Beschlussvorlage - B/17/1174-01
Grunddaten
- Betreff:
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Errichtung eines Bildungsgangs „Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent – Schwerpunkt Betriebswirtschaft“ gem. Anlage C 1 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Berufskollegs (APO-BK) Bildungsgang,der zu einem Berufsabschluss nach Landesrecht und zur Fachhochschulreife führt.
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Schule
- Bearbeitung:
- Regina Cammalleri
- Verantwortung:
- Jordan-Ecker , Bieler
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Schulausschuss
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Vorberatung
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04.11.2021
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Erledigt
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Rat der Stadt
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Beschlussfassung
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15.11.2021
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Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz (SchulG), die Errichtung des Vollzeitbildungsgangs „Dreijährige Berufsfachschule mit Berufsabschluss nach Landesrecht und Fachhochschulreife im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung (Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin / Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent – Schwerpunkt Betriebswirtschaft)“, gem. Anlage C 1 in Verbindung mit C 4 der APO-BK am Hans-Böckler-Berufskolleg, Kaufmännisches Berufskolleg der Stadt Oberhausen, Otto-Dibelius-Str. 9, 46045 Oberhausen, Schulnummer 172728. Der Bildungsgang soll zunächst einzügig mit der Option auf Zweizügigkeit zum Schuljahr 2022 / 2023 (01.08.2022) errichtet werden.
Sachverhalt
Begründung
Pädagogisches Leitziel des Berufskollegs ist der Erwerb einer umfassenden beruflichen, gesellschaftlichen und personalen Handlungskompetenz sowie die Vorbereitung auf ein lebenslanges Lernen.
Das Hans-Böckler-Berufskolleg bietet aktuell die Schulabschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Fachhochschulreife (schulischer Teil) im Bereich Wirtschaft und Verwaltung an. Ab dem Schuljahr 2021/2022 startete erstmalig der Bildungsgang des beruflichen Gymnasiums mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung am Hans-Böckler-Berufskolleg. Damit schränkt die Bildungslandschaft der Stadt Oberhausen die Schülerinnen und Schüler (SuS) zum jetzigen Zeitpunkt bei der Auswahl eines kaufmännischen Berufskollegs zum Erwerb eines Berufsabschlusses nach Landesrecht in Kombination mit der vollen Fachhochschulreife ein. Dies zwingt die Lernenden, die ihren Interessenschwerpunkt im Bereich Wirtschaft und Verwaltung haben, ihren Berufsabschluss nach Landesrecht in Kombination mit der vollen Fachhochschulreife entweder in einer benachbarten Stadt zu absolvieren oder sie entscheiden sich für den Schulabschluss der Fachhochschulreife (schulischer Teil).
Mit dieser abgestuften Qualifikation (schulischer Teil der Fachhochschulreife) wird kein Berufsabschluss nach Landesrecht erworben, auch keine volle Fachhochschulreife. Neben dem Erwerb der Zulassung einer Fachhochschulberechtigung ist die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt durch einen Berufsabschluss nach Landesrecht ein wichtiger Aspekt.
So kann der zukünftige Arbeitgeber einen höheren Verwertungsgrad durch die berufliche Qualifizierung der Absolventen*innen für die Bewältigung der betrieblichen und behördlichen Aufgaben voraussetzen. Dieses bedeutet für den zukünftigen Arbeitgeber eine unmittelbare Einsetzbarkeit am späteren Arbeitsplatz durch kürzere Einarbeitungszeiten und erhöht somit für die Absolventen die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Im Jahr 2019 waren in Oberhausen durchschnittlich 891 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahre bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet. Ein Großteil der angebotenen Arbeitsplätze liegt im kaufmännischen Bereich.
Um zukünftig vermehrt SuS auf eine kaufmännische Tätigkeit oder auf ein mögliches Fachhochschulstudium vorzubereiten, ist die Implementierung des Bildungsgangs der/s staatlich geprüften Assistentin/en eine sinnvolle Ergänzung für die Stadt Oberhausen.
„Kaufmännische Assistentinnen und Assistenten der Fachrichtung Betriebswirtschaft stellen den reibungslosen Ablauf von Organisationsaufgaben in kaufmännischen Funktionsbereichen von Unternehmen sicher. Im Personalwesen erstellen sie Dienst- und Organisationspläne, verwalten Personalakten und führen Gehaltsberechnungen durch. Im Bereich Sekretariat bzw. Bürowirtschaft erledigen sie den Postein- und –ausgang, die Dokumentenablage, Abrechnungen, Korrespondenz oder die Terminplanung von Abteilungsbesprechungen, Dienstreisen oder Messeteilnahmen. Routineschriftwechsel, z. B. mit ausländischen Handelspartnern, erledigen Kaufmännische Assistentinnen und Assistenten der Fachrichtung Betriebswirtschaft in der jeweiligen Fremdsprache. Sie übernehmen zudem einfache mündliche oder schriftliche Übersetzungen und führen fremdsprachige Telefonate.“ Vgl. https.//berufenet.arbeitsargentur.de/berufenet/bkb/7891.pdf
Der Bildungsgang richtet sich demzufolge an SuS, die an wirtschaftlichen Themen (BWL, VWL und Wirtschaftsinformatik) und verwaltungstechnischen Abläufen interessiert sind. Den Lernenden wird bereits in der Sekundarstufe II einer Orientierung und Qualifikation im Bereich Wirtschaft und Verwaltung gegeben, damit sie einen Einblick in die Facetten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie der Wirtschaftsinformatik erhalten.
Wirtschaftliches Handeln ist geprägt von unterschiedliche Bedürfnissen unterschiedlicher Akteure. Daraus ergibt sich die Abgrenzung der Disziplinen Volks- und Betriebswirtschaftslehre, anhand wirtschaftlicher Probleme und Phänomene. Während im Fach Betriebswirtschaftslehre der Schwerpunkt der Betrachtung auf der Sichtweise eines einzelnen Betriebes mit all seinen Interessen (mikroökonomische Betrachtung) liegt, untersucht die Volkswirtschaftslehre überwiegend gesamtwirtschaftliche nationale und internationale Zusammenhänge (makroökonomische Betrachtung).
Das Fach Betriebswirtschaftslehre, das ein verpflichtendes Leistungsfach ist, umfasst unter anderem Lerninhalte aus den Bereichen des Rechnungswesens, der Kosten- und Leistungsrechnung, der Leistungserstellung und der Beschaffung. Durch die spezielle Wirtschaftslehre werden einzelne Facetten des breiten Bereichs der Betriebswirtschaft weiter vertieft, was zu einer Höherqualifikation der SuS beiträgt.
Im Fach Volkswirtschaftslehre werden unter anderem die Strukturen und Prozesse einer Volkswirtschaft und das Entscheidungsverhalten der Wirtschaftssubjekte am Markt thematisiert. Damit erhalten die SuS differenzierte Einblicke in alle wichtigen Bereiche der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und somit eine gute Basis für die Wahl eines Studiums oder den Einstieg in den Beruf.
Das Fach Wirtschaftsinformatik stellt eine angewandte Informatik dar, die die Schnittstelle zur Betriebswirtschaftslehre ausfüllt und somit ebenfalls zu einer erweiterten beruflichen Qualifikation führt.
In Oberhausen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine staatliche Ausbildung zur/m Kaufmännischen Assistentin/en und Fachhochschulreife an einem Berufskolleg. Lediglich das Hans-Sachs-Berufskolleg bietet eine Assistentenausbildung nach Landesrecht mit dem Erwerb der Fachhochschulreife in drei verschiedenen technischen Bereichen an.
Nach wie vor gibt es ein hohes Interesse an der betriebswirtschaftlichen Bildung. Kaufmännische Berufe versprechen gute Berufs- und Karrierechancen. Im direkten Umfeld befinden sich mehrere Fachhochschulen mit betriebs- und volkswirtschaftlichen Studiengängen. Beispielhaft können hier die Fachhochschule Mülheim an der Ruhr und Gelsenkirchen genannt werden.
Das Hans-Böckler-Berufskolleg hat eine äußerst verkehrsgünstige Lage. Der Oberhausener Hauptbahnhof befindet sich in direkter Nachbarschaft. Somit ist das Hans-Böckler-Berufskolleg sowohl mit öffentlichen als auch mit individuellen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Für den Standort Oberhausen bedeutet die Errichtung des Bildungsgangs „Staatlich geprüften Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent und Fachhochschulreife“ eine Bereicherung und Ergänzung zum bestehenden Bildungsangebotes. Hausinterne Umfragen bei den aktuell Lernenden zeigen großes Interesse am Bildungsgang. Neben den SuS des Hans-Böckler-Berufskollegs soll der neu einzuführende Bildungsgang auch für Lernende von anderen Schulformen eine Möglichkeit sein, einen Berufsabschluss nach Landesrecht sowie die Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft und Verwaltung zu erwerben. Ein erfolgreicher Strukturwandel in der Region kann nur mit gut ausgebildeten und hoch qualifizierten Fachkräften gelingen. Die Einführung des Bildungsgangs „Staatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistent und Fachhochschulreife – Schwerpunkt Betriebswirtschaft in Oberhausen kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten.
Die Errichtung des Bildungsgangs erfordert keine zusätzlichen räumlichen und sächlichen Ressourcen. Die Lehrerinnen und Lehrer des Hans-Böckler-Berufskollegs besitzen die für den Unterricht in dem Bildungsgang erforderlichen Qualifikationen. Die Lehrkräfte haben Erfahrungen in modernen Lernformen, wie z. B. dem kooperativen und dem selbstorganisierten Lernen, welche für den Bildungsgang eine wesentliche Grundlage bilden soll. Das Hans-Böckler-Berufskolleg hat ein Berufsberatungsteam und einen Sozialarbeiter, welche intensive Kontakte zu regionalen Unternehmen und Kooperationspartnern haben. Jedes Schuljahr organisiert das Hans-Böckler-Berufskolleg einen „Day for Future“. Hier können regionale Unternehmen und Lernende in lockerer Atmosphäre in den Austausch gehen. Das Beratungsteam bietet Bewerbungstraining, Individualberatung und Laufbahnberatung an. Auch besteht jetzt bereits eine Kooperation mit der FOM-Hochschule in Essen.
Die Schulkonferenz und die Lehrerkonferenz des Hans-Böckler-Berufskollegs befürworten die Errichtung des beantragten Bildungsgangs im Bereich Wirtschaft und Verwaltung.
Eine Beteiligung der Nachbarstädte wird zurzeit durchgeführt. Die Antworten lagen bei Erstellung dieser Vorlage noch nicht vor.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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10,7 kB
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