Beschlussvorlage - B/17/2938-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Theater Oberhausen als Lead Partner für ein EU-Projekt im Rahmen Creative Europe im Bereich ökologische Nachhaltigkeit / Kreislaufwirtschaft
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Dezernat 1 / Finanzen und Kultur
- Bearbeitung:
- Sandra Hallen
- Verantwortung:
- Dez 1 Herr Tsalastras
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kulturausschuss
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Beschlussfassung
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12.01.2023
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Sachverhalt
Begründung
Warum ist das Projekt für das Theater und die Kulturverwaltung Oberhausen wichtig?
Der fortschreitende Klimawandel mit seinen Herausforderungen ist inzwischen als große globale Herausforderung anerkannt. Immer mehr Kommunen betrachten in ihren Aktivitäten deren ökologische Wirkung sowie Erfüllung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen bzw. die 17 Ziele zu nachhaltiger Entwicklung. Für Kunst und Kultur haben kommunale Kulturverwaltungen dabei insbesondere in NRW eine Schlüsselposition.
Seit 2012 verfolgt die Stadt Oberhausen Maßnahmen des integrierten Klimaschutzes und der Klimaanpassung, hat in den letzten Jahren ein Energie- und Klimaschutzkonzept erstellt, relevante Szenarien und Potentiale für erneuerbare Energien ermittelt sowie ein gesamtstädtisches Maßnahmenprogramm mit Prioritäten für verschiedene Handlungsfelder bis 2030 entwickelt. Diese Schritte erfolg(t)en in Zusammenarbeit mit mehreren Partner:innen, u.a. dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, der EEB Enerko und im Rahmen von Förderungen von Bund und Land NRW in mehreren Projekten.
Initiator des nachfolgend beschriebenen Projektes und geplanter Associated Partner ist das NRW KULTURsekretariat (NRWKS). Das NRWKS als kommunale Förderinitiative der theater- und orchestertragenden Städte in Nordrhein-Westfalen NRW engagiert sich an dieser Stelle für kommunale Kultur und Nachhaltigkeit und unterstützt das Theater Oberhausen bei der Antragstellung für ein Projekt mit Schwerpunkt in der ökologischen Nachhaltigkeit in der europäischen Förderkulisse „Creative Europe“.
Mit europäischen Partner:innen, weiteren Kulturinstitutionen auf NRW-Ebene sowie den Experten für Nachhaltigkeitsforschung, dem Wuppertal Institut, sollen im Projekt „Sustainable Performing Arts as Changemaker for sustainable urban development“ (Arbeitstitel) systematisch Handlungsansätze für die notwendige ökologische Transformation im Bereich der Darstellende Künste erarbeitet und im europäischen Kontext geteilt werden. Das Wuppertal Institut bringt dazu seine Analyse- und Transformationskompetenz ein und entwickelt ein sektorspezifisches Analyse-Tool mit und für die teilnehmenden Kulturinstitutionen, welches EU-weit zur Verfügung gestellt werden soll. Einen inhaltlichen Schwerpunkt sollen die theaterspezifischen Handlungsbedarfe im Bereich „Material- und Kreislaufwirtschaft“ bilden. Für die Darstellenden Künste sind entsprechende Konzepte z.B. seitens des Bunds der Szenografen aktuell in frühen Entwicklungsstufen. Einige größere Theater prüfen derzeit eine mögliche EMAS-Zertifizierung. Das Projekt soll die teilnehmenden Kulturinstitutionen befähigen, die konkreten Handlungsfelder zu identifizieren, konkrete Nachhaltigkeitsziele und Strategien zu definieren, die notwendigen Transformationskompetenzen aufzubauen und in einen interkommunalen Austausch zu treten. Im Themenfeld der theaterspezifischen Materialkreisläufe für die darstellende Kunst sollen nachhaltige Lösungs- und Verwertungskonzepte erarbeitet und in Pilotprojekten umgesetzt werden
Als Ergebnis des Projektes werden vorliegen:
- Selbstanalyse zur ökologischen Ist-Situation für alle teilnehmenden Partnerorganisationen (SAFE Radar „Bühne“ des Wuppertal Instituts), Nachhaltigkeitsziele und -strategien mit Action Plan
- Ökologische Transformations- und Handlungskompetenz bei den teilnehmenden Kulturakteuren
- Konzepte und Handlungsleitfäden für nachhaltiges Materialmanagement an Bühnen (Materialkreisläufe) inkl. Umsetzung von Pilotmaßnahmen, ggf. in Anlehnung an EMAS-Verfahren
- Policy-Empfehlungen für kulturpolitische Entscheidungsträger auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene sowie Beschreibung von Best Practice Beispielen
- Präsentation der Ergebnisse, z.B. im Rahmen eines europäischen Festivals oder EU-Konferenz.
Fazit: Damit werden die Performing-Arts Organisationen zu Akteuren für eine nachhaltige Entwicklung für die kommunale Kulturarbeit in ihren jeweiligen EU-Regionen.
Welche Rolle hat das Theater Oberhausen als eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Oberhausen in dem EU-Vorhaben?
Die Rolle des Theaters Oberhausen als Lead Partner umfasst die rechtliche, administrative und kommunikative Steuerung des Gesamtprojektes inklusive Kommunikation zum Zuwendungsgeber und aller teilnehmenden Projektpartner.
Welche finanziellen Eckpunkte sind in dem EU-Projekt vorgesehen?
Für die Funktion des Lead Partners sind EU-Mittel in Höhe von ca. 500.000 EUR vorgesehen zzgl. 30% Eigenanteil, der hiermit in Höhe von 50.000 EUR p.a. beantragt wird. Darin sind enthalten rd. 220.000 EUR für Projektleitung (in Zusammenarbeit mit dem NRWKS) und rd. 330.000 EUR Sachmittel. Das Gesamtprojektvolumen soll einen Umfang von rd. 1,3 Mio. EUR haben (davon rd. 1,0 EUR EU-Fördermittel). Das NRW KULTURsekretariat hat eine enge Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung der Stadt Oberhausen zugesagt und legt ab 2023 einen inhaltlichen Programmschwerpunkt auf kommunale Kultur und Nachhaltigkeit. Konkrete finanzielle Kooperationsmöglichkeiten bis zu 35.000 EUR p.a. sind vorgesehen, jedoch noch nicht entscheidungsreif und durch die Gremien des NRWKS festzulegen.
Wie funktionieren EU-Projekte im Programm „Creative Europe“?
Europäische Kooperationsprojekte basieren auf einer intensiven, grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtungen aus ganz Europa.
Für dieses europäische Kooperationsprojekt müssen sich mehrere Partnerorganisationen in einem Konsortium zusammenschließen. Das Theater Oberhausen als eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Oberhausen soll als Lead Partner diejenige Einrichtung sein, welche die Koordination übernimmt. Weitere Partnerorganisationen umfassen das Volkstheater in Wien / Österreich, das Kinder- und Jugendtheater in Ljubuljana / Slovenien, voraussichtlich Akteure in den baltischen Staaten und Polen sowie die italienische Stadt Mantua,
Das Projekt muss sich einer gemeinsamen Idee oder Herausforderung widmen – hier der ökologischen Nachhaltigkeitstransformation in den Performing Arts und Kreislaufwirtschaft und darauf europäische Antworten finden.
Die Aktivitäten müssen grenzübergreifend stattfinden. Ein Projekt hat das Ziel, einen positiven Wandel im europäischen Kultur- und Kreativsektor zu hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit auszulösen. Das Projekt ist auf Breitenwirkung ausgerichtet und beinhaltet Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit im europäischen Kontext.
Terminliche Eckdaten:
- Einreichfrist: 23.02.2023
- Voraussichtlicher Projektbeginn im Falle einer Zusage: Anfang 2024
- Laufzeit: 3 Jahre – 2024 bis 2026 inkl. Nachweisführung
Was wird gefördert?
Gefördert werden Projektideen, die zu den Zielen und Prioritäten des Förderbereichs passen. Darüber hinaus muss jedes Projekt einen europäischen Mehrwert besitzen, d.h. es muss sinnvollerweise mit europäischen Partnerorganisationen umsetzbar sein und nicht genauso gut „nur“ lokal oder national stattfinden können.
Wie viele Partnerorganisationen werden benötigt?
Der Antrag durch Oberhausen/NRW KS zielt auf ein EU-Kooperationsprojekt mittlerer Größé ab, bestehend aus mindestens fünf Kultureinrichtungen aus fünf verschiedenen, teilnahmeberechtigten Ländern. Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten mit Kulturinstitutionen aus sechs EU-Ländern.
Das Kooperationsprojekt wird derzeit in digitaler Zusammenarbeit mit allen Partnerorganisationen gemeinsam konzipiert und soll in dem dreijährigen Prozess schrittweise umgesetzt werden. Die aktive Beteiligung aller Partnerorganisationen ist wesentlich für die EU-Förderung und transeuropäische Zusammenarbeit.
Wer kann beantragen?
Um einen Antrag für ‚Kreatives Europa KULTUR‘ einreichen zu können, müssen folgende formellen Kriterien erfüllt werden:
- Rechtsstatus als juristische Person: Alle beteiligten Organisationen (Lead Partner und weitere Partnerorganisationen) müssen juristische Personen sein. Die Antragstellung wird über das Theater Oberhausen durch die Stadt Oberhausen / Dezernat 1 Finanzen und Kultur, erfolgen.
- Zweijährige rechtliche Existenz: Die antragstellende Organisation (Lead Partner) muss seit mindestens zwei Jahren über einen Rechtsstatus verfügen.
- Sitz in einem am Programm teilnahmeberechtigten Land
Wie viel kann die EU bezuschussen?
Bei der Förderung Europäischer Kooperationsprojekte handelt sich um eine Ko-Finanzierung. Das geplante mittlere Kooperationsprojekt kann mit 70% der förderfähigen Kosten bzw. maximal 1 Mio. EUR bezuschusst werden. Die verbleibenden 30% müssen von den Partnerorganisationen aufgebracht werden.
Wann kann man beantragen?
Die Antragsfrist für das Kooperationsprojekt endet am 23.02.2023. Die Auswahlergebnisse durch die EU sind ca. sechs Monate nach der Einreichfrist zu erwarten (ca. Sommer 2023). Das Projekt soll nach ca. neun Monaten nach Antragstellung im Januar 2024 starten, mit einer Projektlaufzeit von drei Jahren von 2024 bis 2026.
Wie wird der Antrag bewertet?
Die Projekte werden in einem mehrstufigen Verfahren von Vertreter:innen der EU und Expert:innen aus teilnahmeberechtigen Ländern ausgewählt.
Wie und wo erfolgt die Bewerbung?
Die Antragstellung erfolgt vollständig digital über das Funding and Tenders Opportunities Portal (FTOP). Der Zugang und die Antragsstellung wird von einer EU-Kultur-Projektexpertin betreut, die seit Mitte 2022 vom NRW KULTURsekretariat für den Projektantrag engagiert ist. Im Falle einer Förderzusage durch die EU ist vorgesehen, dass die EU-Kultur-Projektexpertin die Projektleitung im Auftrag und für das Theater Oberhausen übernimmt. Die Projektstelle wird aus den beantragten Fördermitteln inkl. Eigenanteil finanziert.
Anlagen
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(wie Dokument)
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322,9 kB
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