Berichtsvorlage - M/17/0585-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Begründung

 

Familienzentren in Kindertageseinrichtungen (KTE) halten über die Kernaufgaben der Bildung, Erziehung und Betreuung hinaus ein sozialraumorientiertes Angebot der Familienbildung und –beratung bereit und sorgen für einen niederschwelligen Zugang der Familien zu unterschiedlichen Unterstützungsleistungen.

 

Der Gedanke der Familienzentren an Kindertageseinrichtungen soll in die Grundschulen übertragen werden (Fortführung der Präventionskette).

 

Ziel muss es sein, auch in der Grundschule Eltern als kompetente Bildungspartner ihrer Kin­der zu stärken und in gemeinsamer Verantwortung von Eltern und Schule den Kindern eine chancengerechte Bildungsbeteiligung zu eröffnen.

 

Es geht darum, Eltern verstärkt zu Akteuren für die Bildungslaufbahn ihrer Kinder zu machen und die Vertrauensbasis gegenüber der Schule zu stärken. Nach der Kindertageseinrichtung soll die Präventionskette fortgesetzt werden, da die Grundschulen fast alle Kinder im Sozial­raum erreichen.

 

Mit der Vorbereitung des Übergangs in die Sekundarstufe I spielen Grundschulen eine wich­tige Rolle beim Abbau von Bildungsungerechtigkeit.

 

Grundschulen in ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag verfolgen verstärkt einen ganzheit­lichen Ansatz in ihrer pädagogischen Arbeit.

 

Auch durch die Angebote des „Offenen Ganztages (OGS)“ und der Schulsozialarbeit an den Grundschulen gibt es bereits eine Kooperation von Schule und Jugendhilfe, welche in Ober­hausen durch die AG Jugendhilfe/Schule § 78 KJHG institutionalisiert ist.

 

 

Sozialraum

 

Gerade der Sozialraum Alstaden/Lirich bietet sich für so ein Modellprojekt an. Die Sozial­struktur in diesem Sozialraum mit vielen kinderreichen Familien, vielen Alleinerziehenden - vor allem Frauen - und einem hohen Anteil von Leistungsbezieherinnen und Leistungsbe­ziehern ist die Grundlage, um das Modellprojekt „Familiengrundschulzentren“ in diesem Sozialraum zu implementieren und zu evaluieren.

 

Parallel zu dem Projektbaustein „Familiengrundschulzentren“ beabsichtigt die Stadt Ober­hausen im Rahmen der Präventionsketten „Lotsendienste in Familienzentren (Kindertages­einrichtungen)“ aufzubauen.

 

Ergänzend zu diesem Angebot konnte im Sozialraum Alstaden/Lirich an der Concordiaschule ein Familiengrundschulzentrum aufgebaut werden.

 

 

Angebote im Rahmen des Familiengrundschulzentrums

 

  • Zielgruppenorientierte Angebote

 

Die Elternschaft in Schule ist keine homogene Gruppe, sondern hat unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und verfügt über unterschiedliche Zeitstrukturen. Diese Grundvoraussetzungen sollen bei der Projektentwicklung berücksichtigt werden und schulscharfe Angebote entwickelt werden. Die Angebote sollen gender- und interkulturelle Aspekte sowie Möglichkeiten der Partizipation aufgreifen und berück­sichtigen.

 

  • Vom Kind ausgedacht

 

Bei der konzeptionellen Entwicklung an der Grundschule sollen stets die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen.

 

Es soll auf die Erfahrung der benachbarten Familienzentren in Kindertagesstättenbereich zurückgegriffen werden, da sie bereits über eine längere Erfahrung in der Arbeit in diesem Aufgabenfeld verfügen.

 

Jedoch muss mit steigendem Alter auch das Autonomiebedürfnis der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden und erweiterte Angebote im Bereich „Partizipation“ berücksichtigt und aufgebaut werden.

 

Aber auch der Bildungsauftrag der Schule, der im Zusammenhang mit dieser Station in der Bildungsbiographie der Kinder eine zentrale Rolle einnimmt, muss berücksichtigt werden. Da die Grundschule auf den Übergang in die Sekundarstufe I vorbereitet und eine wichtige Rolle beim Abbau von Bildungsungleichheit spielt.

 

 

  • Niederschwelliges Angebot

 

Die Angebote sollen so konzipiert werden, dass sie für alle Eltern offen stehen. Gerade gemeinsame Aktivitäten von Eltern und Kindern bieten Gesprächsansätze über Bildungs- und Erziehungsfragen. Das Angebot in der Schule soll mit den Angeboten im Offenen Ganztag, Schulsozialarbeit etc. vernetzt werden, so dass die verschiedenen Bausteine aufeinander abgestimmt sind und es für die Familien ein Angebot „aus einer Hand“ gibt.

 

 

  • Vernetzung im Sozialraum

 

Abhängig von den Interessen und Bedürfnissen der Familien in der Grundschule, sowie der Schule inklusive Offener Ganztag und Schulsozialarbeit können in das Projekt externe Partner mit eingebunden werden. So können niederschwellige vielfältige Angebote in der Schule vorgehalten werden. Durch die Kooperation mit Sozialraum­partnern können die Grundschulen den Familien helfen, sich den Sozialraum Alstaden/Lirich zu erschließen und vorhandene Angebotsstrukturen besser zu nutzen.

 

 

  • Offener Ganztag

 

Die Verknüpfung des offenen Ganztages mit dem Angebot des Familienzentrums an Grundschulen spielt eine große Rolle und bietet einerseits vielfältige Chancen, da im Offenen Ganztag bereits eine Kontinuität in der Kommunikation mit den Familien besteht.

 

Es besteht aber das Risiko, dass Familien, die nicht den offenen Ganztag besuchen, keinen Zugang zu dem Angebot Familienzentren an Grundschulen finden. Durch das Angebot der Schulsozialarbeit (1,5 Stellen) soll sichergestellt werden, dass alle Familien der Grundschule gleichermaßen angesprochen werden. Eine Verknüpfung von Offener Ganztag, Familienzentrum an Grundschulen und Schulsozialarbeit ermöglicht ein umfassendes Angebot für alle Familien der Concordiaschule.

 

 

Umsetzung

 

Das Projekt so wurde an der Concordiaschule im Sozialraum Alstaden/Lirich umgesetzt. Die Schule, sowie die Schulkonferenz haben dem Vorhaben zugestimmt. Des Weiteren liegt die Zustimmung der Unteren Schulaufsicht für die Grundschulen vor.

 

Das Projekt soll mit 27.704,80 € gefördert werden.

 

Die finanziellen Mittel sollen zur Entwicklung und zur Umsetzung des Projektes an der Con­cordia Grundschule zur Verfügung gestellt werden. Enthalten sind Personal- und Sachkosten. Die Projektleitung soll mit 15 Stunden vor Ort eingesetzt werden.

 

Begleitet wird die Projektentwicklung und die Durchführung durch eine Steuerungsgruppe. In der Steuerungsgruppe sind das Jugendamt, den Bereich Schule, die Schulaufsicht, die Schulleitung, die AWO, Schulpsychologie sowie das Bildungsbüro vertreten.

 

Die Steuerungsgruppe begleitet die Implementierung des Familiengrundschulzentrums an der Concordiaschule. Zusätzlich bietet die Steuerungsgruppe Beratung bei der fachlichen Entwicklung sowie die Möglichkeit der Fortbildung.

Über den Entwicklungsstand des Projektes wird regelmäßig in der AG Jugendhilfe / Schule berichtet.

 

Die Projektdokumentation und Evaluation ist dieser Vorlage als Anlage beigefügt.

 

Durch die Kooperation mit dem Bildungsbüro ist es Ziel, das Projekt auch auf andere Schulen im Sozialraum Alstaden/Lirch zu übertragen.

Seit Anfang 2021 beteiligen sich die Ruhrschule und die Wunderschule an diesem Projekt. Zu berücksichtigen ist, dass die Projektmittel nicht erhöht werden konnten, da das Projekt durch das Förderprogramm „Kinder stark“ gefördert wird. Die Steuerungsgruppe versucht weitere Mittel für das Projekt „Familienzentren an Grundschulen“ zu akquirieren.

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Anlagen

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