Berichtsvorlage - M/16/5823-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Schule am Siedlerweg - Abkopplung Regenwasser
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Schule
- Bearbeitung:
- Miriam Pirsch
- Verantwortung:
- Jordan-Ecker , Böttcher
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Schulausschuss
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Kenntnisnahme
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31.08.2020
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Erledigt
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Bezirksvertretung Osterfeld
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Kenntnisnahme
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01.09.2020
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Die Emscher Wassertechnik GmbH plant in Zusammenarbeit mit der OGM GmbH und der Schulverwaltung sowie dem Bereich Umweltschutz der Stadt Oberhausen einen Teil der Dachflächen und den Schulhof an der Schule am Siedlerweg abzukoppeln.
Im Rahmen der Regenwasserabkopplung soll die vorhandene Entwässerung umgestaltet werden. Derzeit leiten die Fallrohre der Dachflächen und die Abläufe in der Schulhoffläche das anfallende Regenwasser in den städtischen Mischwasserkanal ein. Zukünftig soll das Regenwasser der Dachflächen schulhofseitig und die Schulhofflächen in eine Versickerungsmulde eingeleitet werden. Die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung sieht vor, dass die Regenwässer dort über offene und geschlossene Entwässerungsrinnen in eine Muldenrigole eingeleitet werden. Dort kann das Wasser über die belebte Bodenzone dem Erdreich zugeführt werden. Zudem entstehen hinter dem Schulgebäude zwei kleinere Muldenrigolen, die die Niederschläge der dortigen Dachflächen aufnehmen.
Diese Maßnahme bietet mehrere Vorteile. Bei Starkregenereignissen wird der städtische Kanal entlastet, da das Regenwasser nicht mehr eingeleitet wird. Die Versickerung des Regenwassers hat darüber hinaus wichtige klimatische und ökologische Vorteile. Durch die Schulhofentsiegelung im Bereich der geplanten Muldenrigole werden neue Bereiche geschaffen, die für Insekten und Kleintiere zusätzlichen Lebensraum bieten. Regenwasser wird dem Boden zugeführt und kann somit an heißen Tagen die Verdunstungsrate erhöhen. Das führt zu einer Abkühlung der Umgebungsluft und ist gesundheitsfördernd. Die Entwässerungsrinnen sollen im Bereich von Spiel- und Lauf- sowie Fahrflächen in Form einer Stegrostrinne hergestellt werden, so dass z.B. im Bereich der Tore und der Verkehrsübungsfläche keine Stolpergefahren und Hindernisse eingebaut werden.
Die Planung wurde der Schule Mitte Mai 2020 vorgestellt. Die Schulleitung begrüßt die Maßnahmen und regte jedoch an, den Verlauf der Rinnen zu überdenken. Es sollen möglichst große Flächen, die nicht durch Rinnen unterbrochen sind, für die Kinder zum Spielen und Befahren vorgehalten werden. Die Planung wurde dahingehend angepasst. Die offenen Rinnen verlaufen mäandrierend auf die Muldenrigole zu. Innerhalb der Muldenrigole sollen Natursteinblöcke platziert werden. Diese können zum Balancieren oder als Sitzmöglichkeiten genutzt werden. Weiterhin sollen Ziergräser angepflanzt werden, um die Versickerungsanlage optisch aufzuwerten und die Verdunstungsleistung zusätzlich zu erhöhen.
Die Finanzierung der Schulhofgestaltung erfolgt durch das Regenwasser Contracting Modell der Emscher Wassertechnik. Hierbei bildet ein Förderprogramm der Emschergenossenschaft (70% Förderung) einen wesentlichen Bestandteil der Finanzierung. Der Eigenanteil (30%) wird durch die Emscher Wassertechnik geleistet. Für die Stadt Oberhausen entstehen direkt keine Kosten. Es wird ein Contracting-Vertrag geschlossen, der regelt, dass die eingesparten Abwassergebühren für 25 Jahre die Emscher Wassertechnik erhält. Dadurch refinanziert die Emscher Wassertechnik die Maßnahme und verpflichtet sich im Gegenzug, die Planung, den Bau, die Wartung und Unterhaltung der Muldenrigolen für 25 Jahre durchzuführen. Das Modell wird bereits an zwei Schulstandorten in Oberhausen praktiziert.
Durch den Bau der Muldenrigole auf dem Schulhof muss die Feuerwehrzufahrt umgelegt werden. Im Bereich der neuen Zufahrt müsste an einem Weißdorn das Lichtraumprofil von 4,00 m Höhe hergestellt werden, damit die erforderliche Durchfahrt gewährleistet ist. Der Bereich Umwelt der Stadt Oberhausen rät aufgrund der Schräglage und Wuchsform sowie des Standortes unmittelbar an der Gebäudefassade die Fällung des Baumes an. Die Maßnahme wird in der kommenden Baumbereisung vorgestellt.
Nach Entscheidung über den Baum ist angedacht, die Umsetzung in zwei Bauabschnitten durchzuführen. Da während des durch Covid-19 gestörten Unterrichtbetriebs keine weiteren Störungen zumutbar sind, sollen in den Herbstferien 2020 die Versickerungsanlagen hergestellt werden. In den Osterferien in 2021 sollen dann die Rinnen auf dem Schulhof gebaut werden.
In Zahlen wird etwa das anfallende Regenwasser von 6.000 m² Dach- und Schulhofflächen in die Versickerungsanlagen eingeleitet. Für die Muldenrigole auf dem Schulhof wird eine Fläche von ca. 400 m² entsiegelt. Die maximale Einstautiefe bei starken Regenereignissen beträgt 30 cm. Der Grundwasserflurabstand liegt nach Daten des Grundwassermodelles der Emscher Wassertechnik GmbH und nach Auswertung einer Grundwassermessstelle der Emschergenossenschaft bei über 5,00 m.
