Berichtsvorlage - M/17/0663-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Das Programm 2021/22 der Volkshochschule Oberhausen - "Neustart"
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Bert-Brecht-Bildungszentrum
- Bearbeitung:
- Sabine Tißen
- Verantwortung:
- Dez 1 Herr Tsalastras
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Beschlussfassung
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08.06.2021
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Erledigt
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Gleichstellungsausschuss
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Kenntnisnahme
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10.06.2021
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Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Das Kursjahr 2020/21 war und ist ein Kursjahr unter Pandemiebedingungen. Während bei niedrigen Inzidenzen noch Kurse unter Hygienevorgaben und mit kleinen Gruppen möglich waren, sind seit Ende 2020 nahezu alle Kurse in Präsenz eingestellt. Je nach Schutzver- ordnung NRW waren viele Lehrende und Teilnehmende kurzfristig zu informieren und die Formate anzupassen, immer wieder und mit einem hohen Maß an Verständnis und Geduld auf allen Seiten. Viele Kursentgelte mussten den Bürger*innen erstattet werden, da kein Online-Angebot gewünscht war oder es nicht zum Lernthema passte und/oder die technischen Möglichkeiten begrenzt waren. Die Bürger*innen konnten zum Teil nicht ad hoc Technik und Kompetenzen einbringen.
Mit der Schließung wurden die Mitarbeiter*innen und Lehrkräfte der VHS sehr aktiv mit Filmen, Kurzvorträgen, Online-Ausstellungen, Tutorials, aber auch Regelkursen auf der Lernplattform VHS-Cloud in Form von Webinaren. Diese Arbeit wird nach guten Erfahrungen erweitert und ausgebaut. Eine Schulung der Dozent*innen für die Erstellung von Webinaren hat die VHS Oberhausen erarbeitet und durchgeführt, damit die Lehrkräfte die Plattform optimal nutzen können. Die Webinare finden in der Regel komplett in der Cloud mit eigenen Lernaufgaben statt, aber auch Videomeetings oder Fragestunden werden digital präsentiert. Zusätzlich werden auch Möglichkeiten des Blended Learning eröffnet. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Präsenz und Digitalkurs.
Das kommende Kursjahr wird zu einem Teil aus dem Themenspeicher der ausgefallenen Veranstaltungen zusammengestellt, insbesondere bei den Einzelveranstaltungen mit hoher Publikumserwartung, wie z.B. mit dem Gast Franz Müntefering.
Grundbildung, d. h. Schulabschlusskurse und Deutschkurse sind im „Lockdown light“ vorrangig fortzuführen, da es rechtliche Bindungen gibt und für die Teilnehmenden der Abschluss des Bildungsangebots von existenzieller Bedeutung ist.
Das Bert-Brecht-Haus als zentraler Ort, an dem ein Großteil der Seminare und Kurse der Volkshochschule untergebracht sind, lässt auf Grund seiner Raumstruktur (viele kleine Seminarräume, nur ein großer Kursraum) einen „Normalbetrieb“ auch unter erleichterten Bedingungen, wie dem „Lockdown light“, nicht zu. Deckungsfähige Kurse, die eine bestimmte Anzahl an Teilnehmenden haben (über 10 Personen), können nicht durchgeführt werden. Daher wird die Volkshochschule ein Kursangebot entwickeln, das sich an die aktuellen Regelungen schnell anpassen kann. Es werden die verschiedensten Kurse- und Seminarangebote entwickelt, die entweder online oder in Kleingruppen oder im Verlauf des Kursjahres wieder in Präsenz stattfinden können. So kann ein klassisches, wenn auch verringertes, Kursangebot ermöglicht werden.
Die Beratungszahlen haben sowohl in Präsenz als auch telefonisch oder per Video erheblich zugenommen. Die VHS als Institution mit einem hohen Vertrauensvorschuss wird als Beraterin gesehen, die die Menschen durch die Unsicherheiten, beruflich, technisch, kulturell bis hin zur seelischen Gesundheit, begleitet. Auch nach möglichen Lockerungen wird das anhalten und alle Pädagog*innen warten mit Vorfreude auf die Zeit, allen Bedürfnissen mit entsprechenden Veranstaltungen gerecht zu werden.
Für alle digitalen Angebote gilt, dass sie von Menschen gerne angenommen werden, wenn sie ein Ziel erreichen möchten (i. d. R. beruflich) und/oder wenn sie Dozent*in und Gruppe bereits kennen. Alle Pädagog*innen haben zeitintensiv Lehrkräfte und Teilnehmende in die Online Kurse in der Cloud oder Zoom begleitet und auf dem Weg gecoacht.
Neue Online Kurse ohne berufliches Ziel werden sehr zurückhaltend angenommen, da die Unsicherheit größer ist, auf Wen und Was mensch sich einlässt. Das Bildungsbedürfnis wird dann verschoben.
Lernen unter Pandemiebedingungen
Politische Bildung
Die politische Bildung war fast durchweg durch die Schutzverordnung verboten worden. So haben VHS und Arbeit & Leben schon im Frühjahr 2020 mit Kurzfilmen in der Reihe „Zwischenruf“ aus allen Feldern von Politik, Wirtschaft und Kultur Menschen zu der Situation unter Corona zu Wort kommen lassen, ob Dezernenten und Oberbürgermeister, Ärzt*innen und Gesundheitsamt, Gastronomie und Reisebranche, Prostituiertenhilfe etc. Gleichzeitig sind wichtige politische Themen über ausführliche Filmgespräche und Vorträge gesendet worden, Fragen dazu konnten vorher gemailt werden. Die Nutzungszahlen sind zum Teil themenabhängig sehr hoch. Der eigentliche politische Diskurs, politische Kontroversen, Urteilsbildung etc. konnte aber in den Formaten nicht in gleicher Weise stattfinden. Insofern leidet die politische Bildung unter den fehlenden Möglichkeiten der Partizipation von Bürger*innen. Erste Versuche, auch interaktiv online politische Bildung zu veranstalten, waren nicht sehr erfolgreich. Das liegt vor allem an den fehlenden technischen Möglichkeiten im Bert-Brecht-Haus, aber auch bei vielen Teilnehmenden. Zudem nutzen mittlerweile viele unabhängig von der Tageszeit die Filmformate und können so freier entscheiden, wann sie politische Bildung in Anspruch nehmen. Das kommt durchaus positiv an.
Es gibt auch einen politischen Senior*innenkurs, der komplett in Videokonferenz arbeitet, was aber nur durch intensives Coaching per Telefon und Besuch möglich war.
Das Interesse wächst, im Zwischenruf auch andere Themen als „unter Corona“ zu diskutieren, was in Zukunft umgesetzt wird. Viele Außentermine wie Besichtigungen, historische Rundgänge u. ä. werden in das kommende Kursjahr bzw. schon in den Sommer verlegt mit der Hoffnung auf Verbesserung der Bedingungen. Ein Audiosystem für solche Termine mit Abstand wurde schon beschafft und von Arbeit & Leben und VHS erfolgreich eingesetzt.
An der Veranstaltungsreihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ist die VHS beteiligt. Die Kooperationen mit dem Stadtarchiv und der literarischen Gesellschaft gehen zunächst mit der Wiederaufnahme der für 20/21 geplanten Veranstaltungen weiter. Bewährte Partnerschaften mit dem BUND, Arbeit & Leben, Ehrenamtsagentur, Verbraucherzentrale, Hospiz sind auch im neuen Kursjahr, vor allem mit dem Nachholen von ausgefallenen Veranstaltungen, im Programm.
Schulabschlusskurse und Grundbildung
Die Angebote zum Lesen- und Schreiben lernen gehören zu den gesellschaftspolitisch unverzichtbaren Angeboten der Volkshochschule. Die Nachfrage nach den drei Kursangeboten zu Lesen und Schreiben ist in den letzten Jahren stabil. Die Teilnehmer*innen sind überwiegend Erwachsene, davon ca. 70 % zwischen 26 und 50 Jahren. Ein großer Teil ist berufstätig. Pandemiebedingt ist der Unterricht in den Kursen seit dem 03.12.2020 ausgesetzt.
Um neue Teilnehmende zu gewinnen, fand der Besuch des ALFA-Mobils am 09.09.2020 vor dem Bert-Brecht-Bildungszentrum statt. Das ALFA-Mobil informiert deutschlandweit über Lese- und Schreibkurse, um über die Möglichkeiten einer nachträglichen Alphabetisierung im Erwachsenenalter aufzuklären und daran geknüpfte, mögliche Perspektiven (etwa über die Angebote der Volkshochschule) aufzuzeigen. Ebenso sollen über eine vermehrte Öffentlichkeitsarbeit all jene unterstützenden Personengruppen angesprochen werden, welche den Weg eines gelingenden Einstiegs in ein Alphabetisierungsprogramm ebnen (Arbeitgeber*innen; Dozenten*innen, Lehrer*innen, Pädagog*innen und Multiplikator*innen).
Der Grundbildungsbereich der Volkshochschule bildet folglich eine fundamentale Säule zur Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe für alle Bürger*innen der Stadt Oberhausen.
Die Volkshochschule bietet auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes Nordrhein-Westfalens (§ 6) ein differenziertes und umfangreiches Angebot zum Nachholen von Schulabschlüssen an. Es umfasst Vorkurse zum Hauptschulabschluss und Mittleren Schulabschluss, den Hauptschulabschluss nach Klasse 9, den Sekundarabschluss I 10A sowie den Mittleren Schulabschluss.
Seit vielen Jahren werden 11 Kurse zum Nachholen von Schulabschlüssen für mehr als 200 (junge) Erwachsene im Abend- und Tagesformat angeboten. Der Anteil der Teilnehmer*innen mit Migrationshintergrund liegt regelmäßig bei ca. 30%.
Zum Kursstart des neuen Semesters (im August 2020) wurde die Ausrichtung auf die VHS-Cloud und somit die Möglichkeit eines digitalen (Online-)Lernens intensiver forciert. Hierfür wurden alle Teilnehmenden und Lehrkräfte erneut im Umgang mit der VHS Cloud geschult. Jeder/Jedem Teilnehmenden wurde ein VHS-Cloud Zugang eingerichtet. Mit Blick auf ein fehlendes (über das Smartphone hinausgehendes) technisches Endgerät wurden Schulbescheinigungen für Anträge zur finanziellen Unterstützung, z. B. bei der Bundesagentur für Arbeit/dem Jobcenter, ausgestellt. Die Unterrichtsmaterialien wurden von den Lehrkräften in der Cloud zum Download bereitgestellt. Sowohl über das VHS-Cloud Konferenzmodul als auch über „Zoom“ wurde schließlich (gemäß dem zugrundeliegenden Präsenzstundenplan) Onlineunterricht durchgeführt.
In der Zeit vom 15.12.20 bis zum 22.02.21 musste der Präsenzunterricht im Schulabschlussbereich lockdownbedingt erneut unterbrochen werden. Da immer noch nur eine geringe Anzahl der Teilnehmenden über eine dem Smartphone hinausgehende, technische Ausstattung verfügt (wie z. B. einen Laptop oder Computer sowie einen Drucker), erschien es nicht zielführend, den Distanzunterricht nur digital, d. h. im Online-Format durchzuführen. Aus diesem Grund wurde zunächst vielmehr ein Blended-Learning-Ansatz verfolgt, welcher darin bestand, dass analoge Aufgabenpakete von den Teilnehmenden persönlich abgeholt und abgegeben wurden. Eine weitergehende Kommunikation fand telefonisch, per E-Mail-Austausch und über die VHS-Cloud statt. Der Ablauf des Distanzlernens wurde zusätzlich auf der Homepage der VHS Oberhausen und in der VHS Cloud veröffentlicht. Das Material wurde in Form von Wochenplänen bereitgestellt.
Unter dem harten Lockdown konnten zudem keine Vorbereitungskurse für die nächsten Schulabschlusskurse stattfinden, obwohl Interessent*innen für drei Kurse auf den Listen sind. Diese Teilnehmenden treten mit Nachteilen in den Kurs ein, sofern sie bei ihrem Vorhaben bleiben.
Im Arbeitsjahr 2021/2022 werden insgesamt 11 Kurse im Bereich Hauptschulabschluss nach Klasse 9, Sekundarabschluss I – 10 A und Mittlerer Schulabschluss mit insgesamt 5662 Unterrichtsstunden angeboten. Flankierend zu den Schulabschlusskursen soll auch im Arbeitsjahr 2021/2022 die zusätzliche Sprachförderung dazu beitragen, die Chancen von Migranten und Geflüchteten auf einen guten Schulabschluss zu erhöhen. Im Bereich Deutsch für den Beruf sind vier Kompaktkurse geplant. Im Bereich Lesen und Schreiben Lernen sind, wie im Vorjahr, drei Kurse geplant. Auch der Besuch des ALFA-Mobils zur Öffentlichkeitsarbeit für die Alphabetisierung vor dem Bert-Brecht-Bildungszentrum in der Innenstadt soll wiederholt werden.
Für den Sommer plant die Landesregierung, die Einrichtungen des zweiten Bildungswegs mit Endgeräten für Lehrkräfte und Teilnehmende zu fördern. Beschaffung und Ausschreibung soll über das Land NRW erfolgen. Damit besteht die Möglichkeit, die Lernenden für die Kursdauer digital auszustatten, was auch ohne Lockdown ein wesentlicher Vorteil wäre. Für die interaktive Unterrichtsgestaltung werden allerdings noch Active Boards und WLAN am Standort Lirich benötigt, was bereits über die IT Abteilung beantragt wurde.
Integration
Für die Deutschkurse ist die VHS an die Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gebunden und kann die Kurse nicht frei umplanen. Sie gelten unter Corona als unterbrochen und müssen dann, wie vorher auch, mit mindestens 15 Unterrichtsstunden pro Woche fortgeführt werden. Das band im Lockdown light im Bert-Brecht-Haus tagsüber alle großen Räume. Mittlerweile sind mehr Kurse online und/oder in Tutorien online. Das Lernergebnis ist dabei nicht gleich hoch wie in einer Präsenzgruppe. Für die Menschen, die nicht online lernen können, und das trifft vor allem Lernungewohnte und gering Literalisierte, bedeutet der Lockdown Stillstand und auch Rückschritt. Es ist noch nicht abzusehen, wie Lernrückstände und fehlende Sprachpraxis (auch außerhalb der VHS) aufgeholt werden können. Eine Vielzahl von Menschen meldet sich zurzeit, um einen Kurs zu beginnen, was aber im harten Lockdown nicht möglich ist.
Problematisch war das Verbot von Einbürgerungstests für mehrere Monate, was zu einem großen Rückstau der notwendigen Prüfungen geführt hat. Daher werden im Frühjahr mehr Tests durchgeführt. Mit der Vorlage zur Integration liegt ein umfassender Bericht vor, daher hier nur die Prüfungen (trotz Pandemie)
Teilnehmende an Prüfungen im Arbeitsjahr 2019/2020 (Hochrechnung):
Deutschtest für Zuwanderer B1/A2 ca. 150 Teilnehmende
Orientierungskurs Leben in Deutschland ca. 90 Teilnehmende
Einbürgerungstest ca. 220 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat A1 ca. 5 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat A2 ca. 6 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat B1 ca. 55 Teilnehmende
Europäisches Sprachenzertifikat B2 ca. 25 Teilnehmende
Beruf und IT
In der beruflichen Bildung konnte die Umsetzung in digitale Formate sehr erfolgreich laufen, da die meisten Teilnehmenden sehr motiviert sind, ihr Bildungsziel zu erreichen bzw. auch ein Zertifikat oder IHK-Prüfung vor Augen hatten. Hier lief die Umsetzung in digitale Formate effektiv, aber es gab auch schon davor berufliche Bildung in digitalen Formaten oder Mischformaten. Im Bereich „Berufliche Orientierung und Karriere“ wird die bestehende Kooperation mit der hauseigenen Weiterbildungsberatung noch stärker nach außen hin kommuniziert und auch mit dem Kursprogramm verknüpft. Zudem werden die Kontakte zu den Fachleuten aus den beruflichen Qualifizierungen für weitere Einzelveranstaltungen genutzt, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Die Volkshochschule schult z. B. die pädagogischen Kräfte und auch die Führungskräfte für den schulischen Ganztag. Aus solchen Fortbildungen mit vielen Multiplikator*innen und Kontakten ergeben sich stets neue Anforderungen und Themen. Diese können wiederum aus den vorhandenen Kräften und deren Kontakten bedient werden und zu kleineren zusätzlichen Fortbildungen führen, wie z. B. zu Bewegungsspielen oder rechtlichen Themen.
Beratung
Die Beratungsarbeit konnte relativ kontaktarm umgesetzt werden für Bildungsscheck, Bildungsprämie und zum Teil auch die Beratung zur beruflichen Entwicklung. So wurden lediglich Papiere und Unterschriften bei Kurzterminen im Foyer des Erdgeschosses mit Kontakt bearbeitet. Entgegen der Annahme, dass weniger Nachfrage herrscht wegen der kleineren Anzahl an Bildungsmöglichkeiten, wurden Bildungsschecks sowohl individuell als auch für Unternehmen weit mehr denn ja nachgefragt.
Sprachen
Für die Sprachen, außer Deutsch, gilt allgemein, dass sich einige Gruppen von Präsenz in den Online Kurs begeben haben mit intensiver Betreuung durch die VHS. Besondere Sprachen wie Chinesisch und Farsi konnten auch online neu starten. Viele Angebote werden aber als reines digitales Format nicht angenommen und die Menschen warten auf Präsenzkurse. Insbesondere das mündliche Üben mit anderen und einer muttersprachlichen Dozent*in können digital nicht mit dem gleichen Lernerfolg abgebildet werden
Folgende Sprachen werden angeboten:
- Englisch
- Französisch
- Italienisch
- Spanisch
- Portugiesisch
- Niederländisch
- Polnisch
- Arabisch
- Persisch
- Chinesisch
- Griechisch
- Türkisch
- Russisch
- NEU im Arbeitsjahr 2021/2022: Ungarisch
Alle Kurse im Sprachenbereich werden inhaltlich und formal nach den Vorgaben des Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen ausgerichtet. Damit werden für jeden Kurs klare Zielsetzungen formuliert. Diese Ziele dienen der Qualitätssicherung und machen das Sprachenprogramm transparent für Teilnehmer*innen und Kursleiter*innen.
Viele Kursleiter*innen waren besonders bezüglich der Planung der Kurse für das zweite Halbjahr 2021 zurückhaltend oder möchten für diesen Zeitraum nur Online-Kurse anbieten, da sie das Ende der Corona-Pandemie noch nicht sehen bzw. aus ihrer Sicht auf diese Art flexibler agieren können oder auch teilweise andere berufliche Wege gegangen sind und deshalb zeitlich nicht mehr so umfassend zur Verfügung stehen.
Für den Sprachenbereich Englisch werden ca. 75 Kurse im Arbeitsjahr für erwachsene Teilnehmer*innen angeboten und für Jugendliche und Kinder insgesamt 5 Kurse mit einem Unterrichtsvolumen von ca. 2400 Unterichtsstunden. Zum größten Teil werden die abgebrochenen Kurse aus dem vergangenen Bildungsjahr wiederaufgenommen und in Präsenzunterricht fortgeführt, allerdings hauptsächlich im Kleingruppenformat, damit die Abstandsregeln unter eventuell fortbestehenden Pandemiebedingungen eingehalten werden können. Einige wenige Kurse, hauptsächlich Business- und Konversationskurse, werden im Online-Format bzw. Blended-Learning-Format angeboten; andere könnten problemlos wieder ins Online-Format gesetzt werden, in dem sie auch während des Lockdowns erfolgreich stattgefunden haben. Diese Kurse werden im Programm als sogenannte „Switch“-Kurse ausgewiesen. Die grundsätzliche Tendenz, gemeinsam in der VHS – von Angesicht zu Angesicht – zu lernen, ist nach vielen Rückmeldungen von Teilnehmenden unverkennbar.
Neu in das Programm aufgenommen wurden:
- zwei Vorträge zu den Themen „Auswirkungen des „Brexit“ und „Black Power Movement“
- ein Kinderkurs (Zielgruppe 3./4. Schuljahr) – „Having Fun With English“
- ein Literaturkurs
- ein Kurs „Learning Englisch Through Films“
- ein Sommerferien-Intensivkurs für Anfänger*innen
In den weiteren Sprachen sind ungefähr 90 Kurse und Veranstaltungen für das Arbeitsjahr 2021/2022 geplant. Die meisten Kurse sind Kleingruppenkurse, die man in der Teilnehmerzahl erhöhen kann, sofern es möglich und/oder notwendig wird.
In den Sprachen Französisch, Italienisch, Latein und Spanisch werden Kurse (auch) im Vormittagsbereich angeboten.
Im Arbeitsjahr 2021/2022 werden Bildungsurlaube für die Sprachen Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Türkisch angeboten.
Es sind folgende Kurse mit einem besonderen Fokus oder einer besonderen Zielgruppe geplant:
- Französisch durch Comics (Geschichte und Entwicklung des franko-belgischen Comics)
- Latein für Studentinnen und Studenten, die mit dem studienbegleitenden Lateinkurs entweder schon begonnen haben oder ihn noch vor sich haben (Latein für Anfänger*innen - Intensivkurs)
- Workshop: Schreibtraining Persisch
- Blended Learning-Kurs Russisch für einen intensiveren Spracherwerb
Kultur und Kreativität
Für die Formate, die die Schutzverordnungen mehr als „Freizeit“ ohne besondere Bedeutung betrachteten, gilt, dass sie nahezu komplett untersagt waren. Die VHS hat mehrere Do-it-yourself- Videos produziert, die aber ohne persönliche Anleitung nicht gleichermaßen funktionieren. Der filmische Adventskalender war eine eigene Aktion, um Künstler*innen eine Bühne und Oberhausen Kultur anzubieten. Durch Beteiligung an Netzwerken hat sich die VHS aber den Kulturinteressierten präsentiert und den Kontakt gehalten. Auch hier fehlt die technische Infrastruktur, um gute Streaming Angebote zu machen. Mit der Aufzeichnung und Veröffentlichung sind Kulturschaffende aus urheberrechtlichen Gründen i. d. R. weniger einverstanden, da das Video unendlich verbreitet werden könnte. In diesem Fachgebiet gibt es bei den Teilnehmenden einen großen Nachholbedarf an Veranstaltungen.
Im Herbst beginnt eine neue Kooperation mit dem Literaturhaus Oberhausen. Für die Zukunft ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem gesamten Bert-Brecht-Bildungszentrum und Umsetzung neuer Ideen angedacht. Im November findet zunächst eine Lesung mit Michael Kumpfmüller „Ach, Virginia“ statt, die in der VHS Veranstaltungsreihe „Lesezirkel“ vorbereitet wird. So sollen literarische Veranstaltungen mit literarischer Bildung und Diskussion zusammenkommen. Und die eigenen Erfahrungen mit „Ach, Virginia“ können bei der Begegnung mit dem Autor vertieft werden. Im Frühjahr wird das Format mit „Literaturgebiet.ruhr - Die historischen Romane von Peter Kersken“ fortgesetzt und auch hierzu ist anschließend eine Lesung im Literaturhaus mit Peter Kersken geplant. Im Sommer geht es dann mit „Alte Slammer deutscher Sprache – Ringelnatz und Co“ weiter. Weitere Lesungen gibt es zum Ruhrgebiet und zu Mascha Kaleko. Kunstgeschichte und Studienfahrten sind mit großem Optimismus und stets hoher Nachfrage wieder geplant, z. B. zu Ikonenmalerei mit Besuch des Ikonenmuseums in Recklinghausen, zur Insel Hombroich, zum Aboretum Grenzenslust, nach Remagen in das Arp-Museum.
Die Anzahl der Ausstellungen musste reduziert werden, da die Fläche im EG wg. Überplanung nicht zur Verfügung steht und andere Flächen unter Corona nicht zum „Verweilen“, sondern für großzügige Wegführungen genutzt werden müssen.
Die im letzten Jahr wg. der Pandemie nicht durchführbaren Ausstellungen mit zugehörigem Vortrag zu "Vulkane im Fokus" und zu der Reise eines Revolutionsflüchtlings durchs Ruhrgebiet "Ms Paillot im Nirgendwo" werden im Mai/Juni 2022 wiederaufgenommen.
Anfang Februar 2022 konnte der bekannte Regisseur Prof. Adolf Winkelmann („Junges Licht“) für eine dreiteilige Veranstaltung mit Lesung/Film/Diskussion "Die Bilder, der Boschmann und ich" gewonnen werden, welche in Kooperation mit dem Kino 'Lichtburg' durchgeführt wird.
Weiterhin wird die Zusammenarbeit mit der Lichtburg durch eine Veranstaltung "Kino im Herzen der Stadt" fortgesetzt.
Im Fachbereich „Kreativität“ verzeichnet die VHS einen Dozentenwechsel bei der Fotografie, da zwei langjährige Dozenten ihre Tätigkeit einstellen. Neue Workshops im Bereich Malerei sind geplant sowie erste Nutzungen des Kreativlabors in Lirich, das durch Landesmittel eingerichtet wurde.
Gesundheit
Im Gesundheitsbereich konnte es noch gut gelingen, Freiluftveranstaltungen in kleinen Gruppengrößen anzubieten und im Lockdown light auch in Kleingruppen im Haus. Mittlerweile laufen auch Zoomkurse. Aufgrund der Nachfrage wird es ein erweitertes Kursangebot im Bereich Pilates geben. Während der Pandemie konnte sich dank des großen Engagements der Kursleitung eine digitale Durchführung der Kurse AROHA® und KAHA® erfolgreich durchsetzen. Dabei handelt es sich um gesunde Bewegung in Form von Tanz.
Nach der bewegungsarmen Zeit unter Corona rechnet die VHS im Gesundheitsbereich mit einer hohen Nachfrage.
Für die Ankündigung ihres Programms und die Durchführung digitaler Angebote ist die VHS weiter auf eine gute Unterstützung der städtischen IT angewiesen. Vieles, was im Bert-Brecht-Bildungszentrum für die Menschen in Oberhausen geplant wird, ist noch entfernt von den Möglichkeiten des städtischen Standards der Verwaltungs-EDV und erfordert hohe Flexibilität, sowohl technisch als auch im Ablauf.
