Berichtsvorlage - M/16/5331-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

  1. Einleitung und Grundlagen

 

Der Abschlussbericht zur Evaluation des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 wurde am 29.06.2016 vom Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis genommen (Drucksachen-Nr.: M/16/1795-01). Im Abschlussbericht wurden Ziele für die mobile Jugendarbeit und aufsuchende Jugendarbeit (Streetwork) und die stationären Angebote in der Gesamtstadt und der Sozialräume benannt. Die Zielerreichung wird fortlaufend im jährlich durchgeführten Wirksamkeitsdialog überprüft. Eine abschließende Evaluation des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 erfolgt im Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025. Der Erhebungszeitraum des hier vorliegenden Wirksamkeitsdialoges bezieht sich auf das Jahr 2018.

 

1.1.            Einrichtungen und Angebote:

 

Insgesamt werden im Wirksamkeitsdialog 36 stationäre, mobile und aufsuchende Angebote der offenen Kinder- Jugendarbeit erfasst. Davon werden insgesamt 34 Angebote in freier Trägerschaft und zwei in öffentlicher Trägerschaft betrieben. Sechs Angebote sind so genannte mobile und standortunabhängige Angebote, die zielgruppenorientiert unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte verfolgen (Dicker Brummer, Flotte Lotte, Manni, LifeLine Truck, RWO-Fanprojekt). In Ergänzung zu den mobilen Einrichtungen boten Streetwork Oberhausen und Streetwork Osterfeld in 2018 eine milieu- und zielgruppenspezifische Arbeit mit aufsuchendem Charakter an. Mittels des jährlichen Wirksamkeitsdialogs werden Erhebungen zu allen geförderten Einrichtungen des Kinder- und Jugendförderplans 2015-2020 durchgeführt.

 

1.2.            Finanzieller Rahmen:

 

Insgesamt wurden die Angebote und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit 2018 aus einer Gesamtsumme von 1.509.037,00 € finanziert. Der Betrag setzt sich aus einem Landesmittelanteil in Höhe von insgesamt 528.913,00 € (Strukturförderung des Kinder- und Jugendförderplans des Landes NRW) sowie dem Restbetrag aus dem städtischen Haushalt zusammen. Mit einer Summe von zusätzlichen Landesmitteln in Höhe von 194.332,96 € haben die Träger weitere ergänzende Projekte finanziert, die  insbesondere der digitalen Ausstattung der Einrichtungen zu Gute kamen. 40.910,00 € zusätzliche kommunale Mittel wurden für

Zuschüsse für Renovierung/Erneuerung an Einrichtungen der offenen Kinder und Jugendarbeit deklariert. Somit wurden insgesamt 1.703.369,90 € kommunale Mittel und Landesmittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit in 2018 bereitgestellt. Nicht mit eingerechnet sind die Eigenmittel der Träger und weitere Mittel wie Stiftungsgelder oder zweckgebundene Spenden.

 

1.3.            Methode der Erhebung:

 

Der Wirksamkeitsdialog setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

1. Der Online-Erfassungsbogen: dieser umfasst eine quantitative Erfassung aller einrichtungs- und angebotsrelevanten Daten sowie eine inhaltlich-konzeptionelle Abfrage.

2. Der finanztechnische Verwendungsnachweis stellt den rechnerischen und sachlichen Nachweis  der Mittelverwendung aus dem Kinder- und Jugendförderplan dar.

3. Das  trägerbezogene Auswertungs- und Zielvereinbarungsgespräch zwischen Trägervertretern und den Mitarbeiter*innen der Jugendpflege dient zur Klärung der konzeptionellen aber auch sachlichen und personellen Zielperspektiven des kommenden Erhebungszeitraums. Zudem werden offene Fragen aus dem Online-Fragebogen geklärt bzw. ergänzende Sachverhalte erfasst.

Die Auswertung des Online-Fragebogens erfolgt über den Bereich Statistik und wird der Jugendhilfeplanung für die Erstellung der Berichterstattung zur Verfügung gestellt. Die jährliche Erhebung findet grundsätzlich im ersten und zweiten Quartal des Folgejahres statt. Aufgrund technischer Schwierigkeiten hat sich die Auswertung des Wirksamkeitsdialoges bis in den Spätsommer 2019 verschoben. Verglichen werden die Ergebnisse mit den Daten, die im Wirksamkeitsdialog für das Jahr 2017 (Drucksache: M/16/3646-01) erfasst wurden.

 

1.4.            Ergänzendes Berichtswesen:

 

Parallel zum Wirksamkeitsdialog werden die Ergebnisse der Strukturdatenerhebung des Landes NRW herangezogen, um landesweite Trends mit den Erkenntnissen auf kommunaler  Ebene zu vergleichen. Entsprechende Auffälligkeiten diesbezüglich werden gesondert im nachfolgenden Text kenntlich gemacht. Die Strukturdatenerhebung hat in Bezug auf die Gewährung der Landesmittel für die Strukturförderung einen verbindlichen Charakter, da hier der Mittelabruf unmittelbar an die Erhebung gekoppelt ist. Zudem werden die Ergebnisse der Strukturdatenerhebung für die Entwicklung von Leitzielen der offen Kinder- und Jugendarbeit  des Landesministeriums  verwendet (Quelle: LWL/ LVR: Entwicklungslinien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit; Befunde der 7. Strukturdatenerhebung zum Berichtsjahr 2017 für Nordrhein- Westfalen). Diese dienen zukünftig als Grundlage zur Durchführung des Wirksamkeitsdialoges, um so eine kompakte Datenauswertung zu ermöglichen. Seitens IT-NRW wurde angekündigt, dass die im Rahmen der Landesstatistik erhobenen Daten den Kommunen zukünftig zur Verfügung gestellt werden.

 

 

  1. Ergebnisse des Wirksamkeitsdialoges 2018

 

2.1.            Datengrundlage

 

Im folgenden Abschnitt werden die allgemeinen Ergebnisse aller Angebote und Einrichtungen differenziert nach Öffnungszeiten, Besucherzahlen, Altersstruktur, Angebotsformen, Handlungszielen, Personalstruktur sowie Entwicklungen in den Sozialräumen vorgestellt und mit den Ergebnissen der Jahre 2016 und 2017 verglichen. Unterschieden wird nach Art des Angebotes (stationär, mobil, aufsuchend [=Streetwork]).

 

2.1.1.  Anzahl der geöffneten Einrichtungen an Wochentagen in Oberhausen:

 

In der nachfolgenden Tabelle ist die Summe aller geöffneten Einrichtungen und Angebote (stationär, mobil, aufsuchend) an den entsprechenden Wochentagen erfasst.

 

 

Stationäre

Angebote

Mobile

Angebote

Aufsuchende

Angebote

Wochentag /

Jahr

2016

2017

2018

2016

2017

2018

2016

2017

2018

Montag

17

17

17

4

5

5

0

1

1

Dienstag

23

25

27

3

2

2

0

1

1

Mittwoch

23

24

23

4

6

6

0

1

1

Donnerstag

24

24

24

4

5

5

0

1

1

Freitag

19

19

21

5

5

5

0

1

1

Samstag

5

6

8

1

1

1

0

1

1

Sonntag

1

1

1

0

0

0

0

1

1

Durchschnittliche WS-Zahl

21,0

22,1

20,4

15,0

14,5

14,5

 

11,8 

11,8 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle 1: Anzahl der geöffneten Einrichtungen und Angebote an Wochentagen

 

Im direkten Vergleich wird sichtbar, dass die Tendenz einer Öffnung der stationären Angebote an Wochenenden zunimmt. Im Bereich der mobilen und aufsuchenden Angebote ist die Entwicklung unverändert. Ein wesentliches Ergebnis der Strukturdatenerhebung NRW zeigt eine Verdopplung der Öffnungszeiten an Wochenenden im Zeitraum von 2002 bis 2017.

 

2.1.2. Öffnungszeiten aller Einrichtungen und Angebote in Oberhausen

 

In der folgenden Darstellung werden alle Regelöffnungszeiten der Einrichtungen und Angebote dargestellt. Sonderöffnungszeiten, an Samstagen und Sonntagen werden zusätzlich aufgeführt. Hier werden in erster Linie Veranstaltungen erfasst, die nicht zum Regelangebot gehören.

 

 

HAUPTÖFFNUNGSZEITEN

Wochentag/ Jahr

2016

2017

2018

Montag

15:00 bis 18:15 Uhr

15:24 bis 18:36 Uhr

14:40 bis 19:00 Uhr

Dienstag

15:00 bis 19:00 Uhr

14:30 bis 19:30 Uhr

13:00 bis 19:20 Uhr

Mittwoch

15:00 bis 19:00 Uhr

15:30 bis 19:10 Uhr

15:04 bis 19:09 Uhr

Donnerstag

15:00 bis 19:00 Uhr

15:24 bis 19:12 Uhr

14:10 bis 19:00 Uhr

Freitag

15:06 bis 18:06 Uhr

15:12 bis 18:36 Uhr

14:30 bis 19:00 Uhr

Samstag

15:00 bis 18:00 Uhr

15:00 bis 18:00 Uhr

14:00 bis 20:00 Uhr

Sonntag

-

-

-

Tabelle 2: Öffnungszeiten aller Einrichtungen und Angebote in Oberhausen

 

 

ABWEICHENDE ÖFFNUNGSZEITEN

 

2017

2018

Samstag

13:47 bis 20:22 Uhr

12:41 bis 19:26 Uhr

Sonntag

11:24 bis 16:48 Uhr

11:00 bis 17:48 Uhr

Tabelle 3: Abweichende Öffnungszeiten an Wochenenden aller

Einrichtungen und Angebote in Oberhausen

 

Die Bandbreite aller Öffnungszeiten der erhobenen Angebotsformen (stationär, mobil, aufsuchend) zeigt eine deutliche Entwicklung in Richtung ausgeweiteter Zeiten in den Abendstunden. In Verbindung mit Tabelle 1 wird zudem deutlich, dass eine leichte Zunahme der Wochenstundenzahl, insbesondere in den stationären Einrichtungen, 2017 und 2018 zu verzeichnen ist. Dieser Trend wird in der Strukturdatenerhebung NRW nicht bestätigt. Hier werden im Zeitraum von 2013 bis 2017 keine wahrnehmbaren Veränderungen verzeichnet; lediglich die o.g. Ausweitung der Angebote an Wochenenden ist signifikant (dazu Tabelle 3).

 

2.1.3. Besucherzahlen:

 

Die Jugendlichen besuchen die Einrichtungen an den einzelnen Wochentagen wie folgt: (Angegeben ist hier die Anzahl der Einrichtungen, die entsprechende Besucherzahlen nachweisen).

 

JAHR/WOCHENTAG

2016

2017

2018

Montag

 

 

 

 

0 bis unter 5

2

2

2

5 bis unter 15

7

5

5

15 bis unter 30 Besucher/-innen

6

9

9

mehr als 30 Besucher/-innen

3

2

3

Dienstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

4

5 bis unter 15

4

5

4

15 bis unter 30 Besucher/-innen

10

12

14

mehr als 30 Besucher/-innen

10

8

9

Mittwoch

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

5

4

2

15 bis unter 30 Besucher/-innen

11

13

15

mehr als 30 Besucher/-innen

8

7

6

Donnerstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

1

5 bis unter 15

5

4

3

15 bis unter 30 Besucher/-innen

11

16

16

mehr als 30 Besucher/-innen

9

5

5

Freitag

 

 

 

 

0 bis unter 5

1

1

1

5 bis unter 15

2

4

6

15 bis unter 30 Besucher/-innen

8

9

9

mehr als 30 Besucher/-innen

9

6

6

Samstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

1

2

1

5 bis unter 15

-

1

3

15 bis unter 30 Besucher/-innen

6

5

1

mehr als 30 Besucher/-innen

3

2

4

Sonntag

 

 

 

 

0 bis unter 5

1

1

1

5 bis unter 15

-

-

-

15 bis unter 30 Besucher/-innen

1

1

1

mehr als 30 Besucher/-innen

1

1

1

Tabelle 4: Anzahl der Nutzer stationär

 

Im Bereich der stationären Angebote ist ein leichter Anstieg der Besucherzahlen zu vermerken. Signifikant ist hier die Ausweitung der Öffnungszeit zu den Wochenenden, die insbesondere an Samstagen sichtbar wird. Für die mobilen Angebote ergibt sich folgendes Bild:

 

WOCHENTAG/JAHR

2016

2017

2018

Montag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

3

4

5

15 bis unter 30 Besucher/-innen

-

1

-

mehr als 30 Besucher/-innen

2

-

-

Dienstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

4

1

1

15 bis unter 30 Besucher/-innen

-

-

1

mehr als 30 Besucher/-innen

2

1

-

Mittwoch

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

2

3

3

15 bis unter 30 Besucher/-innen

1

3

2

mehr als 30 Besucher/-innen

1

-

1

Donnerstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

2

2

3

15 bis unter 30 Besucher/-innen

2

3

1

mehr als 30 Besucher/-innen

1

-

1

Freitag

 

 

 

 

0 bis unter 5

1

1

1

5 bis unter 15

1

1

1

15 bis unter 30 Besucher/-innen

3

3

2

mehr als 30 Besucher/-innen

1

-

1

Samstag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

-

-

-

15 bis unter 30 Besucher/-innen

1

1

1

mehr als 30 Besucher/-innen

1

1

1

Sonntag

 

 

 

 

0 bis unter 5

-

-

-

5 bis unter 15

-

-

-

15 bis unter 30 Besucher/-innen

-

-

-

mehr als 30 Besucher/-innen

-

-

-

Tabelle 5: Anzahl der Nutzer mobil

 

Bei den mobilen Angeboten bleiben die Nutzerzahlen im Vergleich zu 2017 stabil. Auch hier ist auffallend, dass an den Wochenenden ein Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen ist. Dies ist ein Indikator dafür, dass die Etablierung eines mobilen Angebotes an den Wochenenden attraktiv für Kinder und Jugendliche ist. Dieser Trend entspricht auch den Ergebnissen der Strukturdatenanalyse, die einen deutlichen Anstieg der regelmäßigen Wochenendöffnung von mobilen und stationären Einrichtungen verzeichnet (s.o.). Für die aufsuchenden Angebote zeigt die nachfolgende Tabelle keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren. Dies entspricht auch den Erkenntnissen der Strukturdatenerhebung NRW, die insgesamt  den Anteil der mobilen und aufsuchenden Arbeit mit 11,4 % aller Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit feststellt.

 

JAHR/WOCHENTAG

2016

2017

2018

Montag

15 bis < 30

15 bis < 30

15 bis < 30

Dienstag

15 bis < 30

15 bis < 30

>30

Mittwoch

15 bis < 30

15 bis < 30

15 bis < 30

Donnerstag

> 30

>30

>30

Freitag

> 30

>30

>30

Samstag

> 30

15 bis < 30

15 bis < 30

Sonntag

> 30

15 bis < 30

15 bis < 30

Tabelle 6: Anzahl der Nutzer aufsuchend

 

2.1.4. Altersstruktur:

 

Die Erfassung der Altersverteilung wurde jeweils nach Altersgruppen vorgenommen (unter 10; 10-13 Jahre, 14-17 Jahre und 18-26 Jahre). Die Werte der stationären Angebote sind der Tabelle 7 zu entnehmen. Zu berücksichtigen ist hier, dass zielgruppenspezifische Angebote in den stationären Einrichtungen bestimmte Altersgruppen ansprechen. So sind im Einzelnen deutliche Abweichungen bei unterschiedlichen Anbietern feststellbar (z.B. Angebote für Kinder der AWO/ Bebelstraße bei 85% der unter 10-jährigen oder im emscherdamm bei 70% der über 17-jährigen).  

 

Altersgruppe

2017

2018

Unter 10 Jahre

21%

23%

10-13 Jahre

28%

25%

14-17 Jahre

27%

30%

18-26 Jahre

24%

22%

Tabelle 7: Altersstruktur stationäre Angebote (für 2016 liegen keine Angaben vor)

 

Für die mobilen Angebote geht der Trend deutlich in Richtung einer jüngeren Altersgruppe. Insbesondere sind die Angebote des Dicken Brummers und des LifeLineTrucks auf Kinder ausgerichtet, während die Zielgruppe von Manni und der Flotten Lotte eher aus Jugendlichen besteht. 

 

Altersgruppe

2017

2018

Unter 10 Jahre

43%

40%

10-13 Jahre

37%

40%

14-17 Jahre

15%

15%

18-26 Jahre

5%

5%

Tabelle 8: Altersstruktur mobile Angebote

 

Die Auswertung der aufsuchenden Angebote (Streetwork) ergibt erwartungsgemäß eine Verortung in den höheren Alterssegmenten

 

Altersgruppe

2017

2018

Unter 10 Jahre

5%

0%

10-13 Jahre

15%

15%

14-17 Jahre

35%

40%

18-26 Jahre

45%

40%

Tabelle 9: Altersstruktur aufsuchende Angebote

 

2.1.5. Angebotsstruktur

 

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 275 unterschiedliche Angebotsformen in allen Einrichtungen und Angeboten vorgehalten.  Alle Einrichtungen und Angebote haben im Vergleich zum Jahr 2017 weniger Angebotsformate umgesetzt.

 

Angebote/Jahr

2016

2017

2018

Stationär

206

248

230

Mobil

29

39

34

Aufsuchend

6

17

11

Insgesamt

241

304

275

Tabelle 10: Angebotsstruktur stationär, mobil, aufsuchend

 

Die Angebote wurden wie im vergangenen Erhebungszeitraum  in folgende Kategorien eingeteilt: inklusiv; vor-rangig für benachteiligte Jugendliche; von Jugendlichen eingebracht; von Jugendlichen entwickelt und selbst durchgeführt; vorrangig politisch oder kulturell geprägt; durch externe Förderungen. Zu berücksichtigen ist hier, dass ein Angebot mehrere Angebotskategorien abdecken kann. Im direkten Vergleich der letzten Jahre ergibt sich für die stationäre (Tabelle 11) und mobile (Tabelle 12) Angebotsausrichtung folgende Entwicklung:

 

Angebote/Jahr

2016

2017

2018

Inklusive Angebote

 

126

174

145

Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche

84

112

87

Von Jugendlichen eingebracht

 

73

107

95

Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt

43

62

61

Vorrangig politisch oder kulturell geprägt

54

72

55

Durch externe Förderung realisiert

40

67

44

Tabelle 11: Angebotskategorien stationär

 

Angebote/Jahr

2016

2017

2018

Inklusive Angebote

 

11

18

16

Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche

9

12

11

Von Jugendlichen eingebracht

 

9

12

4

Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt

12

15

3

Vorrangig politisch oder kulturell geprägt

8

16

10

Durch externe Förderung realisiert

4

7

7

Tabelle 12: Angebotskategorien mobil

 

Angebote/Jahr

2016

2017

2018

Inklusive Angebote

 

6

16

11

Angebote für vorrangig benachteiligte Jugendliche

6

13

7

Von Jugendlichen eingebracht

 

5

8

2

Von Jugendlichen entwickelt und durchgeführt

0

3

0

Vorrangig politisch oder kulturell geprägt

2

3

0

Durch externe Förderung realisiert

4

6

2

Tabelle 13: Angebotskategorien aufsuchend

 

Bei der mobilen und der aufsuchenden Arbeit ist im Erhebungszeitraum 2018 eine rückläufige Tendenz bei den partizipativ ausgerichteten Angeboten feststellbar.

 

2.1.6. Handlungsziele:

 

Im Rahmen des Wirksamkeitsdialoges 2018 wurden von den Anbietern 145 einzelne Handlungsziele umgesetzt. Insgesamt umfassen die Handlungsziele 400 unterschiedliche einrichtungs- und angebotsscharfe Indikatoren, die zur Spezifizierung der Handlungsziele angewendet werden können. Hier ist deutlich festzustellen, dass einzelne Handlungsziele die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Sozialquartiers und seiner Zielgruppe abbilden. Eine Kategorisierung zur Bildung von Oberthemen wurde bislang nicht vorgenommen, wird aber im Wirksamkeitsdialog 2019 Gegenstand der Erfassung sein. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden insgesamt weniger Handlungsziele umgesetzt. So wurden 2016 insgesamt 161 Handlungsziele sowie 175 Handlungsziele in 2017 erreicht.

 

2.1.7 Personalsituation:

 

Im Berichtsjahr 2018 sind in den stationären, mobilen und aufsuchenden Einrichtungen im  Berichtsjahr 2018 insgesamt 88 hauptamtliche Mitarbeiter*innen (2016: 92; 2017: 128) mit einem Durchschnitt von 22 Wochenstunden (2016: 20,3; 2017: 22,4) sowie 93 Mitarbeiter*innen auf geringfügiger Basis (2016: 73; 2017: 100) beschäftigt. In den einzelnen Sozialräumen ist die Verteilung des Aufwandes nach Wochenstunden für hauptamtliche Mitarbeiter*innen wie folgt verteilt:

 

Sozialraum/Jahr Wochenstunden

2016

2017

2018

Mitte/Styrum

563

903

807

Oberhausen-Ost

102

127,5

127

Alstaden/Lirich

193

216

252

Sterkrade-Mitte

113

113

184

Sterkrade-Nord

149

175,5

305

Osterfeld

161

328

255,5

Tabelle 14: Wochenstunden aller Mitarbeiter*innen stationär, mobil, aufsuchend nach Sozialräumen

Und Jahren

 

Durch die Betrachtung der Wochenstunden ist deutlich erkennbar geworden, dass ein Schwerpunkt der Offenen Kinder und Jugendarbeit im Sozialraum Mitte/Styrum liegt. Insbesondere das Sozialquartier Innenstadt weist den höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum gesamten Stadtgebiet auf.

 

2.1.8. Entwicklungen und Trends in den Sozialräumen

 

Nachfolgenden werden die spezifischen Eigenschaften der Sozialräume skizziert. Insbesondere wird Bezug genommen auf den Jugendquotienten und den Sozialindex (wenn erforderlich). Der Jugendquotient wird jeweils mit dem Durchschnittswert der Gesamtstadt verglichen. Auf die Berechnung der Sozialindizes wird ausführlich im Oberhausener Sozialbericht 2017 Bezug genommen (Drucksache: M/16/3646). Dem Jugendquotienten werden jeweils die Gesamtwochenstunden, die alle Einrichtungen im Sozialraum nachweisen gegenüber gestellt.  Eine ausführliche Erörterung der für die Offene Kinder- und Jugendarbeit relevanten Sozialraumdaten wurden bereits in den sozialraumbezogenen Workshops am 13.11.2019 (Workshop Süd) und 19.11.2019 (Workshop Nord) im Rahmen der Beteiligungsprozesse zum Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025 vorgenommen. Eine Dokumentation dieser Workshops wird gefertigt.

 

2.1.8.1. Mitte-Styrum

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 189

Einrichtung: Cevi, ZiB, JuKe, NoName, Bauspielplatz, Place2Be

Der Sozialraum Mitte-Styrum weist mit einem Jugendquotienten von 28,9% (25,3% gesamtstädtischer Durchschnitt) einen überdurchschnittlich hohen Wert in Oberhausen auf. Zudem ist der Sozialindex insbesondere im Sozialquartier Innenstadt niedrig und negativ. Laut Oberhausener Bevölkerungsprognose ist in diesem Sozialquartier mit einem Zuwachs von ca. 23% der 11-18 jährigen Kinder und Jugendlichen bis 2030 zu rechnen. Demzufolge ist im Sozialquartier Innenstadt mit fünf Einrichtungen eine hohe Präsenz von Angeboten unterschiedlichster Art zu verzeichnen. 

 

2.1.8.2. Oberhausen-Ost

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 56

Einrichtungen: Parkhaus, Underground, Jugendtreff Goethestraße

Mit einem Jugendquotienten von 24,3% liegt Oberhausen-Ost leicht unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 25,3%. Hier ist zu berücksichtigen, dass insbesondere die Sozialquartiere Marienviertel-Ost und das Brücktorviertel eine deutlich höhere Anzahl von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu den Sozialquartieren Dümpten, Schlad und Bermensfeld aufweist. Das Brücktorviertel ist zudem durch einen hohen Anteil der 18-27 jährigen (15,3% im Vergleich 11,3% im gesamtstädtischen Schnitt) gekennzeichnet. Darüber hinaus ist in diesem Sozialquartier die höchste Arbeitslosenquote von Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren zu verzeichnen. 

 

2.1.8.3. Alstaden-Lirich

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 134

Einrichtungen: Druckluft, Fripoli, Wohnpark Bebelstraße, Kinder- und Jugendtreff Pauluskirche, Jugendhof St. Katharina, Jugendtreff Alstaden

Im Sozialraum Alstaden-Lirich ist ebenfalls ein überdurchschnittlicher Jugendquotient zu verzeichnen (26%). Auch hier ist von einem Anstieg der 11-18 jährigen Kinder und Jugendlichen bis 2030 um ca. 6,5% auszugehen. Das Sozialquartier Lirich-Süd weist mit einem Jugendquotienten von 33,8% den höchsten Wert aller Sozialquartiere in Oberhausen auf. Der Sozialindex wird hier als niedrig und stabil indiziert. Mit einer Wochenstundenzahl von 134 Stunden ist das Angebot im Wesentlichen stabil geblieben (2016: 134; 2017: 151).

 

2.1.8.4. Sterkrade Mitte

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 67

Einrichtungen: GOT Sterkrade, FriKi, Jugendtreff der Christuskirchengemeinde

Sterkrade-Mitte weist über alle Sozialquartiere hinweg eine eher sinkende Zahl von Kinder- und Jugendlichen auf. Für das Sozialquartier Sterkrade-Mitte ist allerdings ein gegenläufiger Trend zu verzeichnen. Mit einem Jugendquotienten von 26,5% wird ein leicht überdurchschnittlicher Wert im Vergleich zur Gesamtstadt erreicht. Problematisch gestaltet sich in der nahen Zukunft die Standortfrage, die aktuell mit dem Verbleib der GOT-Sterkrade verknüpft ist. Die Verortung eines zentralen Jugendzentrums in Sterkrade, wie im Evaluationsbericht zum Kinder- und Jugendförderplan 2015-2020 avisiert, ist noch nicht umgesetzt.

 

2.1.8.5. Sterkarde-Nord

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 78

Einrichtungen: emscherdamm; Jugendhaus Schmachtendorf, Freiraum

Die Repräsentanz von Kindern und Jugendlichen im Sozialraum Sterkrade-Nord liegt im gesamtstädtischen Durchschnitt. Auffallend ist eine hohe Zahl von Kindern (9-12 Jahre) im Sozialquartier Walsumer-Mark, während in Königshardt eine deutliche Unterrepräsentanz vorliegt. Grundsätzlich ist jedoch von einer geringeren Zahl von Kindern und Jugendlichen in den nächsten Jahren auszugehen (lt. Bevölkerungsprognose minus 4,6 % bis 2030). Die beiden großen Einrichtungen Jugendhaus Schmachtendorf und emscherdamm erfüllen über die Sozialquartiere hinaus eine gesamtstädtische Funktion.

 

2.1.8.6. Osterfeld

 

Wöchentliche Öffnungsstunden: 134

Einrichtungen: APO, Die Falken, Die E1ns, Jugendtreff Kapellenstraße

Im Sozialraum Osterfeld weist insbesondere das Sozialquartier Osterfeld-Mitte/Vonderort  einen überdurchschnittlichen Jugendquotienten von 29,9% auf. Hier ist mit einem leichten Anstieg der Zahl Kinder und Jugendlicher im Alter von 11-18 Jahren um ca. 0,5% zu rechnen. Aus den bekannten Gründen verzögert sich die Errichtung des zentralen Jugendzentrums im Sozialquartier Osterfeld-Mitte/Vonderort.  Der Bedarf an offener Kinder- und Jugendarbeit wird aktuell bis zur Fertigstellung durch aufsuchende Angebote der Falken kompensiert.

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