Beschlussvorlage - B/17/3504-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag

 

Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt den Beitritt der Stadt Oberhausen zum Verein „Klimafreundliche Technologieentwicklungen Oberhausen HydrOB e.V.“

 

Die benötigten Mittel in Höhe von 1.000,00 EUR stehen im Haushalt 2023 beim Auftrag 450001020203 - Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik“, Kostenart 543132 - Sonstige Geschäftsaufwendungen zur Verfügung. Die für die Folgejahre erforderlichen Mittel werden im Rahmen der Haushaltsplanung 2024 ff. berücksichtigt.

 

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Konsequenzen

Bezug

 

A/16/5586-01 - Antrag der SPD-Fraktion im Rat gemäß § 4 der Geschäftsordnung für den Rat der Stadt: „Wasserstoffkonferenz“

 

A/17/3321-01 - Antrag der SPD-Fraktion gem. § 2 Geschäftsordnung für den Rat der Stadt: Aktueller Sachstand zur Initiative „Campus for Hydrogen Technologies Oberhausen – HydrOB“

 

 

Konsequenzen

 

a) Finanzielle

 

    keine  [ ]

 

    ja   [ x ]

 

b) Sonstige

 

    Auswirkungen auf das Klima

 

    ja   [ ] (siehe Anlage Klimacheck)

 

    nein   [ x ] Begründung:

 

Der Vereinsbeitritt als solches hat keine klimarelevanten Auswirkungen. Mögliche spätere positiven Auswirkungen durch diese Beschlussvorlage lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmen oder beziffern.

 

 

 

 

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Sachverhalt

Begründung / Sachdarstellung

 

Wasserstoff ist einer der zentralen Bausteine für eine erfolgreiche Energiewende. CO2-frei erzeugt ist er Energieträger und Speichermedium für regenerativen Strom, ein zentraler Rohstoff für defossilisierte Industrieprozesse sowie ein wichtiger emissionsfreier Treibstoff im Mobilitätsbereich.

 

Dies hat die Stadt Oberhausen erkannt und zusammen mit dem Fraunhofer UMSICHT Institut aus Oberhausen das HydrOB-Netzwerk ins Leben gerufen. Diesem Netzwerk haben sich inzwischen global agierende Unternehmen wie MAN Energy Solutions, OQ Chemicals GmbH aber auch regional tätige Unternehmen und Betriebe, die Wasserstofftechnologien entwickeln, Wasserstoff einsetzen oder dessen Nutzung vorbereiten, angeschlossen. Dabei wird die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette von einer regenerativen Erzeugung des Wasserstoffs über Mobilitätsanwendungen, dem großtechnischen stofflichen Einsatz in der Chemischen Industrie bis hin zu Transport- und Speichertechnologien abgedeckt. In einem Auftaktgespräch im August 2020 mit den genannten Akteuren wurde der Bedarf nach einer viel stärkeren Vernetzung, nach neuen Kooperationen über Sektoren hinweg sowie nach neuen bzw. H2-angepassten Technologien formuliert. Koordiniert durch Fraunhofer UMSICHT wurden in den folgenden Monaten konkrete Bedarfe mit Bezug zur Implementierung von grünem Wasserstoff ermittelt, das Konzept für den »Campus for Hydrogen Technologies Oberhausen - HydrOB®« entwickelt und abgestimmt sowie die Initiative im Februar 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben diesem Kern-Verbund bestehen aktuell viele Interessensbekundungen aus Mittelstand und Handwerk, die den Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft anstreben. Das Projekt „HydrOB-Start“ wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen gefördert, Projektlaufzeit 11.05.2022 bis 28.02.2023. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und MAN Energy Solutions SE.

 

Ziel der Initiative »Campus for Hydrogen Technologies Oberhausen - HydrOB« ist es, durch eine enge Verzahnung der Entwicklung von Wasserstofftechnologien mit lokalen Demonstrationsvorhaben, Digitalisierung und Weiterbildung ein Technologiekompetenzzentrum (Campus) in Oberhausen zu errichten, das regional, national und international richtungsweisende Entwicklungen ermöglicht, die Einführung von Wasserstofftechnologien in Unternehmen unterstützt und so den Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft beschleunigt. Der Campus soll die Ansiedelung von Start-ups unterstützen und regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen die Erlangung von sowohl praktischen, als auch theoretischen Kompetenzen im Umgang mit Wasserstoff ermöglichen. Der Schlüssel dazu sind geeigneten Infrastrukturen sowie Weiterbildungsangebote, die dann für Technologieentwicklung, Planung und Anwendung eingesetzt werden. Dazu wurde im Rahmen des Projekts zunächst eine Potenzial- und Akteursanalyse in Oberhausen und im direkten Umfeld durchgeführt. Des Weiteren wurden für die Konzeptionierung einer Cloud zur digitalen Vernetzung von Anwendungsvorhaben beispielhafte Prozessketten definiert und Anforderungen an eine Cloudstruktur entwickelt. Parallel wurden Weiterbildungsbedarfe erhoben und vorhandene Angebote ermittelt. Schließlich wurden Bedarfe zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürger aus der Analyse bereits vorhandener Erkenntnisse zur Akzeptanz von Wasserstoffprojekten formuliert. Auf Basis der Ergebnisse wurden Leistungen eines möglichen Kompetenzzentrums abgeleitet.

 

Da es in der Stadt Oberhausen noch wenige industrielle Abnehmer oder Produzenten gibt (im Vergleich zu z.B. Duisburg oder Essen), liegen die derzeitigen Aktivitäten auf dem Gebiet des Wissenstransfers und der Entwicklung des Netzwerkes. Damit besteht aber auch gleichzeitig die Chance, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region zu erreichen und mit einer Vereinsgründung, die den Wissenstransfer verfolgt sowie dem angestrebten Campus for Hydrogen Technologies in Oberhausen eine Lücke zu schließen.

Dabei soll insbesondere eine breite und dezentrale Anwendung von tragfähigen klimafreundlichen Technologien insbesondere unter Einsatz von Wasserstoff oder z. B. mit Fokus auf CO2-Abscheidung in Oberhausen und deren Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben werden. Durch Unterstützung von Neu- und Weiterentwicklung von klimafreundlichen Technologien soll die Verknüpfung und Vernetzung von Know-How und Kompetenzen aus Wirtschaft, Forschung und Kommune erfolgen. Ein regelmäßiger Austausch und Diskussionen in Informationsveranstaltungen und Konferenzen, die der Verein für die Allgemeinheit veranstaltet, unterstützen dieses Ziel.

 

Um das schon vorhandene Netzwerk zu stärken und weiter auszubauen, entstand seitens der Unternehmen der Wunsch, dies mit einer Vereinsgründung zu bekräftigen. Am 15. Mai werden die Gründungsmitglieder Fraunhofer Institut UMSICHT, MAN Energy Solutions, OQ Chemicals GmbH, Emschergenossenschaft, GMVA, WBO, EVO und STOAG eine entsprechende Vereinssatzung unterzeichnen. Ebenfalls ist beabsichtigt, dass die OWT GmbH beitritt. Für die Stadt Oberhausen ist für einen Vereinsbeitritt ein Ratsbeschluss herbeizuführen, da es sich nicht um ein Geschäft der laufenden Verwaltung handelt.

Der Vereinsbeitrag für die Stadt Oberhausen als Gebietskörperschaft wird sich auf 1.000 €/a belaufen und in den städtischen Haushalt eingestellt. Darüber hinaus entstehen für die Stadt Oberhausen keine weiteren Verpflichtungen. Die Entwürfe der Vereinssatzung und der Gebührenordnung sind als Anlage beigefügt.

 

Das Projekt HydrOB und die bisherigen Tätigkeiten werden von Frau Dr. Esther Stahl vom Fraunhofer UMSICHT Institut im Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss am 31.05.2023 vorgestellt.

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Anlagen

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