Berichtsvorlage - M/16/5641-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Maßnahmenplan Hitze
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheit
- Bearbeitung:
- Petra Guthoff
- Verantwortung:
- Dr. Karbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Hauptausschuss
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Kenntnisnahme
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11.05.2020
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Letztes Jahr war das bisher zweitwärmste Jahr in Deutschland, seit Beginn der regelmäßigen Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881. Der "Deutsche Wetterdienst" sieht den Hauptgrund für Hitzewellen, Dürre und Starkregen im Fortschreiten des Klimawandels.
Das Klima ändert sich mess- und wahrnehmbar: Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen werden bis 2050 im Vergleich zur Referenzperiode 1971–2000 zwischen 0,7 und 1,7 Grad Celsius ansteigen. Dieser weitere Anstieg der Temperaturen wird zu mehr heißen Tagen und Tropennächten pro Jahr sowie potenziell zu stärkeren und länger anhaltenden Hitzeperioden führen.
Hitzewellen beeinträchtigen vor allem in dicht bebauten Siedlungsgebieten die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung. Vulnerable Gruppen, wie z.B. Ältere, Kranke und Kleinkinder können durch eine klimabezogene kommunale Gesundheitsvorsorge wirksam geschützt werden.
Gesundheit, Klimaschutz und Klimaanpassung
Die bereits erarbeiteten Karten zu Temperaturverteilungen und Hitzeinseln machen es möglich, im Rahmen von B-Plan-Verfahren und Vorhabenbezogenen Bebauungsplan-Verfahren den klimabezogenen Gesundheitsschutz in Form entsprechender Stellungnahmen einfließen zu lassen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Planungen, die auf besonders vulnerable Personengruppen ausgerichtet sind.
Auch bei der Überarbeitung des Regionalen Flächennutzungsplans der Städte Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sind die gesundheitlichen Belange durch das Fachteam Mensch und Gesundheit eingebracht worden. Eine Maßnahme im Rahmen des european energy awards (eea) ist das Thema „Schimmelpilz. Mit dem Klimawandel und der damit verbundenen Erwärmung nimmt auch die Feuchtigkeit in der Luft zu. Der Wassergehalt der Luft steigt mit jedem Grad Celsius um etwa sechs Prozent an. Damit werden auch die sommerlichen Taupunkttemperaturen (das bezeichnet die Temperatur, ab der die Luftfeuchtigkeit kondensiert) ansteigen. Bei Taupunkttemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius kann das zur Folge haben, dass es nicht nur in kühlen Kellerräumen zu Kondensation kommen kann sondern auch an einer kühleren Innenwand und vermehrt Räume von Schimmelbefall bedroht sind, die zuvor einer bautechnische einwandfreien Bewertung unterzogen wurden.
Deshalb organisieren wir seit 2018 mit der Verbraucherzentrale NRW e.V. und vielen weiteren Akteur*innen die Beratungsaktion „Beratungstag Schimmelpilz“. Zielgruppe sind Eigentümer*innen und Mieter*innen
www.energie2020.nrw/hitzeschutzberatung
Zur Information und Sensibilisierung von Bürger*innen hat der Bereich Gesundheit eine umfangreiche Expertise zum Thema „Hitzestress“ online gestellt. Die Expertise enthält u.a. zahlreiche Verhaltenshinweise für Hitzetage bzw.-perioden. Sie ist zu finden auf der Webseite des Bereiches Gesundheit unter www.oberhausen.de/BroschürenundInformationsblätter.
Aktuell geht die im Anhang befindliche Infobroschüre mit dem Titel „Wichtige Tipps für heiße Tage und Nächte“ in Druck bzw. online auf der Homepage der Stadt.
Der besondere Focus liegt auf der besonders betroffene vulnerable Gruppe: ältere Menschen (> 65 Jahre). Hitzeeinwirkungen können bei dieser Personengruppe verstärkt gesundheitliche Probleme wie Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Schwächegefühl und Unwohlsein hervorrufen, die ältere Menschen zunächst nicht bewusst wahrnehmen. Ist der Zustand der Dehydrierung einmal erreicht, können sich Menschen nur schwer davon erholen. Deshalb schlagen wir vor, dass sich die Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime über das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) informieren und sich für den kostenlosen Hitzewarn-Newsletter für Pflegeeinrichtungen anmelden. .
Die Information und Aufforderung zur Anmeldung wird per Email und unter Anlage entsprechender Informationen stattfinden. Damit ist die schnelle Erreichbarkeit der Einrichtungen unabhängig von einer zentralen Koordinationsstelle gewährleistet und ein zeitnahes Anpassen an extreme Wetterverhältnisse sichergestellt.
Weiterhin ist geplant, die medizinischen Akteure in die Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung einzubinden. Mit Plakaten und Flyern zum Aushang bzw. zur Auslage in Praxen, Krankenhäusern und Apotheken können viele Menschen erreicht werden. Dabei geht es nicht nur um Informationen sondern auch um den Apell „Achten Sie auf Ihre Mitmenschen“. Denn alleinlebenden Menschen, die nicht betreut werden, können einer besonderen Gefahr ausgesetzt sein.
Aber auch jede*r einzelne kann sich über die Situation aktuell und unkompliziert informieren.
Es gibt die die kostenlose Hitzewarnapp
(https://www.dwd.de/DE/leistungen/hitzewarnung/hitzewarnapp.html),
Es gibt einen kostenlosen Hitzewarnungs-Newsletter
(https://www.dwd.de/DE/service/newsletter/newsletter_hitzewarnungen_node.html)
Die Vorhersage von Gefühlter Temperatur und Schwüle kann abgerufen werden.
(https://www.dwd.de/DE/leistungen/geftempschwuele/geftempschwuele.html?nn=16102).
Besonders interessierte Bürger*innen können sich über weitere Gefahren- und Warnindizes des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes wie den Pollenflug Gefahrenindex, Thermischer Gefahrenindex, Gefahrenindizes für Wetterfühlige und UV-Gefahrenindex informieren.
https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/ku_beratung/gesundheit/gesundheit_node.html oder https://www.medizin-meteorologie.de/
Kurz vor angekündigten Hitzephasen wird der Bereich Gesundheit über die Presse Verhaltenshinweise für die Allgemeinbevölkerung kommunizieren.
Geplant war, erstmalig in diesem Jahr einen „Klimatag“ zu organisieren. Der Zeitpunkt fiel mit dem Beginn der Corona-Pandemie zusammen, sodass dieser abgesagt werden musste. Auf Initiative der Verbraucherzentrale NRW e.V. - Beratungsstelle Oberhausen hatten sich zahlreiche Akteure wie die Bereiche Gesundheit und Klimaschutz der Stadtverwaltung, Quartiersmanager, BUND und NABU Oberhausen, Energieagentur NRW, Emschergenossenschaft/ Lippeverband und die Handwerkskammer Düsseldorf zusammengetan. Ob Wann der Klimatag nachgeholt werden kann, ist derzeit nicht absehbar. Ziel ist es den Klimatag mit wechselnden Themenschwerpunkten zu einer festen jährlichen Veranstaltung zu machen.
Derzeit befindet sich das Klimaanpassungskonzept für die Stadt Oberhausen in Arbeit. Ein zentraler Baustein wird hier das Thema Gesundheit sein. Unter Beteiligung eines weit gefassten Akteursnetzwerkes (Fachleute) sowie Bürgerbeteiligung und politische Beteiligung, werden sich auch Ziele und Maßnahmen zum Thema Gesundheit entwickeln. Der Bereich Gesundheit wird bei der Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes, als ein wichtiger Akteur, aktiv beteiligt.
Der Schutz des Klimas und der Schutz der Gesundheit sind wichtige kommunale Handlungsfelder, die durch zahlreiche Wechselwirkungen und Synergien miteinander in Verbindung stehen. So können Maßnahmen, welche vorrangig zum Klimaschutz beitragen, ebenso einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner haben und umgekehrt (Stichwort Bewegungsförderung/Walkability). Diesen Zusammenhang werden wir verstärkt in den Blick nehmen. .
Kurzfassung
2019 war der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnung und allen Prognosen zu Folge haben wir auch in Zukunft heiße und trockene Sommer zu erwarten. Deshalb ist es wichtig, das Thema Gesundheit bei allen Themen rund und Klimaschutz und Klimaanpassung von Anfang an mitzudenken und den Oberhausener Bürger*innen Informationen und praktische Tipps im Umgang mit dieser Situation zur Verfügung zu stellen.
Anlagen
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(wie Dokument)
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1,4 MB
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