Berichtsvorlage - M/17/3549-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Ausgangslage

 

Im Rahmen einer ESF-Einzelförderung ist die Konzeption des „Zukunftscampus‘“ durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt worden. Die Förderung war mit einem Meilensteinbericht bis zum 31.3.2023 abzuschließen. Ziel war es, auf Basis von Machbarkeitsanalysen eine mögliche Trägerstruktur, eine inhaltlich-fachliche Ausrichtung und geeignete Bildungsangebote inklusive digitalisierter Formate, mögliche Standorte sowie Finanzierungsmöglichkeiten für die nächsten Schritte der Umsetzung zu entwickeln. Das Ergebnis liegt vor und ist auch in einem Feedbackgespräch mit dem Ministerium (unterstützt durch die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung, GIB) erörtert worden.

 

Die Zwischenergebnisse sind nach den folgenden Tätigkeitsschwerpunkten hier kurz zusammengefasst:

 

-          Inhaltliche Fokussierung

-          Identifikation potentieller Partner

-          Identifikation und Prüfung möglicher Standorte

-          Netzwerkaufbau

-          Öffentlichkeitsarbeit

-          Erstellung Abschlussbericht

 

 

Inhaltliche Fokussierung

 

Die Mischung aus Unternehmensstruktur, Beschäftigungsentwicklung, Branchengewicht, wissenschaftlicher Expertise, Ausbildungspartnern, Akteurinnen vor Ort und Inhalten haben den Fokus auf das Thema „Nachhaltiges Bauen und Stadtentwicklung“ gelenkt. Neben den Branchen-Merkmalen und dem Fachkräftebedarf, waren die Rolle des Bausektors bei der Bewältigung der Klimakrise, der Anpassung an den Klimawandel, aber auch Lösung sozialer Fragen, wie bspw. die Versorgung mit Wohnraum, zentral für diese Schwerpunktsetzung. Gleichzeitig weist kaum eine andere Branche so viel Potential auf, wenn es um Fragen der Digitalisierung und Automatisierung geht.

 

Identifikation potentieller Partner

 

Die Ausbildung der Fachkräfte in Bauberufen hat in Oberhausen eine lange Tradition und ist im Juni 2019 mit der Ansiedlung des Ausbildungszentrums (ABZ) des Berufsförderungswerks (BFW) der Bauindustrie NRW nachhaltig gestärkt worden. Mittlerweile werden dort jährlich rund 250 Auszubildende in Bauberufen während ihrer dreijährigen Ausbildung an rund 37 Wochen pro Jahr überbetrieblich ausgebildet und wochenweise untergebracht und verpflegt.

 

In Zusammenarbeit des ABZ und der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird seit Ende 2021 dem Bedarf für die Entwicklung und Einführung von Automatisierungs- und Robotertechnik im Bauwesen durch Konzeptionierung eines Kompetenzzentrums für Bauautomatisierung begegnet. Die Baubranche ist dabei angesichts der ausgeprägten Personalknappheit auf Innovationen in Technik und Ausbildung angewiesen, um den Bedarf an qualifiziertem Personal auch nur annähernd zu decken.

 

Identifikation und Prüfung möglicher Standorte

 

Eine zentrale Prämisse des Zukunftscampus ist, dass er kein virtuelles Konstrukt, sondern ein gebauter Ort ist, der die Wertschätzung für die Ausbildung widerspiegelt. Der Ort sollte von vornherein ausreichend Entwicklungsraum, aber auch eine enge Vernetzung mit Kooperationspartnern des Projekts bieten. Nach Betrachtung unterschiedlicher Flächen sind als möglicher Standort für den Zukunftscampus neben dem Innovationsquartier in der Neuen Mitte (Nähe zu Fraunhofer UMSICHT) der Gartendom in Oberhausen Osterfeld (Nähe zum Ausbildungszentrum der Bauindustrie) einer vertiefenden Prüfung unterzogen worden.

Grundsätzlich eignen sich aufgrund von Lage, (fachlicher) Anbindung und potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten die beiden Standorte – Innovationsquartier und Gartendom – für die Entwicklung eines Zukunftscampus.

 

Weil das Innovationsquartier noch in einem frühen Stadium der Entwicklung ist und zudem mehrere Eigentümer involviert sind, lag der Fokus der baulichen Weiterentwicklung des Zukunftscampus auf dem Gartendom.

 

Netzwerkaufbau

 

Die Besonderheit und Herausforderung im Rahmen der Planung des Zukunftscampus besteht darin, dass drei unterschiedliche Einrichtungen gemeinsam einen von allen genutzten Lern- und Innovationsort entstehen lassen. Dazu haben das Institut für Baubetrieb und Baumanagement sowie der Lehrstuhl für Mechatronik der Universität Duisburg-Essen, das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW in Oberhausen (ABZ) und die Stadt Oberhausen eine Vereinbarung über das Bauvorhaben „Zukunftscampus / Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Automatisierung“ in der Bauwirtschaft“ erarbeitet.

 

Insgesamt hat sich ein enges Netzwerk aus Herstellern, Anwendern, Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen gebildet, das die Idee des „Zukunftscampus“ am Standort Oberhausen befürwortet und unterstützt.

 

Öffentlichkeitarbeit

 

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit haben die drei Projektpartner Stadt Oberhausen, die UDE und das ABZ der Bauindustrie am 01. März 2023 zu einer Veranstaltung zum Thema „Digitalisierung, Automatisierung und Qualifizierung - Zukunft der Baubranche und Fachkräftesicherung" eingeladen. Der Einladung folgten rund 80 Personen aus den Bereichen Bildung, Politik, Forschung und Wirtschaft. Unter den Teilnehmenden fanden sich auch zwei Staatssekretäre der Landesregierung. Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Heimat- und Bauministerium sowie Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Beide unterstrichen die Bedeutung des Projektes „Zukunftscampus“ für die Bewältigung des Fachkräftemangels wie auch der Weiterentwicklung der Baubranche hinsichtlich notwendiger Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse.

 

Erstellung Abschlussbericht

 

Der Abschlussbericht für die Förderung fungiert als Meilensteinreport, der zum einen die Ergebnisse der geleisteten Arbeit transparent darstellt. Zum anderen ist er Richtschnur für die anstehenden ToDos.

 

Nächste Schritte

 

Der Meilensteinreport legt dar, dass sowohl inhaltlich und räumlich als auch organisatorisch und finanziell wichtige Fragen konzeptionell beantwortet werden konnten. Neben dem starken Netzwerk und konkreten Maßnahmen sind Grundlagen für die Akquise von Fördermitteln gelegt. Darauf aufbauend gilt es, Raumbedarfe und Planungen für die Beantragung von Fördermitteln zu konkretisieren. Neben der Städtebauförderung sind Antragstellungen über EFRE/GRW-Programme in Planung. Voraussetzung ist ein klares Bekenntnis zur Fortführung des Projekts seitens der Partnerinnen (v.a. Stadt, ABZ, UDE).

 

Bei einem geschätzten Finanzvolumen von bis zu 20 Mio. Euro werden auch bei einer Förderquote von 80 Prozent Eigenanteile von bis zu 4 Mio. Euro entstehen. Hinzukommt die Sicherstellung des laufenden Betriebs. Mit Blick auf den „Nutzen“ für den (Aus)Bildungsstandort Oberhausen wäre dies eine Investition mit großem Potential.

 

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...