Berichtsvorlage - M/17/0676-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Vorstellung des Förderprogramms „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ des GKV-Bündnisses im Aufgabengebiet „Gesundheitskoordination“ des Bereiches 3-4/ Gesundheit und Gründung einer Projektgruppe
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheit
- Bearbeitung:
- Cigdem Aksoy
- Verantwortung:
- Dr. Karbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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09.06.2021
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Sachverhalt
StadtOberhausen | Drucksache Nr.
| Termin
09.06.2021
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Sozialausschuss |
Sachdarstellung
Am 01.05.2020 wurde die Projektförderung des GKV-Bündnisses für Gesundheit genehmigt und mit den Fördermitteln wurde zum 01.09.2020 eine zusätzliche Koordinierungsstelle im Bereich 3-4/ Gesundheitsplanung eingerichtet.
Ziel des Förderprogramms ist der Aufbau und die Weiterentwicklung funktionsfähiger kommunaler Kooperations- und Koordinierungsstrukturen für Gesundheitsförderung und Prävention. Unterstützt werden Kommunen, die bisher keine oder kaum vorhandene Strukturen der Steuerung aufweisen und deren Einwohnerschaft unter Berücksichtigung der Indikatoren Bildung, Beruf und Einkommen als sozial benachteiligt gelten. Oberhausen erhält für maximal fünf Jahre eine Anschubfinanzierung von 166.954,00 Euro. Die Förderung erfolgt degressiv.
Im Rahmen des Förderprogramms „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ erfolgt durch den Projektträger ebenfalls eine beratende Unterstützung bei der Weiterentwicklung und Stärkung der kommunalen Prävention und Gesundheitsförderung. Die Beratungsleistung umfasst neben Informationsmaterialien einen zur Seite gestellten externen Berater, welcher vom GKV-Bündnis für Gesundheit beauftragt wird. Dieser unterstützt dabei, die lokalen Rahmenbedingungen der Kommune zu verbessern und die Voraussetzungen für die bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Implementierung von zielgruppen- und themenbezogenen Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu schaffen. Gesundheit stellt auf örtlicher Ebene immer eine Querschnittaufgabe dar. Sie steht in Verbindung mit den Themen Bildung, Soziales, Wohnen, Umwelt, Integration und Gleichstellung. Durch die Beratungsleistung soll diese notwendige interne Zusammenarbeit weiterentwickelt werden. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.
Es bestehen außerdem bereits erste Kooperationen mit externen Trägern innerhalb Oberhausens. In der Ratsvorlage B/16/5282-01 wurde bereits Bezug genommen zur Möglichkeit eines kommunalen Antrags für zielgruppenspezifische Interventionen des GKV-Bündnisses für Gesundheit. In Kooperation mit der Ruhrwerkstatt e.V. konnte die Zielgruppe der Alleinerziehenden identifiziert und ein entsprechender Antrag gestellt werden. Es handelt sich hierbei um ein zweistufiges Antragsverfahren, wobei die erste Stufe bereits erfolgreich abgeschlossen wurde. Um die Bedarfe der Zielgruppe darzustellen und den Antrag möglichst passgenau ausarbeiten zu können, wurden im Vorfeld Expert*innen-Interviews durchgeführt und ausgewertet. Folgende Bereiche der Stadtverwaltung wurden dazu leitfadengestützt interviewt: Bereich 3-3 / Schule, Bereich 0-4 / Chancengleichheit, Bereich 3-2/ Soziales, Bereich 3-1 / Kinder, Jugend, Familie (Fachbereich 3-1-40 Erzieherische Hilfen und Fachbereich 3-1-20 Beratung), Bereich 2-6 / Kommunales Integrationszentrum und das Jobcenter sowie die Bundesagentur für Arbeit. Diese Vorbereitung wurde mit dem Projekt „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ und der dafür vorhandenen Personalressource umgesetzt.
Zudem besteht bereits eine Verzahnung mit dem DRK-Kreisverband Oberhausen (Rhld.) e. V., welcher einen Antrag nach § 20a SGB 5 zur Förderung von Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, gestellt hat. Dieser wurde bereits genehmigt. Zielgruppe dieses Projekts sind Menschen im Übergang vom Beruf in die Rente und alleinstehende ältere Menschen, insbesondere Männer. In dieser Verzahnung werden ebenfalls die Bestand- und Bedarfsanalysen aus dem Projekt „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ genutzt.
Im Rahmen des Projekts „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ erfolgt nun im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme. Dazu werden bereits vorhandene Daten evaluiert und in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum findet im weiteren Verlauf eine Online-Befragung der Bürger*innen in Oberhausen statt.
Dabei wird der Ansatz einer partizipativen Gesundheitsberichterstattung verfolgt. Konkret werden Methoden der digitalen partizipativen Sozialraumanalyse (DiPS) angewendet. Der DiPS-Ansatz verfolgt das Ziel bestehende Datenbestände bspw. um subjektive Einschätzungen persönlicher Lebensverhältnisse der Bevölkerung zu ergänzen. Über den digitalen Ansatz werden Schwellen anderer Beteiligungsverfahren abgebaut. So können orts- und zeitunabhängig von verschiedenen Endgeräten aus (Smartphone, Tablet, Laptop/PC) über eine Online-Befragung Befragte erreicht werden. Die Befragungen sind so angelegt, dass sie in kurzer Zeit (wenigen Minuten) beantwortet werden können. Über die digitale Methode können unterschiedliche Unterstützungen angeboten werden (z. B. Mehrsprachigkeit oder Hochladen von Fotos). Es können aber auch Befragungen im Interview vor Ort durchgeführt und direkt in den Online-Fragebogen eingepflegt werden.
Die Themenschwerpunkte werden in wissenschaftlicher Unterstützung und Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum abgestimmt. Auf Grundlage der Ergebnisse können dann Maßnahmen entwickelt, umgesetzt und abschließend evaluiert werden. Hierbei wird dem „Setting-Ansatz“ eine besondere Bedeutung beigemessen. Dieser Ansatz nimmt die Lebenswelten von Menschen und damit die Bedingungen in den Blick, unter denen Menschen spielen, lernen, arbeiten und wohnen. Die Bedingungen in Settings bzw. Lebenswelten, beispielsweise in Stadtteilen oder in einem engeren Wohnumfeld, haben einen wesentlichen Einfluss auf die Möglichkeiten, ein gesundes Leben zu führen. Für die Stadt Oberhausen wird mit der Analyse und Umsetzung in den Sozialräumen Mitte/Styrum und Alstaden/Lirich begonnen und in den folgenden Förderjahren auf die anderen Sozialräume (Ost, Osterfeld, Sterkrade Mitte/ Nord) ausgeweitet. Durch die Verzahnung des Antrages zur zielgruppenspezifischen Intervention durch die Ruhrwerkstatt e.V. und des Antrages nach § 20a SGB 5 des DRK konnte der sozialräumliche Ansatz der Projektförderung mit gesundheitlichem Bezug durch den Beginn in den Sozialräumen Mitte/Styrum und Alstaden/Lirich bereits angestoßen werden.
Zu Beginn des Projekts „Auf- und Ausbau gesundheitsförderlicher Steuerungsstrukturen“ sollen in Form einer Auftaktveranstaltung beteiligte Akteur*innen innerhalb der Stadtverwaltung (unter anderem die Bereiche Statistik, Chancengleichheit, Sozialplanung, Integrationsplanung, Sportplanung, Jugendhilfeplanung, Alten- und Pflegeplanung, Stadt- und Umweltplanung) sowie außerhalb der Stadtverwaltung (u. a. Der Paritätische NRW - Kreisgruppe Oberhausen, DRK-Kreisverband Oberhausen (Rhld.) e.V., Diakonisches Werk Oberhausen, Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Oberhausen e.V., Caritasverband Oberhausen e.V., Seniorenzentrum Gute Hoffnung gGmbH, Ruhrwerkstatt – Kultur-Arbeit im Revier e.V., Stadtsportbund Oberhausen e.V.) zu einer digitalen Sitzung eingeladen werden. Schon im Vorfeld des Projekts wurden von verschiedenen Trägern Letter of Intent zur Unterstützung des Projektvorhabens verfasst.
Zur Identifizierung der internen Akteur*innen, werden die entsprechenden Bereiche vorab eingebunden. Das Förderprogramm sowie der weitere Verlauf werden in dieser Auftaktveranstaltung vorgestellt und die Gründung einer Projektgruppe wird angestrebt.
Im Folgenden ist eine kurze Übersicht des Vorgehens abgebildet. Die Schritte 1 und 2 werden dabei in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum erfolgen und es ist geplant, dass im dritten Schritt der Fragebogen mit den oben genannten Akteur*innen in Oberhausen abgestimmt wird, bevor es zu einer Durchführung und Auswertung der Daten kommt. Im Anschluss daran, werden die Maßnahmen identifiziert.

Über die Ergebnisse und weiteren Vorgehensweisen wird regelmäßig informiert werden.
Drucksache Nr.: B/16/1293-01 / Seite 1 von 3
