Beschlussvorlage - B/17/2520-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Beteiligung der Stadt Oberhausen am Projektaufruf des Bundes / Ersatzneubau Solebad Vonderorthier: Bundesprogramm zur "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SJK)" des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Beteiligungen
- Bearbeitung:
- Silvia Gacek
- Verantwortung:
- Willecke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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19.09.2022
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Erledigt
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Rat der Stadt
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Beschlussfassung
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26.09.2022
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Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag
1. Der Rat der Stadt beschließt die Teilnahme der Stadt Oberhausen am Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SJK)“ mit einer maximalen Beteiligung in Höhe von 25% der Gesamtkosten (Eigenanteil für Kommunen in Haushaltsnotlage)
2. Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung am Interessensbekundungsverfahren durch Erstellen und Einreichen einer Projektskizze für den Ersatzneubau des Solebads im Revierpark Vonderort teilzunehmen
Sachverhalt
Begründung
Wie in den vergangenen Jahren auch soll die Ertüchtigung und Sanierung der Oberhausener Sport- und Bäderlandschaft, nach Möglichkeit unter Einbindung von Fördermitteln, fortgesetzt werden. Ende Juli 2022 erfolgte der Projektaufruf 2022 des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Gefördert werden investive Projekte der Kommunen in den Bereich Sport, Jugend und Kultur mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit hoher Qualität im Hinblick auf ihre energetischen Wirkungen und Anpassungsleistungen an den Klimawandel. Hervorgehoben wird darüber hinaus die besondere Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune.
Als das Solebad Vonderort vor nunmehr fast 48 Jahren seinen Betrieb aufnahm, galt es als Vorzeigeprojekt und zeitgemäßes Freizeitangebot für tausende Menschen im westlichen Ruhrgebiet. Nun soll ein Ersatzneubau die Tradition aufgreifen und gleichzeitig in Sachen Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Gesundheit und Barrierefreiheit Maßstäbe für die Naherholung der Zukunft setzen. Vonderort wurde 1974 als dritter von insgesamt fünf Revierparks als Naherholungszone in der Industrieregion Ruhrgebiet gegründet. Der Standort umfasst 30 Hektar Parkanlage mit Schwimmbad, Saunaanlage und Freibad sowie ein Freizeithaus mit 2.500 Quadratmetern Veranstaltungsfläche für niederschwellige Sport- und Kulturprogramme. Allen Revierparks kommt in der nach wie vor dicht besiedelten und von der Industrie geprägten Metropole Ruhr eine wichtige Rolle für Natur, Gesundheit, Sport und Erholung der Bürgerinnen und Bürger zu. Daher wurden schon in den 90er Jahren Maßnahmen getroffen, die Revierparks zeitgemäß weiterzuentwickeln. In diesem Zuge wurde Vonderort 1992 um das Solebad und in den folgenden Jahren um den Saunabereich mit Teichsauna und Ruhehaus ergänzt. In jüngster Zeit sorgten verschiedene Maßnahmen für zusätzliche zielgruppenbezogene Angebote durch die Sanierung des Freibads mit Spraypark sowie Sport- und Bewegungshügel. Aktuell erfolgt die ökologische Umgestaltung der Parkbereiche durch Wegeneubau, Beleuchtung, Möblierung und biodiverse Pflanzplanung. Der nun geplante Ersatzneubau wird langfristig das Freizeit- und Erholungsangebot der umliegenden Bevölkerung sichern und dabei keine Belastung für die Umwelt darstellen sowie den Zielen des Klimaschutzes Rechnung tragen.
Hinsichtlich der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien sollen hier neue Wege im Bäderbau aufgezeigt werden. Der marode Zustand des alten Solebades lässt mittelfristig keinen gesicherten und den Ansprüchen an ein zeitgemäßes Sport-, Erholungs- und Gesundheitsangebot sowie modernen und den im Projektaufruf geforderten Klimaschutz genügenden Betrieb mehr zu. Deshalb kommt hier nach umfangreichen Prüfungen auch keine Sanierung, sondern nur ein Ersatzneubau in Frage.
Der Strombedarf des neuen Solebades in Höhe von 825.000 kWh pro Jahr soll dabei durch eine Photovoltaik-Anlage mit 950 kWp (Kilowatt Peak) und 4700 Quadratmetern Kollektorfläche auf dem Gebäude und als Parkplatzüberdachung gedeckt werden. Die maximale Photovoltaik-Produktion liegt damit bei 882.000 kWh pro Jahr, die um 30 % geminderte Produktion bei 617.000 kWh. Über drei Wärmepumpen als Fortluft-Lüftungsanlagen für die Beheizung der Becken, als Niedertemperatur-Wärme-Pumpe für Außenbecken und Beheizung sowie als Hochtemperatur-Wärmepumpe für Warmwasser, erfolgt die Wärmegewinnung. Spitzenlastverbräuche sollen über Power-to-Biogas oder Pellets gedeckt werden. Die Prüfung weiterer Wärmequellen (Luft, Erdsonden, Abwasserkanal, Teich im Revierpark bzw. RW-Speicher) erfolgt parallel und wird, sofern sinnvoll, entsprechend in die Projektplanung aufgenommen. Im Bereich des Energieverbrauchs soll das neue Bad damit durch den Einsatz modernster Technik und Lösungen Vorbildcharakter aufweisen. Zu den Konzepten für eine besonders hohe Energieeffizienz zählen auch die Reduzierung des Wärmebedarfs im Außenbecken durch variable Beckenfläche mit mobiler Sonnenterrasse, ein nach neuesten Erkenntnissen ausgelegtes Lüftungskonzept, eine energieeffiziente Auslegung der Beckenwassertechnik sowie die Gebäudehülle. Modernste Maßnahmen zur effizienten Energienutzung, die konsequente Erzeugung der eigenen Energie sowie der Einsatz ressourcenschonender Baukonzepte werden zeigen, wie der Bäderbau der Zukunft aussehen kann. Bislang fehlen solche Vorbilder und das praktische Know-how für den Bau von großen Publikumsbädern, die ihren hohen Energiebedarf durch regenerative Energiequellen, modernste Wärmepumpentechnik und Bauart postfossil decken können. Der Anspruch ist hier, den Ressourceneinsatz gegenüber einer konventionellen Planung um 50 Prozent zu reduzieren. Weitere Ansprüche aus dem Kriterienpool des Nachhaltigen Bauens wurden bereits in einer Zielvereinbarung formuliert und dem Planerteam als Aufgabe vorgegeben. Auch hinsichtlich der ökonomischen Nachhaltigkeit sind hohe Anforderungen zu stellen. Das Ruhrgebiet steht nicht für Luxus und überdurchschnittliche Einkommen, sodass ein Badebesuch in Oberhausen zu erschwinglichen Konditionen und langfristig niedrigen Betriebskosten möglich gemacht werden soll. Die technische Infrastruktur für den Bäderbetrieb soll im Rahmen eines Forschungsprojekts der RWTH Aachen ausgewählt und wissenschaftlich begleitet werden. Die hier forschenden AkteurInnen sind bereits eingebunden.
Als Projektbeteiligte arbeiten die Städte Oberhausen und Bottrop sowie der Regionalverband Ruhr („RVR“) interkommunal und regional zusammen. Dabei ist die Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr mbH („FMR“) die Bauherrin, planerisch ist die PROVA Unternehmensberatung GmbH eingebunden und der Gebäudeentwurf wurde von der niederländischen Firma Hooper Architects und dem Aachener Ingenieurbüro INCO angefertigt. Die beigefügte Anlage enthält eine anschauliche Projektbeschreibung für den geplanten Ersatzneubau, das Zukunftsbad Revierpark Vonderort. Beratungs- und Unterstützungsleistungen zur Erstellung eines Förderantrages für den Ersatzneubau des Bades Vonderort werden vom Öko-Zentrum NRW geleistet. Die Teilnahme am Förderprogramm ist dabei nur den Kommunen möglich, so dass eine Teilnahme bzw. Antragstellung durch die FMR oder den RVR ausscheiden.
Der Beschluss des Rates über eine Teilnahme am Förderprogramm erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die anderen am Revierpark Vonderort beteiligten Gesellschafter (RVR laut Gesellschaftervereinbarung mit einem Anteil von 50%, die Stadt Bottrop mit einem Anteil von 20%) jeweils ihren Anteil an dem nach den Förderbedingungen zu leistenden Eigenanteil in Höhe von 25% tragen. Eine entsprechende Vereinbarung und eine Vereinbarung zur Weiterleitung der Mittel an die FMR werden in der Folge auf Grundlage eines positiven Bescheids getroffen werden. Eine ähnliche Struktur ist bereits bei der erfolgreichen Verwirklichung des neuen Bewegungshügels im Revierpark Vonderort, der ebenfalls durch Fördermittel ermöglicht wurde, gewählt worden. Ferner sind die entsprechenden Beschlüsse für einen Ersatzneubau des Solebads Vonderort in den Gremien der FMR und der beteiligten Träger und Kommunen Voraussetzung für die entsprechende Verwirklichung des Projekts.
Eine Projektskizze ist bis spätestens 30.09.2022 beim Bundesinstitut für Bauen, Stadt- und Raumforschung (BBSR) online einzureichen. Bis zum 23.09.2022 ist dem für Städtebau zuständigen Landesressort eine formlose Anzeige zuzuleiten, dass und mit welchem Projekt eine Teilnahme am Förderprogramm beabsichtigt ist. Nach den Förderrichtlinien ist ein Ratsbeschluss zur Beteiligung der Kommune am Förderprogramm erforderlich. Die derzeitige Kostenschätzung (Stand März 2022) deutet für den Neubau des Solebads im Revierpark Vonderort auf ein Projektvolumen von circa 26 Mio. Euro netto bzw. 31 Mio. Euro brutto hin. Im weiteren Verfahren, bei Auswahl des Projekts durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags, ist eine Weiterentwicklung der Planung des Projekts möglich und auch gängige Praxis.
Kurzfassung
Keine
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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1 MB
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