Berichtsvorlage - M/17/3726-01
Grunddaten
- Betreff:
-
„Blumenwiesen“ in Alt-Oberhausen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Eigenbetrieb SBO
- Bearbeitung:
- Barbara Neu
- Verantwortung:
- Kußel
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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13.09.2023
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Sachverhalt
Bezug
Antrag der CDU-Fraktion: „Errichtung von Wildblumenwiesen in Parkanlagen als Beitrag zum Artenschutz“ (Drucksachen-Nr.: A/17/1791-01 vom 09.03.2022)
Berichtsvorlage: „Blumenwiesen“ in Alt-Oberhausen (Drucksachen-Nr.: M/17/2978-01 vom 25.01.2023)
Sachdarstellung
Mit Berichtsvorlage vom 25.01.2023 hat die SBO den Antrag der CDU-Fraktion vom 09.03.2022 in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen beantwortet.
Im Rahmen der Sitzung wurde die SBO gebeten, folgende Punkte erweitert zu prüfen (vgl. Niederschrift zur 16. Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen, Seite 8):
- Marginales Aufstellen von Insektenhotels, um entsprechende Erfahrungswerte zu gewinnen.
- Lokalisierung alternativer Wildblumenwiesen, da in den Parks (bspw. Königshütter Park, Altenberger Park, etc.) die dortigen Wiesen in den Sommermonaten als Liegewiesen genutzt würden.
Nach vorheriger Prüfung der ökologischen Notwendigkeit und Eignung der Flächen wurden auf den folgenden Flächen Blumenwiesen angelegt:
• Königshütter Park, 80,66 m2
• Altenbergpark, 83,08 m2
• Rolandhalde, 615,94 m2
• Brücktorpark entl. Feuerwehr, 574,27 m2
• Schönefeldpark entlang der ehemaligen Rolandbahn 287,61 m²
Aufgrund der Anmerkungen in der Sitzung der Bezirksvertretung am 25.01.2023 wurden die Standorte im Voraus überprüft. Es konnte festgestellt werden, dass es sich bei den hergerichteten Flächen bisher um extensive Flächen gehandelt hat, sodass keine Liegewiesen betroffen sind.
Die Hinweisschilder zu den entsprechenden Flächen sind beauftragt und werden im Nachgang aufgestellt.
Von der Herstellung einer Blumenwiese im Ruhrpark wurde Abstand genommen, da die Flächen sehr nah an Bärenklau-Beständen liegen. Gleichzeitig werden derzeit einige Flächen von der Deutschen Bahn aufgrund von Baustelleneinrichtungen o. ä. belegt, sodass diese nicht zur Verfügung stehen.
Wie bereits in der Januar-Sitzung berichtet, befürwortet die SBO die Aufstellung von Insektenhotels nicht. Laut Recherchen des NABU bestehen die meisten Insektenhotels aus fest eingebauten Hölzern, sodass Wildbienen und Solitärwespen gezwungen werden, bereits als Nistplatz genutzte Bohrungen im Folgejahr erneut zu nutzen. Diese sind jedoch u. a. durch den Kot der vorjährigen Larven verunreinigt, sodass sich darin auch Pilzsporen und Krankheitskeime befinden, die den Bruterfolg rasch zerstören. Somit wäre ein jährlicher Austausch des gesamten Insektenhotels oder bei austauschbaren Hölzern, ein jährlicher Austausch dieser Hölzer notwendig, um einen entsprechenden Erfolg zu erzielen. Dieser Austausch dürfte allerdings erst dann vorgenommen werden, wenn sich keine Aktivitäten mehr darin zeigen.
Hierbei gilt es laut Angaben des NABU zu beachten, dass die meisten nistenden Bienen und Wespen nur eine Generation im Jahr ausbilden und erst im Folgejahr schlüpfen. Bleiben die meisten Nesteingänge verschlossen, muss die Nisthilfe bis zum nächsten Jahr in eine dunkle, trockene Ecke gestellt werden, damit eventuelle Nachzügler noch schlüpfen können.
Diese komplexe Vorgehensweise wird von Seiten der SBO als nicht förderlich erachtet. Auch ist es wissenschaftlich erwiesen, dass lediglich 7% der Wildbienenarten die Insektenhotels nutzen.
Gleichzeitig berichtet der NABU von häufig verwendeten ungeeigneten Materialien, was dazu führt, dass die Insektenhotels nicht – wie gewünscht – von bedrohten Arten aufgesucht, sondern meist von Insekten wie z. B. Ohrenkneifern besiedelt werden, die die Brut anderer Tiere als Nahrung vernichten.
Vor diesem Hintergrund bevorzugt die SBO den Einsatz von Totholz. Auch hierzu hat der NABU Recherchen betrieben und informiert auf seiner Internetseite, dass Totholz zu den lebendigsten Lebensräumen unserer Natur zählt.
Wird Totholz z. B. an sonnigen Plätzen verwendet, treffen sich an ihm Arten, wie z.B. die Blattschneidebiene, die Holzbiene oder die Pelzbiene über Jahre hinweg.
Um Totholz gestalterisch einzusetzen, kann dies in Form einer sogenannte Benjeshecke (Totholzhecke) „aufgebaut“ werden.
Beispiel einer Benjeshecke

Foto von Martin Straub, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes Regen
Die Funktion einer Benjeshecke ist ähnlich der Funktion eines Insektenhotels und somit ein Zufluchtsort für eine Vielzahl von Tieren und Insekten. Die SBO wird daher in einem Pilotprojekt zwei Benjeshecken errichten. Eine dieser Hecken wird an der Blumenwiese im Altenbergpark und eine an der Blumenwiese in der Parkanlage Schönefeld hergestellt, um Erfahrungswerte zu sammeln.
