Berichtsvorlage - M/16/5331-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Wirksamkeitsbericht der offenen Kinder- und Jugendarbeit 2018: Zusammenfassung der Ergebnisse aller Einrichtungen
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Kinder, Jugend und Familie
- Bearbeitung:
- Andrea Termin
- Verantwortung:
- Herr Deniz
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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Kenntnisnahme
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11.12.2019
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Sachverhalt
Sachdarstellung
- Einleitung und Grundlagen
Der Abschlussbericht zur Evaluation des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 wurde am 29.06.2016 vom Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis genommen (Drucksachen-Nr.: M/16/1795-01). Im Abschlussbericht wurden Ziele für die mobile Jugendarbeit und aufsuchende Jugendarbeit (Streetwork) und die stationären Angebote in der Gesamtstadt und der Sozialräume benannt. Die Zielerreichung wird fortlaufend im jährlich durchgeführten Wirksamkeitsdialog überprüft. Eine abschließende Evaluation des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 erfolgt im Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025. Der Erhebungszeitraum des hier vorliegenden Wirksamkeitsdialoges bezieht sich auf das Jahr 2018.
1.1. Einrichtungen und Angebote:
Insgesamt werden im Wirksamkeitsdialog 36 stationäre, mobile und aufsuchende Angebote der offenen Kinder- Jugendarbeit erfasst. Davon werden insgesamt 34 Angebote in freier Trägerschaft und zwei in öffentlicher Trägerschaft betrieben. Sechs Angebote sind so genannte mobile und standortunabhängige Angebote, die zielgruppenorientiert unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte verfolgen (Dicker Brummer, Flotte Lotte, Manni, LifeLine Truck, RWO-Fanprojekt). In Ergänzung zu den mobilen Einrichtungen boten Streetwork Oberhausen und Streetwork Osterfeld in 2018 eine milieu- und zielgruppenspezifische Arbeit mit aufsuchendem Charakter an. Mittels des jährlichen Wirksamkeitsdialogs werden Erhebungen zu allen geförderten Einrichtungen des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 durchgeführt.
1.2. Finanzieller Rahmen:
Insgesamt wurden die Angebote und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit 2018 aus einer Gesamtsumme von 1.509.037,00 € finanziert. Der Betrag setzt sich aus einem Landesmittelanteil in Höhe von insgesamt 528.913,00 € (Strukturförderung des Kinder- und Jugendförderplans des Landes NRW) sowie dem Restbetrag aus dem städtischen Haushalt zusammen. Mit einer Summe von zusätzlichen Landesmitteln in Höhe von 194.332,96 € haben die Träger weitere ergänzende Projekte finanziert, die insbesondere der digitalen Ausstattung der Einrichtungen zu Gute kamen. 40.910,00 € zusätzliche kommunale Mittel wurden für
Zuschüsse für Renovierung/Erneuerung an Einrichtungen der offenen Kinder und Jugendarbeit deklariert. Somit wurden insgesamt 1.703.369,90 € kommunale Mittel und Landesmittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit in 2018 bereitgestellt. Nicht mit eingerechnet sind die Eigenmittel der Träger und weitere Mittel wie Stiftungsgelder oder zweckgebundene Spenden.
1.3. Methode der Erhebung:
Der Wirksamkeitsdialog setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:
1. Der Online-Erfassungsbogen: dieser umfasst eine quantitative Erfassung aller einrichtungs- und angebotsrelevanten Daten sowie eine inhaltlich-konzeptionelle Abfrage.
2. Der finanztechnische Verwendungsnachweis stellt den rechnerischen und sachlichen Nachweis der Mittelverwendung aus dem Kinder- und Jugendförderplan dar.
3. Das trägerbezogene Auswertungs- und Zielvereinbarungsgespräch zwischen Trägervertretern und den Mitarbeiter*innen der Jugendpflege dient zur Klärung der konzeptionellen aber auch sachlichen und personellen Zielperspektiven des kommenden Erhebungszeitraums. Zudem werden offene Fragen aus dem Online-Fragebogen geklärt bzw. ergänzende Sachverhalte erfasst.
Die Auswertung des Online-Fragebogens erfolgt über den Bereich Statistik und wird der Jugendhilfeplanung für die Erstellung der Berichterstattung zur Verfügung gestellt. Die jährliche Erhebung findet grundsätzlich im ersten und zweiten Quartal des Folgejahres statt. Aufgrund technischer Schwierigkeiten hat sich die Auswertung des Wirksamkeitsdialoges bis in den Spätsommer 2019 verschoben. Verglichen werden die Ergebnisse mit den Daten, die im Wirksamkeitsdialog für das Jahr 2017 (Drucksache: M/16/3646-01) erfasst wurden.
1.4. Ergänzendes Berichtswesen:
Parallel zum Wirksamkeitsdialog werden die Ergebnisse der Strukturdatenerhebung des Landes NRW herangezogen, um landesweite Trends mit den Erkenntnissen auf kommunaler Ebene zu vergleichen. Entsprechende Auffälligkeiten diesbezüglich werden gesondert im nachfolgenden Text kenntlich gemacht. Die Strukturdatenerhebung hat in Bezug auf die Gewährung der Landesmittel für die Strukturförderung einen verbindlichen Charakter, da hier der Mittelabruf unmittelbar an die Erhebung gekoppelt ist. Zudem werden die Ergebnisse der Strukturdatenerhebung für die Entwicklung von Leitzielen der offen Kinder- und Jugendarbeit des Landesministeriums verwendet (Quelle: LWL/ LVR: Entwicklungslinien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit; Befunde der 7. Strukturdatenerhebung zum Berichtsjahr 2017 für Nordrhein- Westfalen). Diese dienen zukünftig als Grundlage zur Durchführung des Wirksamkeitsdialoges, um so eine kompakte Datenauswertung zu ermöglichen. Seitens IT-NRW wurde angekündigt, dass die im Rahmen der Landesstatistik erhobenen Daten den Kommunen zukünftig zur Verfügung gestellt werden.
- Ergebnisse des Wirksamkeitsdialoges 2018
2.1. Datengrundlage
Im folgenden Abschnitt werden die allgemeinen Ergebnisse aller Angebote und Einrichtungen differenziert nach Öffnungszeiten, Besucherzahlen, Altersstruktur, Angebotsformen, Handlungszielen, Personalstruktur sowie Entwicklungen in den Sozialräumen vorgestellt und mit den Ergebnissen der Jahre 2016 und 2017 verglichen. Unterschieden wird nach Art des Angebotes (stationär, mobil, aufsuchend [=Streetwork]).
2.1.1. Anzahl der geöffneten Einrichtungen an Wochentagen in Oberhausen:
In der nachfolgenden Tabelle ist die Summe aller geöffneten Einrichtungen und Angebote (stationär, mobil, aufsuchend) an den entsprechenden Wochentagen erfasst.
| Stationäre Angebote | Mobile Angebote | Aufsuchende Angebote | ||||||
Wochentag / Jahr | 2016 | 2017 | 2018 | 2016 | 2017 | 2018 | 2016 | 2017 | 2018 |
Montag | 17 | 17 | 17 | 4 | 5 | 5 | 0 | 1 | 1 |
Dienstag | 23 | 25 | 27 | 3 | 2 | 2 | 0 | 1 | 1 |
Mittwoch | 23 | 24 | 23 | 4 | 6 | 6 | 0 | 1 | 1 |
Donnerstag | 24 | 24 | 24 | 4 | 5 | 5 | 0 | 1 | 1 |
Freitag | 19 | 19 | 21 | 5 | 5 | 5 | 0 | 1 | 1 |
Samstag | 5 | 6 | 8 | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 | 1 |
Sonntag | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
Durchschnittliche WS-Zahl | 21,0 | 22,1 | 20,4 | 15,0 | 14,5 | 14,5 |
| 11,8 | 11,8 |
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Tabelle 1: Anzahl der geöffneten Einrichtungen und Angebote an Wochentagen
Im direkten Vergleich wird sichtbar, dass die Tendenz einer Öffnung der stationären Angebote an Wochenenden zunimmt. Im Bereich der mobilen und aufsuchenden Angebote ist die Entwicklung unverändert. Ein wesentliches Ergebnis der Strukturdatenerhebung NRW zeigt eine Verdopplung der Öffnungszeiten an Wochenenden im Zeitraum von 2002 bis 2017.
2.1.2. Öffnungszeiten aller Einrichtungen und Angebote in Oberhausen
In der folgenden Darstellung werden alle Regelöffnungszeiten der Einrichtungen und Angebote dargestellt. Sonderöffnungszeiten, an Samstagen und Sonntagen werden zusätzlich aufgeführt. Hier werden in erster Linie Veranstaltungen erfasst, die nicht zum Regelangebot gehören.
| HAUPTÖFFNUNGSZEITEN | ||
Wochentag/ Jahr | 2016 | 2017 | 2018 |
Montag | 15:00 bis 18:15 Uhr | 15:24 bis 18:36 Uhr | 14:40 bis 19:00 Uhr |
Dienstag | 15:00 bis 19:00 Uhr | 14:30 bis 19:30 Uhr | 13:00 bis 19:20 Uhr |
Mittwoch | 15:00 bis 19:00 Uhr | 15:30 bis 19:10 Uhr | 15:04 bis 19:09 Uhr |
Donnerstag | 15:00 bis 19:00 Uhr | 15:24 bis 19:12 Uhr | 14:10 bis 19:00 Uhr |
Freitag | 15:06 bis 18:06 Uhr | 15:12 bis 18:36 Uhr | 14:30 bis 19:00 Uhr |
Samstag | 15:00 bis 18:00 Uhr | 15:00 bis 18:00 Uhr | 14:00 bis 20:00 Uhr |
Sonntag | - | - | - |
Tabelle 2: Öffnungszeiten aller Einrichtungen und Angebote in Oberhausen
| ABWEICHENDE ÖFFNUNGSZEITEN | |
| 2017 | 2018 |
Samstag | 13:47 bis 20:22 Uhr | 12:41 bis 19:26 Uhr |
Sonntag | 11:24 bis 16:48 Uhr | 11:00 bis 17:48 Uhr |
Tabelle 3: Abweichende Öffnungszeiten an Wochenenden aller
Einrichtungen und Angebote in Oberhausen
Die Bandbreite aller Öffnungszeiten der erhobenen Angebotsformen (stationär, mobil, aufsuchend) zeigt eine deutliche Entwicklung in Richtung ausgeweiteter Zeiten in den Abendstunden. In Verbindung mit Tabelle 1 wird zudem deutlich, dass eine leichte Zunahme der Wochenstundenzahl, insbesondere in den stationären Einrichtungen, 2017 und 2018 zu verzeichnen ist. Dieser Trend wird in der Strukturdatenerhebung NRW nicht bestätigt. Hier werden im Zeitraum von 2013 bis 2017 keine wahrnehmbaren Veränderungen verzeichnet; lediglich die o.g. Ausweitung der Angebote an Wochenenden ist signifikant (dazu Tabelle 3).
2.1.3. Besucherzahlen:
Die Jugendlichen besuchen die Einrichtungen an den einzelnen Wochentagen wie folgt: (Angegeben ist hier die Anzahl der Einrichtungen, die entsprechende Besucherzahlen nachweisen).
JAHR/WOCHENTAG | 2016 | 2017 | 2018 | |
Montag |
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0 bis unter 5 | 2 | 2 | 2 | |
5 bis unter 15 | 7 | 5 | 5 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 6 | 9 | 9 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 3 | 2 | 3 | |
Dienstag |
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0 bis unter 5 | - | - | 4 | |
5 bis unter 15 | 4 | 5 | 4 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 10 | 12 | 14 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 10 | 8 | 9 | |
Mittwoch |
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0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | 5 | 4 | 2 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 11 | 13 | 15 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 8 | 7 | 6 | |
Donnerstag |
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0 bis unter 5 | - | - | 1 | |
5 bis unter 15 | 5 | 4 | 3 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 11 | 16 | 16 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 9 | 5 | 5 | |
Freitag |
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0 bis unter 5 | 1 | 1 | 1 | |
5 bis unter 15 | 2 | 4 | 6 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 8 | 9 | 9 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 9 | 6 | 6 | |
Samstag |
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0 bis unter 5 | 1 | 2 | 1 | |
5 bis unter 15 | - | 1 | 3 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 6 | 5 | 1 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 3 | 2 | 4 | |
Sonntag |
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0 bis unter 5 | 1 | 1 | 1 | |
5 bis unter 15 | - | - | - | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 1 | 1 | 1 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 1 | 1 | 1 | |
Tabelle 4: Anzahl der Nutzer stationär
Im Bereich der stationären Angebote ist ein leichter Anstieg der Besucherzahlen zu vermerken. Signifikant ist hier die Ausweitung der Öffnungszeit zu den Wochenenden, die insbesondere an Samstagen sichtbar wird. Für die mobilen Angebote ergibt sich folgendes Bild:
WOCHENTAG/JAHR | 2016 | 2017 | 2018 | |
Montag |
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0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | 3 | 4 | 5 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | - | 1 | - | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 2 | - | - | |
Dienstag |
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|
|
|
0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | 4 | 1 | 1 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | - | - | 1 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 2 | 1 | - | |
Mittwoch |
|
|
|
|
0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | 2 | 3 | 3 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 1 | 3 | 2 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 1 | - | 1 | |
Donnerstag |
|
|
|
|
0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | 2 | 2 | 3 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 2 | 3 | 1 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 1 | - | 1 | |
Freitag |
|
|
|
|
0 bis unter 5 | 1 | 1 | 1 | |
5 bis unter 15 | 1 | 1 | 1 | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 3 | 3 | 2 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 1 | - | 1 | |
Samstag |
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|
|
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0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | - | - | - | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | 1 | 1 | 1 | |
mehr als 30 Besucher/-innen | 1 | 1 | 1 | |
Sonntag |
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|
|
|
0 bis unter 5 | - | - | - | |
5 bis unter 15 | - | - | - | |
15 bis unter 30 Besucher/-innen | - | - | - | |
mehr als 30 Besucher/-innen | - | - | - | |
Tabelle 5: Anzahl der Nutzer mobil
Bei den mobilen Angeboten bleiben die Nutzerzahlen im Vergleich zu 2017 stabil. Auch hier ist auffallend, dass an den Wochenenden ein Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen ist. Dies ist ein Indikator dafür, dass die Etablierung eines mobilen Angebotes an den Wochenenden attraktiv für Kinder und Jugendliche ist. Dieser Trend entspricht auch den Ergebnissen der Strukturdatenanalyse, die einen deutlichen Anstieg der regelmäßigen Wochenendöffnung von mobilen und stationären Einrichtungen verzeichnet (s.o.). Für die aufsuchenden Angebote zeigt die nachfolgende Tabelle keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren. Dies entspricht auch den Erkenntnissen der Strukturdatenerhebung NRW, die insgesamt den Anteil der mobilen und aufsuchenden Arbeit mit 11,4 % aller Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit feststellt.
JAHR/WOCHENTAG | 2016 | 2017 | 2018 |
Montag | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 |
Dienstag | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 | >30 |
Mittwoch | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 |
Donnerstag | > 30 | >30 | >30 |
Freitag | > 30 | >30 | >30 |
Samstag | > 30 | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 |
Sonntag | > 30 | 15 bis < 30 | 15 bis < 30 |
Tabelle 6: Anzahl der Nutzer aufsuchend
2.1.4. Altersstruktur:
Die Erfassung der Altersverteilung wurde jeweils nach Altersgruppen vorgenommen (unter 10; 10-13 Jahre, 14-17 Jahre und 18-26 Jahre). Die Werte der stationären Angebote sind der Tabelle 7 zu entnehmen. Zu berücksichtigen ist hier, dass zielgruppenspezifische Angebote in den stationären Einrichtungen bestimmte Altersgruppen ansprechen. So sind im Einzelnen deutliche Abweichungen bei unterschiedlichen Anbietern feststellbar (z.B. Angebote für Kinder der AWO/ Bebelstraße bei 85% der unter 10-jährigen oder im emscherdamm bei 70% der über 17-jährigen).
Altersgruppe | 2017 | 2018 |
Unter 10 Jahre | 21% | 23% |
10-13 Jahre | 28% | 25% |
14-17 Jahre | 27% | 30% |
18-26 Jahre | 24% | 22% |
Tabelle 7: Altersstruktur stationäre Angebote (für 2016 liegen keine Angaben vor)
Für die mobilen Angebote geht der Trend deutlich in Richtung einer jüngeren Altersgruppe. Insbesondere sind die Angebote des Dicken Brummers und des LifeLineTrucks auf Kinder ausgerichtet, während die Zielgruppe von Manni und der Flotten Lotte eher aus Jugendlichen besteht.
Altersgruppe | 2017 | 2018 |
Unter 10 Jahre | 43% | 40% |
10-13 Jahre | 37% | 40% |
14-17 Jahre | 15% | 15% |
18-26 Jahre | 5% | 5% |
Tabelle 8: Altersstruktur mobile Angebote
Die Auswertung der aufsuchenden Angebote (Streetwork) ergibt erwartungsgemäß eine Verortung in den höheren Alterssegmenten
Altersgruppe | 2017 | 2018 |
Unter 10 Jahre | 5% | 0% |
10-13 Jahre | 15% | 15% |
14-17 Jahre | 35% | 40% |
18-26 Jahre | 45% | 40% |
Tabelle 9: Altersstruktur aufsuchende Angebote
2.1.5. Angebotsstruktur
Im Jahr 2018 wurden insgesamt 275 unterschiedliche Angebotsformen in allen Einrichtungen und Angeboten vorgehalten. Alle Einrichtungen und Angebote haben im Vergleich zum Jahr 2017 weniger Angebotsformate umgesetzt.
Angebote/Jahr | 2016 | 2017 | 2018 |
Stationär | 206 | 248 | 230 |
Mobil | 29 | 39 | 34 |
Aufsuchend | 6 | 17 | 11 |
Insgesamt | 241 | 304 | 275 |
Tabelle 10: Angebotsstruktur stationär, mobil, aufsuchend
Die Angebote wurden wie im vergangenen Erhebungszeitraum in folgende Kategorien eingeteilt: inklusiv; vor-rangig für benachteiligte Jugendliche; von Jugendlichen eingebracht; von Jugendlichen entwickelt und selbst durchgeführt; vorrangig politisch oder kulturell geprägt; durch externe Förderungen. Zu berücksichtigen ist hier, dass ein Angebot mehrere Angebotskategorien abdecken kann. Im direkten Vergleich der letzten Jahre ergibt sich für die stationäre (Tabelle 11) und mobile (Tabelle 12) Angebotsausrichtung folgende Entwicklung:
Angebote/Jahr | 2016 | 2017 | 2018 |
Inklusive Angebote
| 126 | 174 | 145 |
Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche | 84 | 112 | 87 |
Von Jugendlichen eingebracht
| 73 | 107 | 95 |
Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt | 43 | 62 | 61 |
Vorrangig politisch oder kulturell geprägt | 54 | 72 | 55 |
Durch externe Förderung realisiert | 40 | 67 | 44 |
Tabelle 11: Angebotskategorien stationär
Angebote/Jahr | 2016 | 2017 | 2018 |
Inklusive Angebote
| 11 | 18 | 16 |
Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche | 9 | 12 | 11 |
Von Jugendlichen eingebracht
| 9 | 12 | 4 |
Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt | 12 | 15 | 3 |
Vorrangig politisch oder kulturell geprägt | 8 | 16 | 10 |
Durch externe Förderung realisiert | 4 | 7 | 7 |
Tabelle 12: Angebotskategorien mobil
Angebote/Jahr | 2016 | 2017 | 2018 |
Inklusive Angebote
| 6 | 16 | 11 |
Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche | 6 | 13 | 7 |
Von Jugendlichen eingebracht
| 5 | 8 | 2 |
Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt | 0 | 3 | 0 |
Vorrangig politisch oder kulturell geprägt | 2 | 3 | 0 |
Durch externe Förderung realisiert | 4 | 6 | 2 |
Tabelle 13: Angebotskategorien aufsuchend
Bei der mobilen und der aufsuchenden Arbeit ist im Erhebungszeitraum 2018 eine rückläufige Tendenz bei den partizipativ ausgerichteten Angeboten feststellbar.
2.1.6. Handlungsziele:
Im Rahmen des Wirksamkeitsdialoges 2018 wurden von den Anbietern 145 einzelne Handlungsziele umgesetzt. Insgesamt umfassen die Handlungsziele 400 unterschiedliche einrichtungs- und angebotsscharfe Indikatoren, die zur Spezifizierung der Handlungsziele angewendet werden können. Hier ist deutlich festzustellen, dass einzelne Handlungsziele die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Sozialquartiers und seiner Zielgruppe abbilden. Eine Kategorisierung zur Bildung von Oberthemen wurde bislang nicht vorgenommen, wird aber im Wirksamkeitsdialog 2019 Gegenstand der Erfassung sein. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden insgesamt weniger Handlungsziele umgesetzt. So wurden 2016 insgesamt 161 Handlungsziele sowie 175 Handlungsziele in 2017 erreicht.
2.1.7 Personalsituation:
Im Berichtsjahr 2018 sind in den stationären, mobilen und aufsuchenden Einrichtungen im Berichtsjahr 2018 insgesamt 88 hauptamtliche Mitarbeiter*innen (2016: 92; 2017: 128) mit einem Durchschnitt von 22 Wochenstunden (2016: 20,3; 2017: 22,4) sowie 93 Mitarbeiter*innen auf geringfügiger Basis (2016: 73; 2017: 100) beschäftigt. In den einzelnen Sozialräumen ist die Verteilung des Aufwandes nach Wochenstunden für hauptamtliche Mitarbeiter*innen wie folgt verteilt:
Sozialraum/Jahr Wochenstunden | 2016 | 2017 | 2018 |
Mitte/Styrum | 563 | 903 | 807 |
Oberhausen-Ost | 102 | 127,5 | 127 |
Alstaden/Lirich | 193 | 216 | 252 |
Sterkrade-Mitte | 113 | 113 | 184 |
Sterkrade-Nord | 149 | 175,5 | 305 |
Osterfeld | 161 | 328 | 255,5 |
Tabelle 14: Wochenstunden aller Mitarbeiter*innen stationär, mobil, aufsuchend nach Sozialräumen
Und Jahren
Durch die Betrachtung der Wochenstunden ist deutlich erkennbar geworden, dass ein Schwerpunkt der Offenen Kinder und Jugendarbeit im Sozialraum Mitte/Styrum liegt. Insbesondere das Sozialquartier Innenstadt weist den höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet auf.
2.1.8. Entwicklungen und Trends in den Sozialräumen
Nachfolgenden werden die spezifischen Eigenschaften der Sozialräume skizziert. Insbesondere wird Bezug genommen auf den Jugendquotienten und den Sozialindex (wenn erforderlich). Der Jugendquotient wird jeweils mit dem Durchschnittswert der Gesamtstadt verglichen. Auf die Berechnung der Sozialindizes wird ausführlich im Oberhausener Sozialbericht 2017 Bezug genommen (Drucksache: M/16/3646). Dem Jugendquotienten werden jeweils die Gesamtwochenstunden, die alle Einrichtungen im Sozialraum nachweisen gegenüber gestellt. Eine ausführliche Erörterung der für die Offene Kinder- und Jugendarbeit relevanten Sozialraumdaten wurden bereits in den sozialraumbezogenen Workshops am 13.11.2019 (Workshop Süd) und 19.11.2019 (Workshop Nord) im Rahmen der Beteiligungsprozesse zum Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025 vorgenommen. Eine Dokumentation dieser Workshops wird gefertigt.
2.1.8.1. Mitte-Styrum
Wöchentliche Öffnungsstunden: 189
Einrichtung: Cevi, ZiB, JuKe, NoName, Bauspielplatz, Place2Be
Der Sozialraum Mitte-Styrum weist mit einem Jugendquotienten von 28,9% (25,3% gesamtstädtischer Durchschnitt) einen überdurchschnittlich hohen Wert in Oberhausen auf. Zudem ist der Sozialindex insbesondere im Sozialquartier Innenstadt niedrig und negativ. Laut Oberhausener Bevölkerungsprognose ist in diesem Sozialquartier mit einem Zuwachs von ca. 23% der 11-18 jährigen Kinder und Jugendlichen bis 2030 zu rechnen. Demzufolge ist im Sozialquartier Innenstadt mit fünf Einrichtungen eine hohe Präsenz von Angeboten unterschiedlichster Art zu verzeichnen.
2.1.8.2. Oberhausen-Ost
Wöchentliche Öffnungsstunden: 56
Einrichtungen: Parkhaus, Underground, Jugendtreff Goethestraße
Mit einem Jugendquotienten von 24,3% liegt Oberhausen-Ost leicht unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 25,3%. Hier ist zu berücksichtigen, dass insbesondere die Sozialquartiere Marienviertel-Ost und das Brücktorviertel eine deutlich höhere Anzahl von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu den Sozialquartieren Dümpten, Schlad und Bermensfeld aufweist. Das Brücktorviertel ist zudem durch einen hohen Anteil der 18-27 jährigen (15,3% im Vergleich 11,3% im gesamtstädtischen Schnitt) gekennzeichnet. Darüber hinaus ist in diesem Sozialquartier die höchste Arbeitslosenquote von Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren zu verzeichnen.
2.1.8.3. Alstaden-Lirich
Wöchentliche Öffnungsstunden: 134
Einrichtungen: Druckluft, Fripoli, Wohnpark Bebelstraße, Kinder- und Jugendtreff Pauluskirche, Jugendhof St. Katharina, Jugendtreff Alstaden
Im Sozialraum Alstaden-Lirich ist ebenfalls ein überdurchschnittlicher Jugendquotient zu verzeichnen (26%). Auch hier ist von einem Anstieg der 11-18 jährigen Kinder und Jugendlichen bis 2030 um ca. 6,5% auszugehen. Das Sozialquartier Lirich-Süd weist mit einem Jugendquotienten von 33,8% den höchsten Wert aller Sozialquartiere in Oberhausen auf. Der Sozialindex wird hier als niedrig und stabil indiziert. Mit einer Wochenstundenzahl von 134 Stunden ist das Angebot im Wesentlichen stabil geblieben (2016: 134; 2017: 151).
2.1.8.4. Sterkrade Mitte
Wöchentliche Öffnungsstunden: 67
Einrichtungen: GOT Sterkrade, FriKi, Jugendtreff der Christuskirchengemeinde
Sterkrade-Mitte weist über alle Sozialquartiere hinweg eine eher sinkende Zahl von Kinder- und Jugendlichen auf. Für das Sozialquartier Sterkrade-Mitte ist allerdings ein gegenläufiger Trend zu verzeichnen. Mit einem Jugendquotienten von 26,5% wird ein leicht überdurchschnittlicher Wert im Vergleich zur Gesamtstadt erreicht. Problematisch gestaltet sich in der nahen Zukunft die Standortfrage, die aktuell mit dem Verbleib der GOT-Sterkrade verknüpft ist. Die Verortung eines zentralen Jugendzentrums in Sterkrade, wie im Evaluationsbericht zum Kinder- und Jugendförderplan 2015-2020 avisiert, ist noch nicht umgesetzt.
2.1.8.5. Sterkarde-Nord
Wöchentliche Öffnungsstunden: 78
Einrichtungen: emscherdamm; Jugendhaus Schmachtendorf, Freiraum
Die Repräsentanz von Kindern und Jugendlichen im Sozialraum Sterkrade-Nord liegt im gesamtstädtischen Durchschnitt. Auffallend ist eine hohe Zahl von Kindern (9-12 Jahre) im Sozialquartier Walsumer-Mark, während in Königshardt eine deutliche Unterrepräsentanz vorliegt. Grundsätzlich ist jedoch von einer geringeren Zahl von Kindern und Jugendlichen in den nächsten Jahren auszugehen (lt. Bevölkerungsprognose minus 4,6 % bis 2030). Die beiden großen Einrichtungen Jugendhaus Schmachtendorf und emscherdamm erfüllen über die Sozialquartiere hinaus eine gesamtstädtische Funktion.
2.1.8.6. Osterfeld
Wöchentliche Öffnungsstunden: 134
Einrichtungen: APO, Die Falken, Die E1ns, Jugendtreff Kapellenstraße
Im Sozialraum Osterfeld weist insbesondere das Sozialquartier Osterfeld-Mitte/Vonderort einen überdurchschnittlichen Jugendquotienten von 29,9% auf. Hier ist mit einem leichten Anstieg der Zahl Kinder und Jugendlicher im Alter von 11-18 Jahren um ca. 0,5% zu rechnen. Aus den bekannten Gründen verzögert sich die Errichtung des zentralen Jugendzentrums im Sozialquartier Osterfeld-Mitte/Vonderort. Der Bedarf an offener Kinder- und Jugendarbeit wird aktuell bis zur Fertigstellung durch aufsuchende Angebote der Falken kompensiert.
