Berichtsvorlage - M/17/1278-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Erster Zwischenbericht zum Präventionspilotprojekt „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS, Frankfurt a. M.)
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend und Familie
- Bearbeitung:
- Charline Sikorski
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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26.01.2022
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Erledigt
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Integrationsrat
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Kenntnisnahme
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15.02.2022
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Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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02.03.2022
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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03.03.2022
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Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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10.03.2022
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Ausgangslage
Den Ausgangspunkt der Evaluation des Präventionspilotprojekts „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ stellt das Förderprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW dar (Vgl. Drs.: M/17/0598-01 und M/17/0598-01). Im Zuge des Programms „kinderstark“ werden in NRW kommunale Präventionsketten aufgebaut und gestärkt.
Im Rahmen der Präventionskette sollen in Oberhausen Barrieren zwischen einzelnen Systemen bzw. Stationen der jeweiligen Lebensphase unabhängig von bestehenden Zuständigkeiten überwunden werden. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und Eltern mit Angeboten zur Förderung der Bildung, Gesundheit und sozialen Kompetenzen zu unterstützen. Da in den Sozialräumen Mitte/ Styrum und Alstaden/ Lirich überdurchschnittlich viele Familien wohnen, die von Armut betroffen sind und einen hohen Unterstützungsbedarf aufweisen, hat die Stadt Oberhausen in diesen beiden Sozialräumen das Modellprojekt „Vier im Revier“ verortet. Im Projekt „Vier im Revier“ werden zwischen Juli 2020 und Dezember 2023 verschiedene Angebote und Aktivitäten durch derzeit zwei freie Jugendhilfeträger – sozialpädagogische Familien-, Kinder- und Jugendhilfe (so.fa) und VIFA- Erziehungshilfen (VIFA) – in insgesamt vier Familienzentren realisiert. Die Projektaktivitäten wurden in 2020 nach sieben zielgruppenspezifischen Modulen entwickelt und umfassen Eltern mit Kindern im Vorschulalter. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellprojekts wird durch die Auridis Stiftung finanziert und durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS-Frankfurt am Main) zwischen Januar 2021 und Dezember 2023 umgesetzt.
Evaluationsauftrag der Stadt Oberhausen
Eine zentrale Evaluationsfrage an das ISS-Frankfurt a. M. lautet:
- Inwiefern trägt das Präventionsprojekt zu einer Verbesserung der Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Kindern aus Familien in prekären Lebenslagen bei und welche mittel- und langfristigen Auswirkungen sind exemplarisch feststellbar?
Im Fokus dieses ersten Zwischenberichts liegt die Beantwortung folgender Forschungsfragen:
- Hat sich die Stadt Oberhausen für die richtigen Module entschieden und wie viele Angebote sind notwendig?
- Welche Bedingungen sind für das Präventionsprojekt förderlich?
- Welche Familien werden erreicht und inwiefern können ihre Teilhabechancen verbessert werden?
Methodische Vorgehensweise
Um die ersten Forschungsfragen zu beantworten, wurde das Modellprojekt mithilfe der sekundären Datenanalyse in die relevante Forschungs- und Praxislandschaft eingebettet. Dabei wurde zum einen geprüft, welche Erkenntnisse aus der Forschungsliteratur für das Modellprojekt nützlich sein können. Zum anderen wurde durch einen Vergleich des Modellprojekts mit ähnlichen Projekten in NRW und bundesweit angestrebt, mögliche Erfolgsfaktoren und Stolpersteine aus der bestehenden Praxis zu identifizieren und hinsichtlich der Übertragbarkeit auf das Modellprojekt zu reflektieren.
Im Sinne der formativen Evaluation wurden die Ergebnisse dieser Analyse bei der ersten Denkwerkstatt unter Beteiligung der Fachkräfte der beiden freien Träger sowie der Mitarbeiter*innen des Jugendamts vorgestellt und diskutiert.
Ein weiterer Ansatz zur Beantwortung der ersten Forschungsfragen stellt das, vom ISS-Frankfurt a. M. entwickelte, Online-Monitoring dar. Mithilfe dieses Verfahrens wurden alle Projektaktivitäten der Träger im zeitlichen Verlauf seit April 2021 dokumentiert. Die Daten können von den projektverantwortlichen Mitarbeiter*innen des Jugendhilfeträgers direkt nach der Umsetzung der Angebote online eingetragen werden. Da die Träger ihre umgesetzten Angebote seit August 2020 mit ihren eigenen Fragebögen dokumentiert haben, bestand die Möglichkeit, diese Daten ins Online-Monitoring nachträglich einzutragen.
Des Weiteren fanden im Juni 2021 qualitative persönliche Interviews mit vier Familien – jeweils zwei Familien pro Träger bzw. pro Sozialraum – statt. Dabei handelt es sich um die ersten von insgesamt drei Gesprächen, die im Verlauf der Evaluation bis Ende 2023 realisiert werden sollen. Dadurch zielt das ISS-Frankfurt a. M. darauf ab, die Komplexität der Lebensgeschichten sowie die Bedeutung der Beratungs- und Unterstützungsangebote des Projekts anhand von vier Familien als Fallbeispiele aufzuzeigen.
Implikationen aus der Einbettung des Modellprojekts in die Forschungs- und Praxislandschaft
Mittels einer sekundären Literaturanalyse wurden drei Prinzipien hinsichtlich der aufsuchenden Arbeit mit Familien in prekären Lebenslagen identifiziert, die sich in den entwickelten Modulen des Modellprojekts widerspiegeln. Diese sind: Sozialraumorientierung, Elternarbeit und Familienbildung sowie Empowerment und Resilienzförderung. Auf der Praxisebene wurden vier Zielgruppen bzw. Ebenen identifiziert, die in ähnlichen Projekten mit unterschiedlicher Intensität angesprochen werden. Diese sind Kinder, Eltern, Fachkräfte und Sozialraum.
Daraus ergeben sich für das Modellprojekt „Vier im Revier“ folgende Schlussfolgerungen:
Sozialraumorientierung: Ähnlich wie in vergleichbaren Projekten stellt die Netzwerkarbeit ein zentrales Element des Modellprojekts dar. Grundsätzlich sollen die Beratungsangebote eine Lotsenfunktion übernehmen und die Beratungssuchenden an bestehende (Regel-) Angebote weitervermitteln. Pandemiebedingt ist es aktuell zu beobachten, dass die Angebote von der Bevölkerung als eine zentrale Anlaufstelle zur Lösung ihrer Probleme wahrgenommen werden, da in vielen Institutionen die Beratungsangebote nur noch eingeschränkt zugänglich sind. Mit zunehmendem Übergang in den "Regelbetrieb" der vorhandenen Beratungsstrukturen soll perspektivisch die ursprünglich vorgesehene Wahrnehmung der Lotsenfunktion wieder stärker in den Fokus genommen werden.
Hohe Projektanforderungen: Um die Familien zu stärken und dadurch die Folgen der Kinderarmut zu reduzieren, eignen sich die geplanten Module des Modellprojekts aus theoretischer Sicht hervorragend. Es war geplant diese in der Praxis umzusetzen. Im ersten Projektjahr war dies kaum möglich aufgrund der allgemein geltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen im Berichtszeitraum, war die Nachfrage an die (wiederkehrende) Beratung (Modul 1) und die Unterstützung vor Ort (Modul 2) im Rahmen des Modellprojekts hoch.
Es gilt im Jahr 2022 weiterhin zu beobachten, ob die Zahl der geplanten Module im Modellprojekt zu hoch zu den vereinbarten Personalfachstunden angesetzt wurden. Bei einer anhaltend hohen Nachfrage für die Module 1 und 2 ist es evtl. möglich, dass die vereinbarten Personalfachstunden für die gesamte Zielerreichung des Modellprojekts eventuell nicht ausreichen werden.
Zielgruppensensibilität: Die vielschichtigen Problemlagen der Familien in den besonders belasteten Stadtteilen sind der Stadt Oberhausen präsent. Daraus ergeben sich der Wunsch und gleichzeitig der Handlungsdruck, die Familien mit Unterstützungsbedarfen durch die Angebote und Aktivitäten des Modellprojekts zu erreichen.
Ein herausragendes Merkmal des Modellprojekts ist es, dass die unterschiedlichen Kulturen explizit berücksichtigt werden, indem die Beratung beispielsweise in unterschiedlichen Sprachen stattfindet oder geplante Angebote differenziert nach der Herkunft der Familien bedarfsgerecht angepasst werden. Dieses Qualitätsmerkmal ist für die Zielerreichung förderlich und soll bei der weiteren Projektumsetzung stets im Blick behalten werden.
Ergebnisse des Monitorings
Insgesamt wurden im Berichtszeitraum insgesamt 2.056 Beratungen (Modul 1) und 100 Unterstützungsangebote (Modul 2) von den beiden Trägern VIFA und so.fa durchgeführt (s. Anlage Zwischenbericht). Die Aktivitäten in den anderen Modulen waren unter anderem aufgrund der geltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kaum möglich.
Bei der Inanspruchnahme des Beratungsangebotes im Modul 1 lassen sich folgende Merkmale bei den Beratungssuchenden identifizieren:
- Von insgesamt 2.056 Beratungsangeboten haben insgesamt 2.004 Beratende eine Angabe zum Geschlecht gemacht. Von Beratungen fanden rund 67 Prozent mit 1.343 Frauen und rund 24 Prozent mit 485 Männern statt. Gut jede zehnte Beratung wurde von Paaren (176 Paare) in Anspruch genommen.
- Von insgesamt 2.056 Beratungsangeboten haben insgesamt 1.963 Beratende eine Angabe zum Alter gemacht. In der Regel nehmen Erwachsene ab 27 Jahren mit rund 85 Prozent die Beratungsangebote in Anspruch (1.664 Personen). Allein 299 Beratende sind unter 27 Jahre alt (15 Prozent).
- Zum Großteil haben sich Familien mit zwei Elternteilen (51 Prozent; 1.033 Eltern), gefolgt von alleinerziehenden Müttern mit 44 Prozent (884 Mütter[1]) beraten lassen.
- Die Beratungsleistungen werden von den Beratungssuchenden mehrmals in Anspruch genommen: Rund 46 Prozent der durchgeführten 925 Beratungen waren keine Erstberatungen[2].
Die Eltern bringen bis zu 37 unterschiedliche Herkunftshintergründe mit. Insgesamt stammen rund 48 Prozent (985 Personen) aus Nigeria, rund 15 Prozent (309 Personen) aus Ghana und 14 Prozent (280 Personen) aus Syrien. Danach folgen mit größerem Abstand Eltern aus dem Irak (3 Prozent; 67 Personen), Deutschland (3 Prozent / 62 Personen) und Rumänien (2 Prozent / 47 Personen).
Die Themen der Beratungen sind im Projekt „Vier im Revier“ sehr vielseitig. Von insgesamt mehr als 80 unterschiedlichen Themen wurden in 962 Fällen Fragen rund um das Jobcenter bzw. die Agentur für Arbeit am häufigsten bearbeitet (18 Prozent). Am zweithäufigsten wurden in 375 Beratungen Fragen rund um die Postangelegenheiten bearbeitet (7 Prozent). Hiermit sind insbesondere Hilfen beim Lesen von Briefen gemeint (z. B. Briefe von Behörden).
Ein zentraler Aspekt des Projekts stellt die Lotsenfunktion dar. Aufgrund der Corona-Pandemie war eine Weitervermittlung jedoch nicht immer möglich, da andere (Beratungs-) Institutionen zeitweise schließen mussten. Insgesamt 263 der zu beratenden Eltern (13 Prozent) wurden an eine andere Institution weitervermittelt.
Am häufigsten fand eine Weitervermittlung der Eltern an eine Migrationsberatungsstelle statt (16 Prozent / 43 Eltern). Im Rahmen der Beratung wurde außerdem in 3 Prozent der Fälle (54 Fälle) festgestellt, dass eine weitere Unterstützung in Form einer Begleitung zu einem Amt bzw. einer anderen Institution nötig sein wird.
Unterstützungsangebote vor Ort (Modul 2) wurden insgesamt 100-mal in Anspruch genommen. Wird die Inanspruchnahme des Unterstützungsangebotes vor Ort im Vergleich zu dem Modul 1 betrachtet, lassen sich Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts der Hilfssuchenden sowie des Familienstands der Eltern identifizieren:
- In nur 15 Fällen fand eine Begleitung mit Männern (15 Prozent) statt. Somit haben Männer als Hilfssuchende prozentual das Modul 2 deutlich weniger als das Modul 1 in Anspruch genommen.
- 52 alleinerziehende Mütter (52 Prozent) stellen die größte Gruppe dar, die das Modul 2 in Anspruch genommen haben. Dies sind 8 Prozent mehr als in Modul 1. Insgesamt stellen 45 Familien mit zwei Elternteilen (45 Prozent) die zweitgrößte Gruppe der Hilfssuchenden dar.
Die Eltern wurden am häufigsten zum Ausländeramt (16 Prozent) und Jobcenter (12 Prozent) begleitet. Des Weiteren wurden Begleitungen zum Arzt/ Klinik (11 Prozent), der Schule (10 Prozent) oder Maßnahmenträger der Frühen Hilfen (8 Prozent) häufig von den Hilfssuchenden in Anspruch genommen.
Am Präventionspilotprojekt „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ waren im erfassten Zeitraum mehr als 20 verschiedene Mitarbeiter*innen beteiligt. Die Mitarbeiter*innen sprechen bis zu elf unterschiedliche Sprachen. Insgesamt wurden 998 Beratungen am häufigsten auf Englisch (50 Prozent) und 742 Beratungen auf Deutsch (37 Prozent) durchgeführt.
Die Mitarbeiter*innen zeigen sich mit den Beratungs- und Unterstützungsangeboten sehr zufrieden. Es wird seitens der Mitarbeiter*innen eingeschätzt, dass im Rahmen des Moduls 1 zu 91 Prozent und mit Hilfe des Moduls 2 zu 92 Prozent, den Eltern voll und ganz geholfen zu haben, ihr Problem zu lösen.
Vorläufige Erkenntnisse aus den Fallbeispielen
Die Auswahl der vier Familien erfolgte durch die Träger so.fa und VIFA. Dabei suchten die Träger jeweils zwei Familien aus, die aus Kulturen stammen, die in ihrem Sozialraum überproportional vertreten sind.
An einem von vier Interviews nahmen die beiden Elternteile teil, an einem weiteren Interview nahm nur die Mutter teil und bei zwei restlichen Interviews wurden die alleinerziehenden Mütter befragt. Dabei handelt es um Familien mit einer Fluchterfahrung.
Vor dem Hintergrund der sehr belastenden und traumatischen Lebenserfahrungen sind die Befragten sehr froh darüber, nun in Deutschland in sicheren Verhältnissen leben zu dürfen. Drei von vier Familien sind mit ihrem Leben in Oberhausen zufrieden; eine Familie würde hingegen gern in einer größeren Stadt mit besserer Infrastruktur wohnen. Die Unterstützung durch das Projekt wissen diese Eltern sehr zu schätzen. Besonders hilfreich empfinden sie die Tatsache, dass die Beratung in ihrer Muttersprache angeboten wird. Bisher wurden die Befragten zu Fragen rund um die Themen Arbeit, Ausbildung, Geld und Schulden beraten und bei Kontakten zum Jobcenter sowie bei Ausländerangelegenheiten (z. B. bei der Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigung oder Familienzusammenführungen) unterstützt. Einzelne Beispiele weisen auf die Ernsthaftigkeit der Beratungsanliegen hin, bei denen existentiell wichtige Fragen rechtzeitig gelöst werden konnten. Einzelne andere Beispiele zeigen jedoch gleichzeitig auf, dass die Unterstützungsleistungen der Träger an strukturelle und/ oder gesetzliche Regelungen bzw. Einschränkungen stoßen und die Hilfssuchenden dann an eine Rechtsberatung weitergeleitet werden müssen.
Ausblick
Um die übergeordnete Forschungsfrage, inwiefern das Präventionsprojekt zu einer Verbesserung der Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Kindern aus Familien in prekären Lebenslagen beiträgt, beantworten zu können, sollen aus den vier Fallbeispielen in einem nächsten Schritt verschiedene Szenarien entworfen werden. Diese Szenarien sollen aufzeigen, wie die Lebenssituation der Eltern sich ohne das Projekt „Lotsendienste in Familienzentren – Vier im Revier“ möglicherweise entwickelt hätte bzw. sich entwickeln würde und inwiefern die Projektaktivitäten einen schwierigen Verlauf bis zur Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung vorbeugen können. Außerdem sind die Ergebnisse der aktuell noch laufenden Elternbefragung wichtig, um der Beantwortung der Frage näher zu kommen. Anhand der Ergebnisse der Befragung wird sich zeigen, welche (weiteren) Bedarfe die Eltern haben und wie viele Eltern im Sozialraum erreicht werden.
Auf dem Hintergrund der Erkenntnisse aus dem Projekt „Vier im Revier“ lassen sich zahlreiche Rückschlüsse auf bzw. Konsequenzen für das Konzept zum „Haus der Familie“ in Oberhausen ableiten. Die Funktion des Lotsendienstes als hilfreiche und notwendige „Brücke“ und Übergang in ein qualifiziertes und bedarfsgerechtes Beratungsangebot.
Anlage: 1. Zwischenbericht Lotsendienste in Familienzentren
[1] Diese sowie die nachfolgenden Zahlen sollen mit Vorsicht interpretiert werden, da es sich tatsächlich um die Anzahl der Beratungsaktivitäten und nicht die Anzahl der Beratungssuchenden handelt.
[2] Diese Zahl ist mit Vorsicht zu interpretieren, weil der Zeitraum von August 2020 bis April 2021 für einen Träger noch nicht eingetragen wurde. Daher kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Zeitraum viele Erstberatungen stattgefunden haben.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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1,1 MB
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