Berichtsvorlage - M/17/1131-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Antragsstellungen im Rahmen des REACT-EU-Förderaufrufs „Grüne Infrastruktur“ für den Garten Osterfeld (OLGA) und das Feuchtgebiet Halde Alstaden
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umwelt
- Bearbeitung:
- 2-2 Azubi 2-2
- Verantwortung:
- Werntgen-Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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27.10.2021
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Erledigt
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Sportausschuss
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Kenntnisnahme
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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02.11.2021
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Erledigt
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Bezirksvertretung Alt-Oberhausen
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Kenntnisnahme
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03.11.2021
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Erledigt
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Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss
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Kenntnisnahme
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09.11.2021
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Erledigt
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Naturschutzbeirat
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Kenntnisnahme
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25.11.2021
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Sachverhalt
Bezug
B/16/3130-01 Sitzung des Rates am 18.12.2017
Stadterneuerungsprojekt „Soziale Stadt Osterfeld“ (IHK-Teilmaßnahme Nr. 26)
Beschluss des Freiraumentwicklungskonzeptes Soziale Stadt Osterfeld
Sachdarstellung
Mitte Juni 2021 wurde vom Umweltministerium NRW ein neues, aus Mitteln der EU finanziertes Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ veröffentlicht. Das Programm ist integriert in die Förderlandschaft des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), genauer gesagt, in die darin neu geschaffene Komponente „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“ (REACT-EU). REACT-EU will einen Beitrag zur Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und ihrer sozialen Folgen leisten. Ziel ist es, grüne Infrastruktur vorwiegend im urbanen Umfeld zu entwickeln, zu erhalten und zu verbessern sowie naturtouristische Angebote in Nordrhein-Westfalen zu schaffen.
Insgesamt stehen dafür rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge mussten bis zum 30.09.2021 eingereicht werden, und das Vorhaben muss bis zum 31.12.2022 abgeschlossen werden (Durchführungszeitraum). Die Bagatellgrenze für eine Zuwendung ist auf 100.000 € festgesetzt, und Kommunen wird eine Förderung von bis zu 100 % gewährt.
Der Bereich 2-2 / Umwelt hat im Rahmen des Förderprogramms zwei Anträge für den Garten Osterfeld (OLGA) sowie das Feuchtgebiet Halde Alstaden eingereicht. Aufgrund des sehr knapp bemessenen Antragszeitraums und der aktuellen Personalsituation wurde entschieden, ein Landschaftsarchitekturbüro unterstützend hinzuziehen. Dadurch bestand die Möglichkeit, den Förderantrag bis Ende September vorzubereiten und die sehr attraktive Förderquote für Kommunen von bis zu 100 % in Anspruch nehmen zu können.
Erneuerung und Ergänzung von Grün-, Spiel-, und Sportstrukturen im Garten Osterfeld
Der Garten Osterfeld als ehemalige Landesgartenschaufläche 1999 (OLGA) auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei Osterfeld ist einer der bedeutsamen Parks in Oberhausen und der zentrale Park im dichtbesiedelten Stadtteil Osterfeld. Daher soll er auch im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) präsentiert werden.
Bei der Bearbeitung des „Freiraumentwicklungskonzeptes Soziale Stadt Osterfeld“, das der Rat der Stadt am 18.12.2017 als städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen hat, wurden erhebliche Defizite hinsichtlich der Funktion als "Grüne Infrastruktur" festgestellt und gegensteuernde Maßnahmenvorschläge entwickelt. Insbesondere die Funktionen im Bereich der Klima- und Umweltbedingungen – vor allem Abkühlung durch Beschattung – sowie der Biodiversität, dem damit verbundenen Naturerleben und der gesundheitsfördernden Bewegung, sind deutlich steigerungsfähig.
Der Rat der Stadt hat die Verwaltung 2017 damit beauftragt, die Handlungsempfehlungen und Entwicklungsziele des Freiraumentwicklungskonzepts zu beachten und die Umsetzung konsequent zu verfolgen. Da die im Garten Osterfeld erforderlichen Maßnahmen nicht aus den verfügbaren Städtebauförderungsmitteln finanzierbar sind, soll nun das neue REACT-EU Förderprogramm Grüne Infrastruktur zur Umsetzung genutzt werden.
Um den aktuellen Anforderungen des Klimawandels entgegenwirken zu können, gehören eine Verbesserung des Mikroklimas, die Steigerung der Artenvielfalt, eine Verbesserung der Bodenfunktionen sowie die Entwicklung von Grünflächen als Beitrag zur Umweltgerechtigkeit zu den Haupterfordernissen. Zusätzlich ist eine Attraktivierung von naturnahen Spiel- und Sportangeboten vorgesehen. Die konkret beantragten Maßnahmen setzen sich entsprechend aus folgenden, miteinander verknüpften Ziel-Elementen der Grünen Infrastruktur zusammen:
- Anpflanzen von Bäumen
- Durch die Anpflanzung von groß- und mittelkronigen Laubbäumen wird die klimatische Ausgleichsfunktion der Parkanlage für die umliegende Wohnbebauung des Garten Osterfeld gesteigert. Die Artenauswahl spielt dabei im Hinblick auf die Klimaverträglichkeit und Langlebigkeit der Bäume eine große Rolle.
- Bodenverbesserung für Vegetationsflächen
- Teilbereiche bestehender Rasenflächen werden in ihrer Struktur und ihrem Wasserhaushalt als Vegetationsstandort verbessert.
- Blühflächen und -streifen entlang des Hauptweges
- Um die Biodiversität zu steigern und das Naturerleben zu stärken, ist die abschnittsweise Ansaat von Regio-Saatgut in Blühflächen und -streifen als verbindende Lebensraumstruktur vorgesehen. So werden neue Nahrungshabitate entwickelt, die insbesondere von Insekten und Vögeln genutzt werden.
- Naturleben und Spiel im Park
- Das Naturerleben im Park wird durch die Anpflanzung eines Spielgebüsches aus heimischen Sträuchern und essbaren Naschpflanzen gestärkt. Umfangreiche Baumpflanzungen verbessern das Lokalklima. Mit einem „Grünen Klassenzimmer“ entsteht ein umweltpädagogischer Bildungsort im Freien, der einer Schulklasse die Möglichkeit bietet, auf Sitzelementen aus Natursteinquadern unter Bäumen Platz zu nehmen.
- Sport in naturnaher Umgebung
- Die im Osten des Parks bereits vorhandene Sportfläche mit ihren verschiedenen Sportangeboten wie Tischtennis und Volleyball wird zum Jugendort weiterentwickelt. Die geplanten Bäume schaffen den für die jeweiligen Spiel- oder Sportflächen nötigen Schatten und tragen gleichzeitig zur Klimaverbesserung bei. Die vorhandenen Angebote werden um eine Calisthenics-Anlage aus mehreren Einzelelementen sowie ein sogenanntes 3x3 Streetball/Basketball-Feld und Sitzelemente jugendgerecht ergänzt.
Sofern der Förderantrag bewilligt wird, soll nach jetzigem Stand die Ausführungsplanung und Umsetzung der Planung durch die SBO erfolgen.
Ökologische Optimierung des Feuchtgebiets Halde Alstaden
Bei dem Feuchtgebiet handelt es sich um ein rund acht Hektar großes Gebiet im Bereich der ehemaligen Halde Alstaden nördlich des Ruhrdeiches mit mehreren großen Flachwasserteichen, die durch einen Ringgraben miteinander verbunden und als Stillgewässer (1,6 ha) gesetzlich geschützt sind. Röhrichte, Flutrasen und Hochstauden ergänzen diesen wertvollen Lebensraum. Der Standort gehört zur Ruhraue zwischen Duisburg und Essen-Kettwig und ist von herausragender Bedeutung im landesweiten Biotopverbund. Im Landschaftsplan Oberhausen ist der gesamte Bereich bis hin zum südöstlich gelegenen Ruhrpark als Landschaftsschutzgebiet 1.2.18 „Ruhrpark/Ruhraue“ ausgewiesen.
Das Feuchtgebiet und die angrenzenden Bereiche stellen darüber hinaus ein wertvolles Freiraum- und Erholungspotential für die Bürger/innen - nicht nur - des Stadtteils Alstaden dar. Der Ruhrtalradweg verbindet das Gebiet mit den angrenzenden Städten Mülheim an der Ruhr und Duisburg, die gemeinsam mit Oberhausen das interkommunale Projekt Parklandschaft Ruhr verfolgen. Mit der Mischung aus Freiraumangebot, Erholungsachse und artenreichem Lebensraum, ergibt sich ein zukunftsfähiger Erholungsstandort, der Klimaaspekte und Biodiversität integriert. Daher bewirbt sich die Stadt Oberhausen mit dem Projekt „Ruhrpark und Biotop am Ruhrtalradweg“ für die IGA 2027 „Unsere Gärten“ und hat die erste Qualifizierungsstufe erreicht. Da die Finanzierung der IGA-Projekte noch nicht abschließend geklärt ist, hat die IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH die Verwaltung aufgefordert zu prüfen, ob Teilbereiche des Projektes „Ruhrpark und Biotop am Ruhrtalradweg“, die über das REACT-EU Programm förderfähig sind, ausgegliedert werden können, um sie mithilfe dieses Förderprogramms bereits 2022 umzusetzen.
Das Feuchtgebiet Halde Alstaden liegt in der Gebietskulisse des geplanten IGA-Projekts. Mit den nun im Rahmen des REACT-EU Förderprogramms „Grüne Infrastruktur“ beantragten Vorhaben werden als Hauptziele die ökologische Optimierung und die Steigerung des Naturerlebens im Feuchtgebiet Halde Alstaden angestrebt. Um den auentypischen und anthropogenen Lebensraum für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu optimieren, Möglichkeiten zur Naturbeobachtung für Erholungssuchende jeden Alters zu ermöglichen und das Interesse am Erhalt der Natur zu steigern, soll die verbuschte Senke ökologisch verbessert und revitalisiert werden sowie eine Beobachtungsplattform errichtet werden. Dies soll mit Hilfe folgender Maßnahmen geschehen:
- Freistellungsarbeiten
- Verbesserung der ökologischen Strukturen durch Freistellung der verbuschten Flächen, Baumfällungen und Entfernung der Wurzelballen zur langfristigen Freistellung des geschützten Feuchtgebiets.
- Artenschutz
- Optimierung des Naturraums durch den Einsatz von Nisthilfen, wie z.B. Nistkästen für Eisvögel und Uferschwalben.
- Einzäunung
- Sicherung, Entwicklung und Erhaltung des Feuchtgebietes durch Einzäunung als Schutzmaßnahme vor Störungen des geschützten Habitats durch Mensch und Tier.
- Beobachtungsplattform
- Gezielte Besucherlenkung und Steuerung von Besucherströmen durch Anlage einer barrierefreien Beobachtungsplattform in Form eines Stegs zum Schutz der ökologisch sensiblen Bereiche vor Störungen.
- Informationstafeln
- Information der Besucher/innen mit Hilfe von Pulttafeln über Natur und biologische Vielfalt (Avifauna, Klimaanpassung, Biodiversitätsstrategie u.a.) zur Verbindung der Querschnittsziele Naturschutz und Naturerleben.
- Mitmachaktionen
- Durchführung von Mitmachaktionen mit Schulen und Kindergärten zur Gestaltung des Informationssystems.
Kostenübersicht
Projektgebiet | 2021 | 2022 | Gesamtkosten |
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Garten Osterfeld (OLGA) | 61.000 € | 588.000 € | 649.000 € |
Feuchtgebiet Halde Alstaden | 73.780 € | 527.765 € | 601.545 € |
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gesamt | 134.780 € | 1.115.765 € | 1.250.545 € |
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beantragte Förderung | 134.780 € | 1.115.765 € | 1.250.545 € = 100 % |
Kurzfassung
Mitte Juni 2021 wurde vom Umweltministerium NRW ein neues, aus Mitteln der EU finanziertes Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ veröffentlicht. Das Programm ist integriert in die Förderlandschaft des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), genauer gesagt, in die darin neu geschaffene Komponente „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“ (REACT-EU). REACT-EU will einen Beitrag zur Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und ihrer sozialen Folgen leisten. Ziel ist es, grüne Infrastruktur vorwiegend im urbanen Umfeld zu entwickeln, zu erhalten und zu verbessern sowie naturtouristische Angebote in Nordrhein-Westfalen zu schaffen.
Die Verwaltung hat im Rahmen des Förderprogramms Ende September zwei Anträge für den Garten Osterfeld (OLGA) sowie das Feuchtgebiet Halde Alstaden eingereicht. Die Gesamtkosten betragen rund 1.25 Mio. € und sollen mit einer Quote von bis zu 100 % gefördert werden. Die Vorhaben müssen bis Ende 2022 abgeschlossen worden sein.
