Berichtsvorlage - M/17/3656-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Am 10. Januar 2023 wurden Mittel zum Aufbau kommunaler Präventionsketten für das Projekt „kinderstark – NRW schafft Chancen“ vom LVR weiterbewilligt. Die Gesamtkosten betragen laut Finanzierungsplan für den Zeitraum 01.01.2023 bis 31.12.2023 insgesamt 285.981,25 €.

 

Die Zuwendung vom LVR für dieses Projekt beträgt 225.585,00 EUR. Der von der Stadt Oberhausen zu leistende Eigenanteil in Höhe von 56.396,25 EUR wird anteilig aus den Personalkosten der Stelle Koordination Präventionsketten und aus dem „Präventionstopf“ bereitgestellt (Auftrag 310006050602 „Regionalteams, Sachkonto 533166 „Jugendhilfe außerhalb von Einrichtungen - präventive Hilfen“).

 

Tabelle: Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Förderbausteine 2023

 

Gesamtkosten:

285.981,25 €

abzüglich Leistungen Dritter:

(ohne öffentliche Förderung, z. B. Spenden o. ä.)

4.000,00 €

Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation

25.000,00

 

78.300,95

(„Guter Start NRW“)

Familiengrundschulzentrum

27.704,80

Lotsendienst Geburtskliniken

14.000,00

Ausbau aufsuchender Angebote

136.975,50

Summe

281.981,25

Eigenanteil 20% *

56.396,25

Fördersumme

225.585,00

* Der Eigenanteil wird durch die Finanzierung der anteiligen Stelle der Netzwerkkoordination Kommunale Präventionsketten durch den Haushalt der Stadt Oberhausen abgebildet, in Höhe von 25.000,00 €. Darüber hinaus können Mittel aus dem Haushalt der Erzieherischen Hilfen zur Initiierung von präventiven Angeboten im Rahmen des beantragten Projektes zur Deckung des weiteren Eigenanteils in Höhe von 27.396,25 €. genutzt werden.

 

 

Durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) wurde am 03.11.2022 ein Aufruf zur Einreichung von Anträgen auf Projektförderung zum Aufbau und zur Stärkung kommunaler Präventionsketten veröffentlicht. Antragsberechtigt sind alle Kommunen mit angehörigem Jugendamt in NRW.

Ziel der Landesregierung ist es, die Chancen auf ein gelingendes Aufwachsen sowie gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, in dem Kommunen beim Aufbau kommunaler Präventionsketten unterstützt werden. Dafür stellt das Land über den Projektaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“ bereits seit 2020 jedes Jahr ca. 15 Millionen Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf für 2023 ist der vierte Aufruf im Rahmen des Programms „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Das Programm soll eine auf Dauer angelegte Stärkung kommunaler Prävention mit Unterstützung der Landesregierung darstellen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers für künftige Haushaltsjahre.

Gefördert werden vorrangig strukturbildende Maßnahmen zur Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung in Hinblick auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Darüber hinaus werden Projekte gefördert, die die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Förderung soll für präventive Projekte eingesetzt werden, die insbesondere darauf abzielen, die negativen Folgen von Kinderarmut zu bekämpfen. Um möglichst alle (werdenden) Eltern, Kinder und Jugendliche zu erreichen, können diese Projekte an Regelinstitutionen wie Geburtskliniken, ärztlichen Praxen, Familienzentren, Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen angeboten werden. Die Förderung hat das Ziel, erfolgreich bewährte Ansätze künftig in die Kommunalen Präventionsketten zu integrieren und zu verstetigen.

 

Seitens des Fördermittelgebers können Mittel für sechs unterschiedliche eingesetzt werden:

 

  1. Stärkung kommunaler Vernetzung und Kooperation
  2. Förderung von Familiengrundschulzentren
  3. Lotsendienste in Geburtskliniken
  4. Lotsendienste in Kinder- und Jugendarztpraxen oder gynäkologischen Arztpraxen
  5. Kommunale Familienbüros
  6. Ausbau aufsuchender Angebote

 

Die Stadt Oberhausen beteiligt sich 2023 mit Maßnahmen in den Bausteinen 1, 2, 3 und 6.

 

Die landesweite Fördersumme wird durch einen Verteilerschlüssel auf die Kommunen aufgeteilt: Orientiert am Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 4 Jahren bis 17 Jahren, die im SGB II-Leistungsbezug leben und damit von Kinderarmut bedroht sind. Für die Stadt Oberhausen ergibt sich daher ein maximaler Förderbetrag von 225.585,- Euro. Zusätzlich ist ein Eigenanteil von mindestens 20 Prozent der abgerufenen Fördersumme zu erbringen.

 

Der Oberbürgermeister beauftragte den Bereich 3-1/Kinder, Jugend und Familie einen Antrag zu stellen und die politischen Gremien zu informieren. Darüber hinaus wurde der Bereich 0-4/Chancengleichheit mit der Koordination des weiteren Gesamtverlaufes im Rahmen des Landesprojektes ‚Kommunale Präventionsketten‘ und im Zuge dessen mit der Beteiligung der Arbeitsgruppe ‚Kommunale Präventionsketten‘ beauftragt.

 

Der am 30.11.2022 beim LVR-Landesjugendamt eingereichte Antrag enthält die nachfolgend beschriebenen Bausteine, deren Gesamtkosten angesichts der Förderlaufzeit 281.981,25 EUR betragen. Durch den LVR wurde am 21.12.2022 ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn genehmigt. Demnach erhält die Stadt Oberhausen für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 eine Zuwendung in Höhe von 225.585,00 EUR. Zusätzlich hat die Stadt Oberhausen einen Eigenanteil von 56.396,25 EUR zu erbringen.

 

Projekte zum Förderaufruf „kinderstark – NRW schafft Chancen“

 

Die Bereiche Chancengleichheit, Kinder, Jugend und Familie und Schule haben wie bereits bei den vorangegangenen Förderaufrufen gemeinsame Überlegungen zu den Förderbereichen vorgenommen und die unten skizzierten Maßnahmen im Rahmen des Förderprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ beantragt. Es handelt sich um die Fortführung der Maßnahmen der letzten drei Förderaufrufe.

 

 

 

 

Baustein 1: Stärkung kommunaler Vernetzung und Koordinierung

 

Netzwerkkoordination

 

Die Notwendigkeit auch in Zukunft innerhalb und auch außerhalb der Verwaltung der Stadt Oberhausen im Bereich der kommunalen Präventionsketten vernetzt zu arbeiten, zeigen die sehr guten Erfahrungen und Ergebnisse der bisherigen Arbeit der Netzwerkkoordination seit 2012. Mit dem Paradigmenwechsel hin zur Idee "Vom Kind her denken" wurden in Oberhausen gute Lösungen durch Vernetzung aller Akteure entwickelt. Während des gesamten Prozesses seit 2012 wurden unterschiedliche Akteure, Institutionen und Zuständigkeitsbereiche kontinuierlich in der PG „Kommunale Präventionsketten“ einbezogen, die für das Aufwachsen von Kindern Verantwortung tragen. Durch dieses integrierte Vorgehen konnte Oberhausen seine Präventionsketten orientiert am Lebenslauf eines Kindes ausbauen (z.B. durch die Angebote KIM – Kind im Mittelpunkt, Achtung – Kinder von Anfang an begleiten, Kids aus`em Sitz etc.). Ziel ist es immer gewesen, an kritischen Punkten in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine lückenlose Unterstützung anzubieten. Dieses Vorgehen wird aktuell durch die Koordinierung des Förderprogrammes „kinderstark“ von der Netzwerkkoordination weiterentwickelt und verstetigt. In Zusammenarbeit von mehreren städtischen Bereichen und Trägern sind Angebote entwickelt und in der ersten Förderphase angestoßen worden, die Lücken in der Präventionskette schließen und somit zu einem gelingenden Aufwachsen beitragen. Für das Jahr 2023 stehen u.a. der weitergehende Ausbau der bereits bestehenden Netzwerkstrukturen, die Vorbereitung zur Erstellung des Familienberichtes 2023 (die Erstellung hat sich Corona bedingt um ein Jahr verschoben), die Begleitung in der Umsetzungsphase des Konzeptes zum Familienbüro (Entwicklung fand im Rahmen der Förderung 2020 statt) und die interne Steuerung des Förderprogramms ‚kinderstark – NRW schafft Chancen!‘ als Handlungsschritte fest.

 

Online Tool „Guter Start NRW" - Projektkoordination „Familien-Navigator" im Bereich Kinder, Jugend und Familie / Familien-Navigator

 

In der Vergangenheit wurde im Bereich der Frühen Hilfen (-9 Monate bis drei Jahre) in Oberhausen die eigenständige Informationsplattform „Baby-Pilot“ für Eltern bereitgestellt.

 

Seit dem 01.11.2021 ist eine Medientechnik-Pädagogin damit betraut, die Überleitung und Erweiterung zum Online Tool „Guter Start NRW" konzeptionell zu erarbeiten und um Angebote für Familien mit Kindern bis 6 Jahre zu erweitern. Hier galt und gilt es, alle Angebote für Familien und deren Anbieter in Oberhausen zu erfassen, anzuschreiben und die Informationen, unter Berücksichtigung der europäischen Datenschutzbestimmungen (DSGVO), in das System einzuspeisen.

 

Für den Förderzeitraum 01.01.2023 bis 31.12.2023 ist zum einen eine Ausweitung auf Angebote bis zum Übergang Schule/ Beruf und zum anderen eine Werbeaktion geplant, um das neue Angebote im gesamten Stadtgebiet bekannter zu machen.

 

Baustein 2: Familiengrundschulzentren

 

Inzwischen gibt es in Oberhausen sechs offene Ganztagsgrundschulen, die sich zu Familiengrundschulzentren erweitert haben: die Adolf-Feld-Schule, die Concordiaschule, die Marienschule, die Ruhrschule, die Steinbrinkschule und die Wunderschule.

Diese sechs Familiengrundschulzentren sind als ein integraler Bestandteil der Präventionskette in Oberhausen anzusehen und als eine wichtige Unterstützung für die (zukünftigen) Grundschulkinder und deren Familien im jeweiligen Sozialraum. Denn: In den Familiengrundschulzentren nehmen pädagogisch Fachkräfte der Familiengrundschulzentren den Kontakt mit den in den jeweiligen Sozialräumen lebenden Zielgruppen auf, sie organisieren einen niedrigschwelligen Zugang zu präventiven Angeboten, schaffen Vertrauen und leisten einen Beziehungsaufbau sowie ggf. eine Vermittlung von Beratungsangeboten.

 

Familiengrundschulzentren im Rahmen von „kinderstark – NRW schafft Chancen“

 

Rückblick auf die letzten Förderperioden 2020-2022

 

Oberhausen macht sich bereits seit dem Jahr 2020 auf den Weg, Grundschulen mit Offenem Ganztag zu Familiengrundschulzentren zu entwickeln. In der Stadt kam es zu einem schrittweisen Ausbau von Familiengrundschulzentren im (nahezu) gesamten Stadtgebiet:

 

Im August 2020 startete die Stadt im Rahmen des Förderprogramms kinderstark mit dem Modellvorhaben der Implementierung eines Familiengrundschulzentrums im Sozialraum 73 Alstaden/ Lirich (Concordiaschule). Auf Grundlage der Projektdokumentation und positiven Evaluation dieses Vorhabens wurde über die Fortführung positiv entschieden.

 

Seit dem 01.01.2021 kam es durch Fördermittel des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen zu einer Erweiterung von Familiengrundschulzentren auf zwei weitere Grundschulen (Ruhrschule, Wunderschule) und damit – zunächst – zu einer Ausweitung der Idee auf den gesamten Stadtteil Alstaden/ Lirich. Durch die örtliche Nähe der jeweiligen Familiengrundschulzentren konnten Synergie-Effekt erzielt werden. Die sozialräumliche Orientierung bot vor allem die Möglichkeit, bestehende Ressourcen zu bündeln und gemeinschaftlich zu nutzen.

 

Im laufenden Kalenderjahr 2021 wurden Familiengrundschulzentren auch in weiteren Stadtteilen (Mitte/ Styrum, Marienviertel, Sterkrade) und offenen Ganztagsgrundschulen (Adolf-Feld-Schule, Marienschule, Steinbrinkschule) implementiert. Alle Stadtteile und Grundschulen sind durch eine sehr hohe Belastungslage der Schülerinnen und Schüler sowie schlechte Erreichbarkeit der Eltern geprägt. Die Entscheidung über diese Schulstandorte erfolgte auf der Grundlage abgestimmter Planungen zur Armutsprävention.

 

Im Rahmen der Förderung von „kinderstark – NRW schafft Chancen“ kam es zum 30.09.21 bzw. 01.10.21 zu einer inhaltlichen Änderung, die mit dem Landesjugendamt abgestimmt wurden:

 

Die Concordia- und die Wunderschule entschieden sich für eine Förderung ihrer Familiengrundschulzentren durch die MSB-Förderrichtlinie. Der Standort der Adolf-Feld-Schule konnte zum 01.10.21 hinzugewonnen werden.

 

Mit den Fördermitteln von „kinderstark – NRW schafft Chancen“ werden seit dem 01.10.21 die Familiengrundschulzentren an der Adolf-Feld-Schule und an der Ruhrschule betrieben. Die Angebote der beiden Standorte werden von den Familien sehr gut angenommen, so dass eine Fortführung und ein weiterer Ausbau auch in der Förderperiode 2023 geplant sind.

 

Prozessbegleitung im Bereich Familiengrundschulzentren (FGZ)

 

Die kommunale Koordination und Planung von Familiengrundschulzentren setzte mit Beginn des Modellvorhabens der Implementierung eines Familiengrundschulzentrums im Sozialraum 73 Alstaden/ Lirich (Concordiaschule) im August 2020 ein.

 

Auf kommunaler Ebene wurde das „Steuerungsgremium „Familiengrundschulzentren“ zur strategischen Ausgestaltung des Familiengrundschulzentrums eingerichtet. Im Steuerungsgremium, das viermal jährlich tagt, und dessen Akteurkreis mittlerweile erweitert wurden, sind verschiedene Akteur*innen wie Schulleitungen, FGZ-Leitungen, Amtsleitungen, etc. vertreten, denn die Entwicklung von Familiengrundschulzentren benötigt eine gute Information aller relevanten Akteur*innen in den Ämtern, den Schulen und den Trägern. Es wurden u.a. zum Beispiel verbindliche Module (z.B. „Schnupperschule“) für die Familiengrundschulzentren erarbeitet.

 

Das Steuerungsgremium gestaltete Schritt für Schritt eine kommunale Handlungsstrategie und ein Leitbild für Familiengrundschulzentren in Oberhausen aus.

 

Weiterhin trat Oberhausen im März 2021 der Initiative „Familiengrundschulzentren NRW“ bei.

 

Baustein 3: Lotsendienste an Geburtskliniken

 

Umsetzung „Lotsendienst - Frühe Begleitung Alsbachtal“ am AMEOS Klinikum St. Clemens Oberhausen

 

Basierend auf der „Konzeptentwicklung zur Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen" in den Jahren 2020 bis 2022, konnte die Vernetzung an der Schnittstelle Gesundheitswesen und Jugendhilfe in Oberhausen fortgeführt und intensiviert werden. Durch die konzeptionelle Arbeit der letzten Jahre wurde in Oberhausen der bestehende „Lotsendienst — Frühe Begleitung Alsbachtal" qualitativ weiterentwickelt und durch neu geschlossenen Kooperationen flächendeckend ausgebaut.  Im Förderzeitraum 2022 ist es gelungen die Oberhausener Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik für eine Zusammenarbeit mit den Lotsendiensten zu gewinnen. Die neue Verzahnung der Akteure ermöglicht eine noch engere und ganzheitliche Information, insbesondere von psychosozial belasteten Familien in Oberhausen.

 

Für 2023 ist die Fortführung der flächendeckenden und einheitlichen Vernetzung der stationären medizinischen Versorgung mit den Frühen Hilfen in Oberhausen als Teil einer kommunalen Präventionskette geplant.

 

Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Entwicklung eines Konzeptes zu den Themen „Migration" und „Behinderung".

 

Die „Frühe Begleitung Alsbachtal" unterstützt im Rahmen ihres Lotsendienstes und der begleitenden aufsuchenden Arbeit, die Entwicklung und Gestaltung des Familiensystems, indem sie Familien mit Kindern im Alter von 0 - 36 Monaten, während ihrer individuellen Lebenssituation adäquat, umfangreich und ergebnisoffen, unter Berücksichtigung ihrer psychischen und physischen Belastungen, informiert, berät, unterstützt, begleitet, bildet und fördert.

 

Basis des Kontakts mit den Familien ist das persönliche Gespräch in der Geburtsklinik. Der Aspekt der Freiwilligkeit ist handlungsleitend für das kostenlose und niederschwellige Angebot. Mit der Förderung konnte eine wichtige Lücke der Frühen Hilfen geschlossen werden, da nun alle Geburtskliniken in Oberhausen regelmäßig aufsucht werden. Familien mit Neugeborenen werden in einem persönlichen Gespräch von Mitarbeiter:innen der „Frühe Begleitung Alsbachtal“ über bedarfsgerechte und individuelle Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten der Frühen Hilfen in den Krankenhäusern informiert. Zudem dient das persönliche Gespräch zur Erfassung von Unterstützungsbedarfen, zum Erkennen von Belastungsfaktoren und zur Wahrnehmung persönlicher, familiärer und sozialer Ressourcen der Familien. Eine kontinuierliche Evaluation des Lotsendienstes wird im Rahmen der Qualitätsentwicklung sichergestellt.

 

Baustein 6: Ausbau aufsuchender Angebote

 

Lotsendienste in Familienzentren – „Vier im Revier“

Das Angebot der aufsuchenden und präventiven Arbeit in Oberhausen wird im Rahmen des Pilot-Projektes "Vier im Revier" seit Juli 2020 fortgeführt und ausgebaut. Weiterhin wird an und in den vier Oberhausener Familienzentren (KTE City West, KTE Lirich KTE Stadtmitte und KTE Villa Kunterbunt I) durch, in der ambulanten Jugendhilfe erfahrene Fachkräfte, niedrigschwellige Beratung und Begleitung angeboten und durchgeführt.

Im Projekt werden vier der ehemals sieben Module umgesetzt:

 

  • Modul 1: Offene Sprechstunde für Eltern (Unterstützung bei Anträgen, Beratung, Fragen zu versch. Themen wie Erziehung, Bildung, Wohnen, Vermittlung)

 

  • Modul 2: Unterstützung vor Ort (Begleitung der Eltern zu Ämtern und anderen Institutionen, Unterstützung zu Hause)

 

  • Modul 7: Family-Day (Freizeitaktionen mit Familien wie Besuch des Landschaftsparks, Walderleben, gemeinsames Backen, Picknick und Spielen im Freien).

 

Nachdem im Jahr 2021 aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen nicht alle Module des Projektes angeboten werden konnten und der Schwerpunkt der Arbeit im Modul 1/ offene Sprechstunde mit Beratungen und Unterstützung bei Behördenangelegenheiten gelegen hat, konnte im Jahr 2022 auf dieser Arbeit aufgebaut werden.

Viele Familien haben positive Erfahrung mit den Fachkräften gemacht und sich mit vielfältigen, weiteren Themen an sie gewandt. So wurde auch vermehrt um Unterstützung bei erzieherischen Fragen eingefordert. Gleichzeitig war es durch das aufgebaute Vertrauensverhältnis möglich, die Familien für andere Module des Projektes zu gewinnen. So haben vermehrt Gruppenangebote (Modul 4) stattgefunden.

Bei kultursensiblen Gruppenangeboten wird und wurde der Austausch der Eltern gefördert und sich ergebende Fragen der Eltern aufgegriffen. Wichtig ist hier auf die Wünsche und Bedarfe der Eltern einzugehen und daraufhin ein entsprechendes Angebot zu entwickeln und keine Themen von Seiten der Fachkräfte vorzugeben.

 

Auch das Modul 7 `Family Day´ konnte wieder regelmäßig angeboten werden. Hier sollen die Familien als Gesamtsystem, etwa über Anleitung bzw. Impulsgebung von `gemeinsamer (Frei-)zeit als Familie´ gestärkt werden indem das nähere Lebensumfeld und deren Angebote, Freizeitmöglichkeiten etc. für Familien kennengelernt werden.

 

Für 2023 ist geplant, die positive Entwicklung aus dem Jahr 2022 fortzuführen. Neben den Gruppen- und Familienangeboten soll der Fokus wieder mehr auf die begleitende Lotsenfunktion gelegt werden.

 

Weiterhin findet in Zusammenarbeit mit der Auridis Stiftung eine externe Evaluation durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt noch bis Ende 2023 statt.

Eine regelmäßige Berichterstattung über das Gesamtprojekt kinderstark und die einzelnen Förderbausteine wird weiterhin erfolgen.

 

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