Berichtsvorlage - M/17/1333-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Das Projekt

Im Oberhausener Sozialbericht werden Fokusquartiere und Personenkreise herausgearbeitet, die vielschichtige Unterstützungsbedarfe aufweisen. Besonders im Fokus stehen die potentiellen Bedarfslagen von Bevölkerungsgruppen, die ein erhöhtes Risiko für Armut und soziale Ausgrenzung aufweisen. Die soziale Teilhabe der Menschen kann entscheidend für ihre Lebensqualität und elementar für eine selbstständige Lebensführung sein.

 

Um die Datenanalysen mit dem Wissen anderer Fachakteur*innen aus den Sozialräumen zusammenzubringen, werden sie unter dem Motto „Von Daten zu Taten“ im Rahmen der Expert*innendialoge diskutiert. In diese fließen, neben den Ergebnissen des Sozialberichtes, interdisziplinäre Analysen anderer Fachplanungen z.B. aus den Bereichen, Bildung, Gesundheit, Stadtentwicklung usw. ein.

Zentrales Ziel der Expert*innendialoge ist die Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Teilhabechancen in allen Oberhausener Sozialräumen.

 

Die Veranstaltungen

Die Stadt Oberhausen teilt sich in sechs Sozialräume, die sich wiederrum in 27 Sozialquartiere aufteilen. Die Expert*innendialoge sehen eine jährliche Konferenz für jeden der sechs Oberhausener Sozialräume vor. Anhand des Sozialindex ist eine Reihenfolge der Veranstaltungen festgelegt worden, um dort zu beginnen, wo der Handlungsbedarf am größten ist.

 

Die Veranstaltungsreihe hat im Oktober 2019 im Sozialraum Mitte/Styrum begonnen. Darauf folgten die Veranstaltung Alstaden/Lirich im November 2019 und die Veranstaltung Oberhausen-Ost im Februar 2020. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Veranstaltungsreihe pausieren, wird jedoch ab November 2021 fortgeführt.

 

Zielgruppe der Veranstaltungen sind Fachakteur*innen, die im jeweiligen Sozialraum tätig sind. Während der Veranstaltung werden die statistischen Daten mit der Wahrnehmung der Fachakteur*innen zusammengebracht. Diese Beiträge unterstützen die Erstellung der Strategiepapiere, da somit auch „blinde Flecken“ und statistisch nicht erfassbare „Versorgungslücken“ aufgezeigt werden können.

 

Die Strategiepapiere

Um die sozialraumorientierte Bearbeitung von lokalen Handlungsbedarfen zu unterstützen, wurde für jeden Sozialraum ein eigenes Strategiepapier erarbeitet, welches einen allgemeinen und einen individuellen Teil umfasst.

 

Der allgemeine Teil ist in den Strategiepapieren nahezu gleich und beinhaltet eine kurze Einleitung, eine Förderprojektbeschreibung, eine Einordnung der Expert*innendialoge in den Prozess der strategischen Sozialplanung sowie einen Überblick über aktuelle Berichte aus der Verwaltung.

 

Der individuelle Teil umfasst eine sozialraumscharfe, interdisziplinäre Sozialraumanalyse, aus der potentielle Handlungsbedarfe und Ziele für den Sozialraum abgeleitet werden. Passend zu den Handlungsbedarfen werden anschließend bereits bestehende oder geplante Maßnahmen aufgezeigt. Aufgrund des Umfangs der insgesamt 48 Maßnahmensteckbriefe werden diese in einem gemeinsamen Anhang gebündelt. Jedes Strategiepapier enthält eine individuelle Auflistung der sozialraumrelevanten Maßnahmen mit dem jeweiligen Umsetzungsstand. Für die daraus ersichtlich gewordenen potentiellen „Versorgungslücken“ werden letztlich Handlungsempfehlungen für jeden Sozialraum formuliert. Alle Maßnahmensteckbriefe und Handlungsempfehlungen wurden mit den jeweils betroffenen Ansprechpartner*innen und beteiligten Bereichen rückgekoppelt.

 

Ergebnisse

Resultierend aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden drei sozialraumscharfe Strategiepapiere mit insgesamt 31 abgestimmten, wissensbasierten und umsetzungsfähigen Handlungsempfehlungen formuliert. Da sich die drei Sozialräume in Alt-Oberhausen in ihrer Sozialstruktur ähneln und nur wenige (bestehende) Maßnahmen auf einzelne Sozialräume abzielen, konnten für alle drei Sozialräume ähnliche Handlungsbedarfe festgestellt werden. Entsprechend finden sich in den Maßnahmenbeschreibungen und Handlungsempfehlungen große Schnittmengen.

 

Weiteres Verfahren

Die sozialraumspezifischen Strategiepapiere und die vorliegenden Handlungsempfehlungen sollen einer gemeinsamen strategischen Ausrichtung der Stadtverwaltung, der Politik und der freien Träger*innen dienen, um die Lebenslagen von benachteiligten Einwohner*innen in Oberhausen zu verbessern.

 

Die jeweiligen Entscheidungskompetenzen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen verteilen sich auf den Verwaltungsvorstand, die lokalen Träger*innen und die Politik. Sie können im Rahmen ihrer Zuständigkeiten eigenständig oder gemeinsam abwägen, in wie weit sie die Handlungsempfehlungen in ihre Tätigkeit einfließen lassen.

 

Um die Umsetzung zu forcieren und Handlungsempfehlungen zu konkretisieren, werden die Strategiepapiere neben der Vorstellung in politischen Gremien auch in der AG Wohlfahrt, der AG strategische Planung und den jeweiligen Sozialraumgremien vorgestellt und diskutiert.

Auch im Rahmen der im Oktober 2019 vom Sozialausschuss beschlossenen „kommunalen Sozialkonferenz“, die auf eine Bestandsaufnahme und die zukünftige strategische Ausrichtung der kommunalen Sozialpolitik abzielt, sollen die Handlungsempfehlungen konkretisiert werden.

 

Da die Planung und Umsetzung von Maßnahmen aufgrund der unterschiedlichen Entscheidungskompetenzen dezentral durch die kommunalen Fachplanungen und die freien Träger*innen erfolgen muss, soll die Umsetzung der Handlungsempfehlungen durch die Verstetigung der Expert*innendialoge begleitet und durch die Fortschreibung der Strategiepapiere dokumentiert werden.

 

Die Veranstaltungsreihe hat sich als zentrales Unterstützungsinstrument bei der Erarbeitung der Strategiepapiere erwiesen. Der fortlaufende, strukturierte und offene Dialog zwischen Expert*innen verschiedener Fachdisziplinen und Institutionen im Sozialraum stärkt überdies die Netzwerkarbeit und kann Doppelstrukturen vermeiden. Daher sollte die Veranstaltungsreihe jährlich fortgeführt werden. Die Erkenntnisse der Strategiepapiere sollten dabei als künftige Ausgangspunkte für die kommenden Expert*innendialoge dienen. Dies beinhaltet auch eine Fortschreibung der Strategiepapiere in einem regelmäßigen Turnus, damit Handlungsbedarfe, neue Maßnahmen oder auch Handlungsempfehlungen aktualisiert werden können.

 

Die Erkenntnisse der Strategiepapiere können zudem im Rahmen weiterer Konzepte innerhalb und außerhalb der Verwaltung verwendet werden. Sie liefern eine fundierte Datengrundlage für Förderanträge, politische Anträge der Fraktionen und können weitere integrierte Konzepte bereichern. So werden die Strategiepapiere bspw. im Rahmen der Fortschreibung des „integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Oberhausen (ISTEK)“ eingebunden.

 

Die als Anlage beigefügten Strategiepapiere der Sozialräume Alstaden/Lirich, Mitte/Styrum und Oberhausen-Ost und der Anhang (Maßnahmensteckbriefe) werden zur Kenntnis gegeben.

 

 

 

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Anlagen

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