Berichtsvorlage - M/17/0191-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand Schüler*innenzahlprognose für den Bereich der Grundschulen – Sozialraumbezogener Abgleich mit Schulplatzkapazitäten
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Schule
- Bearbeitung:
- Miriam Pirsch
- Verantwortung:
- Jordan-Ecker , Hermstein
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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10.12.2020
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Die derzeit im Prozess befindliche Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung zur Sekundarstufe in Oberhausen ergab eine generelle Notwendigkeit des Aufbaus von Schulplatzkapazitäten. Hierauf abzielende Maßnahmen sind aus zwei Gründen angezeigt: einerseits werden zukünftig mehr Schülerinnen und Schüler die weiterführenden Schulen in Oberhausen besuchen, andererseits ergeben sich durch Schulformwechsel stets Schulplatzbedarfe in höheren Jahrgängen der Sekundarstufe I an Real- und Gesamtschulen, insbesondere am Übergang von der Jahrgangsstufe 6 zur Jahrgangsstufe 7 (nach Beendigung der Erprobungsstufe).
Der Befund zu erwartender steigender Schüler*innenzahlen veranlasst die Schulverwaltung ebenso zur Prüfung auf Bedarfe an schulorganisatorischen Maßnahmen im Bereich der Grundschulen. Mit den nachfolgenden Ausführungen wird dem Schulausschuss der Stadt Oberhausen ein datenbasierter Sachstandsbericht erstattet. Zunächst für das gesamte Stadtgebiet und im Anschluss differenziert nach Sozialräumen werden die zu erwartenden Schüler*innenzahlentwicklungen bis einschließlich des Schuljahres 2025/2026 im Vergleich mit den vorgehaltenen Schulplatzkapazitäten beschrieben. Im Zentrum stehen die Fragen, ob und wo Notwendigkeiten der Anpassung der Schulplatzkapazitäten bestehen, ob diese im Wege mittel- bis langfristig wirkender schulorganisatorischer Maßnahmen herbeizuführen sind, oder ob ggf. punktuelle Mehrklassenbildungen genügen, um den Bedarfen an Schulplätzen nachzukommen.
Die Kapazitätenberechnungen wurde entsprechend der festgelegten Zügigkeiten sowie der geminderten Klassenstärken an Schulen des Gemeinsamen Lernens und gemäß dem Schulsozialindex als besonders unterstützungswürdig einzustufenden Schulen (jeweils: 25 SuS/Klasse) vorgenommen (vgl. Drucksache B/16/2852-01). Die Prognose der jährlichen Zahl der Einschüler*innen wurde bewusst großzügig berechnet. Es wird in den nachfolgenden Darstellungen davon ausgegangen, dass alle in Oberhausen lebenden Kinder auch im vorgesehenen Jahr in eine Grundschule in Oberhausen eingeschult werden. Zugrunde gelegt wurde also eine mögliche Maximalnachfrage. Die Erfahrungen zeigen aber, dass zuletzt immer weniger Schüler*innen eingeschult wurden, als sie gemäß ihrem Alter eingeschult werden sollten. Gründe hierfür können Fortzüge, Rückstellungen, Besuche von Schulen in Nachbarkommunen oder der direkte Übergang zu einer Förderschule sein.
Datenbasierter Sachstandbericht je Sozialraum:
Oberhausen – gesamtes Stadtgebiet
In Bezug auf das gesamte Stadtgebiet ist von ausreichenden Schulplatzkapazitäten auszugehen. Prognostiziert wird ein sukzessiver Anstieg der Schüler*innenzahl bis zum Schuljahr 2023/2024, wobei nach derzeitigem Sachstand in den Folgejahren von sinkenden Jahrgangsbreiten auszugehen ist. Das Niveau sowie die Form der Prognosekurve lässt eher nicht auf Bedarfe an schulorganisatorischen Maßnahmen schließen, insbesondere da bei maximaler Ausschöpfung der derzeit vorgehaltenen Schulplatzkapazitäten (2.080 Schullätze) auch im Jahr mit dem höchsten Aufkommen an Schüler*innen kein Engpass herrschen wird. Fraglich ist, ob sich diese generelle Befundlage analog auf die einzelnen Sozialräume beziehen lässt, oder ob kleinräumigere Beobachtungen differenziertere Schlussfolgerungen nach sich ziehen.

Sozialraum 71: Mitte/ Styrum
Im Sozialraum 71 werden an 5 Schulen insgesamt 356 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in keinem der kommenden Schuljahre ausgeschöpft werden. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2023/2024) wird die Kapazität um ca. ½ Zug unterschritten. Die von im Sozialraum 71 lebenden Schüler*innen nicht nachgefragten Schulplätze können zur Mitversorgung der angrenzenden Sozialräume 72 (Oberhausen-Ost) und 73 (Alstaden/ Lirich) genutzt werden.

Sozialraum 72: Oberhausen-Ost
Im Sozialraum 72 werden an 4 Schulen insgesamt 310 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in jedem der kommenden Schuljahre ausgeschöpft werden. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2023/2024) wird die Kapazität unter Umständen um etwas mehr als einen Zug überschritten. Auch in den weiteren Schuljahren kann es bei wohnortnahem Anwahlverhalten (sprich: im Sozialraum 72 lebende Schüler*innen melden sich auch an einer im Sozialraum 72 befindlichen Schule an) zur Ausreizung der hier vorgehaltenen Schulplätze kommen. Allerdings erkennen Schulverwaltung und Schulaufsicht keinen Bedarf an generellen Zügigkeitserhöhungen, können punktuell aufkommende Engpässe entweder durch ungenutzte Kapazitäten im angrenzenden Sozialraum 71 (Mitte/ Styrum) oder aber durch kurzfristige Mehrklassenbildungen, etwa am Teilstandort Havenstein der Schule am Froschenteich, aufgefangen werden. Insofern zukünftige Aktualisierungen der Meldedaten zu einem neuen Sachstand hinsichtlich der Schüler*innenzahlprognose führen, ist der Schulausschuss der Stadt Oberhausen mit besonderem Augenmerk auf Sozialraum 72 unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen, um ggf. alternative Maßnahmen zu beraten.

Sozialraum 73: Alstaden/ Lirich
Im Sozialraum 73 werden an 4 Schulen insgesamt 306 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in einem der kommenden Schuljahre ausgeschöpft werden. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2022/2023) wird die Kapazität unter Umständen um ½ Zug überschritten. Angesichts der ansonsten voraussichtlich ausreichenden Schulplätze erkennen Schulverwaltung und Schulaufsicht keinen Bedarf an generellen Zügigkeitserhöhungen, punktuell aufkommende Engpässe können entweder durch ungenutzte Kapazitäten im angrenzenden Sozialraum 71 (Mitte/ Styrum) oder aber durch kurzfristige Mehrklassenbildungen, etwa an der Concordiaschule, aufgefangen werden.

Sozialraum 74: Sterkrade-Mitte
Im Sozialraum 74 werden an 7 Schulen insgesamt 480 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in keinem der kommenden Schuljahre ausgeschöpft werden. Insgesamt zeigt sich hier eine komfortable Lage im Hinblick auf das Verhältnis zukünftigen Schüler*innenaufkommens und Schulplatzkapazität. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2023/2024) wird die Kapazität 1 - 1½ Züge unterschritten. Die von im Sozialraum 74 lebenden Schüler*innen nicht nachgefragten Schulplätze können zur Mitversorgung der angrenzenden Sozialräume 75 (Sterkrade-Nord) und 76 (Osterfeld) genutzt werden.

Sozialraum 75: Sterkrade-Nord
Im Sozialraum 75 werden an 4 Schulen insgesamt 268 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in mehreren der kommenden Schuljahre ausgeschöpft werden. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2023/2024) wird die Kapazität unter Umständen um ca. ½ Zug überschritten. Allerdings ist berücksichtigen, dass jährlich Schüler*innen in einer Gesamtzahl von ca. einem Zug die Moltkeschule in Dinslaken (hierzu besteht ein Verwaltungsabkommen mit der Stadt Dinslaken) besuchen. Diese Pendler*innenaufkommen aus dem Quartier Barmingholten zur Moltkeschule zeigte sich in den vergangenen Jahren sehr stabil. Damit mindert sich das zu erwartende Schüler*innenaufkommen im Sozialraum 75 um ca. einen Zug. Angesichts der ansonsten voraussichtlich ausreichenden Schulplätze erkennen Schulverwaltung und Schulaufsicht keinen Bedarf an generellen Zügigkeitserhöhungen, punktuell aufkommende Engpässe im Bereich Königshardt können durch ungenutzte Kapazitäten im angrenzenden Sozialraum 75 (Sterkrade-Mitte) oder durch punktuelle Mehrklassenbildngen, etwa an der Schule an der Oranienstraße, aufgefangen werden.

Sozialraum 76: Osterfeld
Im Sozialraum 76 werden an 6 Schulen insgesamt 360 Schulplätze vorgehalten. Den Prognosen zufolge wird diese Kapazität in mehreren der kommenden Schuljahre knapp ausgeschöpft werden. Im Schuljahr mit dem höchsten zu erwartenden Schüler*innenaufkommen (2023/2024) wird die Kapazität unter Umständen vollkommen genutzt werden. Angesichts der ansonsten voraussichtlich ausreichenden Schulplätze erkennen Schulverwaltung und Schulaufsicht keinen Bedarf an generellen Zügigkeitserhöhungen, punktuell aufkommende Engpässe im Bereich Königshardt können durch ungenutzte Kapazitäten im angrenzenden Sozialraum 75 (Sterkrade-Mitte) sowie durch punktuelle Mehrklassenbildung, etwa an der Schule am Siedlerweg oder an der Robert-Koch-Schule, aufgefangen werden.

Zusammenfassung
Für die drei Sozialräume mit möglicher Kapazitätenknappheit in einzelnen Schuljahren wurden kurzfristige und sozialraumspezifisch ansetzende Optionen der bedarfsorientierten Zügigkeitserweiterung besprochen, Anpassungen im Wege schulorganisatorischer Maßnahmen werden ob der ausreichenden gesamtstädtischen Kapazität nicht erwogen. Zukünftig sollte geschaut werden, ob eine generelle durchschnittliche Klassenstärke von 25 SuS/Klasse angesetzt wird, damit im Zuge von Zuzügen und Klassenwiederholungen nicht zu hohe Klassenstärken in den höheren Jahrgängen der Grundschulen entstehen. Diese Regelung als generell wirkende Maßnahme zu etablieren sollte allerdings erst erwogen werden, wenn die Nachfrage nach Schulplätzen zur Jahrgangsstufe 1 dies auch zulässt, sprich keine Schülerinnen und Schüler aufgrund dieser Regelung von ihrer wohnortnächsten Schule abgewiesen werden müssten.
Gegenwärtig wird für Schulen mit besonderen Unterstützungsbedarfen (entsprechend ihrer Sozialindexwerte) und Schulen des Gemeinsamen Lernens, die auch systematisch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarfen unterrichten, eine generelle Klassenstärke von 25 SuS/Klasse angesetzt. Außerhalb dieser Kriterien werden derzeit für zweizügige Schulen 28 SuS/Klasse, für dreizügige Schulen 27 SuS/Klasse und für vierzügige Schulen 26 SuS/Klasse als rechnerische Werte im Rahmen der Kapazitätenberechnung angenommen.
Zukünftige Sachstandsdarstellung
Der Schulausschuss der Stadt Oberhausen nimmt den Bericht der Schulverwaltung zur Kenntnis. Es ist vorgesehen, angesichts der steigenden Schüler*innenzahlen den Schulausschuss fortan jährlich sozialraumdifferenziert über den Sachstand im Grundschulbereich zu informieren und dem Rat der Stadt Oberhausen im Falle notwendiger schulorganisatorischer Maßnahmen die entsprechenden Entscheidungsvorschläge vorzulegen.
