Berichtsvorlage - M/17/3434-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Anträge auf regionale Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) für das Jahr 2024
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Dezernat 1 / Finanzen und Kultur
- Bearbeitung:
- Sandra Hallen
- Verantwortung:
- Dez 1 Herr Tsalastras
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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11.05.2023
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Die regionale Kulturförderung des LVR dient dazu, die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebots im Rheinland zu stärken und zu bewahren.
Um eine mögliche finanzielle Zuwendung zu erhalten, ist eine Antragstellung durch den Projektträger selbst erforderlich, die über die zuständigen kreisfreien Städte an den LVR zu richten ist. Anträge von Privatpersonen sind nicht zulässig. Es muss zudem eine Information der politischen Vertretung erfolgen. Den endgültigen Beschluss über eine Förderung trifft der Landschaftsausschuss zum Ende des Jahres.
Folgende Förderanträge wurden im Rahmen der regionalen Kulturförderung für das Jahr 2024 gestellt:
Kurzfilmtage Oberhausen und das Ruhrgebiet
Projektträger ist die Internationale Kurzfilmtage gGmbH. Die Gesamtkosten betragen 19.900 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel beträgt 15.720 EUR.
Im 70. Jubiläumsjahr möchten die Kurzfilmtage drei Aspekte der Festivalgeschichte retrospektiv aufbereiten, die als historisch innovative Versuche angesehen werden können, auf soziale und mediale Umbrüche durch spezielle Festivalformate und Programminhalte zu reagieren, die das lokale Publikum einbeziehen und adressieren sollten: die „Filmothek der Jugend“, die „Sportfilmtage Oberhausen“ und verschiedene Formen, in denen sich der „Standortfaktor Ruhrgebiet“ im Programm der Kurzfilmtage niederschlug. Die drei Aspekte sind sowohl festival- als auch regionalgeschichtlich in vielerlei Hinsicht bedeutsam und bis heute von hoher Relevanz. Ausgehend von Recherchen im Archiv der Kurzfilmtage und ergänzt durch Gespräche mit Zeitzeugen sollen die drei Aspekte zu folgenden Programmformaten aufbereitet werden:
- zu jedem Thema zwei Filmprogramme mit Gästen auf den 70. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen
- zu jedem Thema ein Online-Dossier im Drei-Monate-Rhythmus im Verlauf des Jahres 2024: ein bis zwei kommissionierte Texte, Archiv-Dokumente, je zwei historische Filme pro Thema als kostenloses Streaming-Angebot auf dem Online-Channel der Kurzfilmtage.
Modernisierung der Städtelandschaft Ruhrgebiet in den 1920er Jahren am Beispiel Oberhausens und in vergleichender Perspektive
Träger des Projektes ist das Stadtarchiv der Stadt Oberhausen. Die Gesamtkosten betragen 120.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel beträgt 60.000 EUR für zwei Jahre.
Mit dem Projekt "Modernisierung der Städtelandschaft Ruhrgebiet in den 1920er Jahren am Beispiel Oberhausens und in vergleichender Perspektive" soll der Modernisierungs- und Urbanisierungsprozess im Ruhrgebiet erforscht werden. Im Fokus steht dabei die Kommunale Neugliederung 1929, die beispielhaft an der Stadt Oberhausen erforscht wird. Grundlage hierfür bildet der Bestand Alt-Oberhausen, der ausgehend von der Mitte des 19. Jh. die Gemeindegründung bis hin zur Entstehung "Groß"-Oberhausens dokumentiert. In vergleichender Perspektive sollen Modernisierungstendenzen in den Bereichen Innenstadtentwicklung, Architektur, Infrastruktur, Verkehr, Freizeit und Arbeit im ganzen Ruhrgebiet betrachtet werden. Die überregionale Strahlkraft des Projektes ist einerseits in den Kooperationspartnern (RVR, LVR Zentrum für Medien und Bildung, Baukunstarchiv NRW, Universität Duisburg-Essen) und andererseits in der vergleichenden Perspektive begründet. Die Ergebnisse der Forschungstätigkeiten gipfeln in einem durch das LVR-Zentrum für Medien und Bildung produzierten Dokumentarfilm mit dem Titel „Modernisierung und lokale Realität einer Städtelandschaft. Oberhausen, das Rheinland und das Ruhrgebiet – die kommunale Neuordnung der Region von 1929 und ihre Bedeutung bis heute."
Digitales Museum für Kunst im öffentlichen Raum
Träger des Projektes ist die Stadt Oberhausen mit der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen und dem Kulturbüro der Stadt Oberhausen. Die Gesamtkosten betragen 67.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel beträgt 53.600 EUR.
Der Projektantrag zum Digitalen Museum ist bereits für das Jahr 2023 gestellt und negativ beschieden worden. Ursächlich dafür ist, dass die Stadt Oberhausen bereits in den Vorjahren als Projektträger mehrfach gefördert worden ist und weitere eingereichte Anträge für das Jahr 2023 eine fördermitteltechnische Unterstützung seitens des LVR erfahren haben.
Der LVR beurteilte das Projekt aber grundsätzlich als förderfähig.
Mit dem Digitalen Museum wird das Ziel verfolgt, die ca. 120 vorhandenen und weiteren, neu hinzugekommenen Kunstwerke im öffentlichen Raum aufzuarbeiten, anschaulich auf einer Website und gegebenenfalls in einer App darzustellen sowie im Stadtgebiet digital auffindbar zu machen, um jedem Interessierten einen barrierefreien und kostenfreien Zugang zur Erfahrung der öffentlichen Kunst anbieten zu können. Durch die Etablierung von Kunstrouten wird der konzeptionelle Ansatz des spielerischen Kennenlernens der öffentlichen Kunst verfolgt, der die öffentliche Kunst in einer besonderen und identitätsstiftenden Form erfahrbar macht.
Gemeinschaftliche Erneuerungskultur in einer bewohnergetragenen Arbeitssiedlung
Träger des Projektes ist der gemeinnützige Riwetho e. V. - "Verein zur Erhaltung der Arbeitersiedlung Ripshorster-, Werk- und Thomasstraße". Die Gesamtkosten betragen 65.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel beträgt 50.000 EUR.
Im Rahmen des Projektes sollen die Blendläden an den Fenstern der seit über 20 Jahren denkmalgeschützten Arbeitersiedlung Riwetho wiederhergestellt werden, um bedeutsame Siedlungs- und Architekturgeschichte sichtbar und erlebbar werden zu lassen.
Dieser Aspekt gewinnt vor dem Hintergrund, dass die Arbeitersiedlung Riwetho Standort der Route der Industriekultur ist nochmals an besonderer kultureller Bedeutung.
Die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals im Jahr 2024 soll die Geschichte der Arbeitersiedlung und die für die Aufrechterhaltung unerlässliche und entscheidende Eigeninitiative und das Engagement der Bewohner betonen und der Öffentlichkeit näherbringen.
Die Förderung des Projektes eröffnet eine ganzheitliche Abrundung und Vervollständigung des Siedlungsbildes. Die Umsetzung erfolgt durch die Bewohner und wirbt damit für den bewohnerorientierten Erhalt von Arbeitssiedlerkultur im Ruhrgebiet.
