Berichtsvorlage - M/17/2314-01
Grunddaten
- Betreff:
-
VHS – wie Urlaub, nur besser und in Oberhausen!
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Bert-Brecht-Bildungszentrum
- Bearbeitung:
- Sabine Tißen
- Verantwortung:
- Dez 1 Herr Tsalastras
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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06.09.2022
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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07.09.2022
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Das Kursjahr 2021/22 war ein Kursjahr unter Pandemiebedingungen, wenn auch weniger einschränkend als das Vorjahr. Mit etwas mehr Hoffnung ging die Volkshochschule in die Planung des Jahrs 2022/23. Es gibt ein volles Kursbuch mit nachzuholenden Highlights, Standards und Neuigkeiten. Für die Anpassung an Pandemie, Quarantänen und Distanz gibt es eine Routine, auch wenn technisch nicht alles vorhanden oder einfach ist. Das Programm ist u.a. aufgrund der Einschätzung der Bedürfnisse in Oberhausen entstanden, so z.B. der Bürger*innenbefragung, der Feedbackbögen, der Gespräche mit Kasse, Pädagog*innen und in Kursen. Sehr deutlich ist der Bedarf, die Freizeit wieder mit Bildung in Gruppen zu verbringen und die Freude daran wieder zu erleben. Deutlich wurde: VHS macht nicht nur Spaß, sondern auch in Gruppen besseres Lernen. Die Mitbürger*in ist auch ein Teil des Lernprozesses bzw. die Lernenden füreinander.
Also: ein neues Jahr mit Lernfreude und Optimismus!
Neue Formate aus der Distanzzeit, die beliebt sind, werden daneben weitergeführt, so die Videos der politischen Bildung und das Thema Podcast sowie hybride Veranstaltungen für die Teilhabe unter erschwerten Bedingungen.
Grundbildung, d. h. Schulabschlusskurse und Alphabetisierung haben einen hohen Bedarf an individueller Betreuung vor dem Hintergrund von Unsicherheiten und einen Nachholbedarf, da Teilnahmen abgebrochen wurden oder Anmeldungen zurückgehalten wurden.
Die Beratungszahlen haben sowohl in Präsenz als auch telefonisch oder per Video erheblich zugenommen. Die VHS als Institution mit einem hohen Vertrauensvorschuss wird als Beraterin gesehen, die die Menschen durch die Unsicherheiten, beruflich, technisch, kulturell bis hin zur seelischen Gesundheit, begleitet.
Viele Menschen sind noch zurückhaltend mit Kultur und Bildung bzw. damit, etwas Neues zu starten. Das passt nicht immer zu dem geäußerten Bedarf. So wird erst das Anmeldeverhalten zeigen, wie weit Menschen ihren Bedarfen nachgehen oder sie zurückhalten.
Sichtbar ist im gesamten Programm der Aufwand der VHS, für Oberhausen so viel wie möglich vorzuhalten. Sichtbar ist auch das Bemühen, um es auf Ruhrdeutsch zu sagen, alles „für wichtig“ und alles „für schön“ im Kursbuch zu haben, damit keine Lernfreude gebremst wird oder Existenzielles fehlt.
Politische Bildung
Die politische Bildung hat einen hohen Nachholbedarf. Wichtige Formate wie Diskussionen, das Stadtgespräch, funktionieren nicht online. Eine lebendige Diskussion, in der alle zu Wort kommen können und auch spontan reagieren, kann online nicht entstehen. Durch den fehlenden Austausch konnten viele ihre eigenen Einschätzungen und Urteile nicht mit anderen prüfen und sichern. Das erzeugt auch politisch Unsicherheit und mit den vielen Krisennachrichten Unzufriedenheit. Deshalb soll es wieder Möglichkeiten geben und Stadtgespräche werden wieder angegangen (noch ohne Termin). Besonders Veranstaltungen zum Geschehen vor Ort und Kommunalpolitik sind alternativlos.
So legt die Volkshochschule als kommunale Bildungseinrichtung in der politischen Bildung erneut einen besonderen Fokus auf die Geschehnisse und Themen vor Ort in Oberhausen und der nahen Umgebung. Sehr viele Angebote finden in Kooperation mit lokalen Akteuren und Institutionen wie beispielsweise Arbeit und Leben Oberhausen, dem Ambulanten Hospiz, dem Jugendparlament, der Gedenkhalle, dem Stadtarchiv, der Geschichtswerkstatt, der historischen Gesellschaft, dem Paritätischen, dem Kommunalen Integrationszentrum, dem Integrationsrat, dem Netzwerk Interkulturelles Lernen (NIL), dem BUND Oberhausen sowie vielen weiteren Partnern – städtischen und nicht-städtischen – statt.
Dies spiegelt sich unter anderem in der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Oberhausener Stadtgeschichte(n) entdecken“ wider. Historische Gesellschaft Oberhausen e.V., das Stadtarchiv, die Literarische Gesellschaft, die Gedenkhalle und die VHS bieten allen interessierten Bürger*innen die Gelegenheit, mehr über die Geschichte und Geschichten der eigenen Stadt zu erfahren. Es sind mehrere Vorträge und Führungen sowie auch eine neue Ausstellung in der VHS zum Thema „Aufbruch und Maloche - Eine Reise ins Oberhausen der 60er“ geplant.
Mit dem „Knappen Café“ gibt es weiterhin ein offenes Angebot zum Austausch über lokale Themen. In den insgesamt drei politischen Gesprächskreisen wird regelmäßig über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen diskutiert – oftmals auch mit Bezug zum Stadtgeschehen. Darüber hinaus werden regelmäßig verschiedene bedeutsame Institutionen/Unternehmen/Einrichtungen in Oberhausen und Umgebung, wie z.B. die GMVA Müllverbrennungsanlage, das AKE Pumpwerk Holtener Feld, das Emschermündungsklärwerk oder die RAG Zentrale Wasserhaltung auf Pluto in Herne besucht. Für das Frühjahr 2023 werden zwei Termine für eine neu konzipierte Stadtteilführung in Lirich angeboten.
Die neue Fortbildungsreihe zum Thema „Bürgerbeteiligung in Oberhausen“, in Zusammenarbeit mit der städtischen Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung führt vom Diskurs zu Partizipation und soll dazu ermutigen. In insgesamt vier verschiedenen Veranstaltungen haben alle die Gelegenheit sich zu informieren, Ideen für die Weiterentwicklung der Leitlinien zur städtischen Bürgerbeteiligung zu sammeln sowie auch praktische Beteiligungsmöglichkeiten in der Stadt kennenzulernen.
Die Fortbildungsreihe „Ehrensache“ für ehrenamtlich aktive Menschen in Oberhausen, gemeinsam organisiert mit dem Büro für Chancengleichheit und dem Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement Oberhausen (beo), unterstützt die Ehrenamtler/innen in ihrem Engagement vor Ort. In insgesamt fünf Angeboten wie „Steuerrecht für Vereine“ oder „Veranstaltungen nachhaltig planen“ gibt es konkrete Hilfestellungen für das eigene Engagement (entgeltfrei).
Ein weiterer wichtiger Baustein in der politischen Bildung ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament Oberhausen. Die Kooperationen werden fortgeführt und es wird wieder gemeinsame Aktivitäten geben. Fest eingeplant ist eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger zur Arbeit des Jugendparlaments
Weitere Vorträge behandeln die Themen „Fake News“, Regionalplanung des RVR – in Kooperation der Volkshochschulen Duisburg – Oberhausen – Mülheim – Essen (DOME), die Region „Transnistrien“, welche durch den Ukrainekrieg zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät. Der bekannte Autor und Sozialaktivist Ali Can ist zu Gast für eine Lesung aus seinem Buch „Mehr als eine Heimat. Wie ich Deutschsein definiere“. Zudem sind in der Exkursionsreihe „Wer hat was zu sagen in NRW“ u.a. ein Besuch im Landtag NRW sowie beim Verband der Feuerwehren in NRW geplant.
Aktualitätsorientiert werden Themen unterjährig aufgenommen wie z.B. im Juni 2022 schon der Klimatag mit der Verbraucherzentrale. Die Angebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden ausgebaut und neben dem regelmäßig stattfindenden offenen Treffen mit dem BUND Oberhausen finden verschiedene Exkursionen und ein Workshop zum Thema „Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum in Oberhausen“ in Kooperation mit der Verbraucherzentrale statt.
Sprachen
Für die Sprachen außer Deutsch galt für das Arbeitsjahr 2021/2022 allgemein, dass einige Gruppen (z.B. Farsi, ein Spanischkurs …) weiterhin das online Format bevorzugten, weil sie die Flexibilität, die fehlende Zeit für eine Anfahrt und das geringere Risiko der Verbreitung des Corona Virus als Vorteil sahen. Andere Kurse haben sich jedoch ganz bewusst wieder für die Präsenz in der Volkshochschule entschieden, obwohl teilweise vorher online geplant, da sie das Miteinander und die Atmosphäre im Kurs in der VHS sehr schätzen (Portugiesisch, Chinesisch …). Insgesamt wurden die Kurse aufgrund der Pandemiebedingungen noch sehr zaghaft wahr- und angenommen.
Aufgrund der leider geringeren Teilnehmer*innenzahl im Arbeitsjahr 2021/2022 wurde in den meisten fortzuführenden Kursen im gesamten Sprachenbereich mit einer geringeren Mindestteilnehmerzahl geplant, sodass die Teilnehmer*innen, die der VHS auch in Pandemiezeiten die Treue gehalten haben, nicht in einen Nachteil geraten. Neue Teilnehmer*innen sind jedoch natürlich in allen Kursformaten herzlich willkommen und gerne gesehen und natürlich sind auch neu startende Kurse geplant, die inhaltlich und formal nach den Vorgaben des Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen ausgerichtet sind. Damit werden für jeden Kurs klare Zielsetzungen formuliert. Diese Ziele dienen der Qualitätssicherung und machen das Sprachenprogramm transparent für Teilnehmer*innen und Kursleiter*innen.
Folgende Sprachen werden im Arbeitsjahr 2022/2023 angeboten:
- Englisch
- Arabisch
- Chinesisch
- Französisch
- Griechisch
- Italienisch
- Lateinisch
- Niederländisch
- Persisch
- Polnisch
- Portugiesisch
- Russisch
- Spanisch
- Türkisch
- NEU im Arbeitsjahr 2022/2023:
Japanisch, Koreanisch, Deutsche Gebärdensprache als Schnupperkurs
Durch den Wechsel der Fachbereichsleiterin für Englisch (Ruhestand und Neueinstellung), wurde der Sprachenbereich auf Basis der bisherigen Angebote fortgeführt, sodass insgesamt ca. 60 Kurse im Arbeitsjahr 2022/2023 für erwachsene Teilnehmer*innen angeboten und für Jugendliche und Kinder insgesamt 5 Kurse mit einem Unterrichtsvolumen von ca. 2400 Unterrichtsstunden angeboten werden. In den weiteren Sprachen sind ungefähr 110 Kurse und Veranstaltungen für das Arbeitsjahr 2022/2023 geplant.
In den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Latein und Spanisch werden Kurse (auch) im Vormittagsbereich und für die Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch und Spanisch auch Bildungsurlaube angeboten.
Zu Deutsch und Integration gibt der Bericht zu Integration und Interkultur ausführlich Auskunft. Mit der Ankunft vieler Menschen aus der Ukraine gibt es einen hohen Mehrbedarf an Kursen und Beratung. Gleichzeitig hat die Bundespolitik die Möglichkeiten für die Geflüchteten verbessert und die Verfahren beschleunigt. Geübte Netzwerkstrukturen der Geflüchtetenarbeit haben sehr gut funktioniert. Dazu wurden aber die Verwaltungs- und Prüfverfahren der VHS und Integrationskursträger erneut aufwändiger und das erzeugt einen erheblichen Aufwand.
Für einen Überblick seien hier nur die Prüfungszahlen erwähnt:
Teilnehmende an Prüfungen im Arbeitsjahr 2021/2022 (Hochrechnung):
Deutschtest für Zuwanderer B1/A2 ca. 230 Teilnehmende
Orientierungskurs Leben in Deutschland ca. 175 Teilnehmende
Einbürgerungstest ca. 180 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat A1 ca. 15 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat A2 ca. 15 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat B1 ca. 90 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat B2 ca. 38 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat C1 ca. 17 Teilnehmende
Gesundheit - Psychologie
Der Bereich Gesundheit – Psychologie erfreut sich gerade nach den Lockerungen bezüglich Corona einer großen Nachfrage. Etabliert und aus dem Angebot im Entspannungsbereich kaum wegzudenken sind Tai Chi-Kurse in allen Anforderungsstufen, Qigong, Pilates und vor allen Dingen Yoga.
Neu im Programm sind Angebote für Seniorinnen und Senioren im Vormittagsbereich. Dabei geht es zum einen um Gymnastik im Sitzen sowie um ein Entspannungsangebot.
Im Bereich Bewegung finden die Bürger/-innen neben Bewährtem wie Pilates, Wirbelsäulen- sowie Beckenbodengymnastik in diesem Bildungsprogramm neue spezielle Angebote bei bestimmten Erkrankungen – Herz- / Kreislauftraining, Schulter- und Nackengymnastik sowie Reflexmassage der Füße.
Auf Grund der guten Nachfrage nach dem im Bereich angesiedelten Bildungsurlaub, wurde für das neue Bildungsprogramm ein weiterer dreitägiger Bildungsurlaub aufgenommen, der sich mit dem Thema Ernährung sowie Stressabbau beschäftigt. beschäftigt.
Im Themenfeld Psychologie sind nachfrageorientiert einige Veranstaltungen und Seminare neu zu den Themen Einsamkeit – Kontakte finden, Ordnung oder auch zum Thema Grübeln.
Beruf und IT
Das gemeinsame Bestreben in der Optimierung der technischen Infrastruktur sowie in der Ausstattung im Fachbereich macht sich langsam bezahlt. So konnte für wenig Geld Technik für den Hybrid-Unterricht (Seminar in der VHS und Teilnehmende können sich online „zuschalten“) angeschafft werden. Damit beseitigt die VHS mögliche Barrieren in Bezug auf den mobilitätseingeschränkten Personenkreis sowie auf Personen, die aufgrund von Pflege- und Betreuungsaufgaben nicht oder nicht immer präsent sein können. Die Einführung der Hybrid-Formate geschieht schrittweise und im laufenden Betrieb. Hierbei steht die Bürger*innen-Nachfrage nach diesem Angebot im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es auch wieder reine Online-Angebote.
Das neu eingeführte IHK-Zertifkatsseminar „Gästeführer*innen“ war sehr erfolgreich und wird im kommenden Semester fortgesetzt. Ein Teil der Absolvent*innen wird selbstverständlich die erworbenen Kompetenzen auch in Oberhausen einsetzen.
Die Mediationsausbildung „litt“ sehr stark unter den Corona-Einschränkungen, da wesentliches Qualitätsmerkmal der Ausbildung die gemeinsamen Wochenendseminare mit Rollenspielübungen sind. Deshalb ist es ein großer Gewinn, dass im kommenden Semester die Ausbildung wieder als Präsenzangebot verfügbar ist. Die Teilnehmer*innen kommen immer gern in das Bert-Brecht-Haus nach Oberhausen, da der Kurs so konzipiert wurde, dass die Gruppe auf einer Etage auf verschiedene (Lern-)Räume zugreifen kann. Dies zeigte sich in den Feedbackauswertungen der letzten Veranstaltung immer als Positivmerkmal.
Für die Kommunikationstechnik Neurolinguistisches Programmieren konnte wieder eine erfahrene Dozentin gewonnen werden, die die NLP-Ausbildung nach den neuen Regularien in Kompaktform anbietet. Mit diesem Angebot verleihen wir dem „alten“ Thema „NLP“ neue Attraktivität, da die Ausbildung gut im Einklang mit Beruf und anderen zeitlichen Verpflichtungen vereinbart werden kann.
In der beruflichen Bildung lässt sich auch einiges über sich selbst lernen bei Themen wie Körpersprache oder Lerntypbestimmung. Nach weniger sozialen Kontakten kann das unterstützend sein für Beruf und Sozialleben.
Für die Stadtgesellschaft ist die Ausbildung der pädagogischen Kräfte und Führungskräfte für den schulischen Ganztag ein wesentlicher Faktor. Ein großes Netzwerk erfahrener Referent*innen und Praktiker*innen deckt alle Themen professionell ab und das Netzwerk der Absolvent*innen bringt neue Themen ein und fragt entsprechende Fortbildungen nach. Das ist ein Beispiel für eine vernetzte Berufsbildung, die nur lokal und mit Beteiligungsmöglichkeiten zu hoher Qualität gelangt. Auf die Menschen dieser Netzwerke und ihre motivierte Zusammenarbeit für die Kinder kann Oberhausen mit Stolz blicken.
Beratung zu beruflichen Bildungsthemen und Finanzierung
Die VHS Oberhausen wird auch weiterhin als verlässlicher Partner den Unternehmen und auch den Bürger*innen der Stadt mit Beratung zu finanziellen und berufsbezogenen Aspekten zur Seite. Im Detail sind dies: Bildungsscheck NRW für Unternehmen und Einzelpersonen sowie Perspektiven in Erwerbsarbeit (PiE, vorher BBE gemäß Vorgaben des Landesministeriums MAGS) mitsamt Fachberatung zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen (Anerkennungsberatung). Der Fachbereich arbeitet in berufsbezogenen Netzwerken, mit, insbesondere mit Trägern und der Agentur für Arbeit Oberhausen. Eine gemeinsame Interessensbekundung mit OWT GmbH und dem Weiterbildungsinstitut WbI Oberhausen zur Durchführung des Programms Bildungsscheck NRW für den Agenturbezirk Oberhausen wurde vom MAGS positiv beschieden und wird seit Juli mit Federführung VHS umgesetzt.
Kultur – Kreativität - Musik
Die Anzahl der Ausstellungen musste weiterhin reduziert werden, da die Fläche im Erdgeschoss wegen des andauerndes Überplanungsprozesses und baulicher Mängel nicht zur Verfügung steht. Geplant sind jedoch vier Ausstellungen im Foyer der Volkshochschule. Dazu gehört eine Fotoausstellung zum Thema „Lebenslanges Lernen“ in Oberhausen, die durch Corona im Jahr 2020 ausfallen musste. Auch die weiteren drei Ausstellungen haben einen Bezug zur Stadt Oberhausen: Osterfelder Ansichten in Stichen und auf historischen Postkarten, Fotoausstellung „Oberhausen zur Blauen Stunde“ sowie Rückblicke auf "mittwochs im Schloss", Kalenderblätter der Städtischen Malschule aus den Jahren 1975 bis 1985. Eine Abschiedsausstellung des langjährigen Fotografiedozenten Ralf Hallay „MATSCH-PAMPE-ART“ wird im Ebertbad gezeigt, weil die vielen Fans und Teilnehmenden aus seinen Kursen kaum in das Bert-Brecht-Haus passen. Die Fotos zeigen Kollisionen von Wassertropfen unterschiedlicher Farbe und Konsistenz in außergewöhnlichen Aufnahmen
Neben der bewährten Kooperation mit dem Theater Oberhausen findet in diesem Bildungsjahr auch ein Theaterworkshop statt.
Im Bereich der Exkursionen und Studienfahrten gibt es erstmals eine Kooperation mit OWT – hier geht es auf „Kneipentour“. Weiterhin geht es auf die Knappenhalde, zum Schloss Cappenberg, in den Kunstpalast nach Düsseldorf (Christo) in den Peter-Behrens-Bau sowie in das Jüdische Museum.
Neu sind Vorträge im Bereich Musik. Hier z. B. ein Vortrag zum 125. Geburtstag von Johannes Brahms sowie über die Rolle der Komponistinnen in der Musik.
Im Fachbereich „Kreativität“ wird es neue Angebote im Bereich Drucktechniken, Monotypie sowie Rakel- und Spachteltechnik und zum Thema Hobbyschweißen geben.
Außerdem neu sind zwei verschiedenen Workshop-Angebote, in denen den Teilnehmenden die Verarbeitung von Glas vermittelt wird: Es können Windspiele aus Glas und Mosaikkugeln gefertigt werden.
Im Bereich der Bewegung zur Musik ist das wieder erneut in Mode gekommene 'Hula-Hoopen' als Angebot aufgenommen.
Eine interessante Ergänzung des Programms kann durch eine Kooperation mit dem Stadtarchiv Oberhausen stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Einweisung in die „Deutsche Schriftsprache“ / Sütterlin.
Neu im Bereich Kultur ist das Angebot zum Erlernen von Bridge und Doppelkopf.
Schulabschlusskurse und Grundbildung
Die Angebote zum Lesen- und Schreiben lernen gehören zu den gesellschaftspolitisch unverzichtbaren Angeboten der Volkshochschule. Die Anzahl der Teilnehmer*innen der Kursangebote zum Lesen und Schreiben lernen ist konstant. Der Kurs am Vormittag hatte aufgrund der Uhrzeiten eine geringe Nachfrage und hat im Arbeitsjahr 2021/2022 nicht stattgefunden. Die Teilnehmer*innen sind überwiegend Erwachsene, die zwischen 26 und 58 Jahren alt sind, darunter viele Berufstätige. Um neue Teilnehmer*innen zu gewinnen, fand der Besuch des ALFA-Mobils am 12.05.2022 im Rahmen des Feierabendmarkts vor dem Bert-Brecht-Bildungszentrum statt. Das ALFA-Mobil informiert deutschlandweit über Lese- und Schreibkurse, um über die Möglichkeiten einer nachträglichen Alphabetisierung im Erwachsenenalter aufzuklären und daran geknüpfte, mögliche Perspektiven (etwa über die Angebote der Volkshochschule) aufzuzeigen. Ebenso sollen über eine vermehrte Öffentlichkeitsarbeit all jene unterstützenden Personengruppen angesprochen werden, welche den Weg eines gelingenden Einstiegs in ein Alphabetisierungsprogramm ebnen (Arbeitgeber*innen; Dozent*innen, Lehrer*innen, Pädagog*innen und Multiplikator*innen). Der Grundbildungsbereich der Volkshochschule bildet folglich eine fundamentale Säule zur Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe für alle Bürger*innen der Stadt Oberhausen.
Im Bereich Lesen und Schreiben Lernen sind im Arbeitsjahr 2022/2023 zwei Kurse in Abendform geplant. Auch der Besuch des ALFA-Mobils vor dem Bert-Brecht-Bildungszentrum im Rahmen des Feierabendmarkts soll wiederholt werden.
Im Bereich Deutsch für den Beruf ist die Nachfrage in den letzten Jahren gering. Daher sind für das Arbeitsjahr 2022/2023 zwei Kompaktkurse, verteilt auf das Herbst- und das Sommersemester verteilt, geplant.
Die Volkshochschule bietet auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes Nordrhein-Westfalens (§ 6) ein differenziertes und umfangreiches Angebot zum Nachholen von Schulabschlüssen an. Es umfasst Vorkurse zum Hauptschulabschluss und dem Mittleren Schulabschluss sowie Kurse zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9, des Sekundarabschlusses I 10A sowie des Mittleren Schulabschlusses. Diese 11 Kurse werden seit vielen Jahren in Tages- sowie für Berufstätige auch teilweise in Abendform angeboten.
Nachdem im Arbeitsjahr 2020/2021 pandemiebedingt keine Vorkurse stattfinden konnten, wurden diese im Arbeitsjahr 2021/2022 wieder durchgeführt. In diesem Arbeitsjahr haben 90 Teilnehmer*innen an den Vorkursen und Kursen des Zweiten Bildungswegs teilgenommen. Leider waren die Auswirkungen der Corona Pandemie auch in diesem Bildungsjahr zu spüren (Fehlzeiten durch Krankheit, Unsicherheiten, soziale und finanzielle Probleme, Kinderbetreuungsprobleme, psychische Probleme). Umso mehr ist zu begrüßen, dass ab dem neuen Arbeitsjahr 2022/2023 das Land erstmalig Mittel für eine sozialpädagogische Betreuung im Zweiten Bildungsweg bereitstellt. Diese seit langer Zeit geforderte halbe Stelle „Sozialpädagog*in“ ermöglicht es das Durchhaltevermögen der Teilnehmer*innen zu stärken und frühzeitig auf Probleme, die das Bestehen des Abschlusses gefährden könnten, einzugehen. Der Anteil der Teilnehmer*innen mit Migrationshintergrund lag im Arbeitsjahr 2021/2022 bei 24%. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Sprache der Schlüssel zum Erreichen eines Abschlusses ist. Daher wurde als Minimalvoraussetzung zum Einstieg in einen Kurs des Zweiten Bildungsweg ein Deutsch-Zertifikat auf der Stufe B2 festgelegt gleichzeitig aber Förderunterricht verfügbar gemacht.
Die Ausrichtung auf die VHS-Cloud und somit die Möglichkeit eines digitalen (Online-)Lernens, welches seit der Coronapandemie unabdingbar geworden ist, wurde weiter forciert und mit Beratung begleitet. Den Teilnehmer*innen wurde ein VHS-Cloud Zugang eingerichtet. Die Unterrichtsmaterialien wurden von den Lehrkräften in der Cloud zum Download bereitgestellt. Da immer noch nur eine geringe Anzahl der Teilnehmer*innen über eine dem Smartphone hinausgehende, technische Ausstattung verfügt (wie z. B. einen Laptop oder Computer sowie einen Drucker), wurden im Rahmen des Projekts „Digitalisierung des ZBW“ gefördert durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Zweiten Bildungsweg 229 Convertables angeschafft. Das Projekt wird als Teil der Reaktion der Europäischen Union auf die Covid-19-Pandemie gefördert
Diese sollen im Schuljahr 22/23 im Unterricht und von den Teilnehmer*innen zu Hause genutzt werden. Zuvor ist eine Schulung der Lehrer*innen geplant. Mit dieser neuen Ausstattung kann im Zweiten Bildungsweg die digitale Lehre vorangetrieben werden. Die Technik erweitert die Unterrichtsmöglichkeiten für die heterogenen Lerngruppen derart, dass individuelle Förderung wesentlich flexibler möglich ist als durch analoge Möglichkeiten. Ein dazu notwendiger Schritt im Schulgebäude in der Eschenstr. 60 ist die die Ausstattung der Klassenräume mit WLAN und einer ausreichenden Netzgeschwindigkeit, welche sich erheblich verzögert hat und zum Herbst mit einer Übergangslösung vor der Glasfaser eingerichtet wird. Zudem sollen im neuen Schuljahr die bestellten Active Boards installiert werden, die moderne, mediengestützte Unterrichtsmethoden ermöglichen.
Im Arbeitsjahr 2022/2023 werden insgesamt 11 Kurse im Bereich Hauptschulabschluss nach Klasse 9, Sekundarabschluss I – 10 A und Mittlerer Schulabschluss mit 6480 Unterrichtsstunden angeboten. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Kursen zur Erlangung des Sekundarabschlusses I 10A sowie der sinkenden Nachfrage nach den beiden über vier Semestern laufenden Kursen zur Erlangung des Mittleren Schulabschlusses in Abendform, ersetzt ab August 2022 erstmalig ein neuer Schulabschlusskurs zur Erlangung des Sekundarabschlusses I 10A in Abendform einen auslaufenden Kurs zur Erlangung des Mittleren Schulabschlusses. Bisher wurde nur ein Kurs zur Erlangung des Sekundarabschlusses I 10A in Tagesform angeboten. Der neue Abendkurs wird über drei Semester laufen und startet somit immer alternierend im Sommer und im Frühjahr. Der verbleibende Kurs zur Erlangung des Mittleren Schulabschlusses in Abendform wird dann nach seinem Auslaufen im Juni 2023 ab dem Arbeitsjahr 2023/2024 durch einen dreisemestrigen MSA-Kurs ersetzt. Durch diese neuen Kursangebote in Abendform sollen nicht versetzte Teilnehmer*innen besser aufgefangen werden können und einem sinkenden Durchhaltevermögen entgegengewirkt werden.
Ein volles Programmheft ist nie vollständig. Es lohnt ein regelmäßigerBlick auf die neue Internetseite, da nicht nur mit Pädagog*innen der VHS weiter planen und Neues einfügen, sondern auch andere Einrichtungen und Partner auf die VHS zukommen und Gemeinsames initiieren wie z.B. die Workshops im Schweißen oder die große Ausstellung der Fotografien von Ralf Hallay. Wer der VHS auf Social Media folgt, wird regelmäßig auf Highlights und Neues aufmerksam gemacht und erfährt noch mehr aus dem Team der VHS.
