Beschlussvorlage - B/16/4881-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Förderprogramm Zukunft durch Innovation (ZdI)hier: ZdI-Schülerlabor der Stadt Oberhausen: MINT macht digital
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführung:
- Dezernat 0 / Strategische Planung
- Bearbeitung:
- Andrea Scholten
- Verantwortung:
- Dez 0 Herr Güldenzopf
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Schulausschuss
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Vorberatung
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04.07.2019
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Erledigt
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Rat der Stadt
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Beschlussfassung
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08.07.2019
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Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt, in Kooperation mit der Hochschule Ruhr West (HRW) ein „Schülerlabor der Stadt Oberhausen: MINT macht digital“ als festen außerschulischen Lernort für junge Menschen, insbesondere Schüler*innen, aus Oberhausen und der Region einzurichten. Voraussetzung ist die Bewilligung von Fördermittel aus dem Programm „Zukunft durch Innovation“.
Die Verwaltung wird beauftragt, das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der HRW, der Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH (OWT), Oberhausener Unternehmen und den Oberhausener Schulen zu realisieren. Dies erfolgt sowohl mit Blick auf die Konzeption als auch die Finanzierung.
Die Verwaltung wird beauftragt, die konzeptionellen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für den laufenden Betrieb zu schaffen. Dazu gehören die Prüfung von städtischen Standorten und Mietobjekten unter Einbeziehung von Folgekosten.
Der Rat der Stadt Oberhausen beschließt, für den Aufbau eines Schülerlabors einen Eigenanteil in Höhe von 60.000 EUR jährlich in den Jahren 2020 und 2021 zur Verfügung zu stellen. Weiterhin werden für den Betrieb des Schülerlabors in den Jahren 2022 ff 60.000 EUR veranschlagt.
Die erforderlichen Mittel werden im Rahmen der Haushaltsplanung in den Jahren 2020 ff unter dem Auftrag: 330003010300 – Realschulen, Kostenart: 531800 – Aufwendungen für Zuschüsse an übrige Bereiche eingeplant.
Die Erträge aus der Landeszuweisung (EFRE-ZdI III-Förderprogramm) werden im Rahmen der Haushaltsplanung in den Jahren 2020 und 2021 unter dem Auftrag: 330003010300 – Realschulen, Kostenart: 414100 – Zuweisungen vom Land in den Haushalt eingestellt.
Da es sich um eine freiwillige Ausgabe handelt ist eine entsprechende Deckung herbeizuführen. Diese wird im Rahmen der Haushaltsberatung für die Jahre 2020 ff vorgenommen.
Sachverhalt
Begründung / Sachdarstellung
Ausgangslage
Die Basis – ZdI-Zentrum Oberhausen
Am 28. September 2018 wurde das ZdI-Zentrum Oberhausen eröffnet. Es will Schüler*innen praxisnahe Erfahrungen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, ermöglichen und sie so für einen Studiengang oder eine Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich gewinnen. Die Angebote des ZdI-Zentrums Oberhausen sollen eine möglichst breite MINT-Förderung unterstützen und Jugendlichen praktische Orientierung bei der Studien- und Berufswahl bieten. Das ZdI-Zentrum Oberhausen bildet die Brücke zwischen den Oberhausener Unternehmen und Schulen.
Träger des neu gegründeten ZdI-Zentrums Oberhausen ist die Oberhausener Wirtschafts-und Tourismusförderung GmbH (OWT) mit der Geschäftsstelle an der Hochschule Ruhr West. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Uwe Handmann, Dekan im Fachbereich Informatik der Hochschule Ruhr West. Die enge Anbindung an die Hochschule ermöglicht es, aktuelle Forschungsthemen für Unternehmen sowie Schüler*innen zugänglich zu machen. Auf Basis der positiven Rückmeldungen und Erfahrungen von OWT, Schulen und Schüler*innen bzgl. des ZdI wird das Angebot für die Zielgruppe sowie die Vernetzung der Stadt mit der HRW mit dem Projekt „Schülerlabor“ ausgebaut.
Das Projekt – ZdI-Schülerlabor
Ein ZdI-Schülerlabor ist ein außerschulischer Lernort, der eine experimentelle Lernumgebung mit Laborcharakter anbietet. Dort sollen Experimente praktisch und mit nachvollziehbaren Ergebnissen durchgeführt werden. Es soll dauerhaft ein regelmäßiges MINT-Programm anbieten. Die Angebote werden Schnittstellen zum Regelunterricht in den Schulen haben, diese jedoch weder ersetzen noch zwingend systematisch ergänzen.
Das Oberhausener ZdI-Schülerlabor soll ein niederschwelliges Angebot zur Förderung des MINT-Nachwuchses entwickeln. Es soll Anziehungspunkt für Schulen und junge Menschen aus der Metropole Ruhr sein. Schwerpunktmäßig sollen zunächst Real- und Gesamtschüler der Klassen 7-13 angesprochen werden. Die Förderung des weiblichen MINT-Nachwuchses soll besonders berücksichtigt werden.
Das ZdI-Schülerlabor soll jungen Mensch als Türöffner dienen und durch weiterführende Veranstaltungsformate Digitalisierungskompetenz aufbauen. Verankerte Rollenbilder sollen abgebaut und mädchenaffine Veranstaltungen angeboten werden.
Die Oberhausener KMUs sollen zukünftige Fachkräfte entdecken und gewinnen können und mit dem Oberhausener ZdI-Schülerlabor kooperieren, auch in Form von finanzieller Unterstützung.
Für die Stadt Oberhausen kann das ZdI-Schülerlabor ein Aushängeschild werden und dem Fachkräftemangel in den MINT-Berufen vorbeugen. Zudem erlaubt das Projekt einen weiteren Schritt zur engeren Vernetzung mit der Hochschuldlandschaft in der Region. Perspektivisch könnte ein eigener kleiner Campus mit wissenschaftlicher Anknüpfung entstehen.
Geplant sind feste Angebote für Schulen mit Workshoptagen, AGs und Projektwochen sowie freie Angebote für junge Menschen wie Themennachmittage, Feriencamps, Freie Projektarbeit oder ein „MINT macht digital-Club“.
Eine Voraussetzung für die Gründung eines ZdI-Schülerlabors ist die Kooperation mit einem ZdI-Netzwerk, die mit der Anbindung an das ZdI-Zentrum Oberhausen erfüllt ist. Durch die Involvierung der Hochschule Ruhr West ist auch die weitere Voraussetzung einer engen Zusammenarbeit mit einer Hochschule gegeben.
Bisher hatten Oberhausener Schüler*innen nur die Möglichkeit, in den bereits bestehenden ZdI-Zentren Bottrop und Mülheim entsprechende Angebote wahrzunehmen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen ZdI-Zentrum Oberhausen ergibt sich ein einzigartiges und besonders breites Netzwerkangebot für Schüler*innen der Region.
Die ZdI-Zentren sind Teil der Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation.NRW, die bereits mit mehr als 40 regionalen zdi-Netzwerken und über 60 ZdI-Schülerlaboren in NRW vertreten ist.
Standort
Für die Einrichtung des Schülerlabors gibt es unterschiedliche Anforderungen: Größe, Zuschnitt der Räumlichkeiten, Erreichbarkeit für die Zielgruppe, Verbindung zum Quartier, Folgekosten etc. Dies gilt es, bei der Festlegung eines Standorts zu berücksichtigen. Grundsätzlich können dabei schulische und außerschulische Standorte unterschieden werden. Letztere können noch einmal in städtische Objekte und Mietobjekte gegliedert werden.
Während die (Nicht)Anbindung an eine Schule u.a. eine pädagogische Frage ist, spielen Umbaukosten und Folgekosten für ggf. Miete sowie Betriebskosten eine wichtige Rolle. Auf Basis der genannten Kriterien sollen Vorschläge für den Standort mit Benennung von Vor- und Nachteilen aufbereitet werden.
Kosten und Finanzierung
Zur Finanzierung des ZdI-Schülerlabors ist eine Antragsstellung aus dem EFRE-ZdI III-Förderprogramm geplant. Die Antragstellung erfolgt durch die Hochschule Ruhr West in Kooperation mit der Stadt Oberhausen. Die Angebote des Schülerlabors koordiniert das ZdI-Zentrum Oberhausen.
Durch dieses Programm werden für den Aufbau des Schülerlabors maximale Projektkosten von 240.000 Euro zu 50 Prozent gefördert. 120.000 Euro müssen ko-finanziert werden. Die Projektkosten enthalten in dieser Aufbauphase v.a. Investitionsmittel für die Anschaffung von bspw. 3-D-Druckern, Virtual Reality-Sets, Lötstationen, Raumausstattung etc., aber auch Personalkosten.
Da der Förderantrag bis zum 23. August 2019 gestellt werden muss und die Finanzierung durch die Partner noch nicht gewährleistet ist, garantiert die Stadt Oberhausen den Eigenanteil von 120.000 Euro über zwei Jahre. Neben einem möglichen Eigenanteil wird die OWT mit Unterstützung des Fördermanagements gezielt Stiftungen, Oberhausener Unternehmen und Wirtschaftsverbände ansprechen bzw. Co-Förderung eruieren. Die Kosten für die Stadt würden sich entsprechend verringern.
Mit Blick auf Förderbedingungen, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit muss das Projekt mindestens weitere fünf Jahre fortgeführt werden. Während der Standort zeitnah auch mit Blick auf die Kosten geprüft werden muss, werden ab dem Jahr 2022 Folgekosten von jährlich 60.000 Euro angenommen. Die dienen v.a. der Sicherstellung des laufenden Betriebs des Schülerlabors. Entsprechend des Standortes muss die Kostenkalkulation angepasst werden. Weitergehende Investitionen, wie in der Aufbauphase, sind darin nicht vorgesehen. Auch hier gilt es, Dritte sollen für eine Kostenbeteiligung gewonnen werden.
Kostenplanung Aufbauphase (2020-21)
Art der Kosten | Kosten |
Ausstattung & Material | 127.425 Euro |
Personal | 114.000 Euro |
Summe (über 2 Jahre) | 241.325 Euro |
Kostenplanung laufender Betrieb (ab 2022)*
Art der Kosten | Kosten |
Ausstattung & Material | 10.000 Euro |
Zubehör | 5.000 Euro |
Personal | 45.000 Euro |
Summe (jährlich) | 60.000 Euro |
*Bei Anmietung muss die Kalkulation angepasst werden. |
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