Berichtsvorlage - M/16/5285-01

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Sachdarstellung

 

Hintergrund

 

Die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele sind die größte Sportveranstaltung der Welt. In den unterschiedlichsten Sportarten messen sich junge Menschen verschiedener Kulturen und Nationalitäten. Etwa 200 Nationen nehmen alle vier Jahre an diesen Sportwettbewerben teil. Bei den Olympischen Sommerspielen wetteifern über 10.500 Athletinnen und Athleten in 33 Disziplinen. Bei den 22 Paralympischen Disziplinen treten ca. 4.000 Sportlerinnen und Sportler aus 125 Ländern an.

 

Die Bundesrepublik Deutschland verbindet mit den Olympischen und Paralympischen Spielen eine enge Geschichte. In München fanden 1972 die bisher einzigen Olympischen Sommerspiele in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands statt. Bis heute werden diese Sommerspiele für ihr außergewöhnliches Verkehrskonzept gelobt. Im ewigen Medaillenspiegel liegt Deutschland aktuell auf Platz drei der Nationenwertung und gehört somit zu den erfolgreichsten Nationen in der neueren Olympischen Geschichte.

 

Die Initiative „Rhein Ruhr City 2032“

 

Das Internationale Olympische Komitee verabschiedete im Juni 2014 die „Olympic Agenda 2020“. Ziel dieser Agenda ist es, dass Olympische Spiele kostenbewusst und nachhaltig sein sollen. Im Zuge dieser Agenda werden u. a. auch die Bewerbungen von Regionen möglich gemacht. Bewerbungen werden in der Folge nun besonders unter dem Gesichtspunkt bewertet, ob bereits existierende Sportstätten einbezogen werden. Ebenfalls wird der Einsatz von temporären Lösungen ausdrücklich befürwortet. Vor diesem Hintergrund erscheint eine genauere Analyse der Möglichkeiten der Rhein-Ruhr-Region sinnvoll.

 

Die privatwirtschaftlich finanzierte Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ um den Sportmanager Michael Mronz hat ein Planungspapier für eine mögliche Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in der Rhein-Ruhr-Region entwickelt. Medial wurde bereits in jüngster Zeit über das Konzept berichtet. Es handelt sich ausdrücklich um einen Konzeptentwurf, der eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Ausrichtung der Olympischen Spiele beschreibt. Als Ziele der Initiative werden genannt:

 

  1. Maximal nachhaltige und kostenbewusste Olympische Spiele
  2. Olympische Spiele einem möglichst breiten Publikum ermöglichen
  3. Attraktivitätssteigerung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Gesamtregion Rhein-Ruhr durch gemeinsames Handeln aller Akteure

 

In Nordrhein-Westfalen stehen 16 Stadien mit einer Kapazität von jeweils mehr als 30.000 Zuschauerplätzen, 24 Großsporthallen, 704.000 qm Messefläche und 147.000 Hotelbetten bereits jetzt voll funktionstüchtig zur Verfügung. Unter dem Aspekt von nachhaltigen und kostenbewussten Olympischen Spielen lässt sich somit laut der Initiative feststellen, dass bereits heute mehr als 80 Prozent der benötigten Sportstätten und Veranstaltungsorte zur Durchführung Olympischer und Paralympischer Spiele in der Metropolregion Rhein-Ruhr vorhanden sind. Diese vorhandenen Kapazitäten ermöglichen vergleichsweise günstige Preiskategorien, welche wiederum eine Grundvoraussetzung für den Besuch der Sportveranstaltungen durch die breite Mehrheit der Bevölkerung darstellen.

 

Das Projekt würde durch ein gemeinsames Ziel den interkommunalen Zusammenhalt stärken und als Beschleuniger für den Prozess des gemeinsamen Wachstums dienen. Darüber hinaus würde die Rhein-Ruhr Region einem internationalen Publikum bekannt gemacht werden und an Attraktivität gewinnen. Allein eine offizielle Bewerbung um die Durchführung der Olympischen Spiele als überregionales, gemeinschaftliches Projekt würde für die Region einen Imagegewinn darstellen. Darüber hinaus würde eine Bewerbung Investitionen in essentielle Kernthemen der Zukunft Nordrhein-Westfalens – Infrastruktur, vernetzte Mobilität und Digitalisierung – möglich machen.

 

Die Initiative steht auch im Einklang mit den Zielen des Metropolregion Rheinland e. V., wonach u. a. der Zusammenhalt der Region gestärkt und die Verkehrsinfrastruktur verbessert werden sollen.

 

Gastgeberkommune Oberhausen

 

Das dynamische und überregionale Konzept „Rhein Ruhr City 2032“ berücksichtigt insgesamt 14 Kommunen mit den Austragungsstätten der verschiedenen Sportarten. Neben der Landeshauptstadt Düsseldorf sind dies die Städte Essen, Köln, Dortmund, Aachen, Bonn, Duisburg, Gelsenkirchen, Krefeld, Leverkusen, Bochum, Mönchengladbach, Recklinghausen und Oberhausen.

 

Im vorliegenden Konzept ist es beabsichtigt, die Spiele der Volleyball-Wettbewerbe in der König-Pilsener-Arena stattfinden zu lassen. Bei den vergangenen Olympischen Volleyballturnieren war es üblich, dass die 12 Frauen- und die 12 Männermannschaften in jeweils zwei Gruppen à sechs Mannschaften aufgeteilt wurden. Die Spiele der Gruppen wechselten sich dabei täglich ab, die jeweiligen vier bestplatzierten Mannschaften rückten dabei in die Finalrunde vor. Abschließend ergeben sich somit insgesamt ca. 76 Volleyballspiele, die in Oberhausen stattfinden würden.

 

Die König-Pilsener-Arena ist eine Mehrzweckarena und kann bis zu 13.000 Zuschauer fassen. Zur Durchführung des Wettbewerbs wird eine temporäre Lösung für die Ausstattung der Halle erforderlich sein. Zur Höhe potentieller Investitionen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden. Ein belastbares Finanzkonzept wird, nach der Aussage von Herrn Mronz, Mitte 2020 vorliegen. In jedem Fall sollen zur Deckung der Kosten Drittmittel und Zuschüsse einbezogen werden.

 

Oberhausen liegt zentral in der vorgesehenen Bewerberregion und verfügt über eine gute Anbindung an das Autobahnen- und Bundestraßennetz. Andere Sportstätten und Austragungsorte sind über die A2, A3, A42 und A40 schnell erreichbar. In unmittelbarer Nähe Oberhausens befinden sich mehrere Autobahnkreuze. Somit ist eine weitere Anbindung über die A57, A59, A44 und A46 gewährleistet. Oberhausen verfügt mit dem Hauptbahnhof über einen Intercity-Express-Fernbahnhof. Die vorgeschlagene Spielstätte in Oberhausen ist ab dem Hauptbahnhof mit dem öffentlichen Nahverkehr innerhalb von 10 Minuten erreichbar. Darüber hinaus lassen sich die anderen Spielstätten ebenfalls schnell mit dem ÖPNV erreichen. Der nächstgelegene Flughafen in Düsseldorf ist nur 29,4 km entfernt. Der ÖPNV wird stetig verbessert, so dass auch Personen mit eingeschränkter Mobilität die Züge, Straßenbahnen und Busse immer besser nutzen können.

 

Als Übernachtungsmöglichkeiten stehen in Oberhausen aktuell 2.750 Hotel- und 400 Ferienhausbetten zur Verfügung (Stand: Mitte 2019). Diese Anzahl dürfte durch laufende Bauprojekte (Hotel im ehemaligen Kaufhof-Gebäude) weiter ansteigen. Darüber hinaus liegen beispielsweise mit dem Gasometer und dem Centro interessante Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe zu der vorgeschlagenen Sportstätte. Somit würden die Olympischen und Paralympischen Spiele auf das gute Tourismusangebot der Stadt Oberhausen aufmerksam machen und dieses ergänzen.

 

Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind ein friedlicher Wettstreit zwischen den Nationen. Der Austausch zwischen diesen Nationen ist ein wesentlicher Beitrag zur Völkerverständigung und ein Zeichen gelebter Vielfalt und Toleranz. Diese Werte passen hervorragend zu den Werten der Stadt Oberhausen, der Rhein-Ruhr-Region und ganz Nordrhein-Westfalen. Insofern bietet sich mit der Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele die Möglichkeit, Oberhausen als weltoffene, freundliche und authentische Sportstadt zu präsentieren. Die Ausrichtung dieser Olympischen und Paralympischen Spiele kann darüber hinaus als ein Katalysator für weitere wichtige Zukunftsthemen wahrgenommen werden.

 

Status Quo der Initiative

 

Die Idee „Rhein Ruhr City 2032“ findet in Fachkreisen von Sport und Politik bereits eine breite Unterstützung. Die Landesregierung NRW hat die Initiative in den Koalitionsvertrag integriert. Vertreter der 14 vorgesehenen Bewerberstädte in NRW haben ihr Interesse bekundet und haben der Konzeptvorstellung der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ in der nordrhein-westfälischen Vertretung in Berlin am 21.10.2019 auf Einladung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet in Berlin beigewohnt.

 

Die Standorte eines Olympischen Dorfes sowie eines in jedem Fall benötigten Olympiastadions, in dem die Leichtathletikwettbewerbe ausgetragen werden können, sind noch nicht abschließend geklärt.

 

Grundvoraussetzung zur Konkretisierung der Pläne für die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen in der Region, ist ein Bekenntnis des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) mit einer deutschen Bewerbung für 2032 ins Rennen gehen zu wollen. Es folgt daraufhin die Auswahl einer deutschen Region durch den DOSB. Abschließend müsste der DOSB sich offiziell beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewerben. Wesentlich für das Gelingen einer Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region wird die Unterstützung der Bewerbung durch die breite Bevölkerung sein.

 

Mögliche Zeitschiene

 

Im Zuge der Bewerbung ergeben sich Meilensteine, die im Folgenden abgebildet sind. Es handelt sich dabei um mögliche Zeitpunkte, die auf der Kommunikation von „Rhein Ruhr City 2032“ und der Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte beruhen.

 

2019/20 Entscheidungsfindung innerhalb des DOSB über eine mögliche deutsche Olympiakandidatur

2020/21 Festlegung des DOSB auf eine deutsche Kandidatur (Stadt bzw. Region)

2023 Beginn des Bewerberverfahrens beim IOC

2025 Späteste mögliche Vergabe der Spiele 2032 durch das IOC

2032 Olympische und Paralympische Sommerspiele 2032

 

Allen voran sieht Ministerpräsident Armin Laschet in der Austragung Olympischer Spiele einen „riesigen Schub“ für Nordrhein-Westfalen. Der DOSB-Präsident Herr Alfred Hörmann erklärte diesbezüglich in einem Interview, dass er einer deutschen Olympia-Bewerbung durchaus offen gegenüber stehe. Er machte gleichzeitig auf nationale und internationale Konkurrenz aufmerksam. National sei eine Kandidatur Berlins nicht auszuschließen. International haben Brisbane und die Gold Coast (Australien) sowie Jakarta (Indonesien) ihr Interesse bekundet. Außerdem steht eine gemeinsame Bewerbung von Nord- und Südkorea im Raum. 

 

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