Berichtsvorlage - M/17/3132-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Mit Beschluss des Rates vom 18.11.2019 wurde die Verwaltung beauftragt im Einklang mit den Wochenmarkthändler/innen Möglichkeiten zum Ersatz von Plastiktüten, -behältern und –einweggeschirr zu entwickeln.

 

Ziel sollte sein, innerhalb eines Jahres einen Plastik freien Wochenmarkt anzubieten. Dabei sollte die Möglichkeit von Pfandsystemen etwa bei Mehrweggeschirr und –behältern einbezogen werden.

 

Mit den Beschickern der Wochenmärkte wurde daraufhin zunächst vereinbart zum 01.01.2020 auf die Ausgabe von Plastiktüten zu verzichten.

 

Mit Beginn des Jahres 2020 begann die Corona Pandemie auch in Deutschland, die in ihrem weiteren Verlauf immer wieder Einschränkungen und Reglementierungen auch für den Betrieb der Oberhausener Wochenmärkte, sowohl für die Besucher/innen als auch die Händler/innen mit sich brachte und allen Beteiligten die Bemühungen um die Reduzierung von vermeidbaren Plastikverpackungen erschwerte.

 

Trotz der Beschränkungen wurden wiederholt Gespräche seitens der Verwaltung mit den Beschickern der Oberhausener Wochenmärkte mit dem Ziel der weiteren Plastikreduzierung geführt und auch bereits umgesetzt.

 

Derzeit werden grundsätzlich keine Plastiktüten mehr durch die Markthändler/innen an die Verbraucher/innen ausgegeben. Der Großteil der Händler/innen bevorratet inzwischen alternative Transporttüten für seine Kunden. Im Bereich des Textilhandels sind dies zumeist textile Lösungen, im Bereich Obst und Gemüse Tüten aus Papier.

 

Im Obst- und Gemüsehandel werden zudem biologisch abbaubare Kunststofftüten aus Maisextrakt für empfindliche und auch feuchte Waren ausgegeben (z.B. Spargel, Pflanzen etc.)

 

Im Bereich des Obst- und Gemüsehandels lassen sich aber Umverpackungen aus Plastik nicht immer vermeiden. Insbesondere werden bspw. Erdbeeren aber auch andere Beerenfrüchte die allesamt sehr empfindlich sind, oftmals in Plastikschalen verkauft.

 

Diese Produkte werden durch die Wochenmarkthändler/innen zum Großteil bereits plastikverpackt vom Großmarkt gekauft. Dies gilt auch für manche Importgemüse.

 

Eine Einflussnahme auf die Art der Verpackung ist hier oftmals nicht gegeben und ein etwaiges Umpacken der Ware scheidet schon aufgrund der Empfindlichkeit der Ware aus.

 

Auch haben die Händler/innen der Wochenmärkte die Erfahrung gemacht, dass die Kunden oftmals nicht bereit sind die Mehrkosten für entsprechende Papp- bzw. Papierverpackung zu zahlen. Auch die Konkurrenzsituation zum stationären Lebensmitteleinzelhandel spielt bei den Überlegungen eine nicht unerhebliche Rolle.

 

Ebenso ist bei den Haushaltswaren die Möglichkeit der Einflussnahme seitens der Markthändler/innen auf die Art und Weise der Verpackung nur sehr begrenzt. So werden beispielsweise Pfannen im Großhandel oftmals kunststoffverpackt vertrieben.

 

Etabliert hat sich inzwischen hingegen der Verzicht auf Plastikbesteck und Plastikgeschirr bei den Imbissbetrieben. Hier werden wiederverwendbare Behältnisse, zum Teil verbunden mit einem Pfandsystem, genutzt. Notwendiges Besteck wird vorwiegend aus Holz ausgegeben.

 

Für die Oberhausener Wochenmärkte kann festgestellt werden, dass inzwischen vermeidbare Umverpackungen aus Plastik von den Markthändlern nicht mehr genutzt und dort wo möglich alternative Möglichkeiten angeboten werden.

 

Seitens der Marktverwaltung wird regelmäßig auf die Vermeidung von Plastikmüll hingewirkt und im Bedarfsfall werden gemeinsam mit den Markthändler/innen alternative Möglichkeiten erörtert.

 

So ist für das laufende Jahr beabsichtigt, in einer entsprechenden Werbeaktion auf den Wochenmärkten an die Besucher/innen kostenlos Baumwolleinkaufstaschen sowie Mehrweg-Frischenetze für Obst- und Gemüse abzugeben.

 

Als vorläufiges Fazit kann festgehalten werden, dass ein vollständiger Verzicht auf Kunststoffverpackungen im Bereich der Oberhausener Wochenmärkte derzeit nicht möglich erscheint.

 

Dies ist einerseits der fehlenden Möglichkeit der Einflussnahme durch die Händler/innen auf die Art und Weise der Verpackung durch die Hersteller und Großhändler geschuldet und andererseits durchaus auch aus unternehmerischen Überlegungen heraus begründet. In diesem Zusammenhang ist speziell auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Wochenmarkthändler/innen insbesondere im Hinblick auf die direkte Konkurrenz gegenüber dem stationären Lebensmitteleinzelhandel zu berücksichtigen.

 

 

 

 

Bezug

 

Drucksache-Nr. A/16/5118-01 vom 18.11.2019

Drucksache-Nr. A/16/5213-01 vom 18.11.2019

 

 

 

Loading...