Berichtsvorlage - M/17/1940-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Anträge auf regionale Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) für das Jahr 2023
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Dezernat 1 / Finanzen und Kultur
- Bearbeitung:
- Sandra Hallen
- Verantwortung:
- Dez 1 Herr Tsalastras
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kulturausschuss
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Beschlussfassung
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26.04.2022
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Die regionale Kulturförderung des LVR dient dazu, die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebots im Rheinland zu stärken und zu bewahren.
Um eine mögliche finanzielle Zuwendung zu erhalten, ist eine Antragstellung durch den Projektträger selbst erforderlich, die über die zuständigen kreisfreien Städte an den LVR zu richten ist. Anträge von Privatpersonen sind nicht zulässig. Es muss zudem eine Information der politischen Vertretung erfolgen.
Folgende Förderanträge wurden im Rahmen der regionalen Kulturförderung für das Jahr 2023 gestellt:
„Tafelkirche“ Heilige Familie, Oberhausen (Architekt Rudolf Schwarz, 1958)
– Bauforschung, Publikation und Ausstellung
Träger des Projekts ist der Verein zur Förderung der „Tafelkirche“ Heilige Familie. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 30.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel betragen 25.000 EUR.
Die 1955-1958 nach Plänen der Architekten Rudolf Schwarz und Josef Bernard errichtete Kirche Heilige Familie in Oberhausen-Lirich ist ein Beispiel für die Kirchenbaukunst der 1950er Jahre und ist von überregionaler Bedeutung. Nach Außerdienststellung der Kirche 2007 hat sie mit der Nutzung durch den gemeinnützigen Verein Oberhausener Tafel e.V. eine ideale Nachnutzung gefunden und als ‚Tafelkirche‘ überregionale Bekanntheit erreicht. 2019 wurde die Bedeutung des noch weitgehend im Originalzustand erhaltenen Bauwerks mit der Unterschutzstellung als Denkmal gewürdigt. 2022 hat sich der Verein zur Förderung der ‚Tafelkirche‘ Heilige Familie gegründet, der sich für den Erhalt des Kirchengebäudes sowie die Vermittlung der baukulturellen Bedeutung einsetzt, u.a. durch Förderung kultureller Veranstaltungen. Für den zukünftigen Erhalt sowie die weitere Vermittlungsarbeit in Fachkreisen und der interessierten Öffentlichkeit fehlt eine fundierte wissenschaftliche Bauforschung durch Erfassung, Analyse und Dokumentation, die mit dem beantragten Projekt erfolgen sowie in einer Publikation und Ausstellung öffentlichkeitswirksam aufbereitet und präsentiert werden soll.
Tanz-Bewegung Oberhausen
Träger des Projekts ist die Kunsthaus Mitte in Oberhausen GbR. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 52.800 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragten Mittel betragen 47.520 EUR.
Das Projekt Tanz-Bewegung Oberhausen ist ein Langzeitprojekt des Kunsthauses Mitte in Oberhausen. Es erweitert dessen Aktivitäten im Bereich der sozialen Choreografie und unterstützt die Entwicklung seiner Arbeit am Modell der sozialversicherungspflichtigen Arbeit in der Kunst, sodass mit den Maßnahmen eine solide Basis für zukünftige Arbeitsstrukturen und lokale Stabilitäten geschaffen werden.
Nach einer Entwicklungs- und Stabilisierungsphase, in der zahlreiche Projekte durchgeführt wurden, sind in diesem neuen Abschnitt ab 2023 verstärkt Kooperationen mit Partnern in der Stadt und an anderen Orten außerhalb des Kunsthauses in der Stadt geplant.
Die inhaltliche Ausrichtung wird jeweils in gemeinsamer Absprache zwischen sozialversicherungspflichtig beschäftigen Teilnehmer*innen, Künstler*innen, dem Kunsthaus und den Kooperationspartnern spezifiziert. Im Zentrum für das Gelingen des Projektes steht die zweijährige sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung eines Kurators/einer Kuratorin in dramaturgischer und produktionsleitender Funktion, welcher/welche die Projekte als verlässliche Ansprechperson entwickelt und umsetzt.
Interaktiver Theaterrundgang - 100 Jahre bewegte Geschichte(n) am Theater Oberhausen
Träger des Projekts ist das Theater Oberhausen. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 140.594 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragen Mittel betragen 65.000 EUR.
Das Theater Oberhausen blickt seit 15.09.2020 auf 100 Jahre bewegte Theater-Geschichte(n) zurück, die angesichts der Corona-Pandemie nicht angemessen gewürdigt werden konnte(n). Ein innovativer, interaktiver Theaterrundgang soll Interesse und Spaß am Entdecken, Bewahren und Weiterentwickeln des kulturellen Erbes der Kulturinstitution wecken sowie Geschichtsbewusstsein fördern und die Bedeutung von Kunst und Kultur für eine demokratisch verfasste Gesellschaft multimedial und interaktiv erlebbar machen. Das Projekt setzt an der Schärfung des Profils des Theaters mit Öffnung in die Bürgerschaft an, die durch einen multi-medialen Theaterrundgang mit einem Dreiklang aus Stadt-/ Regionalgeschichte, museumspädagogischer Vermittlung sowie Theaterfaszination gefördert werden soll. Darüber hinaus sollen noch unerforschte Archivbestände des Stadtarchivs und des Theaters im Rahmen des Projektes erstmalig erschlossen und als digitaler Content einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Musik und Vision
Träger des Projekts ist das Sinfonieorchester Ruhr. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 21.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragen Mittel betragen 17.000 EUR.
Das Sinfonieorchester Ruhr erarbeitet eine musikalisch-visuelle Collage zur Transformation der Industriekultur in Oberhausen und führt diese in einem Industriedenkmal für ein breites Publikum auf. Der Wandel der Zeit, Veränderungen, Verschiebungen, Bruchstellen, die Kombination neuer und alter Techniken werden hörbar, sichtbar und spürbar.
Geplant ist ein für alle zugängliches und kostenfreies Konzert im Sommer 2023 in einem Industriedenkmal, das Raum und Stimmung bietet für die visuellen und musikalischen Aspekte, ein Ort im Wandel der Zeit. Mit Musik und Bildern werden die Zuhörenden eingeladen auf eine akustische und visuelle Reise in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, auf der gleichzeitig Wissenswertes über die Industriedenkmäler vermittelt und der Bogen zur Musik gespannt wird.
Kulturentwicklungskonzept (KEK) Stadt Oberhausen
Träger des Projekts ist die Stadt Oberhausen. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 150.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragen Mittel betragen 120.000 EUR. Das Projekt ist für zwei Jahre geplant.
Die Kultureinrichtungen in Oberhausen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie, die Spaltung in der Gesellschaft, die Anforderungen von Nachhaltigkeit und Digitalisierung, die Erfordernisse der Diversität und des demografischen Wandels haben jeweils schwerwiegende Veränderungen zur Folge, die eine Stadt mit großen finanziellen Schwierigkeiten nur schwer meistern kann. Die partizipative Erarbeitung eines Kulturentwicklungskonzeptes soll die Zukunftsherausforderungen aufgreifen und Entwicklungsperspektiven für die Oberhausener Kultur aufzeigen. Dabei sollen zum einen alle
Kulturakteure (städtisch, LVR, freie Szene, private Anbieter) beteiligt aber auch die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt werden. Das Konzept soll ein Wegweiser werden, der die Stärken der Oberhausener Kultur schärft, Synergien ausweitet und Wege aufzeigt, wie die Kultur unter den Herausforderungen der Zukunft sich entwickeln soll. Der gesamte Prozess soll dokumentiert und für andere Städte im LVR-Gebiet bereitgestellt werden.
Das digitale Museum für Kunst im öffentlichen Raum
Träger des Projekts ist die Stadt Oberhausen in Zusammenarbeit mit der LUDWIGGALERIE und dem Kulturbüro. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 67.000 EUR. Die Höhe der beim LVR beantragen Mittel betragen 53.600 EUR.
In Oberhausen gibt es ungefähr 120 bekannte Kunstwerke im öffentlichen Raum. Mit dem Projekt soll ein nachhaltiges digitales Angebot geschaffen werden, das diese Kunstwerke digital anschaubar macht, ihre Standorte im Stadtgebiet auffindbar werden lässt, sie auch für Menschen mit Beeinträchtigungen erfahrbar macht und womöglich weitere Kunstwerke auffinden lässt. Das Projekt umfasst die Aufnahmen der Kunstwerke, ihre Beschreibung, die Erstellung des digitalen Angebots, den barrierefreien Zugang zum digitalen Angebot und die Erstellung einer Art Geocaching um die Verortung im Stadtgebiet zu ermöglichen. Durch die digitale Veröffentlichung, Beschreibung und auch spielerische –neue- Erfahrbarkeit der Werke durch die Route, kann die Wahrnehmung der Oberhausener*innen für diese Kunstschätze geschärft werden. Dies beugt Vandalismus und Zerstörung vor.
