Berichtsvorlage - M/17/3927-01

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Sachdarstellung

 

Rück- und Vorausblick auf die Oberhausener Grundschulentwicklung

Die Oberhausener Schulentwicklung der vergangenen Jahre ist durch enorme Umbrüche und einen entsprechend hohen Veränderungs- und Gestaltungsdruck gekennzeichnet. Ereignisse wie Kriege, Pandemien und Gesetzesänderungen verdeutlichen die unabweisbar enge Verkoppelung von überlokalen Entwicklungen mit den Bedingungen des Arbeitens und Lernens in Oberhausener Schulen. Die angesprochene Verknüpfung translokaler und kommunaler Dynamiken finden ihren wahrscheinlich sichtbarsten Ausdruck im Wandel der Oberhausener Bevölkerungsstruktur, der sich insbesondere auch in den schulrelevanten Altersgruppen niederschlägt.

 

Im Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Oberhausen für den Geltungszeitraum 2021 bis 2025 (B/17/0431-01) sowie in den Oberhausener Sozialberichten (zuletzt: Sozialbericht 2022; M/17/3030-01) sind diese Entwicklungen eindrücklich beschrieben: die soziale Segregation im Stadtgebiet nimmt zu, die Anteile armutsgefährdeter Bevölkerungsgruppen sind in den zuvor schon deprivierten Sozialquartieren gestiegen, die Anzahl der Kinder im SGB II-Bezug (Indikator für Kinderarmut) ist entgegen dem Trend unverändert und besonders ausgeprägt bei Kindern ohne deutschen Pass, für Alt-Oberhausen wird bis zum Jahr 2030 in der Altersgruppe der unter 18-Jährigen eine deutlich ansteigende Bevölkerungszahl prognostiziert, für die anderen Sozialräume hingegen eher gleichbleibende bis rückläufige Zahlen. Die Auswirkungen der zurückliegenden Pandemie auf die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen lassen sich für Oberhauen bisher kaum in statistische Kennziffern überführen, sind aber für die Familien (vgl. Familienbericht 2022) und die in Bildungseinrichtungen vor Ort tätigen Personen deutlich zu spüren.

 

Die skizzierten Entwicklungen wirken in je spezifischer Art und Weise auf das Oberhausener Schulsystem. Eine für die Ableitung von notwendigen schulorganisatorischen Maßnahmen im Rahmen der Schulentwicklungsplanung grundlegend bedeutsame Kennziffer ist sicherlich die generelle Schüler:innenzahlentwicklung (Abb.1).

 

Für die Grundschulen in Oberhausen zeigen sich in den vergangenen Jahren enorme Zuwächse in Bezug auf die Schüler:innenanzahl. Allein gemessen an den Werten für den Eingangsjahrgang zeigt sich ein gesamtstädtischer Anstieg von über 330 Kindern zwischen den Schuljahren 2017/2018 und 2022/23, was einem prozentualen Zuwachs von fast 20 Prozentpunkten entspricht. Dieser Trend findet sich in unterschiedlichem Ausmaß in allen Sozialräumen Oberhausens wieder, überdurchschnittlich stark ausgeprägt in Sterkrade-Mitte und Osterfeld.

 

Zum aktuellen Schuljahr hat der wachsende Schüler:innenzahldruck sein vorläufiges Maximum erreicht. Über 2.120 Kinder wurden an Oberhausener Grundschulen eingeschult (M/17/3560-01). Tatsächlich befinden sich aber derzeit über 2.200 Schüler:innen in der Jahrgangsstufe 1. Diese Differenz folgt nur zum Teil aus weiteren Zuzügen während der Sommerferien, sondern vor allem aus dem nochmaligen Besuch der ersten Klasse von Schüler:innen, die bereits im zweiten Jahr die Schule besuchen (über 85 Schüler:innen).

Die Durchlässigkeit in der Schuleingangsphase erweist sich bereits seit einiger Zeit als zunehmende Herausforderung für die valide Vorausberechnung der Entwicklung von Schüler:innenzahlen. Neben den Schüler:innen, die bereits das erste Schuljahr im zweiten Jahr durchlaufen, befinden sich gegenwärtig (Stand: 17.08.2023) 160 Schüler:innen in einer 2. Klasse ihrer Schule, die bereits das dritte Schulbesuchsjahr aufweisen.

 

Daneben haben die Zuzüge in den schulrelevanten Altersgruppen das Oberhausener Schulsystem vor enorme Herausforderungen gestellt. Im August 2023 (Stand: 22.08.2023) befinden sich 676 Kinder im Primarbereich in der Erstförderung, wobei die Anzahl je Schule zwischen Null und über 60 variiert.

 

Neben diesen Aspekten, infolge derer die Einschätzung der einst als grundsätzlich auskömmlich betrachteten Schulplatzkapazitäten an Oberhausener Grundschulen (M/17/0191-01) in seiner Allgemeinheit nicht mehr haltbar ist, haben zwei weitere, mit gesamtdeutschen Schulreforminitiativen zusammenhängende Entwicklungen die Schulraumbedarfe an Grundschulen nochmal erhöht. Erstens wurden im Schuljahr 2022/2023 schon 232 Grundschulkinder mit sonderpädagogischen Förderbedarfen an allgemeinen Grundschulen inklusiv unterrichtet, demgegenüber waren es im Schuljahr 2014/2015 insgesamt erst 165 Kinder. Zweitens beteiligen sich deutlich mehr Kinder am Offenen Ganztag an Oberhausener Grundschulen: lag die absolute Anzahl im Schuljahr 2014/2015 noch bei unter 4.000 Schüler:innen (57,8 % aller Schüler:innen), waren im vergangenen Schuljahr 2022/2023 bei einer Beteiligungsquote von 76,9 % über 6.000 Kinder im Offenen Ganztag angemeldet. Nur bezogen auf die Gruppe der neu eingeschulten Kinder lässt sich bereits im laufenden Schuljahr 2023/2024 eine Beteiligungsquote von 80 % ermitteln. Die Ganztagsteilnahme ist in Oberhausen demnach deutlich steigend und gegenüber dem NRW-Wert (51,1 % im Schuljahr 2022/23) deutlich überdurchschnittlich.

 

Der Blick auf zurückliegende und gegenwärtige Entwicklungen in der Oberhausener Grundschullandschaft verdeutlicht zugleich die zukünftigen Handlungsfelder für die Oberhausener Grundschulentwicklung: Neben dem für den Schulträger primären Thema des bedarfsgerechten Ausbaus und der pädagogisch sachangemessenen Modernisierung von Schulgebäuden (zu der auch die adäquate digitale Ausstattung gehört) sind dies Integration, Inklusion, Durchlässigkeit und Ganztag.

 

Beschlossene und durchgeführte Maßnahmen

Die SBO informiert die Öffentlichkeit regelmäßig mit einer Sachstandsliste zu allen Baumaßnahmen und Planungen an Schulen. Neben baulichen und ausstattungstechnischen Erneuerungen (z.B. Einbau von Raumlüftungs- und Sonnenschutzanlagen) sind im Rahmen der schulentwicklungsbezogenen Bedarfsplanung insbesondere Erweiterungen von Raumbeständen und Mensen von Interesse. Hierzu werden derzeit größere Maßnahmen an der Adolf-Feld-Schule (Errichtung eines Anbaus), der Astrid-Lindgren-Schule (Erweiterung OGS), der Falkensteinschule (Umbau OGS und Errichtung eines Anbaus), der Luisenschule (Aufstockung OGS-Gebäude und Installation einer Mensa), der Schule am Froschenteich (Aufstockung Schulgebäude und Installation der Mensa) und der Wunderschule (Erweiterung Mensa). Die neue Mensa an der Rolandschule wurde jüngst fertiggestellt.

Anfang dieses Jahrs wurden vom Rat der Stadt Oberhausen bereits wichtige kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen und perspektivische Prüfaufträge beschlossen (B/17/3000-01). Neben den Bildungen von Mehrklassen (teilweise im Bestand, teilweise mittels der Installierung mobiler Raumeinheiten) wurden z.B. folgende Prüfaufträge beschlossen:

  • Erweiterung der Kapazitäten in Alt-Oberhausen, z.B. durch Zügigkeitserweiterung an der Brüder-Grimm-Schule
  • Ertüchtigung und ggf. Zusammenführung der Grundschule Buschhausen an einem Standort
  • Erweiterung der Schulplatzkapazitäten im Sozialraum Osterfeld durch Ausbaumaßnahme an der Overbergschule sowie die Ertüchtigung der Erich-Kästner-Schule zur Dreizügigkeit

 

Im Juni 2023 wurde die Zusammenführung der Standorte der Grundschule Buschhausen am Standort Friesenstraße vom Rat der Stadt Oberhausen beschlossen (B/17/3578-01), hinsichtlich der hiermit verbundenen baulichen Maßnahmen hat die SBO die Arbeit aufgenommen.

 

Weitere Maßnahmen befinden sich in der Planung und werden gemeinsam von der SBO und dem Bereich 3-3 Schule priorisiert, etwa Maßnahmen zur Erweiterung (Overbergschule von Zwei- zur Dreizügigkeit) und zur Ertüchtigung der Standorte, um die vom Rat der Stadt Oberhausen im Jahr 2018 beschlossenen Zügigkeiten und damit verbundenen Raumanforderungen auch tatsächlich erreichen zu können (z.B. Schwarze-Heide-Schule, Postwegschule, Melanchthonschule). Weitere Prüfungen von Ertüchtigungsmaßnahmen zur tatsächlich Umsetzung der festgelegten Zügigkeit sind aus schulentwicklungsplanerischer Sicht zwingend zur verfolgen, um die Beschulung der Schüler:innen auch zukünftig sicherzustellen zu können (insbesondere Erich-Kästner-Schule, Stadtmitte/ Brüder-Grimm-Schule und Königschule).

 

Die Informationen aus den Schulsteckbriefen (im Anhang) weisen bestehende Erweiterungsbedarfe an den jeweiligen Grundschulen aus. An insgesamt neun Schulen übersteigt die Anzahl der faktisch gebildeten Klassen die festgelegte Zügigkeit, insbesondere bedingt durch den zu diesem Schuljahr eingeschulten Jahrgang, der hinsichtlich der Anzahl der Schüler:innen der stärkste in den vergangenen Jahren ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit (siehe unten) auch sein wird. In Summe fünfzehn Schulen weisen in Bezug auf die Gesamtanzahl ihrer Schüler:innen Werte auf, die die rechnerische Höchstauslastung (rechnerische Klassenstärke x Anzahl der festgelegten Zügigkeit) übersteigen.

 

Den Schulsteckbriefen zugrunde liegen die Informationen aus den fortlaufend zu aktualisierenden schulscharfen Abgleichen mit den Vorgaben der Schulbauleitlinien sowie Daten aus SchILDzentral. Zu berücksichtigen ist, dass die Systematik der Schulsteckbriefe auf vergleichende Betrachtungen angelegt ist und daher zumindest teilweise von den einzelschulischen Verhältnissen vor Ort abstrahiert. So gibt es beispielsweise Schulen mit über die festgelegte Zügigkeit hinausgehende und nutzbare Kapazitäten (z.B. Schule am Siedlerweg oder Schule an der Oranienstraße), Schulen die ihr festgelegtes oder faktisches Platzpotenzial bislang aus verschiedenen Gründen nicht ausnutzen konnten (z.B. Erich-Kästner-Schule, Wunderschule, Ruhrschule oder Grundschule Buschhausen). Der schulscharfe Abgleich der räumlichen Gegebenheiten mit den Richtwerten der Schulbauleitlinien fungiert in Verbindung mit den Erkenntnissen der Schulentwicklungsplanung als zentrales Kommunikationsmedium zwischen Schulen, dem Bereich 3-3 Schule und der SBO hinsichtlich der Ermittlung von Ertüchtigungsbedarfen.

 

Sozialräumlicher Sachstandsbericht

Mit den nachfolgenden statistischen Auswertungen wird die Aktualisierung der Bedarfsanalyse im Hinblick auf kurzfristig, sprich zum kommenden Schuljahr, sowie mittelfristig zu ergreifende Maßnahmen vorgenommen. Hierfür werden aktuelle Daten, bereitgestellt vom Bereich Statistik, genutzt. Die fortlaufende Nutzung der jeweils aktuellsten Daten zum Bevölkerungsbestand ist ein notwendiges Unterfangen, wie die folgende Aufstellung verdeutlicht (Tab. 1).

 

Tabelle 1: Vergleich der Schüler:innenzahlvorausberechnung je verwendetem Datensatz

 

Verglichen werden die vier Datensätze, die zuletzt für die Vorausberechnungen genutzt wurden. Ersichtlich wird, dass mit jeder Datensatzaktualisierung ein Zuwachs der Schüler:innenzahlen, hier stets bezogen auf die Einschulungs- und Übergangsjahrgänge, einherging. Beispielsweise zeigte der Datensatz vom 31.12.2019 für das Einschulungsjahr noch eine Anzahl von 2.053 an, während dem Datensatz vom 31.12.2022 zu entnehmen ist, dass die Jahrgangsstärke nach Meldedaten bereits 2.170 Schüler:innen umfasst. Zum einen belegt dieser Vergleich die enorme zuzugsbedingte Erhöhung der Schulplatzbedarfe, zum anderen verdeutlicht er die Notwendigkeit fortlaufender Aktualisierungen der verfügbaren Datenbestände und -auswertungen.

 

Tabelle 2: Vorausberechnung Schüler:innenzahl und OGS-Teilnahme bei 80 %-Quote je Sozialraum bis zum Einschulungsjahr 2028/2029

 

Quelle: U7-Kinderstatistik (Datensatz vom 31.12.2022), bereitgestellt vom Bereich 4-5/ Statistik

Anmerkung: rot unterlegte Felder indizieren einen die vorhandenen Kapazitäten übersteigenden Schulplatzbedarf

Im Ergebnis zeigen sich für das gesamte Stadtgebiet voraussichtlich abnehmende Jahrgangsstärken in den kommenden Einschulungsjahrgängen, wobei dieser Befund nicht für alle Sozialräume gleichermaßen gilt, sondern im Einzelfall jährliche Schwankungen evident sind. Die Daten weisen für die Sozialräume Oberhausen-Ost, Sterkrade-Nord sowie Osterfeld mehrfach Schulplatzbedarfe aus.

 

In Bezug auf den Sozialraum Osterfeld wurde der Bedarf bereits in vorherigen Vorlagen ausgewiesen und mit Prüfaufträgen für die Ertüchtigung der Erich-Kästner-Schule sowie die Zügigkeitserweiterung an der Overbergschule (an der für den Übergang bereits mobile Raumeinheiten installiert wurden) reagiert. Die vorliegenden Daten bestätigen die Prüfaufträge, die derzeit von der SBO bearbeitet werden. Die zu schaffenden Mehrkapazitäten auf dann 381 Schulplätze in Osterfeld erweisen sich als notwendige Maßnahme, um die Bedarfe in den kommenden Jahren verlässlich erfüllen zu können. Für eine Erweiterung der Jacobischule, an der zum aktuellen Schuljahr ebenfalls mobile Raumeinheiten für eine Mehrklassenbildung installiert wurden, gibt es hingegen keine Hinweise. Diese Maßnahme ist vielmehr im Zusammenhang mit den Bedarfen rund um die Erich-Kästner-Schule zu sehen, an der aufgrund von Platzmangel auf dem Schulgelände keine Raumeinheiten aufgestellt werden können.

 

Die ausgewiesenen Bedarfe in Sterkrade-Nord sind differenziert zu betrachten. Das Gebiet ist verhältnismäßig weitläufig und dünn besiedelt, auch das Sozialquartier Holten/Barmingholten gehört dazu, welches auch durch die Moltkeschule in Dinslaken im Grundschulbereich auf Grundlage der bestehenden öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mitversorgt wird. Ob der geografischen Bedingungen sind für Sterkrade-Nord kleinräumige Betrachtungen angezeigt. Für das Sozialquartier Königshardt lassen sich Schüler:innenzahlen vorausberechnen, die die Kapazität der Hartmannschule teilweise, im Jahr mit den höchsten Werten um 10 Kinder, übertreffen. Hier ist im Rahmen des Anmelde- und Koordinierungsverfahren im Wissen um das tatsächliche Anmeldeverhalten zu eruieren, wie der Bedarf kurzfristig gedeckt werden kann, z.B. durch eine Mitversorgung durch die Schule am Siedlerweg. Ähnliches gilt für das Sozialquartier Walsumer Mark, das durch die Hirschkampschule mit Grundschulplätzen versorgt wird. Im Jahr mit dem höchsten Wert wird die Kapazität ebenfalls um 10 überschritten, auch hier gilt es direkt anschließend an das tatsächliche Anmeldeverhalten Lösungen zu beschließen. Eine nutzbare Ressource, neben mobilen Raumeinheiten, sind die Schulplätze der Schule an der Oranienstraße.

 

Im Sozialraum Sterkrade-Mitte wird das Schulplatzangebot voraussichtlich auskömmlich sein. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass die lokale Schulplatznachfrage auch in der Vergangenheit relativ stark variiert. Die Steinbrinkschule ist räumlich nicht daraus ausgelegt, für die festgelegte Dreizügigkeit ausreichend Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen (11 Unterrichtsräume sind vorhanden, 12 werden benötigt). Den Vorausberechnungen folgend besteht in Sterkrade-Mitte aber ein Schulplatzbedarf von etwas mehr als drei Zügen. Der Bedarf wird dadurch etwas abgemildert, dass Kinder aus Sterkrade-Mitte erfahrungsgemäß auch die Schulen im Sozialquartier Alsfeld, insbesondere die Postwegschule, anwählen. Dennoch wird zukünftig aller Voraussicht nach eine stabile Dreizügigkeit an der Steinbrinkschule nötig sein, die in einem gemeinsamen Projekt von Schule, Träger und Schulträger durch multifunktionale Raumnutzung sichergestellt werden soll. Im bereits angesprochenen Bereich Alsfeld ist die  Schulplatzversorgung knapp auskömmlich, allein für das Einschulungsjahr 2027/2028 zeichnet sich den Vorausberechnungen zufolge zusätzlicher Schulplatzbedarf ab, der dann durch kurzfristige Maßnahmen zu decken ist. In den westlichen Sozialquartieren Buschhausen-Biefang und Schwarze-Heide ist das Schulplatzangebot, gemessen an der Mantelbevölkerung und basierend auf der festgelegten Zügigkeit der drei Schulen Schwarze-Heide-Schule, Königschule und Grundschule Buschhausen auskömmlich. Allerdings müssen die Kapazitäten auch faktisch bereitgestellt werden, woraus sich ergibt, dass die beschlossenen Ertüchtigungs- (Königschule und Schwarze-Heide-Schule) und schulorganisatorischen Maßnahmen (Grundschule Buschhausen) zeitnah zur Umsetzung gebracht werden, auch vor dem Hintergrund, dass die Nutzung der installierten mobilen Raumeinheiten lediglich als Übergangsmaßnahme bis zur Fertigstellung der anvisierten Baumaßnahmen gesehen werden.

 

In Gebiet der Stadtmitte zeigen die Daten ein auffälliges, vermutlich etwas verwunderndes Bild: ein auskömmliches Schulplatzangebot im Sozialraum Mitte-Styrum und durchgängiger Schulplatzmangel in Oberhausen-Ost. Dieses Phänomen erklärt sich durch die statistische Grenzziehung durch die Mülheimer Straße: Adressen mit ungerader Hausnummer werden Mitte-Styrum, solche mit gerade Hausnummer hingegen Oberhausen-Ost zugerechnet. Allein im kommenden Anmeldeverfahren werden annähernd 50 Kinder, die auf der Mülheimer Straße wohnhaft sind, voraussichtlich eingeschult werden. Die statistische Verortung in Mitte-Styrum oder Oberhausen-Ost ist dabei nicht gleichbedeutend mit der Schulortorientierung. Je nach konkreter Wohnortlage orientieren sich die Eltern eher zu einer Schule im Sozialraum Mitte-Styrum oder Oberhausen-Ost. Daher ergibt es Sinn, die angrenzenden Mittelblöcke beider Sozialräume im Zusammenhang zu betrachten. Die beiden in den vergangenen Jahren stark nachgefragten Innenstadtschulen Adolf-Feld-Schule und Brüder-Grimm Schule werden das dortige Schüler:innenaufkommen in den kommenden Jahren nicht allein versorgen können, da sie bei einem Bedarf von bis zu ca. 220 Schulplätzen zusammen genommen 150 Schulplätze aufweisen. Die vorgeschlagene Zügigkeitserhöhung um einen Zug auf dann vier Züge lässt sich somit weiterhin schulentwicklungsplanerisch rechtfertigen, allein die Realisierbarkeit im Gebäudebestand erscheint derzeit ausgeschlossen. Es sollten weitere Prüfungen durchgeführt werden, z.B. hinsichtlich der Erweiterung des OGS-Gebäudes um ein Stockwerk (Potential rechnerisch: 450 qm = ca. 6 bis 7 Räume). In diesem Gebiet werden auch benachbarte Schulen, nördlich die Marienschule und südlich die Luisen- und Landwehrschule, die Versorgung von Schülerinnen aus der Innenstadt sicherstellen müssen, wie schon in den vergangenen Jahren geschehen. Allerdings ist zu beachten, dass die Marienschule (insbesondere dem Marienviertel-Ost) und die Luisenschule erfahrungsgemäß Schüler:innen aus Oberhausen-Ost aufnehmen, wodurch der Schulplatzbedarf in Oberhausen-Ost gleichsam gemindert wird. Die beiden Styrumer Schulen Luisen- und Landwehrschule verfügen zusammengenommen aber über eine ausreichende Anzahl an Schulplätzen, um prinzipiell den Innenstadtbereich mitzuversorgen, rechnerisch zeigt sich ein Überhang von 50 bis 60 Plätzen in den kommenden Jahren. Es gilt im Rahmen der anstehenden Koordinierungsverfahren, dieses Potenzial effektiv zu nutzen. Unter Umständen muss dann auch Schüler:innen aus dem Mülheimer Stadtgebiet, die in vergangenen im Umfang von ca. 1 Zug die Landwehrschule angewählt haben, ein Schulplatz an eben dieser Schule verwehrt bleiben.  Als Option zur Deckung des innerstädtischen Bedarfs bliebe bei entsprechendem Bedarf noch die Nutzung von mobilen Raumeinheiten an der Marienschule für eine Mehrklassenbildung. In Oberhausen-Ost gilt es, Schulen mit einem in den kommenden Jahren gegenüber den verfügbaren Kapazitäten übergroßen voraussichtlichen Schüler:innenpotenzial durch intelligente Koordinierung zu entlasten. So sind etwa im Bereich Dümpten und Schlad die Schulen Roland- und Astrid-Lindgren-Schule im Zusammengang zu betrachten, genauso wie weiter nördlich (bezogen auf die Sozialquartiere Marienviertel-Ost, Brücktorviertel und Bermensfeld) das Schüler:innenpotenzial um die Falkensteinschule von der Marienschule und der Schule am Froschenteich mitversorgt werden muss.

 

Für den Sozialraum Alstaden-Lirich lässt sich feststellen, dass nach aktuellem Datenstand in den kommenden drei Einschulungsverfahren ca. 300 Schulplätze zur Verfügung gestellt werden müssen. Die vorhandenen Schulplatzkapazitäten reichen hierzu in den kommenden Jahre nur knapp aus, insbesondere zeigt sich ein hohes Schüler:innenaufkommen im Bereich Bero-Zentrum/City-West, welches durch die in diesem Quartier verortete Concordiaschule allein nicht bewältigt werden kann. Um eine adäquate Versorgung sicherstellen zu können, müssen die Kapazitäten der benachbarten Schulen Wunder-, Bismarck- und Ruhrschulen voraussichtlich voll ausgeschöpft werden. Eine Mitversorgung durch die im Einzelfall näher gelegenen Innenstandschulen Brüder-Grimm-Schule und Adolf-Feld-Schule wird angesichts des beschriebenen Bedarfs im dortigen Umfeld nur im Ausnahmefall möglich sein. Den Daten zufolge wird sich die Lage in Alstaden-Lirich in den kommenden Jahren ab dem Einschulungsjahr 2027/2028 etwas entspannen. Bis dahin ist je nach Bedarf zu prüfen, welche Schulen für eine Mehrklassenbildung im Bestand oder mithilfe mobiler Raumeinheiten für eine Mehrklassenbildung infrage kommen. Hier bieten sich prinzipiell Potenziale an der Bismarck- und der Concordiaschule.

 

 

Ausblick: Schulorganisatorische und –bauliche Maßnahmen an Oberhausener Grundschulen

Wurden im Rahmen des Bildungsplans 2016-2020 noch intensiv Maßnahmen diskutiert, die zu einer Reduzierung von Schulplatzkapazitäten geführt haben (Auflösung der Osterfelder-Heide-Schule) oder hätten (z.B. Zusammenlegung von Ruhr- und Luisenschule), sieht die demografisch bedingte Sachlage heute ganz anders aus. Im vergangenen Anmeldeverfahren zur Einschulung wurden über 2.100 Kinder eingeschult, im Schuljahr 2015/2016 waren es noch knapp über 1.600 Einschüler:innen. Der Druck auf die Schulstandorte infolge der zunehmenden Schüler:innenzahlen zeigt sich konsistent im gesamten Stadtgebiet, wobei die Bedarfe für zusätzlichen Schulraum kleinräumig differieren.

 

Zum kommenden Einschulungsverfahren könnten an der Marienschule im Wege der Mehrklassenbildung durch mobile Raumeinheiten zusätzlich benötigter Schulraum zur Mitversorgung der Innenstadt und des Marienviertels-Ost geschaffen werden. Mittelfristig sollten die baulichen Möglichkeiten zur Zügigkeitserhöhung an der Brüder-Grimm-Schule intensiv geprüft werden. In Alstaden-Lirich wird der Schulplatzbedarf voraussichtlich knapp gedeckt werden können.

 

Mit Blick auf Osterfeld sind die anvisierten Maßnahmen, Ertüchtigung der Erich-Kästner-Schule und Zügigkeitserhöhung an der Overbergschule, weiter zu verfolgen. Während der baulichen Maßnahmen sind im Bedarfsfall Mehrklassen zu bilden.

 

Auch in Bezug auf die Situation in Sterkrade zeigt sich, dass die beschlossenen schulorganisatorischen und Ertüchtigungsmaßnahmen umzusetzen sind, um den Schulplatzbedarf auch in Zukunft bedienen zu können. In diesem Kontext sind auch die Projekte zur multifunktionalen Raumnutzung an der Steinbrink- und der Königschule voranzutreiben. Hier gilt es zu zeigen, wie durch moderne Raum- und Mobiliarkonzepte an Schulen mit geringen Ausbaupotenzialen Flächen im Bestand mehrfach genutzt werden können, um fehlende Räumlichkeiten oder zu geringe Flächen kompensieren zu können.

 

Für alle Schulstandorte, die zuletzt mit mobilen Raumeinheiten ausgestattet wurden, wurden die Perspektiven geklärt: es werden Erweiterungsmaßnahmen geprüft und umgesetzt (Overbergschule, Königschule, Melanchthonschule, Schwarze-Heide-Schule) oder der Bedarf zeigt sich an der spezifischen Schule nicht stabil (Jacobischule), sondern ergibt sich aus Bedarfen an umliegenden Schulstandorten (in diesem Fall an der Erich-Kästner-Schule).

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Anlagen

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