Berichtsvorlage - M/16/4826-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Die Stadt Oberhausen widmet sich seit Jahren intensiv der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen, die unverzichtbar zu einem ganzheitlichen Bildungsverständnis in der kommunalen Bildungslandschaft gehört.

 

Diese Bestrebungen werden in dem kommunalen Gesamtkonzept „Kultur ist Chance“ beschrieben, das seit 2013 kontinuierlich vom Kulturbüro fortgeschrieben wird und bereits mehrfach beim Landeswettbewerb „Auf dem Weg zum Kinder- und Jugendkulturland NRW“ mit Preisen ausgezeichnet wurde.

 

Das Oberhausener Gesamtkonzept für kulturelle Bildung „Kultur ist Chance“ basiert auf den drei Säulen:

 

  • Kultur und Schule
  • Kultureinrichtungen der Stadt und stadtnaher Institutionen
  • Partner in der kulturellen Bildung
     

Das Gütesiegel „KulturSchule“ ist ein Bestandteil der ersten Säule „Kultur und Schule“, sie ist eine neue Form  der nachhaltigen Schwerpunktbildung für kulturelle Schulentwicklung an den Oberhausener Schulen.

 

Das Konzept „KulturSchule“

 

Das auf Nachhaltigkeit angelegte Bildungsprojekt „KulturSchule“ hat zum Ziel, Kooperati­onen zwischen kommunalen Kultureinrichtungen und Schulen anzubahnen, auszu­bauen, zu erweitern, zu verstetigen und in systematische Strukturen und Prozesse zu überführen.

Wer sich mit Kunst und Kultur auseinandersetzt, erwirbt Fähigkeiten und Fertigkeiten, die im Bereich curricular standardisierten Lernens nicht ohne Weiteres vermittelt werden können.

Neben mathematischen, naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kompetenzen brauchen Kinder und Jugendliche vielfältige - interkulturelle - Zugänge zu Kunst und Kultur. Sie brauchen Theater, Tanz, Literatur, bildende Kunst, Film und Musik, um die Kraft künstlerischer Ausdrucksformen kennen zu lernen, ihre kreativen Fähigkeiten und Mut zu eigenem gestalterischen Handeln zu finden.

Dafür müssen Kinder und Jugendliche auf ein breit gefächertes Angebot zugreifen können - das gilt auch für den Lebensort Schule.

Kulturelle Schulentwicklung umfasst alle Ebenen der Schule - die Lehr- und Lernsituation ebenso wie den Lehrplan, die Vernetzung im Sozialraum und die Zusammenarbeit mit Bildungspartnern, die organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen und die Qualitätsentwicklung und Qualifizierung des Personals.

Das kulturelle Schulprofil fördert die Partizipation an kultureller Bildung, lässt Kreativität und Kultur praktisch erfahren und schafft die Möglichkeit, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen im Kontext künstlerischen Arbeitens zu erwerben.

 

Seit dem Schuljahr 2010/2011 wurden 10 Schulen mit dem Gütesiegel Oberhausener „KulturSchule“ ausgezeichnet. Diese sind:

 

  • Die Wunderschule
  • Die Brüder-Grimm-Schule
  • Die Osterfelder-Heide-Schule
  • Die Jacobischule

 

  • Die Christoph-Schlingensief-Schule
  • Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium
  • Die Fasia-Jansen-Gesamtschule
  • Die Gesamtschule Weierheide
  • Die Gesamtschule Osterfeld
  • Das Elsa-Brändström-Gymnasium

 

Welche Anforderungen werden an KulturSchulen gestellt?

 

Das Gütesiegel „KulturSchule“ unterstützt Schulen in ihrer Profilbildung, es verbindet erfolgreich Traditionen einer Schule mit einer zielgerichteten Weiterentwicklung. 

 

Es beinhaltet eine Anerkennungskultur für die kulturellen Projekte, die diese Schulen aufgrund ihrer Bestandsaufnahme in Teilbereichen erbracht haben.

Die Bestandsaufnahme ist Grundlage für eine Entwicklungsperspektive, die in einem Kooperationsvertrag für die nächsten drei Jahre vereinbart wird.

Ein Bestandteil der Vereinbarung sind erkennbare Kooperationen mit außerschulischen Partnern und das Aufsuchen außerschulischer Lernorte.

 

Wie ist der der Weg zur Auszeichnung zur KulturSchule?

 

  • Schulen melden Interesse beim Bildungsbüro an

 

  • Das Bildungsbüro nimmt  Kontakt zur Schule auf:

• eine kulturelle Bestandsaufnahme wird erstellt

• Schulentwicklungsgespräche folgen: ein kulturelles Profil mit   Entwicklungsschwerpunkten wird erarbeitet / festgelegt

• ein Schulkonferenzbeschluss wird herbeigeführt

 

  • Das Bildungsbüro nimmt  Kontakt zu den beteiligten Kulturinstitutionen auf:

• ein Austausch über potentielle Entwicklungsziele der Schulen erfolgt

• eine Ideensammlung über mögliche Angebote von Seiten der Kulturinstitutionen wird zusammengestellt

 

  • ein gemeinsamen Treffen mit den beteiligten kulturellen Partnern und der Schule wird durch das Bildungsbüro organisiert

• das bisherige kulturelle Programm der Schule wird vorgestellt

• die Entwicklungsziele der Schule werden dargestellt

• Absprachen zu den Angebote und Zielvereinbarungen werden festgehalten

 

  • Erstellen der Rahmenvereinbarung

• Zielvereinbarungen werden festgeschrieben

• Zielvereinbarungen werden den beteiligten Kulturinstitutionen zwecks Abstimmung
übersandt – redaktionelle Änderungen werden eingearbeitet

• Rahmenvereinbarung wird vom Bildungsbüro gefertigt

 

 

Welche Institutionen sind beteiligt?

 

Das Projekt „KulturSchule“ ist eine Gemeinschaftsaktion innerhalb eines innovativen und kreativen Bildungsnetzwerks folgender Partner:

 

      Bildungsbüro

      Kulturinstitute der Stadt Oberhausen:

  • Bert-Brecht-Bildungszentrum
    - Stadtbibliothek

- sba - Schulbibliothekarische Arbeitsstelle
- Volkshochschule

  • Radiowerkstatt im Bert-Brecht-Haus
  • Theater Oberhausen - Theaterpädagogik -
  • Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
  • Stadtarchiv / Schulkultur
  • Bunkermuseum Oberhausen
  • Gedenkhalle Oberhausen
  • Musikschule
  • Kulturbüro
  • Internationale Kurzfilmtage

      LVR Industriemuseum Oberhausen

      Lichtburg

      Medienzentrum

      Schulaufsicht

      Schulverwaltung

      Schulen

      Bereich Jugend

 

Die Kulturinstitutionen bieten KulturSchulen im Rahmen ihrer Zusammenarbeit einen Angebotskatalog an (siehe Anlage)

 

Wer begleitet den Prozess?

 

Die städtischen Kulturinstitute unter der Leitung des Kulturdezernenten unterstützen ohne zusätzliche finanzielle Ressourcen die kulturellen entwicklungsschwerpunkte der Schulen, wobei in jedem Einzelfall dafür Sorge getragen wird, dass keine Überforderung der jeweiligen Einrichtung erfolgt.

 

Die kulturpädagogischen Entwicklungsziele des Kooperationsvertrages werden jährlich in einem Dialog mit allen beteiligten (Schule, Kulturinstitute, Bildungsbüro) reflektiert und erneut den vorhandenen Strukturen entsprechend festgeschrieben.

 

Kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzeptes „KulturSchule“

 

  1. Kulturbeauftragte

Der konzeptionelle Wandel einer Lehr- und Lernkultur durch gemeinsame inhaltliche Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern und außerschulischen Partnern bedarf eines Mittlers. Dafür haben die Oberhausener Schulen eine/n Kulturbeauftragte/n benannt, die/der die Wünsche und Anregungen der jeweiligen Schule vertritt, aber auch die Anregungen und Möglichkeiten aus dem Kulturbereich in die Schulen trägt. Sie sind direkter Ansprechpartner und werden mit Informationen durch Newsletter, Workshops und Tagungen über das Kulturangebot versorgt. Mit ihnen werden neue Konzepte der kulturellen Bildung diskutiert und neue Angebote entwickelt.

 

Im Schuljahr 2010/2011 wurden an allen Oberhausener Schulen Kulturbeauftragte benannt, zurzeit sind 60 Kulturbeauftragte aktiv tätig.

Zielsetzung der Ernennung von Kulturbeauftragten an Oberhausener Schulen war es:

 

•          den Stellenwert kultureller Bildung innerhalb der Schulen zu stärken,

•          den Informationsfluss zu intensivieren,

•          einen individuellen Zuschnitt der Angebote für kulturelle Bildung zu vereinbaren,

•          auf den konzeptionellen Wandel einer Lehr- und
Lernkultur durch gemeinsame inhaltliche Arbeit von Lehrerinnen
und Lehrern und außerschulischen Partnern einzugehen und

•          kulturelle Bildung in die schulischen Lernpläne zu implementieren.
 

Die Kulturbeauftragten spielen eine herausragende Rolle bei der Entwicklung von Kulturprojekten innerhalb der Schulen, sie sichern die Vernetzung zwischen dem Bildungsbüro und den städtischen Kulturinstituten und koordinieren die schulinterne Kulturarbeit.

 

 

  1. Kulturscouts

 

*Kulturscouts ist noch ein Arbeitstitel, es wird innerhalb der Pilotphase nach einem griffigen Namen gesucht.

 

„Kulturscouts Oberhausen“ ist ein Projekt des Dezernates 1 in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro sowie den städtischen Kulturinstitutionen, dem Jugendparlament und weiterführenden Schulen in Oberhausen.                                                                            Über ein Schuljahr hinweg sollen Schüler*innen der Klasse 8 in vier Modulen zu Kulturscouts ausgebildet werden. Die Kulturscouts sind Multiplikatoren und Brückenbauer zwischen Kulturinstitutionen, Schulen und Schüler*innen. Sie können Veranstaltungen in der Schule unterstützen, eigenverantwortlich planen und durchführen und sind zu regelmäßigen Treffen in Kulturinstitutionen eingeladen. Sie sind Ansprechpersonen für Lehrer*innen und Schüler*innen und arbeiten mit den kulturbeauftragen Lehrer*innen ihrer Schule zusammen.

 

Pädagogische Ziele

Durch die Teilnahme an den Modulen und regelmäßige Besuche der Kulturinstitutionen sollen die Kulturscouts an kultureller Bildung partizipieren, Kreativität und Kultur praktisch erfahren und die Möglichkeit bekommen, die Kulturinstitutionen näher kennen zu lernen. Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen werden durch die Module und die Zusammenarbeit mit Schüler*innen aller Schulformen erprobt und gestärkt. Die Auseinandersetzung mit den Kulturinstitutionen und künstlerischen Arbeiten eröffnet den Teilnehmenden neue Sichtweisen auf Kunst, Ästhetik und Kreativität, die sie dazu befähigen, ihre eigene kreative und künstlerische Kompetenz zu erweitern.

 

Rahmenbedingungen

Im kommenden Schuljahr 2019/2020 nehmen 5 Schulen, verteilt über die unterschiedlichen Schulformen am Projekt teil. Die Gesamtschule Weierheide, das Bertha-von-Suttner-Gymnasium, das Heinrich-Heine-Gymnasium, die Anne-Frank-Realschule sowie die Heinrich-Böll-Gesamtschule entsenden jeweils 9 Schüler*innen der Klasse 8 in die verschiedenen Module. 

Die Kulturbeauftragten sind Ansprechpartner der Schulen für das Projekt „Kulturscouts“. Ansprechpartner und Koordinator seitens der Stadt Oberhausen ist Jens Niemeier, Kulturagent mit Sitz im Bildungsbüro.

 

Finanzierung

Die Finanzierung des Projektes ist durch Fördergelder für das Gesamtkonzept kultureller Bildung gesichert.

 

Wahlmodule

Die Schülerinnen und Schüler nehmen jeweils an fünf Modulen teil:

 

  1. Modul: Was ist Kunst und Kultur?  

Das erste Modul soll ein Kennenlernen sein und den Schüler*innen vermitteln, was Kultur ist und ihnen die Möglichkeit eröffnen, auf die Suche nach der eigenen kulturellen Identität zu gehen.

  1. Modul: Wahlmodul

Theater Oberhausen, Musikschule Oberhausen, Lichtburg Filmpalast

  1. Modul: Wahlmodul

Internationale Kurzfilmtage, digitale Kunst(Video), Digitale Kunst (Radio / Podcast) 

  1. Modul: Wahlmodul

LVR Industriemuseum / Stadtarchiv, Ludwiggalerie, Stadtbibliothek

  1. Modul: Abschlusstreffen   
    Im letzten Modul kommen alle Schüler*innen wieder zusammen um gemeinsam herauszufinden, was die Kulturscouts nun als Multiplikatoren und Brückenbauer in den Schulen bewirken, begleiten, anstoßen und durchführen wollen.  

 

Bonus - KuSco-Card

Neben den Besuchen der Module erhalten die Schüler*innen der einzelnen Wahlmodule die KuSco-Card. Diese Karte berechtigt Sie zum kostenfreien Besuch der Kulturinstitutionen mit einer Begleitperson ihrer Wahl. Jede Kultureinrichtung bzw. Veranstaltung der Kultureinrichtung kann 2 x pro Schuljahr besucht werden (= 12 Besuche pro Schuljahr). Der Besuch wird in der KuSco-Card von den Kulturinstitutionen abgestempelt und notiert. Die Teilnehmenden sind dazu angehalten mind. 6 Besuche pro Schuljahr zu machen. Die KuSco-Card behält Ihre Gültigkeit jeweils für 2 Schuljahre.

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Anlagen

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