Berichtsvorlage - M/16/5039-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Durchforstungen im Stadtwald OberhausenGeplante Maßnahmen in 2019/2020
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Brigitte Netterdon
- Verantwortung:
- Kopka
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Naturschutzbeirat
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Kenntnisnahme
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26.09.2019
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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31.10.2019
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Erledigt
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Bezirksvertretung Sterkrade
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07.11.2019
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Sachverhalt
Bezug
Vorlage B/15/1839-01
Sachdarstellung
A. Grundsätze der Waldpflege
In Oberhausen werden ca. 1.000 ha Wald forstlich gepflegt und bewirtschaftet. Die Stadt Oberhausen ist der größte Waldbesitzer mit 466 ha. Der Stadtförster Jürgen Halm von der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM GmbH) pflegt und bewirtschaftet den städtischen Waldbesitz. Weitere Waldbesitzer sind das Land NRW (Hiesfelder Wald ca. 411 ha), der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR, Grafenbusch, Klosterhardt) sowie kleinflächige Privatbesitzer.
Die städtischen Wälder werden nach der sogenannten Forsteinrichtung (Betriebsplanung), bewirtschaftet. Die Forsteinrichtung wird im Auftrag des Landesbetriebes Wald und Holz, Regionalforstamt Ruhrgebiet erarbeitet. Sie legt für circa zehn Jahre die Grundzüge der Maßnahmen für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Pflege des Waldes fest. Die diesjährigen Maßnahmen basieren auf der Forsteinrichtung aus dem Jahr 2012, der der Umweltausschuss am 08.03.2012 zugestimmt (Vorlage B/15/1839-01) hat. Die OGM GmbH legt alljährlich, als laufendes Geschäft der Verwaltung, basierend auf der Forsteinrichtung, die Maßnahmen des Holzeinschlages in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen fest. Bei der Auswahl und Durchführung der Durchforstungen werden seit jeher die Belange der Ökologie und die Interessen der naturnahen Erholungsnutzung und Waldbewirtschaftung berücksichtigt.
In der kommenden Fällperiode 2019/2020 werden 10 Bestände auf einer Fläche von ca. 27 ha durchforstet. Insgesamt ist der Einschlag von 1.405 Festmetern geplant. Ein Kahlschlag findet nicht statt. Die zu Beginn erwähnte Forsteinrichtung sieht eine jährliche Nutzungsmöglichkeit von 1.588 Festmetern pro Jahr vor. Diese 1.588 Festmeter würden einer durchschnittlichen Nutzung von 3,8 Festmetern pro Jahr und Hektar forstlicher Nutzfläche entsprechen. Der durchschnittliche Zuwachs im Stadtwald liegt bei etwa 5,2 Festmetern pro Jahr und Hektar. Es wächst also – wie seit langem – mehr Holz zu als geerntet wird.
Grundsätzlich haben die systematischen Durchforstungen unserer Waldbestände zahlreiche Vorteile. Durchforstungsmaßnahmen fördern einen stabilen, gut wüchsigen Waldbestand und die Entwicklung von stärkeren, gesünderen und ökologisch wertvolleren Bäumen. Die Artenvielfalt profitiert von den Durchforstungen durch eine Erhöhung der Strukturvielfalt aufgrund der wesentlich besseren Entwicklung der Strauch- und Krautschicht. Durchforstungen erhöhen darüber hinaus die Verkehrssicherheit und verbessern die Eignung von Waldgebieten für die intensive Erholungsnutzung. Die Nutzung des nachwachsenden Holzes aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nahezu CO2-neutral.
Vorrangiges Ziel ist es, einen vitalen strukturreichen und möglichst stabilen Waldbestand zu erhalten. Da unsere Wälder zunehmend zahlreichen Belastungen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, ist die regelmäßige forstliche Waldpflege eine wichtige und unabdingbare Maßnahme zur Stabilisierung des Einzelbaumes und damit auch des gesamten Ökosystems.
B. Konkrete Fällmaßnahmen im Winter 2019/2020
Sämtliche zu durchforstende Bestände liegen in den Waldgebieten Hühnerheide und dem Sterkrader Wald im Stadtbezirk Sterkrade. Die Arbeiten aus der Durchforstungsperiode 2018/19 wurden aufgrund diverser Stürme wie Bennet, Eberhard und Heinz noch nicht abgeschlossen und werden ab Ende September 2019 fortgeführt.
Im Forstwirtschaftsplan 2019/20 werden vorwiegend pflegeintensive Bestände der mittleren Altersklassen berücksichtigt. Lediglich in einem Bestand in der Hühnerheide stehen 63-jährige Schwarzpappel-Hybride mit schlechter Vitalität und Sturmschäden zur Fällung an. Die Pappeln stehen im Überhalt über einem Erlenbestand, sodass nach dem Einschlag keine Freifläche entstehen wird.
Die Menge der zu entnehmenden Einzelbäume im Rahmen der Verkehrssicherung wurde auf 200 Festmeter erhöht. Grund ist die stark erhöhte Anzahl von abgestorbenen Bäumen im gesamten Stadtwald, die den letzten trockenen Sommer nicht überlebt haben. Hier hat es vorwiegend starke Buchen und Bergahorne getroffen, wohingegen die Eichen bislang häufig mit Kronenverlichtungen und einer Verringerung des Belaubungs-Quotienten reagierten. Da auch Bäume auf eigentlich gut wasserversorgten Standorten betroffen sind, können Grundwasserabsenkungen und anschließender Sekundärbefall durch Pilze und Insekten die Ursache sein.
Die Maßnahmen werden ausschließlich in der vegetationslosen Zeit von Oktober bis März, vorzugsweise bei trockener Witterung zur Vermeidung von Boden- und Wegeschäden durchgeführt.
Um die Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft zu erläutern, bietet die Verwaltung wie in den letzten Jahren exemplarisch eine Ortsbegehungen an.
Am 11.11.2019 um 15:00 Uhr soll eine Ortsbegehung in der Hühnerheide (Treffpunkt: Waldeingang Straße zum Ravenhorst im Bereich der Waldschule) durchgeführt werden.
Insgesamt dienen alle Pflege- und Fällmaßnahmen im Stadtwald dazu, die vorhandenen Wälder allmählich so zu verjüngen, dass eine Dauerbestockung gewährleistet ist. Würden wir auf die Durchforstungen verzichten, käme es langfristig zu einer Vergreisung und letztendlich zum plötzlichen Zusammenbruch ganzer Wälder, sodass die Erholungsfunktion dann für längere Zeit erheblich eingeschränkt wäre, ohne dass der ökologische Zustand verbessert würde.
C. Arbeitsausführung und Kostenrechnung
Der Verkauf des Holzes aus städtischen Wäldern wird nach dem Verfahren „auf dem Stock Verkauf“ veräußert. Hierbei erwirbt ein Forstunternehmen das noch „stehende Holz“ im Wald zu einem festgelegten „Marktpreis“ und übernimmt zu seinen eigenen Kosten die Holzernte. Die Holzernte beinhaltet die Fällung, Aufbereitung und das Rücken der Stämme zum Waldweg. Die Kosten für die Holzernte werden als Werbungskosten bezeichnet. Aus der Differenz zwischen Marktpreis und Werbungskosten lässt sich der Gesamtholzerlös berechnen.
Beispiel: Marktpreis: 43,00 €/ FM
Werbungskosten: 25,00 €/ FM
Erlös: 18,00 €/ FM
Die Werbungskosten differieren je nach Waldart und Geländebedingung. Sie werden deshalb individuell für jeden Einsatzort ausgehandelt.
Der Holzverkaufserlös aus der Holzernte im Winterhalbjahr 2019/2020 wird voraussichtlich 26.520,00 € betragen. Der Erlös des Holzverkaufs wird für die naturnahe Waldpflege im Oberhausener Stadtgebiet eingesetzt.
Kurzfassung
In der Fällperiode 2019/20 werden im Stadtwald 10 Waldbestände ganz oder teilweise durchforstet. Insgesamt werden auf einer Fläche von 27 ha ca. 1.405 Festmeter Holz geerntet. Insgesamt wird deutlich weniger Holz geerntet als im gleichen Zeitraum zuwächst. Alljährlich werden gemäß Forstbetriebsplan durchschnittlich etwa 3,8 Festmeter pro ha forstlicher Nutzfläche geerntet, während ca. 5,2 Festmeter pro ha zuwachsen. Wir vermehren also den Holzvorrat in unseren Wäldern, sichern gleichzeitig die ökologischen Funktionen und gewährleisten dauerhaft die Erholungsnutzung.
Die Durchforstungsmaßnahmen werden der interessierten Bevölkerung im Rahmen eines Ortstermins in der Hühnerheide erläutert.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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öffentlich
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4,2 MB
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