Berichtsvorlage - M/16/0734-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

1)      Ausgangslage:
 

2009 fasste der Rat der Stadt Oberhausen den Beschluss zur Weiterentwicklung / Entwicklung eines Regionalen Bildungsnetzwerkes in der Bildungsregion Oberhausen und stimmte dem Abschluss eines entsprechenden Kooperationsvertrages mit dem Ministerium für Schule und Weiterentwicklung des Landes NRW zu.

Die Stadt Oberhausen geht von der Prämisse aus, dass eine zeitgemäße und bestmögliche Förderung von Kindern und Jugendlichen ein Gesamtsystem für Bildung, Betreuung, Beratung und Erziehung auf regionaler Ebene erfordert, d. h. lebensbegleitendes Lernen wird durch die erfolgreiche Zusammenführung der lokalen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungssysteme zu einem Gesamtsystem.

Durch die organisatorische Ansiedlung des Bildungsbüro als Stabstelle des Dezernates 3 Familie, Bildung, Soziales wurde von Beginn an das Anliegen verfolgt, optimale Lern- und Lebenschancen für die Kinder und Jugendlichen in der Region zu schaffen. Verbunden ist damit das Anliegen, eine Qualitätsverbesserung  im Bereich Bildung und Erziehung herbeizuführen und die Voraussetzungen für ein lebensbegleitendes Lernen zu schaffen.

Das Bildungsthema „Übergangsgestaltung“ zeigt durch die Analyse von repräsentativen Datensätzen aus der Bildungsforschung immer noch den Zusammenhang zwischen elterlichem Bildungshintergrund und Schulformwahl. Da die Schulform, die die Kinder und die Jugendlichen  besuchen, einen bedeutenden Einfluss auf den ersten Bildungsabschluss und damit auch auf die weitere Lebensgestaltung hat“, wurde im Regionalen Bildungsnetzwerk die Gestaltung von Übergängen zunehmend als eine der zentralen Gestaltungsaufgaben und als ein Handlungsfeld identifiziert.

Insofern wurde die Bewerbung für die neue Projektrunde „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ beschlossen, damit bedarfsgerechte Inhalte zum Themenbereich Übergang entwickelt werden, die schließlich durch die Netzwerkarbeit Eingang in die Schulen der Kommune finden.

 

2)      Ziele:

2.1. „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ verfolgt das Ziel, eine veränderte Übergangspraxis unter fachlicher und wissenschaftlicher Begleitung exemplarisch zu entwickeln und zu erproben. Grundschulen  und weiterführende Schulen werden im Hinblick auf die Notwendigkeit einer neuen und systematischen Zusammenarbeit hin aktiviert.

Von der Bildung regionaler Netzwerke wird erwartet, dass die Gestaltungspotentiale der Einzelschule aktiviert werden und sich zugleich die Entwicklungspotentiale durch Kooperation und Vernetzung mit anderen vergrößern. Im Projekt „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ verpflichten sich die beteiligten Schulen, den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule zum Gegenstand der Arbeit der lokalen Schulnetzwerke zu machen. Inhaltlicher Entwicklungsschwerpunkt werden hierbei insbesondere die Themen „Lernkultur, Englisch und Beratung“ sein.

Durch die Mitwirkung der Stadt Oberhausen im Projekt „Schulen im Team“ sollen Wege der Generalisierung von Innovationen in der Fläche gefunden werden, um positive Ansätze für die Unterrichtsentwicklung und die Übergangspraxis verwertbar zu machen. Den geförderten Netzwerken kommt damit eine Initialzündung für weitere Schulen zu. Durch die Zusammenarbeit im Gesamtprojekt Schulen im Team können vielfältige Synergieeffekte genutzt und Know-How-Transfer geleistet werden.

2.2 Im Einzelnen werden folgende Projektziele verfolgt:
 

      Stärkung der schulischen Entwicklungsarbeit durch Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Schulen.

      Weiterentwicklung und Umsetzung von Konzepten und Strategien zum Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule.

      Verbesserung von fachlichen und sozialen Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern.

      Aktivierung der Gestaltungspotentiale von Einzelschulen.

      Fokussierung auf die Themen „Lernkultur, Englisch und Beratung“.

      Bereitstellung positiver Ansätze zum Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule in die Region Oberhausen als Transfer.

      Entwicklung eines kommunalen Handlungskonzepts für den Übergang und für die Einbindung bzw. das Zusammenwirken verschiedener lokaler Akteure.

      Aufbau und Stabilisierung von Netzwerken im Bildungsbereich als langfristige kommunale Handlungsstrategie.
 

3)      Umsetzung:
 

Als teilnehmende Kommune ist Oberhausen aufgefordert, den „Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule“ als Gestaltungsaufgabe des gesamten kommunalen Schulsystems zu verstehen.

Das Regionale Bildungsbüro ist die koordinierende Instanz. Es begleitet die Schulnetzwerke und erarbeitet im Dialog mit den Akteuren einen kommunalen Handlungsplan zum Thema „Übergang“.

 

 

3.1 Kommunale Ebene:  Strategien und Produkte

 

a)      Strategien
 

Analog zu den zentralen Zielsetzungen des Projektes geht es darum, in netzwerkbasierter Zusammenarbeit Probleme und Bedarfe zu definieren und diese in einen gemeinsamen Lern- und Arbeitsprozess zu bearbeiten.
Im Fokus stehen zudem der Aufbau und die Implementierung von Kooperationsstrukturen als Unterstützungsangebot und Gestaltungselement der regionalen Bildungslandschaft.

Dazu gehörten folgende Strategien:

 

      Neben der Akquise der Schulen wurden drei Netzwerke gebildet, sowie die Schwerpunkte Lernkultur, Englisch und Beratung vereinbart.

      Zur Sicherung der Kommunikation der beteiligten Projektakteure gab es Netzwerktreffen, Fortbildungen für das Bildungsbüro, Projekträte, Entwicklungskonferenzen sowie Impulstage zu den gewählten kommunalen Schwerpunkten.

      Das Projekt wurde mit 50.000 EURO ausgestattet, dieses Budget wurde nach Einreichung eines Strategiepapiers durch die Kommune – Bildungsbüro abgerufen und im Sinne der Projektziele verwendet und verwaltet.

      Zur Kommunikation und Transparenz gab es regelmäßige Berichte im Lenkungskreis der Kommunalen Bildungslandschaft, Vorlagen für Ausschüsse und Arbeitsgruppen in den Bildungskonferenzen 2012 und 2014.

b)      Produkte:

Die Arbeit der drei schulischen und themenspezifischen Oberhausener Netzwerke zeigte sich u. a. durch die entstandenen Konzepte und Produkte, auf die im zweiten Teil noch näher eingegangen wird.
Diese Produkte wurden bereits in Transferveranstaltungen den 19 Netzwerkschulen als auch weiteren interessierten Schulen in Oberhausen präsentiert.
Ziel dieser Veranstaltungen war es, nachhaltige Strukturen zur Implementierung der erarbeiteten Konzepte und Produkte zu verankern als auch das Interesse für eine Weiterarbeit in „Netzwerken“ nach dem Projektende zu erfragen.
 

 

3.2 Netzwerkebene Strategien und Produkte

 

a)      Strategien

In Oberhausen arbeiten 3 Netzwerke mit insgesamt 19 Schulen zusammen, um von- und miteinander zu lernen und gemeinsam Übergangskonzepte zu entwickeln.

Netzwerke
Nach der Informationsveranstaltung zum Projekt „Schulen im Team – Übergänge gestalten“ bekundeten die drei Netzwerke ihr Interesse sowie das von ihnen gewählte Projektmodul. Die Netzwerke treffen sich regelmäßig alle sechs bis acht Wochen, haben eine/n Netzwerksprecher/in gewählt und verfassen ein Kurzprotokoll ihrer Treffen, das die nächsten vereinbarten Schritte dokumentiert.

Fortbildung
Die Netzwerke nahmen Fortbildungen für ihre Netzwerke in Anspruch, Kick-Off’s und Follow-Ups entsprechend des gewählten Produktmoduls. Ebenso nahmen die Netzwerklehrer/innen bzw. Netzwerksprecher/innen an den überregionalen Impulstagen zu den Netzwerkmodulen teil.

Kommunikation
Die Netzwerksprecher/innen standen im direkten Kontakt mit dem Bildungsbüro bezüglich Absprachen, Meilensteinplanung, Budgetplanung etc.
 

b)      Produkte / Konzepte

Innerhalb des Projektes wurden folgende Produkte/Konzepte erarbeitet:

Netzwerk 1 – Lernkultur
Das Netzwerk erarbeitete eine Broschüre „Mein Weg von 4 nach 5“, die einen Dokumentations- und Selbsteinschätzungsbogen enthält.
Weiterhin wurden Mindestanforderungen ermittelt, die nach dem Übergang an die Kinder gestellt werden.
Darüber hinaus wurden gegenseitige Besuchsrunden im Frühjahr als auch im Herbst durchgeführt. Bei diesen Besuchsrunden kamen die erarbeiteten Bögen zum  Einsatz und eine Unterrichtsmitschau für die neuen Klassenleitungen wurde in den Grundschulen angeboten.
Bei der zweiten Besuchsrunde ging es bei der Unterrichtsmitschau um einen festgelegten Schwerpunkt „Umgang mit Sachtexten“. Am Ende dieser Besuchsrunden tauschten sich alle Teilnehmenden in Form eines „Offenen Cafes“ aus.
Nach den Anmeldungen an den weiterführenden Schulen findet ein Schnupperunterricht statt. Die Lehrer/innen vereinbaren individuell einen Termin, die teilnehmenden Kinder werden von ihren Klassenlehrer/innen begleitet. Neben der Hospitation in unterschiedlichen Klassen und Fächern können die Kinder eine Pausenzeit miterleben und erhalten so erste Informationen und Einblicke in Abläufe der weiterführenden Schulen (Fachlehrerprinzip, etc.).


Netzwerk 2 – Englisch
Das Netzwerk 2 entwickelte eine schulformübergreifende Unterrichtsreihe.
Eine Unterrichtseinheit bestehend aus einem Unterrichtspaket „Goodbye“ für die Grundschulen und „Welcome“ für die SEK I Schulen wurde bereitgestellt, erprobt und evaluiert.
Die Schülerinnen und Schüler des vierten Jahrgangs sollen in ihrer Kompetenz bestärkt werden, indem sie zuvor erarbeitete Materialien (z. B. ein persönlicher Steckbrief) an dem Besuchstag in der Gastklasse (Jahrgang 5) anwenden.
Nach dem erfolgten Übergang erweitern die Schülerinnen und Schüler des dann 5. Jahrgangs ihre zuvor erworbenen Kompetenzen mit dem „Welcome Package“, das acht Unterrichtseinheiten mit detailliertem Arbeitsmaterial beinhaltet.

Netzwerk 3 – Beratung
Damit der „Übergang“ für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer erleichtert und transparenter gestaltet wird, hat das Netzwerk einen Beobachtungsbogen zur Übergangsberatung entwickelt.
Weiterhin wurden zwei Lehrersprechtage durchgeführt, als zentraler Austausch von ehemaligen und aktuellen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern über gemeinsame Schülerinnen und Schüler.

 

 

  1. Bilanz:

    4.1  Zentrale Erfolge und Erkenntnisse

    Ausgehend von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis soll die Übergangsgestaltung verbessert werden, damit eine „gerechtere“ Gestaltung von Bildungsübergängen stattfindet und damit mehr erfolgreiche Bildungskarrieren zu verzeichnen sind.

    Der intensive Austausch im Projekt „Schulen im Team“ von Wissen und Erfahrung innerhalb der Kommune führt zu zentralen Erfolgen und Erkenntnissen:

 

      Gemeinsame Verantwortung von kommunalen und schulischen Akteuren:
Die in das Projekt eingebundenen Partner auf kommunaler Ebene, Schulleitungen, Lehrer/innen, Schulaufsichten (obere und untere), Schuldezernentin und Bildungsbüro tragen entsprechend ihrer eigenen Rolle und Perspektive im Projekt zur gelingenden Gestaltung von Übergängen bei. Nur durch ein Denken in gemeinsamer Verantwortung ist es möglich, einen Konsens über den gelingenden und gerechten Übergang zu erreichen.

      Nutzen der Idee der strukturierten und systematischen Netzwerkstruktur:
Schule bewegt sich oft im Spannungsfeld eines traditionellen Systems und aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Wie soll sich Schule im Spannungsfeld gegensätzlicher Erwartungen bewegen? Wie können schulinterne Veränderungen stattfinden und gelingen?

Damit neue Praxis, hier Übergangskonzepte, entstehen können, braucht es intensiven Austausch, der auf ein Miteinander der Akteure beruht und einer  Verknüpfung der top-down und bottom-up Prozesse im Schulbereich.

Strukturierte und systematisch arbeitende Netzwerke übernehmen deshalb innerhalb des Schulsystems wichtige Funktionen:

Sie fördern den Dialog und stärken das gemeinsame Verständnis, was ein gelingender und gerechter Übergang bedeutet. Sie unterstützen das gemeinsame Nachdenken über gute professionelle pädagogische Praxis und tragen so zu neuen Konzepten bei.

Die Beteiligten im Netzwerk profitieren von der gemeinsamen Zieldefinition, Arbeitsplanung, Durchführung und Evaluation weil der Prozess für sie selber gestaltbar war.

Ein weiterer Vorteil der Netzwerkarbeit ist die Steigerung der Professionalität. Als Schlüsselbegriff sehen wir hier die „Reflexion“, die in Netzwerken notwendigerweise erfolgt.
 

      Hospitationskultur:
Jahrzehntelang wurde es für selbstverständlich gehalten, hinter verschlossenen Türen zu unterrichten. Damit der Unterricht moderner, strukturierter und schülerzentrierter wird, sollten Lehrer/innen gegenseitig Unterrichtsstunden von Kollegen/innen besuchen und diese unter festgelegten Aspekten begutachten.
Gegenseitige Schulbesuche und Unterrichtshospitationen wurden im Projekt als Chance für das Lernen aller Beteiligten erkannt. Kriterienorientierte Rückmeldungen und systematisch aufgearbeitete Erfahrungen  führten zu Wissenstransfer in die Einzelschule. Solche schulformübergreifenden  Kooperationsprozesse benötigen aber  genügend Zeit zur Organisation,  zum Austausch und zur Dokumentation.
 

      Transfer:

     
Kollegium / Netzwerk
Der Entschluss zur Netzwerkarbeit diente dem übergeordneten Zweck, dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule „Gestaltung des Übergangs“ gerecht zu werden. Durch die schulformübergreifenden Kooperationen konnten Schulentwicklungsprozesse vorangetrieben werden und die Qualität schulischer Arbeit im Unterricht und Schulleben konnten optimiert und verbessert werden.
Den Schulleitungen kommen entscheidende Rollen in diesem Prozess zu. Sie haben Freiräume und Möglichkeiten für die Netzwerkarbeit geschaffen, müssen die Netzwerkkollegen/innen darin unterstützen, dass die Fortschritte / Produkte der Netzwerkarbeit kontinuierlich in Fachkonferenzen oder Lehrerkonferenzen verbreitet werden und müssen die Implementierung der Netzwerkkonzepte im eigenen Kollegium sichern.

 

      Kommune / alle Schulen
Die von den Netzwerken erarbeiteten Materialien und Konzepte sind bislang in den 19  Netzwerkschulen eingesetzt und evaluiert worden und sollen in einem weiteren Schritt publiziert werden.
In der nun folgenden Phase gilt es, die Ergebnisse in die Fläche zu tragen und Konsens für ein kommunales Übergangskonzept zu erzielen.
Auch an dieser Stelle ist die Rolle der Schulleitungen entscheidend, da Strukturen geschaffen werden müssen, um die Ergebnisse der Netzwerke in die Einzelschule zu  transportieren und Beschlüsse in Lehrerkonferenzen herbeizuführen, diese Konzepte für die Schulentwicklung zu nutzen.
 

Schulaufsicht
„Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ verfolgt das Ziel, eine veränderte Übergangspraxis zu entwickeln und zu erproben. Grund- und weiterführende  Schulen haben sich im Hinblick auf die Notwendigkeit einer neuen und systematischen Zusammenarbeit hin aktiviert.
Die zuständige Regionalkoordinatorin und die untere Schulaufsicht waren aktiv in diesen Prozess eingebunden, der Transfer in die weiteren Dezernate der Bezirksregierung erfolgt innerhalb der Regionalkonferenzen.
 

Budget
Die Stiftung  Mercator hat das Gesamtprojekt gefördert und stellte damit jeder Kommune ein Budget in Höhe von 50.000,-- EURO für die Projektlaufzeit zur Verfügung.
Von dem Gesamtbudget sollten mindestens 50 % für die Schulnetzwerke (z. B. bedarfsgerechte Fortbildung) verwendet werden. Die restlichen Mittel sind für übergreifende Aktivitäten des Regionalen Bildungsbüros für die Arbeit am
Entwicklungsschwerpunkt „Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule“ zu verwenden.
Die Netzwerke profitieren von den selbst initiierten Fortbildungen zu Inhalten der Netzwerkarbeit und Handlungsspielräume für Materialien, Bücher und Broschüren wurde durch das Budget erweitert.
Umfangreiche Packages im Netzwerk „Englisch“ konnten mit detaillierten Materialien ausgestattet werden,  sowie der Bustransfer für die Hospitationen.
Den Netzwerken wurde durch dieses Budget die Arbeit vereinfacht, da Planungen z. B. bezüglich eines Leseprojektes unabhängig von der Buchbeschaffung geplant werden konnten.
 

Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Die von den Projektpartnern zur Verfügung gestellten Kommunikationsmittel (Vorlage Briefbogen, Projektbogen, Power-Point-Präsentationen etc.) erleichterten die Darstellung des Projektes gegenüber den Netzwerkpartnern und Außenstehenden. Der Wiedererkennungswert des Logos „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ wurde von allen beteiligten Akteuren gewertschätzt.
Während des Projektes übermittelte der „Teamletter“  aktuelle Nachrichten und Informationen aus dem Projekt und lieferte Hintergründe und Geschichten aus den Netzwerken.
 

IFS
Die fachliche und organisatorische Unterstützung durch den Projektpartner IFS war logistisch wie fachlich eine große Unterstützung.
Beratung und Fortbildung der Regionalen Bildungsbüros, Fortbildungen für die
Schulnetzwerke, Sicherung des regionalen Erfahrungsaustausches und die wissenschaftliche Begleitung lieferte den großen äußeren Rahmen für das Gesamtprojekt.
 

Ministerium
Erfreulicherweise hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung für die Netzwerkarbeit 10 Entlastungsstunden für die drei Netzwerke pro Schuljahr zur Verfügung gestellt.
Die Vergabe der  Stunden wurde in den Netzwerken intern geregelt. Somit stehen jedem Netzwerk 3 Stunden zur Verfügung, die 10. Stunde wurde im rollierenden Verfahren an die Netzwerke vergeben.

 

 
4.2  Projektbewertung / Projekterfolg

Das Projekt „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ hat den Blick auf Qualität und Potenziale vor Ort gerichtet.
19 Schulen wurden ermuntert, sich zu öffnen, Netzwerke zu bilden und von- und miteinander zu lernen.
Die wichtige Gelenkstelle zwischen der Grundschule und der weiterführenden Schule wurde durch das Projekt fokussiert, aber auch das Thema zu einem kommunalen Entwicklungsschwerpunkt gemacht.
Die Netzwerkschulen und insbesondere die Schulleitungen und Netzwerkkoordinatoren/innen haben mit großem Engagement und einem hohen persönlichen und zeitlichen Einsatz in den drei schulformübergreifenden Netzwerken gearbeitet. Die entstandenen Produkte und Konzepte zeigen dieses eindeutig.
Die Mitwirkung an „Schulen im Team“ hat somit der Stadt Oberhausen als Schulträger die Chance eröffnet, zentralen Übergangsfragen nachzugehen. Die fundierte Basis dieses Projektes dient zur Weiterentwicklung eines Übergangskonzeptes auf kommunaler Ebene.
Die vielen guten Bausteine für einen gelingenden Übergang gilt es um, in ein Gesamtkonzept zu integrieren und einen tragfähigen Konsens dafür zu erreichen.

Die bisherigen Bausteine sind:

 

      Übergang KTE / Grundschule
Im trägerübergreifenden Arbeitskreis KTE / Grundschule wurden in den letzten Jahren sukzessive gemeinsame Übergangselemente in den Kooperationskreisen vereinbart. Dazu gehören, „das letzte Jahr vor der Einschulung“, „das gemeinsame Schulspiel“, gemeinsame Fortbildungen von KTE und Grundschule etc.

      Informationsveranstaltung Übergang Klasse 4 / 5
Durch das Projekt Schulen im Team wurde die Initiative ergriffen, nur noch an drei stadtteilbezogenen Standorten eine Informationsveranstaltung durchzuführen. In diesem Prozess entstand eine gemeinschaftliche Power-Point-Präsentation.
Dieses Format wurde zweimal durchgeführt, evaluiert und optimiert.

      Bildungsmonitoring
Der Aspekt des Bildungsmonitoring als kontinuierlicher, überwiegend datengestützter Beobachtungs- und Analyseprozess des Bildungssystems wurde durch das Projekt – „Schulen im Team“ als wichtiges Steuerungswissen für kommunales Bildungsmanagement aufgenommen und  durch den Input der anderen teilnehmenden Kommunen unterstützt.

      Die Konzepte / Produkte der drei Netzwerke, siehe 3.2 Netzwerkebene Strategien und Produkte.

      Eltern als Bildungspartner gewinnen:
Gemeint ist hier nicht die individuelle Arbeit mit Eltern, d. h. Einzelfallberatung,  sondern der Aufbau einer kontinuierlichen Verantwortungsgemeinschaft mit Eltern.
Durch das Projekt „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern“, an dem sich aktuell 39 Einrichtungen (KTE, Grundschule, weiterführende Schule) beteiligen, sollen Eltern als aktiv Handelnde an der Gestaltung einer guten und zukunftsfähigen Schullandschaft in den verschiedenen Phasen der Bildungsbiografien der Schülerinnen und Schüler einbezogen werden.

      O. macht MINT:
Dies ist eine Initiative im naturwissenschaftlichen-technischen Bereich, an der sich 13 KTE’s  und Grundschulen beteiligen.
KTE und Grundschulen werden zu „Häusern der kleinen Forscher“, indem Naturwissenschaft und Technik für Kinder im alltäglichen Begegnen erlebbar gemacht werden und einen festen Platz im Alltag der Kinder bekommen.
Im weiteren Projektverlauf sollen die Kooperationen zwischen Grundschulen  und weiterführenden Schulen verstärkt werden. Im naturwissenschaftlichen Bereich liegt großes Interesse für eine „Netzwerkarbeit“  im Sinne von Schulen im Team.
 

  1. Herausforderungen

    Die Teilnahme am Projekt – Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten – war für die Projektkommune Oberhausen der erste Auftakt, an einem Schulentwicklungsprojekt teilzunehmen.

    Wie aus den bisherigen Ausführungen zu entnehmen ist, wird das Projekt bisher als durchaus positiv bewertet. Die Arbeit von zwei Jahren kann sich sehen lassen, die Teilnahme hat sich gelohnt.

    Nun gilt es aber, in die Zukunft zu schauen und das Ziel eines  kommunalen Handlungsplanes für die Übergangsgestaltung zu verfolgen.

    Das Projekt orientierte sich an den Bedarfen der Netzwerkschulen, die Expertise vor Ort wurde ernst genommen und Schulentwicklung dadurch angestoßen. Im weiteren Verlauf muss das Projekt mit seinem Vernetzungskonzept strategisch in der Kommune verankert werden, dafür brauchen wir alle beteiligten Akteure in ihren unterschiedlichen Funktionen, denn nur durch Konsens kann ein kommunaler Handlungsplan entstehen.

    5.1 Übergangsgestaltung als integrierte Aufgabe im gesamtstädtischen Prozess/ Kommunaler Handlungsplan

 

Übergänge zu gestalten und nicht einfach nur geschehen lassen, ist längst nicht mehr nur pädagogischer Wunsch weniger, sondern hat Eingang in die Gesetze der jeweiligen Bildungseinrichtungen gefunden und wird dort als zentrale Aufgabe definiert.

Das Thema „Übergang“ ist neben den lokalen Schulnetzwerken auch beim Schulträger angesiedelt und sollte in Form kommunaler Handlungspläne bearbeitet werden.

a) Übergang Kindertageseinrichtung / Grundschule

 

Die träger- und fachdisziplinübergreifende AG „Kooperation KTE / GS“ strukturiert die Kooperation in der Praxis laut Schulgesetz (§§ 5 und 36) sowie nach dem Kibiz (§ 14).
Die gesetzlichen Grundlagen zur Kooperation bzw. Übergangsgestaltung von der Kindertageseinrichtung zur Grundschule beinhalten Elemente wie z. B.:

      Übergangsgestaltung vom Kindergarten zur Schule, insbesondere im letzten Jahr vor der Einschulung

      Kontinuierliche gegenseitige Informationen über Bildungsinhalte, -methoden und –konzepte beider Institutionen

      gemeinsame Fort- und Weiterbildungen

 

b) Übergang Grundschule / weiterführende Schule

Übergänge im Bildungssystem – hier speziell der Übergang in die Sekundarstufe – gelten gemeinhin als zentrale Gelenkstellen für Bildungsverläufe und geraten demnach als ein entscheidender Faktor für die Genese sozialer Bildungsgerechtigkeit in den Fokus.

Der Frage der Übergangsgestaltung als pädagogische Gestaltungsaufgabe haben sich 19 Schulen in Oberhausen gestellt, damit der Institutionenwechsel für die Kinder und Jugendlichen möglichst „bruchlos“ gestaltet wird und für eine Kontinuität individueller Lern- und Entwicklungsprozesse gesorgt wird.

Verstetigung des Projektes „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“:


  Transferveranstaltung 10.02.2015

      Konzepte in den Schulen implementieren

      Produkte / Konzepte veröffentlichen

      Hospitationskultur mit den  Schulaufsichten abstimmen

      Verwendung der restlichen Projektgelder abstimmen

      neue Netzwerke gründen (2016)

      weitere bestehende Konzepte der Bildungseinrichtungen zu einen integrierten gesamtstädtischen Übergangskonzept zusammenfassen. 



c) Übergang Schule / Beruf / Studium

Wie erfolgreich eine Schullaufbahn ist, zeigt sich beim Übergang in die Anschlusssysteme. Bis zum Ende der Schulzeit wird mit den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Anschlussperspektive erarbeitet und durch eine konkrete Anschlussvereinbarung dokumentiert.
Das NRW – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beinhaltet ein landesweit einheitlich gestaltetes Übergangssystem.
Es nimmt alle Schülerinnen und Schüler in den Blick und soll ihnen einen guten, zielgerichteten Start in Ausbildung und Studium ermöglichen.

Zentrale Elemente dieses Programms sind:

      Berufsorientierung ab Klasse 8 stärken

      Übergang in Ausbildung oder Studium organisieren

      Attraktivität der dualen Berufsausbildung stärken

      Kommunale Koordinierung bündelt die Aktivitäten vor Ort.


d) Einbindung in die Bildungslandschaft

 

Die Veränderung im Übergangsverhalten und in den Übergangsstrategien auf der Ebene der Bildungsinstitutionen wird gleichzeitig durch Bildungsprojekte in der Kommune unterstützt und erfordert ein Zusammenwirken der Übergangsbeteiligten.

Bildungsmonitoring

Die systematische Erfassung des Übergangsverhaltens und der Übergangsquoten.


Leitbild Bildung

Dieses Leitbild soll ein gemeinsames Grundverständnis von „Bildung“ zusammenfassen und „starke“ handlungsleitende Bildungsziele beinhalten.

 

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Eltern sollen in ihrer verantwortlichen Rolle als Begleiter gestärkt werden, damit sie gemeinsam mit ihren Kindern den Übergang meistern.

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