaus geleitet. Links und rechts des Busbahnhofes führen zwei Nord-Süd-Wege über den Bahnhofsvorplatz mit Fußgängerüberwegen über die Poststraße. Wie selbstverständlich wird eine räumliche Lenkung durch die wegbegleitenden Grünflächen erreicht. Somit werden die beiden Zuwegungen zum Saporishja-Platz und zum Friedensplatz gut herausgearbeitet.
Leider wird die weitere wichtige Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof (Hbf) und den Bussteigen 1 und 2, die die Haltestellen der Straßenbahn und der Schnellbusse zur Neuen Mitte aufnehmen, nicht entsprechend herausgearbeitet. Die neuen Gebäude des Fahrrad-Hubs und des Mobilitätspavillons bauen Barrieren auf und sind räumlich falsch. Verzichtbar ist auch der Gastronomiepavillon, der den eigentlichen Vorplatz des Hbf verkleinert und die orientierende Sicht nach dem Verlassen des Bahnhofes nimmt.
Ein weiteres wichtiges Ziel der Verfasser ist die großzügige Entsiegelung von Verkehrsflächen und bislang weitgehend untergenutzten Platzflächen. Die Chance zur Entsiegelung wird vor dem Ruhrlandhaus umgesetzt, indem die vorhandenen großkronigen Bäume entsprechend groß dimensionierte, offene Baumscheiden bekommen. Die dort vorhandenen Senkrechtparkstände werden als verzichtbar angesehen.
Dort, wo sich heute die bestehende Taxenvorfahrt befindet, entsteht eine „Klima-Oase“. Die Fläche unmittelbar am Bahnhofsgebäude wird vollständig entsiegelt und ein Ort der Ruhe und des Aufenthalts geschaffen. Schattenspendende Gehölze, insektenfreundliche Pflanzungen, eine Retentionsmulde sowie abkühlende Nebelduschen sollen das Mikroklima am bislang überwiegend steinernen Willy-Brandt-Platz verbessern. In den Zeiten des fortschreitenden Klimawandels wird diese Entsiegelung ausdrücklich begrüßt. Die Ausführung der Oase weist jedoch wesentliche Mängel auf: Die Erfordernisse des Brandschutzes (Feuerwehraufstellflächen), die Anlieferung des Bahnhofsgebäudes und die Sichtbarkeit des denkmalgeschützten Gebäudes werden ungenügend berücksichtigt.
Die Poststraße soll im Sinne von „ZukunftsmOBil“ entwickelt werden, wobei die Verfasser eine Umverteilung der Verkehrsflächen mit einer Herausnahme zweier Kfz-Fahrstreifen zugunsten von Fahrradstreifen und zusätzlichen Bushalteplätzen verstehen. Kritisch wird gesehen, dass der Straßenraum der Poststraße weiterhin einen konventionellen Ausbau erhalten soll. Die Planer sind leider auf halbem Wege stehen geblieben und haben nicht die Chance genutzt, zum Beispiel mit veränderten Materialitäten und Farbigkeiten die Tempo-30-Ausweisung auch straßenraumgestalterisch zu unterstützen. Auch im Bereich des Friedensplatzes wird die dominierende Fahrbahn mit dem Rückstau von Kfz vor dem Amtsgerichtsgebäude negativ beurteilt.
Insgesamt bietet die Arbeit (Planergruppe) ein nachvollziehbares und detailliert ausgearbeitetes Gesamtkonzept für eine zukunftsgerichtete Platzgestaltung und die Verknüpfung Bahnhof - Innenstadt. Wesentliche funktionale Aspekte eines Mobilitätsverknüpfungspunktes wie die unterdimensionierte kiss-and-ride-Vorfahrt und die falsch herum angeordnete Taxenvorfahrt sind jedoch kritisch zu bewerten.
Weitere Empfehlungen:
• Konkretisierung der Blickbeziehungen bezogen auf das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, Klima-Oase sowie des Kiosks
• Überarbeitung der drei funktionalen Orientierungsachsen (Straßenbahn, Bus, Fernbus) in Lage und Größe
• „Fahrrad-Hub“ und „Mobilitätspavillon“ – räumliche Positionierung zu überarbeiten
• Andienung Taxi Bahnhofsgebäude sowie bike+ride zu überarbeiten
• Taxi Führung zu konkretisieren und der Funktionalität anzupassen
• kiss+ride Situation zu konkretisieren
• Konkretisierung der Anlieferung des Bahnhofsgebäudes an der Gebäuderückseite
• Brandschutz, insb. Konkretisierung der Feuerwehraufstellflächen
• Konkretisierung der zu wählenden Materialien auf der Poststraße
Abschluss des Wettbewerbsverfahrens:
Die Stadt Oberhausen behält sich vor, die Aufgabe räumlich und zeitlich abschnittsweise zu realisieren und entsprechend die Planungsleistungen unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Preisgerichts gemäß § 8 Abs. 2 RPW 2013 (Richtlinie für Planungswettbewerbe) mit den weiteren Planungsleistungen stufenweise zu beauftragen. Zunächst soll die Vorplanung gemäß den Wettbewerbsergebnissen überarbeitet und ergänzt werden, in Zusammenarbeit mit der DB Station& Service AG und der STOAG GmbH ggf. Varianten in einzelnen Details entwickelt und, falls nötig, verkehrstechnische Prüfungen erfolgen. Vor Beginn der Entwurfsplanungen (Leistungsphase 3) sollen die Planungen in der Öffentlichkeit und Politik vorgestellt werden.
Mit dem erstplatzierten Büro soll diese stufenweise Beauftragung in einem Verhandlungsverfahren besprochen und eine zeitnahe Auftragsvergabe angestrebt werden.
Ausstellung im Stadtteilbüro Brückenschlag
Die beiden ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge werden vom 09.01. – 26.01.2024 im Stadtteilbüro Brückenschlag in Oberhausen öffentlich ausgestellt und können zu den Öffnungszeiten (Di, Mi, Fr: 10-13 Uhr; Do: 15-18 Uhr) angeschaut werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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8,2 MB
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2
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(wie Dokument)
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2,8 MB
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