Berichtsvorlage - M/17/0403-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Theaterprojekt zur Migrationsgeschichte Oberhausens durch das Stadtarchiv Oberhausen und das Theater Oberhausen, LVR-Fördermaßnahme 2021 - 2022
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kunst
- Bearbeitung:
- Cigdem Aksoy
- Verantwortung:
- Dr. Vogt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kulturausschuss
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Kenntnisnahme
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03.03.2021
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Erledigt
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Integrationsrat
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Kenntnisnahme
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23.03.2021
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Ab 2021 setzt das Stadtarchiv Oberhausen einen neuen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Migrationsgeschichte. Um dieses Vorhaben innovativ zu starten, führt das Stadtarchiv ein Kooperationsprojekt u.a. mit dem Theater Oberhausen, mit kitev e.V. (Kultur im Turm e. V.), mit dem Bereich 2-6 / Kommunales Integrationszentrum und dem Integrationsrat der Stadt Oberhausen durch. Das Projekt wird im Rahmen der LVR-Kulturförderung unterstützt.
In diesem Projekt werden Menschen aus der Bürgerschaft episodenartige Theaterstücke, die insgesamt das Thema Migrationsgeschichte Oberhausens schlaglichtartig behandeln, erarbeiten. Hierbei sollen viele der wichtigsten Migrationsbewegungen der Stadtgeschichte – Zuzug in die „Öde Heide“, polnische Migration, Flüchtlingsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg, Zuzug der Gastarbeiter, Zuzug aus Osteuropa seit 1989, aber auch die Zuwanderung von Geflüchteten seit 2015 – beleuchtet werden.
Neben der kritischen Auseinandersetzung mit der Migrationsgeschichte anhand von Archivgut (Akten, Schriften, Zeitungen u.a.) aus dem Stadtarchiv Oberhausen und Materialien anderer Organisationen der Stadt sowie Zeitzeug:innenberichten durch die Teilnehmenden ist das weitere Ziel, die episodenartigen Theaterstücke zu einem einzigen Theaterstück zusammenzufügen.
Das Thema Migration soll dabei im Fokus der Betrachtung liegen, mit allen damit verbundenen Ängsten und Hoffnungen der beteiligten Menschen. Das Ankommen in der neuen Heimat und die damit einhergehenden sozialen Konfliktpotenziale werden dabei ebenfalls betrachtet.
Im Historischen Kontext sollen die Ähnlichkeiten und Unterschiede der Beweggründe der Migrationsbewegungen zu verschiedenen Zeiten verdeutlicht werden. Das Stück zeigt wichtige Aspekte der Entstehungsgeschichte und der historischen Entwicklung der Stadt Oberhausen und versucht an dieser exemplarisch nachzuzeichnen, inwieweit der Begriff des „Schmelztiegels Ruhrgebiet“ eine zutreffende Charakterisierung der Region liefert.
Teile der Gruppe werden im Rahmen des Projekts eigene Recherchen unter Anleitung erfahrener Archivar:innen und Historiker:innen im Stadtarchiv Oberhausen durchführen, historische Fragestellungen erkennen und behandeln. Daneben werden Teilnehmende in Zusammenarbeit mit dem Theater Oberhausen und Theaterpädagog:innen und Dramaturg:innen vor Ort gleichzeitig Erfahrungen in Schauspiel und Dramaturgie sammeln und ihre eigenen Stücke vorbereiten.
Durch diesen interdisziplinären Ansatz sind der Lerneffekt und die Erweiterung des persönlichen Horizontes für die Teilnehmenden besonders groß. Sie erfahren neue Zugänge zu historischen Kontexten. Ebenso erleben sie, Geschichte auf spielerische Weise und mit Spaß zu vermitteln. Diese innovative Vermittlung des Themas ist ein Gewinn sowohl für die Gruppe als auch für das Publikum des geplanten Theaterstücks und die Stadtgesellschaft.
Die Zusammensetzung der Gruppe ist divers angedacht: Verschiedene Geschlechtsidentitäten, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, aus unterschiedlichen Stadtteilen und Generationen, mit verschiedener Kultur und Bildung, etc. Diese Diversität von Menschen soll ein vielfältigeres Miteinander bewirken und verschiedene Blickwinkel auf die Migrationsgeschichte ermöglichen. Eine freie Theatergruppe wird für dieses Projekt gegründet. Das Theater Oberhausen und insbesondere die Theater:Faktorei haben mit solchen Gruppen bereits gute Erfahrungen gemacht.
Um Menschen mit Migrationshintergrund für das Projekt begeistern zu können, werden Kontakte mit Migrant:innenselbstorganisationen gesucht. Gleichzeitig sind Kooperationen mit kitev (Kultur im Turm e.V.) auf künstlerischer Ebene und mit der Freien Universität Oberhausen in Hinsicht auf zusätzliche sozio-kulturelle Veranstaltungen, wie Diskussionsabende über Migration und Migrationserfahrungen geplant. Die Veranstaltungen sollen bei der Konzeption des Theaterstücks helfen und eine Partizipation der Bürgerschaft ermöglichen. Ziel des Projekts ist die Aufführung des Stücks im Jahr 2022 an verschiedenen Orten der Stadt oder im Theater Oberhausen. Eine Evaluation schließt das Projekt Ende 2022 ab. Herr Daniel Simon Böhmer betreut das Projekt für das Stadtarchiv und Frau Amira Bakhit und Frau Ella Steinmann betreuen das Projekt seitens der Theater:Faktorei. Projektleitung ist Herr Dr. Magnus Dellwig.
Zeitplanung des Projekts
Phase 1: Januar bis August 2021: Sichtung/Bewertung/Aufbereitung Archivmaterial und Material von anderen Organisationen aus der Stadtgesellschaft; Erstellung von Werbematerialien
Phase 2: Mai 2021 bis Mai 2022: Erstellung eines Theaterstücks mit Freiwilligen aus der Stadtgesellschaft; eigene Konzipierung und Durchführung des Stücks durch die Gruppe
Phase 3: Mai bis September 2022: Aufführung des Stücks im Theater Oberhausen oder an verschiedenen Orten in der Stadt
Phase 4: September bis Dezember 2022: Evaluation des Projekts
