Beschlussvorlage - B/17/3423-02
Grunddaten
- Betreff:
-
Vordach Bahnhof Sterkrade
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Mobilität
- Bearbeitung:
- Martina Schleuter
- Verantwortung:
- Mauksch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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Anhörung
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04.05.2023
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Geplant
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Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss
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Vorberatung
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25.05.2023
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Erledigt
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Rat der Stadt
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Beschlussfassung
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19.06.2023
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25.09.2023
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●
Geplant
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Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss
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Vorberatung
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07.09.2023
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Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Oberhausen beauftragt die Verwaltung mit der weiteren Planung des Vordachs der östlichen Treppen- und Rampenanlage gemäß dem Vorentwurf der Machbarkeistsstudie des Architekturbüros Meier-Ebbers.
Die Finanzierung in Höhe von 1.800.000 Euro ab dem Jahr 2027 ff. erfolgt über die Finanzstelle 560012010600500 – Personenunterführung Bahnhof Sterkrade, Finanzposition 7851.00 – Auszahlungen für Hochbaumaßnahmen für den Bau und für die Planungsleistungen/Ingenieurleistungen in Höhe von 190.000 Euro die bereits laufend über die Finanzposition 7851.01 – Auszahlung für Hochbaumaßnahmen – Ingenieurleistungen abgewickelt werden.
Diese Beträge wurden mit der HH-Planaufstellung 2024 ff. entsprechend angepasst
Konsequenzen
Bezug
B/16/2219-01 vom 19.12.2016
B/17/3423-01 vom 19.06.2023
Konsequenzen
a) Finanzielle
keine [ ]
ja [x] Die Baukosten betragen ca. 1.670.000 Euro netto. Die Folgekosten für Reinigungs- und Unterhaltungskosten betragen für
- die Variante mit vollständigem Glasdach Fläche: 5.000 Euro netto pro Einsatz,
- die gekürzte Variante mit vollständigem Glasdach Fläche etwa 400m²: 4.000 Euro netto pro Einsatz
- die Variante mit Aluminiumverbundpaneel-Dach Fläche etwa 700m²: 3.500 Euro netto pro Einsatz.
b) Sonstige
Auswirkungen auf das Klima
ja [ ] (siehe Anlage Klimacheck)
nein [x] Begründung:
Der Bau des Vordachs hat keine klimatischen Auswirkungen.
Sachverhalt
Begründung
Die Beratung über die Drucksache B/17/3423-01 - Vordach Bahnhof Sterkrade - wurde in der Ratssitzung am 19.06.2023 gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 6 der Geschäftsordnung für den Rat der Stadt zurück an den Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss überwiesen und soll danach erneut dem Rat der Stadt zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Seit der letzten Befassung mit dem Thema Vordach in der Ratssitzung am 19.06.2023 wurde durch das Architekturbüro Meier-Ebbers eine Variantenuntersuchung durchgeführt, um zu prüfen, ob durch Entwurfsanpassung eine Kostenreduzierung erzielt werden kann. Die Vorlage wurde daher um die Ergebnisse der Variantenuntersuchung ergänzt.
Die Verwaltung ist am 19.12.2016 mit der Umsetzung des Siegerentwurfs aus dem Wettbewerb zum Neubau des Bahnhofs Sterkrade beauftragt worden.
Als Bestandteil des Siegerentwurfs „Lichtwelten“ ist ein Vordach auf der östlichen Bahnhofseite vorgesehen.
Das im Siegerentwurf konzeptionierte Vordach sah die Überdachung der Treppenanlage vor. Mit dem vorliegenden Entwurf wird im Sinne der Barrierefreiheit auch die Rampenanlage überdacht.
Der Entwurf aus dem Konzept stellt für das Dach die Form eines Regenschirms dar.
Zur Realisierung des Vordaches wurden die Servicebetriebe Oberhausen (SBO) entsprechend mit der Planung und dem Bau beauftragt. Für die Planung des Vordaches hat die SBO eine Machbarkeitsstudie durch das Architekturbüros Meier-Ebbers erstellen lassen, welche als Anlage beigefügt ist. Die Machbarkeitsstudie schlägt eine Abweichung vom ursprünglichen Konzept dargestellt vor, dass die Form des Dachs an den Verlauf der Treppe und der Rampe angepasst wird, sodass das Dach zukünftig funktional als Wetterschutz für den Bahnhofszugang auf der Ostseite dient.
Ein weiteres Ziel ist die städtebauliche Einbindung der Gesamtanlage in den Stadtraum zwischen Bahnhofstraße und Bus/S-Bahn Station. Dazu orientiert sich der Entwurf des langgestreckten Dachbauwerks an den bestehenden Überdachungen des angrenzenden Sterkrader Busbahnhofs.
Ziel ist es, eine Ensemble-Wirkung entstehen zu lassen, welche den Fahrgästen die Orientierung auf dem Knotenpunkt für den öffentlichen Personennahverkehr erleichtern soll. Zusätzlich soll die einheitliche Gesamtwirkung das Erscheinungsbild aus Sicht der Bahnhofstraße aufwerten und den Ankommenden ein einladendes Erscheinungsbild mit gesteigerter Verweildauer bieten.
Die Verwendung eines Glasdachs vereint gleich mehrere Vorteile. Zum einen geht aufgrund der Leichtigkeit vom Bauwerk keine optische Barrierewirkung aus. Zum anderen ermöglicht es eine ausreichende Tageslichtversorgung im Endpunkt der Unterführung und im Bereich der Treppen und Rampenanlage, was für das Sicherheitsempfinden von großer Bedeutung ist.
Der Entwicklung des Entwurfs findet auch in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn statt. Der Entwurf folgt strengen externen Vorgaben; so wurde die maximale Ausdehnung der Dachfläche durch Vorgaben der DB bzw. der STOAG auf das dargestellte Baufeld beschränkt. Aus den Restriktionen der Tiefbau-Planung von Treppe, Rampe und Stützwände, ergibt sich eine gestalterisch sehr prägnante Schrägstellung der Stützen in Querrichtung. Die als Verbundsicherheitsglas ausgeführte Überkopf-Verglasung erlaubt den Einsatz einer bauwerksintegrierten Photovoltaik Anlage, bei der PV-Zellen in das Glaslaminat eingebracht werden und so eine semi-transparente Wirkung entstehen lassen. Das Dach hat eine Gesamtlänge von etwa 72 m und eine Breite von etwa 14 m an der breiten Südseite, welche sich nach Norden, dem Baufeld folgend, auf etwa 6 m verjüngt. Den Abschluss bildet an beiden Enden ein halbkreis-Bogen. Mit welchem Layout sich die PV-Anlage in die ca. 700 m² große Dachfläche integrieren ließe, gilt es in einem nächsten Schritt zu ermitteln.
Auf der Grundlage des Vordachentwurfs der Machbarkeitsstudie wurde durch das Architekturbüros Meier-Ebbers eine Variantenuntersuchung durchgeführt, um zu prüfen, ob durch Entwurfsanpassung eine Kostenreduzierung erzielt werden kann. Hierzu wurden drei Optionen zur Anpassung untersucht, welche die Anpassung der Statik/Konstruktion, die Dimensionierung des Vordachs und der Änderung des Materials betrachten.
Bei der Bewertung der Vordachvarianten sind neben den Umsetzungskosten die verkehrlichen und städtebaulichen Aspekte eine entscheidende Bewertungsgrundlage. Die Bahnhofszugänge müssen aufgrund der hohen Bedeutung des Bahnhofs Sterkrade für Oberhausen, welche in Zukunft durch den Ausbau des Bahnhofes, der Schienenwege und dem Einsatz neuer Wagentechnologien mit höheren Kapazitäten (bereits beim Rhein-Ruhr-Express im Einsatz) weiter gesteigert wird, in hoher Qualität ausgebaut werden. Insbesondere der östliche Zugang, welcher die Hauptverbindung zwischen dem Bahnhof, der Sterkrader Innenstadt und dem Busbahnhof darstellt, erfordert einen attraktiven Ausbaustandard der den zunehmenden Personenverkehr gerecht wird.
Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung sind als Anlage beigefügt und nachfolgend zusammengefasst.
Option 1 - Anpassung des statischen Systems
Die Anpassung des statischen Systems ist aufgrund der bestehenden Tiefbauplanung und der bestehenden Restriktionen bei der Wahl der Auflagerpunkte nicht realisierbar.
Option 2 - Kürzung der Überdachung
Eine Änderung der Dimensionierung durch Kürzung des Vordaches ist grundsätzlich statisch und konstruktiv umsetzbar. Die veränderte Dimensionierung führt zu einer Verringerung der Kosten in Höhe von ca. 590.000 Euro (ca. 30%).
Die Verkürzung des Vordaches hat jedoch zur Folge, dass die Rampenanlage nicht mehr überdacht ist und ein Qualitätsverlust für die Nutzer hervorgerufen wird. Der Bahnhofszugang auf der Ostseite hat eine hohe Bedeutung als Verbindung zwischen der Sterkrader Innenstadt (Eingangstor) und dem Busbahnhof. Es sollte daher eine durchgehende witterungsgeschützte und barrierefreie Zuwegung vom östlichen Zugang bis zu den Bahnsteigen (Bahnsteigdach wird ebenfalls entsprechend verlängert) gewährleistet werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass aus Gründen der Gleichbehandlung für alle Nutzergruppen wie Radfahrer:innen, Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Kinderwagen oder Rollkoffern ein barrierefreier Zugang erforderlich ist. Dies schließt auch über den Rampenanlagen den entsprechenden Witterungsschutz mit ein.
Option 3 - Änderung des Materials
Als Material für die Dacheindeckung des Vordachs wurde
- ein Glasdach,
- ein opakes Dach aus Aluverbundpaneel
- und eine Kombination aus einem halb Glas- halb opakes Dach Konstruktion
betrachtet.
Die vergleichsweise geringen Kosteneinsparungen in Höhe von ca. 95.000 Euro (5%) durch eine gesamte Dacheindeckung mit Aluverbundpaneele und ca. 40.000 Euro (2%) für eine kombinierte Dacheindeckung können die Vorteile einer gesamten Eindeckung mit Glas nicht aufwiegen. Der reduzierte Lichteinfall führt zu einer Absenkung der Attraktivität des Bahnhofzugangs durch dunkle Angsträume und steht im Gegensatz zum Ziel einer natürlichen Lichtdurchflutung des Lichtweltenentwurfs. Auch die mögliche Ausstattung mit Kunstlicht stellt keine gleichwertige Alternative zum Glasdach dar und würde die Herstellungskosten des Vordaches wieder steigern. Ein opakes Dach hat in der Reinigung und Wartung einen vergleichbaren Aufwand und Kostenfaktor, wie ein vollverglastes Dach und bietet auch hier keine Vorteile.
Eine Bewertung der umsetzbaren Optionen auf der Grundlage der Ziele des Lichtweltenentwurfes ist in Tabelle 1 dargestellt. Die Option einer kombinierten Dacheindeckung aus Glas und opakes Dach wurde nicht weiter betrachtet, da dies kaum zu Kosteneinsparrungen führt.
Tabelle 1: Vergleich Ziele des Lichtweltenentwurfes (Quelle Architekturbüros Meier-Ebbers)

Der Vergleich der Optionen mit dem Ausgangsentwurf zur vollständigen Glasüberdachung über den gesamten Zugang inkl. Rampenanlage zeigt, dass nicht nur die verkehrsplanerischen Anforderungen nicht erreicht werden, sondern auch die Einhaltung der städtebaulichen Ziele des damaligen Lichtweltenentwurfs nicht mehr gegeben ist.
Auf der Grundlage der Bewertung der Kosten, der verkehrlichen und städtebaulichen Aspekte wird daher die ursprüngliche erarbeitete Variante der Machbarkeitsstudie in voller Länge und mit kompletter Glaseindeckung empfohlen.
Der Bau des Vordaches erfolgt nach Fertigstellung der Personenunterführung inkl. Treppen- und Rampenanlage.
Für die Rampenanlage und Stützwände sind jedoch vorab die sich aus der Tragwerksplanung ergebenden Auswirkungen für das Vordach planerisch zu berücksichtigen.
Aufgrund dieser Abhängigkeit müssen die Planungen des Vordachs ebenso wie die Treppen- und Rampenanlage bereits für die Ausschreibung der Personenunterführung abgeschlossen sein.
Die Baukosten inklusive der Baunebenkosten belaufen sich nach Kostenrahmen vom 22.02.2023 auf ca. 1.670.000 Euro netto respektive 1.990.000 Euro brutto. Die Kosten für die Photovoltaikanlage sind in den Kosten nicht enthalten.
Im Rahmen der Baukosten inklusive Baunebenkosten in Höhe von 1.990.000 Euro fallen für Planungsleistungen insgesamt 190.000 Euro an. Mit der Durchführung der Planungsleistung wird sukzessive begonnen, die in diesem Haushaltsjahr 2023 zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel sind auskömmlich.
Die Ausschreibungsplanung der DB erfolgt zzt. auf Grundlage der bis Juni 2022 geplanten Rampenanlage ohne Überdachung. Durch die nachträgliche Anpassung der Stützwand-Konstruktion der Rampenanlage entstehen dort gegebenenfalls Mehrkosten.
Das Vordach wird nach Abschluss der Baumaßnahmen der DB voraussichtlich 2028 errichtet. Mögliche Baukostensteigerungen in den nächsten fünf Jahren können zu Mehrkosten gegenüber der aktuellen Kostenschätzung führen
Die Finanzierung erfolgt über die Finanzstelle 560012010600500 – Personenunterführung Bahnhof Sterkrade, Finanzposition 7851.00 – Auszahlungen für Hochbaumaßnahmen für den Bau und für die Planungsleistungen/Ingenieurleistungen über die Finanzstelle 560012010600500 – Personenunterführung Bahnhof Sterkrade, Finanzposition 7851.01 – Auszahlung für Hochbaumaßnahmen – Ingenieurleistungen.
Die weiteren Leistungsphasen zur Erstellung des Vordaches werden durch die SBO erbracht.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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11,9 MB
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2
|
(wie Dokument)
|
6,3 MB
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