Berichtsvorlage - M/16/4429-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Tätigkeitsbericht der Klimaschutzmanager der Stadt Oberhausen für den Zeitraum „Januar 2018 - Dezember 2018“
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Umweltschutz
- Bearbeitung:
- Annette Lavin
- Verantwortung:
- Werntgen-Orman
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Umweltausschuss
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Kenntnisnahme
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07.03.2019
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Sachverhalt
Bezug
B/15/2991-01, Rat der Stadt, 30.09.2013
„Umsetzung des Klimaschutz- und Wärmenutzungskonzeptes Oberhausen“
M/16/2422-01, Umweltausschuss, 09.03.2017
„Tätigkeitsbericht der Klimaschutzmanagerin / des Klimaschutzmanagers der Stadt Oberhausen für den Zeitraum Dezember 2015 - Dezember 2016“
M/16/3336-01, Umweltausschuss, 01.03.2018
„Tätigkeitsbericht der Klimaschutzmanager der Stadt Oberhausen für den Zeitraum „Januar 2017 - Dezember 2017“
B/16/3451-01, Rat der Stadt, 02.05.2018
„Zweijährige Verlängerung der beiden durch Bundesmittel geförderten Stellen „Klimaschutzmanager“ bei der Stadtverwaltung Oberhausen und Fortschreibung des 2012 erstellten Klimaschutzkonzepts“
Sachdarstellung
Hintergrund und Ausgangslage
Die zwei im Umweltbereich angesiedelten Klimaschutzmanager sind seit Anfang 2016 für die Umsetzung des vom Rat beschlossenen Klimaschutzkonzepts der Stadt Oberhausen verantwortlich. Wie bereits in den letzten beiden Jahren, soll nach dem Abschluss der ersten Förderphase (2016 bis 2018) mit diesem Bericht ein Überblick über die Ergebnisse der in 2018 umgesetzten Projekte gegeben werden.
Nach den ersten drei Jahren konnten, wie vom Fördergeber gefordert, alle 37 beantragten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt oder soweit vorbereitet werden, dass eine Realisierung kurzfristig möglich ist. Die Maßnahmen stellen beispielhaft dar, wie unter dem Aspekt des Klimaschutzes erfolgreich eine Energiewende seitens der Kommune umgesetzt werden kann und nachhaltiges Handeln Wirkung zeigt.
Für das Erreichen der selbstgesteckten Klimaschutzziele Oberhausens ist eine konsequente Weiterentwicklung und Initiierung von Klimaschutzmaßnahmen unerlässlich. Die Verpflichtungen, welche mit Eintritt in das Klima-Bündnis bzw. zum Konvent der Bürgermeister eingegangen wurden, beschreiben u.a. eine Halbierung der CO2 pro-Kopf-Emissionen pro Einwohner bis 2030 (Basisjahr 1990). Ausgehend vom Basisjahr 1990, in dem eine pro-Kopf-Emission von ca. 11 t errechnet wurde, müsste der heutige Stand bei ca. 6 t liegen. Tatsächlich aber bewegen sich die pro-Kopf-Emissionen auch heute noch auf einem weiterhin hohen Niveau von ca. 7,5 t. Dadurch wird deutlich, dass auch zukünftig große Anstrengungen nötig sein werden.
Die Tätigkeitsfelder
Wie in den vorangegangenen Jahren wurden die Tätigkeiten den vier Oberthemen (Altbausanierung, Mobilität, Klimafolgenanpassung und Erneuerbare Energien) zugeordnet, die wiederum durch das übergeordnete Dach „Stadt als Vorbild“ sowie das Fundament „Öffentlichkeitsarbeit“ gestützt werden.


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Die Stadt als Vorbild
Förderantragantrag Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE): Projekt DISKO
Im Juni 2018 hat die vom Fachbereich Klima- und Ressourcenschutz (2-2-30) eingereichte Umsetzungsstrategie „Digitalisierung als Schlüssel zum Klimaschutz - intelligentes Energiemanagement von Lehrschwimmbädern - Das Oberhausener Modell (DISKO)“ erfolgreich die erste Stufe des zweistufigen Antragsverfahrens durchlaufen und erhielt vom Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalens als einer der 17 Gewinner-Kommunen des zweiten Förderaufrufs „KommunalerKlimaschutz.NRW“ eine Empfehlung zur weiteren Umsetzung. Die ursprünglich für Ende März festgelegte Abgabefrist für die endgültigen Bewerbungsunterlagen bei der Bezirksregierung Düsseldorf wurde aufgrund vergaberechtlicher Vorgaben bis zum 30. September verlängert.
Die Umsetzungsstrategie der Stadt Oberhausen sieht die Förderung von investiven Maßnahmen vor, die einen energieeffizienten und klimagerechten Betrieb der sieben Lehrschwimmbäder im Stadtgebiet gewährleisten sollen.
Unter anderem sollen folgende Maßnahmen in den Lehrschwimmbädern umgesetzt werden:
- Installation von Gebäudeleittechnik und digitaler Energieverbrauchserfassung
- Erneuerung der Beleuchtung
- energetische Erneuerung der raumlufttechnischen Anlagen
- energetische Sanierung der Schwimmbadtechnik
- alternative Wärmeerzeugung
- Erhöhung des Dämmstandards der Außenhülle
Nach derzeitigen Berechnungen werden bei erfolgreicher Umsetzung der geplanten Maßnahmen Energieeinsparungen von über 70 % erreicht. Daraus resultieren im besten Fall CO2-Minderungen von ca. 1.200 t sowie Energiekosteneinsparungen von ca. 300.000 € im Jahr.
Die geplanten Gesamtausgaben für die Umsetzung betragen circa 7,9 Millionen Euro. Die beantragte Förderung für die Umsetzung des Vorhabens beträgt circa 7,1 Millionen Euro. Bei der Zuwendung handelt es sich um einen nicht rückzahlbaren vorhabenbezogenen Zuschuss. Voraussetzung für die Bewerbung ist ein Beschluss des Rates zur Umsetzung der beantragten Maßnahmen sowie zur Deckung des Eigenanteils.
Der Projektaufruf „KommunalerKlimaschutz.NRW“ wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt und richtet sich an Kommunen, die ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet oder am European Energy Award teilgenommen haben. 13 Projekte erhielten eine Empfehlung zur Umsetzung durch eine unabhängige Jury. Am Ende der Qualifizierungsphase können die Gewinner-Kommunen eine Förderung für konkrete Maßnahmen beantragen. Erst dann kann die genaue Förderhöhe ermittelt werden.
Im „Operationellen Programm EFRE NRW“ stehen für die Umsetzung der Projekte der 17 Gewinner-Kommunen insgesamt rund 60 Millionen Euro aus Landesmitteln und aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.
Energieeinsparmaßnahmen für das Schloss Oberhausen
Der Strom- und Wärmebedarf des Schloss Oberhausens ist in den vergangenen vier Jahren insgesamt um ca. 60 % gestiegen. Hieraus resultiert gleichzeitig eine enorme Erhöhung der CO2-Emissionen. Dieser Anstieg ist teilweise durch das sehr spezielle Raumklima in den Ausstellungsräumen der Ludwigsgalerie zu erklären. Es muss ganzjährig eine Temperatur von 20 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent gewährleistet werden. Darüber hinaus stammt die Heizungsanlage bereits aus dem Jahr 1988 und muss daher erneuert bzw. saniert werden.
Aus diesen Gründen wurde Ende 2017 beim Lehrstuhl für Energietechnik der Universität Duisburg-Essen eine Studie zur Simulation alternativer Energieversorgungsvarianten für das Schloss Oberhausen in Auftrag gegeben. Ziel dieser Studie war es, verschiedene konventionelle und regenerative Strom- und Wärmeversorgungsvarianten darzustellen, um einen möglichst CO2-emissionsarmen und kosteneffizienten Betrieb, im Vergleich zur aktuellen Versorgungssituation, gewährleisten zu können.
Als Ergebnis dieser Studie wird die Installation eines Blockheizkraftwerks (BHKW) zur gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung im Schloss Oberhausen empfohlen. Hierdurch wird neben einer Erhöhung der Anlagen- und Energieeffizienz vor allem eine Verbrauchs- und Bedarfsminderung erzielt. Nach derzeitigem Stand, entspricht diese Verbrauchsminderung einer jährlichen Energiekosteneinsparung in Höhe von ca. 46.000 Euro. Gleichzeitig beträgt die dynamische Amortisationszeit für die Installation dieser Anlage lediglich 3,65 Jahre. Es ist mit einer Reduktion der CO2-Emissionen von 137 t / Jahr (bei Betrachtung des BRD-Mixes) zu rechnen.
Vor der Installation eines BHKW, sollte laut der Studie jedoch die Umsetzung weiterer Energieeinspar- bzw. Effizienzmaßnahmen (Lüftungsanlage, Kältemaschine etc.) realisiert werden. Diese führen in naher Zukunft zu einer gravierenden Reduktion des Strom- und Wärmebedarfs. Bedingt durch die Einsparmaßnahmen, wird eine begleitende und umfassende energetische Analyse durch hochauflösende Messungen von Strom- und Erdgasbezug in zeitlicher und örtlicher Auflösung nachdrücklich empfohlen.
Erst mit der Umsetzung dieser Effizienzmaßnahmen und einer umfassenden Datengrundlage, die über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstellt werden sollte, kann ein entsprechendes BHKW detailliert ausgelegt und simuliert werden.
Erste Einsparmaßnahmen bezüglich der Luftqualitätssensorik sind bereits freigegeben worden und befinden sich in der Umsetzung. Im nächsten Schritt müssen nach und nach weitere Maßnahmen folgen, wobei die dringendste Aufgabe im Bau eines neuen Umluft-Kanals besteht. Mit dieser vorbereitenden Maßnahme werden alleine schon Energieeinsparungen von ca. 450.000 kWh erreicht, was ca. 18 % des Gesamtverbrauchs entspricht. Daraus resultieren CO2-Minderungen von ca. 82 t/a sowie Energiekosteneinsparungen von ca. 40.000 € im Jahr (Zusätzlich zu den Einsparungen aus einem BHKW). Die Amortisation beträgt ca. 2 Jahre.
Nutzung von Ökostrom
Mit dem Ratsbeschluss vom 18.12.2017 wurde beschlossen, dass die Energieversorgung der städtischen Gebäude und Einrichtungen (z. B. Ampelanlagen, öffentliche Beleuchtung, Brunnenanlagen usw.) der Stadt Oberhausen zur nächsten Ausschreibung des Strombezuges auf zertifizierten Ökostrom umgestellt werden soll.
Da der Begriff Ökostrom nicht geschützt ist und der Ratsbeschluss an dieser Stelle keine detaillierteren Anforderungen vorsieht, wurden folgende bei der Ausschreibung zu stellende Anforderungen von den Klimaschutzmanagern definiert:
a) Strom aus erneuerbaren Energien, mit einem Anteil von max. 67 % aus Altanlagen und mind. 33 % aus Neuanlagen, die nicht älter als sechs Jahre sind.
b) Der Stromanbieter investiert einen Betrag von mindestens 0,1 Ct/kWh in den Bau von Erneuerbare-Energien-Anlagen oder in Maßnahmen zur Förderung der Energiewende bzw. des Klimaschutzes.
Die aufgestellten Anforderungen orientieren sich an den Förderbedingungen des Landes NRW für Elektromobilität, sowie am Leitfaden des Bundesumweltamtes zur Beschaffung von Ökostrom für öffentliche Auftraggeber.
Die Nutzung von Ökostrom und damit der Ausbau erneuerbarer Energien leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und tragen zur Versorgungssicherheit sowie zur Vermeidung von Rohstoffkonflikten bei. Gleichzeitig nimmt die Stadt Oberhausen eine Vorbildfunktion gegenüber den Bürger/innen ein.
Einrichtung eines Klimaschutzfonds
Im Rahmen der Initiierung von Energieeinsparprojekten in städtischen Gebäuden, durch den Fachbereich Klima- und Ressourcenschutz der Stadt Oberhausen, fallen Kosten für die Vorfinanzierung von Simulationen und Gutachten zur Beurteilung von Energieeinsparmaßnahmen an (Beispiel BHKW Schloss Oberhausen). Grundlegende Voraussetzung für diese Gutachten ist jedoch eine umfangreiche Datenerfassung. Bereits die Datenerfassung ist in vielen Fällen mit Kosten verbunden. Um die nötige Datenqualität zu erhalten, ist beispielsweise die Anschaffung und Installation von sogenannten Datenloggern zur Aufzeichnung differenzierter Daten notwendig. Finanzielle Engpässe verhindert oft, dass sinnvolle Gutachten sowie Messinstrumente und somit Investitionen zum Energiesparen kurzfristig durchgeführt werden können.
Zur Finanzierung dieser Kosten wurde in den Haushalt 2019 ein Budget von 10.000€ bereitgestellt.
Zur Vermeidung von Investitionskosten für die eigentliche Umsetzung der Energieeinsparprojekte kann wahlwiese ein Contracting mit externen Energiedienstleistern vereinbart werden. Durch die somit angestoßenen Energieeinsparprojekte werden finanzielle Entlastungen des Haushaltes erreicht. Ein prozentualer Anteil dieser Energiekosteneinsparungen sollte - vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung durch die politischen Gremien - diesem Fonds jährlich für die Umsetzung weiterer Projekte zur Verfügung gestellt werden.
Beitritt zum Konvent der Bürgermeister
Die Stadt Oberhausen ist im letzten Jahr dem Konvent der Bürgermeister beigetreten. Diesem gehören aktuell mehr als 6.000 Kommunal- und Regionalverwaltungen in 57 Ländern an. Kernpunkt ist eine Erklärung, in der sich die Kommunen u.a. dazu verpflichten, über die Klimaziele der EU hinauszugehen und in ihrem jeweiligen Gebiet die CO2-Emissionen durch Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien um mehr als 40 % bis zum Jahr 2030 zu reduzieren. Zusätzlich zu den Verpflichtungen enthält der Konvent aber auch Zusagen der Europäischen Union an die Kommunen, so dass bspw. eine Mitsprache bei der Gestaltung der Klimaschutzpolitik und der Ausgestaltung von Fördermaßnahmen möglich ist. Eine Mitgliedschaft erweist sich für die Umsetzung der kommunalen Klimaschutzziele als große Hilfe und ist für die Kommunen kostenfrei. Dadurch, dass Oberhausen bereits am european energy award (eea) teilnimmt und ein integriertes Klimaschutzkonzept umsetzt, lässt sich die Teilnahme am Konvent der Bürgermeister optimal mit den bereits laufenden Bemühungen verknüpfen.
european energy award (eea)
Nach dem im Jahr 2017 turnusmäßig durchgeführten externen Audit, welches Oberhausen mit 55,9 % der maximal möglichen Punktzahl erfolgreich abschließen konnte, hat der Umweltausschuss im Januar 2018 beschlossen, dass die Stadt Oberhausen beim Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) einen Antrag für eine weitere vierjährige Förderung (80%ige Förderquote) des european energy awards stellen soll. Nach der Bewilligung Mitte 2018 traf sich das Energieteam im Oktober, um sich zum aktuellen Stand der Projekte und dem weiteren Vorgehen auszutauschen. In der Folge wird es dann darum gehen, das vom Umweltausschuss am 07.09.2017 beschlossene energiepolitische Arbeitsprogramm mit insgesamt 31 Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen. Da die Erstellung des Arbeitsprogramms eng mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept verbunden war, waren die Klimaschutzmanager als Teil der Arbeitsgruppe maßgeblich an dem Prozess beteiligt.
Klimafreundliche Beschaffung
- Aufstellung des neuen Druckerkonzeptes in Kombination mit dem flächendeckenden Einsatz von Recyclingpapier
Nachdem Ende des Jahres das neue Druckerkonzept für die Stadtverwaltung umgesetzt werden konnte und dadurch die Anzahl der Geräte insgesamt mehr als halbiert wurde, konnte auch die flächendeckende Einführung von Recyclingpapier in Abstimmung mit dem strategischen IT-Management weiter vorbereiten werden. Geplant ist aktuell eine Einführung im zweiten Quartal 2019.
- Altbausanierung und Energieeinsparung
Masterplan Klimaschutz
Die Stadt Oberhausen hat auf Initiative des Klimaschutzmanagements in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr/Oberhausen eine Vereinbarung in Form eines gemeinsamen Masterplans Klimaschutz geschlossen. Ziel ist es, Klimaschutzaktivitäten im Stadtgebiet gemeinsam und zielgerichtet anzugehen und eine deutliche CO2-Einsparung zu erreichen.
Mit der Vereinbarung soll ein Schulterschluss mit den lokalen Partnern vor Ort erzielt und somit eine Motivation und Begeisterung für die Senkung des Energieverbrauchs erzeugt werden. Gleichzeitig soll durch die enge Zusammenarbeit eine Sensibilisierung der Verbraucher/innen sowie der Eigentümer/innen für Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht werden. Die Handwerksunternehmen wollen den energiewirtschaftlichen Systemwechsel in technischer, logistischer, betriebswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht aktiv mitgestalten. Hierfür bringen sie ihre Kompetenzen in den Bereichen Energieeinsparung, Modernisierung von Gebäuden und Gebäudetechnik sowie Mobilität ein.
Der Masterplan Klimaschutz hat zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren. Für diesen Zeit-raum wurde ein gemeinsames Handlungskonzept erarbeitet, das Schwerpunktsetzungen bis Ende 2020 vornimmt. Das Handlungskonzept wird dann jährlich nach einer Evaluation der Aktivitäten fortgeschrieben. Die Ergebnisse werden in regelmäßigen Abständen der Öffentlichkeit präsentiert.
Die folgenden Themenfelder sollen in Zukunft gemeinsam bearbeitet werden:
- Betriebliche Optimierung der Energie- und Ressourcenverbräuche
- Umsetzung eines Sanierungsmodellprojekts durch das Handwerk
- Aufbau einer Lernpartnerschaft zwischen der Stadt Oberhausen, dem Handwerk und weiteren interessierten Baubeteiligten
- Beratungskampagne Oberhausen
- Best Practice Beispiele in Oberhausen
- Mobilität
Stromspar-Check
Die fünf für Oberhausen zuständigen Stromsparhelfer, die seit Ende 2017 über eine Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bei den PIA-Stadtdiensten im Rahmen des Projekts „Stromspar-Check“ angestellt sind, konnten mittlerweile über 300 kostenlose Energieberatungen in einkommensschwachen Haushalten durchführen. Die Bewerbung der Aktion wird zum einen mit Hilfe eines wöchentlich im Foyer des Jobcenters aufgebauten Informationsstandes und zum anderen über gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement durchgeführte öffentlichkeitswirksame Bürgerveranstaltungen organisiert.
Da die aktuelle Förderphase am 31. März 2019 ausläuft, wird in Kürze entschieden, ob das bisher erfolgreiche Projekt mit Hilfe einer weiteren Förderung durch das BMUB fortgesetzt werden kann.
AltBauNeu
Im Rahmen der gemeinsamen Initiative von Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen werden Bürger/innen und Gebäudeeigentümer/innen zur sinnvollen Umsetzung von Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung beraten. Ein zentrales Element der Kampagne ist der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Daher wird der Internetauftritt fortwährend aktualisiert und verbessert. Des Weiteren wurde über die bereits bestehenden Informationsbroschüren hinaus, eine neue Broschüre zum Thema „Behaglichkeit durch Wärmedämmung“ herausgegeben. Diese liegen an zentralen Stellen im Stadtgebiet aus und werden von den entsprechenden Partnern an interessierte Bürger/innen weitergegeben.
Ressourceneffiziente Gewerbegebiete
Das Projekt „Ressourceneffiziente Gewerbegebiete“, welches von der Business Metropole Ruhr GmbH in zehn Städten des Ruhrgebiets ins Leben gerufen wurde, ist in Oberhausen im März 2018 gestartet. Ziel ist es, Unternehmen in einem ausgewählten Gewerbegebiet dafür zu sensibilisieren, dass ein sparsamer Einsatz von Energie und anderen Ressourcen nicht nur die Umwelt schützt, sondern auch Kosten sparen kann. Dies ist zwar oftmals schon bekannt, wenn dann jedoch versucht wird, die Theorie in die betriebliche Praxis zu überführen, steht man schnell vor einer Reihe von Fragen:
- Wo sind welche Einsparpotenziale vorhanden - welche Maßnahmen passen zu meinem Betrieb?
- Lohnt es sich, einzelne Maßnahmen gemeinsam mit anderen Unternehmen anzugehen?
- Was kostet es und wie schnell amortisiert sich das Ganze?
- Gibt es Fördermittel, die es einfacher machen, die nötigen Investitionen zu stemmen?
Zur konkreten Beantwortung dieser Fragen sind die Unternehmen aus dem Gewerbegebiet „Am Technologiezentrum“ dazu eingeladen worden, sich exemplarisch vom Fraunhofer-Institut UMSICHT und weiteren Fachexperten (bspw. der Effizienz-Agentur NRW, der Emschergenossenschaft, der Energieversorgung Oberhausen AG oder dem Klimaschutzmanagement der Stadt) aus dem Pilotprojekt beraten zu lassen und darauf basierend ein zugeschnittenes Dienstleistungsangebot zu entwickeln. Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten zeigen, dass je nach Größe des Betriebes bis zu 40.000 € / Jahr / Unternehmen, bzw. ca. 140 t CO2 / Jahr / Unternehmen eingespart werden können.
Nach Beendigung des Projekts Ende März 2019 soll das Beratungsangebot möglichst verstetigt werden.
- Klimafreundliche Mobilität
Mobilitätspartnerschaft
Die Stadt Oberhausen hat nach dem Vorbild der Stadt Düsseldorf eine Mobilitätspartnerschaft mit der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer und der Kreis-handwerkerschaft abgeschlossen. Die gemeinsamen Anstrengungen von Kommune und Wirtschaft haben das Ziel, die Luftqualität im Stadtgebiet zu verbessern und eine umweltgerechte Mobilität zu fördern. Um dies zu erreichen, wird innerhalb der Partnerschaft ein gemeinsames Netzwerk aufgebaut, in dem sich die teilnehmenden Unternehmen miteinander austauschen können, um dann eigene Ziele für das jeweils kommende Jahr zu formulieren. Im Gegenzug erhalten sie Informationen zu effizienten und CO2-armen Verkehrsmitteln sowie zu aktuellen Fördermöglichkeiten. Sowohl die Handwerkskammer als auch die Industrie- und Handelskammer wollen im Rahmen der Mobilitätspartnerschaft zudem ihre Fortbildungsaktivitäten verstärken. In Workshops und Konferenzen werden die Chancen der Unternehmen zusammen mit Best-Practice Beispielen vorgestellt.
Das Klimaschutzmanagement wird die Arbeit der Geschäftsstelle wesentlich unterstützen und die Zusammenarbeit vorantreiben. Zusammen mit den Kammern und der Kreishandwerkerschaft wird die Partnerschaft bekannt gemacht, sowie der Aufbau des Netzwerks umgesetzt.
Die gemeinsamen Ziele sollen zeitnah im Rahmen unterschiedlicher Aktivitäten umgesetzt werden:
- Effiziente und umweltgerechte…
- … Gestaltung der Fuhrparks von Stadt und Unternehmen.
- … Geschäftsreisen von Stadt und Unternehmen.
- … Arbeitswege der Mitarbeiter/innen der Stadt und der Unternehmen.
- … Wirtschafts- und Lieferverkehre.
- Erarbeitung und Umsetzung weiterer Aktivitäten, die zur Verbesserung der Luftqualität in Oberhausen beitragen.
Mitglied im Netzwerk können alle Unternehmen der Initialpartner werden, die sich zur effizienten und umweltgerechten Mobilität in ihrem Betrieb bekennen und sie in ihrer Unternehmensphilosophie verankern. Dies soll in alle betrieblichen Bereiche hineinwirken - von den Arbeitswegen der Beschäftigten über Geschäftsreisen bis hin zur eigenen Fahrzeugflotte und den Lieferverkehren. Die Partnerschaft verzichtet dabei auf Vorschriften und Verbote und setzt vielmehr konsequent auf Freiwilligkeit und Selbstbindung. Einzige Verpflichtung ist eine jährliche Berichtspflicht zum Stand der geplanten Aktivitäten. Darüber hinaus müssen für das nachfolgende Jahr weitere Ziele festgelegt werden. Die Vereinbarung gilt zunächst bis zum 31.12.2021.
Mobilitätskarte
Um den Bürger/innen und Pendler/innen anschaulich und möglichst einfach abrufbar die bereits bestehenden Mobilitätsangebote (bspw. E-Ladesäulen, metropolradruhr-Stationen, P+R Parkplätze oder Radboxen) innerhalb des Stadtgebiets zugänglich machen zu können, hat das Klimaschutzmanagement im letzten Jahr eine Online-Mobilitätskarte veröffentlicht, die unter auf der Startseite der städtischen Homepage verlinkt ist. Die Daten werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert, um die Nutzer/innen stets zeitnah über neue Angebote im Stadtgebiet informieren zu können.
Elektromobilität
- Erarbeitung des Masterplans „Saubere Luft“
Auf Grundlage des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017-2020“ hat die Stadt Oberhausen im Februar 2018 auf Grundlage einer 100%igen Bundesförderung die PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) damit beauftragt, den Masterplan „Saubere Luft“ zu erstellen. Dieser wurde aufgrund der anhaltenden Grenzwertüberschreitungen bezogen auf Stickstoffdioxid (NO2) an der Mülheimer Straße erarbeitet, enthält verkehrliche Maßnahmen aus den fünf Themenfeldern Digitalisierung des Verkehrs, Vernetzung im öffentlichen Personennahverkehr, Radverkehr, Elektrifizierung des Verkehrs sowie Urbane Logistik und ist Voraussetzung für die Beantragung weiterer Fördermittel aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft 2017-2020“.
Im Rahmen des mehrmonatigen Erarbeitungsprozesses stand PwC in einem ständigen Austausch mit den beteiligten Fachbereichen der Stadtverwaltung. Das Klimaschutzmanagement war an der Erarbeitung von sieben der insgesamt 27 Maßnahmen beteiligt. Bei der Wirkungsweise der Maßnahmen ist zwischen der Verlagerung („restriktive Maßnahmen“ Mülheimer Straße) und der nachhaltigen Vermeidung von Schadstoffbelastungen („Mobilitätswende“) für das gesamte Stadtgebiet zu unterscheiden.
- Erstellung eines Ladesäulenkonzepts
Die Elektromobilität als Teil einer klimaschonenden und nachhaltigen Mobilität der Zukunft nimmt in Deutschland einen immer größer werdenden Platz ein. Zwar sind in Oberhausen erst wenige reine Elektrofahrzeuge (87, Stand: Oktober 2018) zugelassen, die Tendenz der letzten Jahre, sowie der Bundestrend sprechen aber für eine weitere Zunahme.
Neben der Umstellung der eigenen Flotte auf Elektromobilität, was nicht nur den Zielen des vom Rat verabschiedeten Klimaschutzkonzeptes entspricht, sondern langfristig auch zu Einsparungen im städtischen Haushalt führt und somit auf Dauer kostengünstiger ist, muss die Stadtverwaltung auch den Bürger/innen entsprechende Anreize über den Ausbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum bieten. Elektromobilität funktioniert nämlich nur, wenn man es als System begreift, wozu neben den Fahrzeugen auch die entsprechende Ladeinfrastruktur gehört.
Circa 85 % der Ladevorgänge finden aktuell im Privatbereich entweder zu Hause oder beim Arbeitgeber statt. Somit wird nur zu ca. 15 % im (halb-)öffentlichen Raum geladen. Dazu zählen Straßen, öffentliche Parkplätze, Einkaufszentren und Parkhäuser sowie Autobahnraststätten. Für eine Ausweitung der öffentlichen Ladeinfrastruktur stehen sicherlich die räumlichen Aspekte, also die konkrete räumliche Verortung der Standorte, im Vordergrund. Die Ladepunkte müssen einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und komfortabel zu bedienen sein. Um den Bedarf im Oberhausener Stadtgebiet genau ermitteln zu können und gleichzeitig die optimale Verortung der Ladesäulen inkl. Ladeleistungen und mögliche Bewirtschaftung der Ladeplätze zu bestimmen, hat das Klimaschutzmanagement im September einen Förderantrag zur Erstellung eines Ladesäulenkonzepts beim BMVI eingereicht. Bei einer entsprechenden Bewilligung ist eine Umsetzung im Laufe des Jahres 2019 geplant.
- Anschaffung von sechs Elektrofahrzeugen und entsprechender Ladeinfrastruktur
Fünf der sechs bereits 2017 über die NKI-Förderung der Klimaschutzmanager beantragten E-Fahrzeuge sind im Laufe des Jahres vom Kommunalen Ordnungsdienst und dem Umweltbereich angeschafft worden. Fördervoraussetzung war, dass die Fahrzeuge in den Besitz der Stadt übergehen und im Namen der Stadt angeschafft werden. Des Weiteren mussten alte konventionelle Fahrzeuge ausgetauscht werden. Wenn im MärZ 2019 auch das letzte E-Fahrzeug ausgeliefert wurde, führt die Umstellung insgesamt zu Einsparungen von ca. 14.000 € / Jahr bzw. rund 3.800 kg CO2 / Jahr (7.800 kg CO2 / Jahr bei der Nutzung von Ökostrom).
- Förderberatung für Privatpersonen und Unternehmen
Im letzten Jahr legten sowohl Landes- als auch Bundesministerien verschiedene Förderprogramme im Mobilitätsbereich auf. Vor allem an der Förderung von Elektrofahrzeugen und der zum Betrieb benötigten Ladeinfrastruktur im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020“ des BMVI bestand großes Interesse. Unter anderem haben das Oberhausener Gebäudemanagement (34 E-Fahrzeuge), die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (4 E-Fahrzeuge) und die Feuerwehr (4 E-Fahrzeuge) Förderanträge gestellt. Das Klimaschutzmanagement hat dabei im Vorfeld alle Akteure über die Förderbedingungen informiert und bei der Antragstellung unterstützt. Zusätzlich fanden Informationstermine für Taxiunternehmen und Pflegedienste statt. Des Weiteren gab es auch wieder zahlreiche Fragen zum „Umweltbonus“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, den Privatpersonen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen beim Kauf von E-Fahrzeugen in Anspruch nehmen können. Aber auch die Landesförderung „progres.NRW - Emissionsarme Mobilität“, bei der der Markthochlauf der Elektromobilität durch die Förderung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur beschleunigt werden soll, war bei Privatpersonen und Unternehmen in Oberhausen stark nachgefragt.
Radverkehrsförderung
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Alltagsmobilität. Dabei sollen vor allem Alternativen zum motorisierten Individualverkehr, wie der Radverkehr kontinuierlich im Rahmen verschiedener Maßnahmen gefördert werden.
- Nutzung von drei Pedelecs für Dienstfahrten
Zusätzlich zu den Fahrrädern des Verleihsystems „metropolradruhr“, können die Mitarbeiter/innen des Technischen Rathauses in Sterkrade drei Pedelecs für Dienstfahrten nutzen. Diese werden vom Klimaschutzmanagement verliehen, ersparen die häufig schwierige Parkplatzsuche und fördern gleichzeitig die Gesundheit. Im letzten Jahr waren die elektrisch betriebenen Räder vor allem beim kommunalen Ordnungsdienst, der Verkehrsplanung und dem Umweltbereich sehr gefragt.
Die Klimaschutzmanager werden die Bekanntheit dieses Angebots zukünftig weiter steigern und bei Bedarf auch die Anzahl der Pedelecs weiter erhöhen. Ziel ist es, die Mitarbeiter/innen für klimafreundliche und umweltschonende Mobilitätsformen im Arbeitsalltag zu sensibilisieren.
Aktionen
Um den Radverkehr in bestimmten Zeiträumen nochmal besonders in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, werden jedes Jahr verschiedene Mitmach-Aktionen organisiert. Ein Beispiel ist die dreiwöchige Aktion „STADTRADELN“, an der sich Oberhausen im letzten Jahr zum vierten Mal in Folge beteiligt hat. Mit 593 Teilnehmern/innen in 57 Teams, die insgesamt 146.605 km geradelt sind, konnte wieder ein neuer Kilometer-Rekord aufgestellt werden. Die letztjährige Bestmarke wurde dabei nochmal um 17.411 km übertroffen werden.
Im Rahmen einer weiteren Aktion beteiligte sich das Klimaschutzmanagement zusammen mit der Verkehrsplanung, wie im letzten Jahr, an der Liricher Fahrradbörse. An einem Informationsstand wurden bspw. mit den Bürgern/innen Schwachstellen im Oberhausener Radwegenetz und mögliche Lösungsansätze diskutiert, sowie die neue Radabstellanlage am Bahnhof Sterkrade vorgestellt.
- Klimafolgenanpassung
Überprüfung der Möglichkeiten von Dachbegrünungen auf öffentlichen Gebäuden
Im Jahr 2018 wurde vom Klimaschutzmanagement die Möglichkeit von Dachbegrünungen auf öffentlichen Gebäuden überprüft. Grundlage für die Potenzialanalyse städtischer Gebäude für eine Dachbegrünung, ist das onlinebasierte Gründachkataster des Regionalverbands Ruhr (RVR). Dieses ermöglicht es zum Beispiel eingesparte Abwassermengen, die CO2-Absorption, den gehaltenen Feinstaub pro Jahr, sowie die Erstellungskosten abzuschätzen.
Für die Potenzialanalyse wurden sowohl die im städtischen Besitz befindlichen Gebäude, als auch die des Oberhausener Gebäudemanagements GmbH (OGM GmbH) betrachtet. Als Begrünungsart wurde eine extensive Begrünung mit gering aufbauenden Pflanzen wie beispielsweise Moosen, Kräutern und Gräsern mit einer Substratdicke von 10 cm angenommen. Dieser Aufbau gewährleistet den geringsten Pflegeaufwand und die kleinstmögliche statische Belastung der Dachflächen.
Durch Verschneidung der Daten des Gründachdachkatasters mit denen der städtischen Gebäude wurde eine grobe Potenzialanalyse erstellt. Diese gibt einen ersten Überblick über das Nutzungspotenzial städtischer Dächer.
Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass circa 230 Dachflächen von 160 städtischen Liegenschaften potenziell zur Begrünung geeignet sind. Dies entspricht insgesamt einer Dachfläche von circa 110.000 m². Durch die Begrünung dieser Dachflächen können folgende Vorteile erzielt werden:
Zurückgehaltene Regenmenge | 45.000 m³/ Jahr |
Einsparung Niederschlagswassergebühren | 75.000 € / Jahr |
Gebundener Feinstaub | 1.200 kg / Jahr |
Gebundene CO2-Emissionen | 120.000 kg/ Jahr |
Die durchgeführte Analyse zum Dachbegrünungspotenzial städtischer Gebäude zeigt, dass circa 50 % der zugehörigen Dachflächen, vorbehaltlich einer Statikprüfung, gut zur Installation von extensiver Dachbegrünung geeignet sind. Durch die Begrünung dieser kommunalen Dachflächen kann ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Erreichen der städtischen Klimaschutzziele geleistet werden. Neben den ökologischen Vorteilen, bietet ein begrüntes Dach langfristig finanzielle Einsparpotenziale bedingt durch eine verbesserte Dämmwirkung, eine durch die Begrünung verlängerte Lebenserwartung des Daches sowie die Reduzierung der Niederschlagswassergebühren um 50%. Durch die Begrünung von städtischen Dächern kann die Stadt Oberhausen Vorbild sein und einen starken Einfluss auf die Akzeptanz von Dachbegrünungen bei privaten Bauherren, Investoren und Planern nehmen.
european energy award plus (eea plus)
Im April wurde erstmalig der European Climate Adaption Award (eca) verliehen. Als eine der bundesweit zwölf Pilotkommunen wurde die Stadt Oberhausen für die erfolgreiche Teilnahme am Modellversuch eea-plus durch die damalige NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking ausgezeichnet.
Im Gegensatz zum eea befasst sich der eea-plus mit den Folgen des Klimawandels. Das Ziel des Instruments ist es, die Anforderungen der Klimafolgenanpassung systematisch in die kommunalen Strukturen und Planungen zu integrieren, um dann kontinuierlich die individuell erforderlichen Aktivitäten anzustoßen. Dabei steht die Sensibilisierung der Verwaltung und der Stadtöffentlichkeit hinsichtlich der Risiken und Möglichkeiten des Klimawandels für die zukunftsfähige Stadtplanung und -gestaltung im Vordergrund. Unter Berücksichtigung der vorgegebenen Handlungsfelder wurden mit Hilfe eines Arbeitsprogramms erste konkrete Schritte für die nächsten fünf Jahre geplant und durch einen Beschluss des Umweltausschusses gestützt.
Trotz aller Bemühungen wird die Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels und die Anpassung an veränderte Wetterbedingungen zukünftig ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Klimaschutzmanagements bleiben. Häufiger auftretende Starkregenereignisse und eine erhöhte Anzahl von heißen Tagen, die gerade in stark bebauten Bereichen zu Hitzeinseln führen, werden die Oberhausener Bürger/innen auch zukünftig begleiten. Daher wird es darauf ankommen, schnellstmöglich Maßnahmen zu realisieren, die die Gefahren des Klimawandels zumindest auf kommunaler Ebene abmildern. Die Teilnahme am Modellversuch eea-plus war ein weiterer Schritt, um anfällige Bereiche im Stadtgebiet zu identifizieren und durch entsprechende Maßnahmen die klimagerechte Gestaltung unseres Lebensraumes und der Infrastruktur voranzutreiben.
Zur Weiterführung dieser Aktivitäten wurde auf Grundlage eines Beschlusses des Umweltausschusses vom 07.09.2017 ein Förderantrag zur Erstellung eines Klimaschutzteilkonzepts „Anpassung an den Klimawandel“ eingereicht. Dieses soll im Laufe des Jahres 2019 mit Hilfe eines externen Büros erarbeitet werden.
- Einsatz Erneuerbarer Energien
Solar-Ausbau-Initiative Solarmetropole Ruhr
Das Regionale Klimaschutzkonzept des Regionalverbands Ruhrgebiet (RVR) hat ein großes Potenzial zur CO2-Reduzierung im Bereich der Nutzung von Solarenergie auf Dach- und Freiflächen identifiziert und für dessen Erschließung die Umsetzungsstrategie „Ausbau-Initiative Solarmetropole Ruhr“ entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein zweijähriges Kooperationsprojekt des RVR, des Handwerks in der Region Ruhr, den Kreishandwerkerschaften, der Energieagentur.NRW, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, sowie 15 Pilotkommunen.
Bereits seit dem Jahr 2018 wird das Projekt gemeinsam vorbereitet. Die eigentliche Projektphase erstreckt sich vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2020.
Unter anderem werden folgende Bausteine umgesetzt:
- Untersuchung kommunaler Dachflächen hinsichtlich ihrer Eignung für Photovoltaik-Anlagen und Umsetzung von Pilotprojekten entsprechend der finanziellen Möglichkeiten Handwerk sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit.
- Ermittlung von geeigneten Quartieren für die Umsetzung.
- Konzeption, Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen in der Kommune, sowie in den ausgewählten Quartieren; möglichst gemeinsam mit dem lokalen/regionalen Handwerk und ggfs. der Verbraucherzentrale NRW.
- Marketingmaßnahmen im Rahmen der Ausbau-Initiative (z.B. Pressearbeit, Druck/Auslage/Versand von Flyern, etc.).
- Beteiligung an der Evaluation
Durch ein umfangreiches Maßnahmen-, Kampagnen- und Beratungsprogramm soll die Handlungsbereitschaft von Gebäude- und Flächeneigentümern u.a. in Oberhausen für die Installation von Solaranlagen erhöht und die Hebung des Solarpotentials nachhaltig angestoßen werden. Eine zielführende Ansprache und Sensibilisierung kann auf der lokalen Ebene durch die Stadt Oberhausen und insbesondere durch Handwerker vor Ort erfolgen. Zudem zielt die enge Kooperation mit dem Handwerk Region Ruhr auf die Hebung von Wertschöpfungspotenzialen in den mitwirkenden Kommunen ab und verfolgt das Ziel, die kleinteilige Wirtschaftsstruktur des Handwerks in ihrer Rolle als Klimaschutzdienstleister langfristig zu stabilisieren und zu fördern.
Öffentlichkeitsarbeit
Earth Hour
Im vergangenen Jahr fand die WWF Earth Hour, die mittlerweile weltweit größte Aktion für mehr Klima- und Umweltschutz, zum siebten Mal in Folge in Oberhausen statt. Zusätzlich zu den bereits etablierten Partnern (Gasometer, Schloss Oberhausen, Solarpyramide auf dem evo-Turm, städtische Rathäuser,) nahmen im letzten Jahr auch einige neue Teilnehmer, wie beispielsweise der Aquapark, das Metronom-Theater oder der RWW Wasserturm an der Mülheimer Straße teil.
Die Earth Hour sendet ein wichtiges Signal, dass Jede/r mehr für den Klimaschutz tun sollte. Daher ist das Ziel des Klimaschutzmanagement, die Oberhausener Bürger/innen dafür zu motivieren, auch weit über die sechzigminütige Aktion hinaus, ganzjährig umweltfreundlicher und nachhaltiger zu leben und zu handeln, um die klimaschädlichen CO2-Emissionen zu reduzieren.
Klimabildung
- Klima-Kitakisten
Das Klimaschutzgesetz NRW fordert, dass „das Verständnis der Bevölkerung für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen unter anderem durch Bildung, Ausbildung, Information, Beratung und Motivation gesteigert werden soll“ (Klimaschutzgesetz vom 23.01.2013, §4). Um eine Bereitschaft bei den Bürgern/innen zu entwickeln, ihre Verhaltensweisen zu ändern, müssen sie schon möglichst früh lernen, welche Auswirkungen ihr Alltagshandeln, bspw. in den Bereichen Mobilität, Abfall oder Ernährung auf die Umwelt hat. Entsprechend haben die Klimaschutzmanager vier Klima-Kitakisten angeschafft, die kostenlos bei der Stadt ausgeliehen werden können und unter anderem Malbücher, Arbeitshefte, Spiele und einfache Messinstrumente enthalten. Mit Hilfe dieses Angebots sollen Kinder schon früh spielerisch an Umweltthemen herangeführt werden und entsprechend sensibilisiert werden. Aus der Kita nehmen sie ihr erlerntes Wissen mit in den Familienalltag und hinterfragen dort gelebte Routinen.
- KlimaReise
Im Juli 2018 fand in Oberhausen zum zweiten Mal die KlimaReise statt. Dieses mittlerweile in mehreren NRW-Kommunen etablierte Veranstaltungsformat führt Schüler/innen außerhalb der Klassenräume praktisch an den wichtigen Themenbereich Klimaschutz heran. Gleichzeitig bekommen die Jugendlichen in den Betrieben praxisnah Ausbildungsberufe vorgestellt, die sie langsam auf das Berufsleben vorbereiten sollen. Die teilnehmenden Betriebe, die sich allesamt bereits seit Längerem konkret für den Klimaschutz einsetzen, haben wiederum die Möglichkeit, ihr vorbildliches Handeln nach außen zu tragen.
In Oberhausen beteiligte sich die Klasse 9 d der Heinrich-Böll Gesamtschule mit insgesamt 31 Schüler/innen. Die „Reisegruppe“ besuchte insgesamt drei Unternehmen (Elektro Koppen GmbH, Energieversorgung Oberhausen AG und AQUApark Oberhausen GmbH) und bekam dort u. a. die Themenfelder Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität nahegebracht. Unterstützt wurde die Aktion von den Stadtwerken Oberhausen (STOAG), die einen Elektrobus kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Außerdem unterstützen sechs Studenten/innen der Hochschule Ruhr-West im Rahmen ihres Moduls „Projektmanagement“ das Projekt in der Vorbereitungs-, Umsetzungs- und Evaluierungsphase.
Pressearbeit
Der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist weiterhin einer der wichtigsten Instrumente, um Informationen zu transportieren und Bürger/innen für Klimaschutzthemen zu sensibilisieren. Daher werden weiterhin kontinuierlich Artikel für die Tagespresse und das Stadtmagazin Oh! veröffentlicht, um aktuelle Themen und Veranstaltungen bekannt zu machen.
Veranstaltungen/Events
- Elektromobilitätstag
Im September fand als Teil des Aktionswochenendes der Klima Challenge RUHR, sowie im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche der 1. Oberhausener Elektromobilitätstag für Bürger/innen auf dem Martha Schneider-Bürger Platz am Technischen Rathaus in Sterkrade statt. Alle Interessierten konnten sich umfassende Informationen zum gesamten Themenkomplex der Elektromobilität einholen. Dabei gab es nicht nur die Möglichkeit kostenlos E-Roller, E-Bikes (Pedelcs, E-(Lasten-)Räder) und E-Fahrzeuge zu testen, sondern es standen auch alle relevanten Akteure aus Oberhausen, wie bspw. der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (Ausbau Radwege und Lastenräder), die Energieversorgung Oberhausen AG (E-Fahrzeug Schnuppermiete, E-Roller-Sharing), der Klimaschutzbereich der Stadtverwaltung (Klima Challenge RUHR, Mobilitätskarte, Radabstellanlagen), die Stadtwerke Oberhausen AG (E-Busse, ÖPNV-Angebot), die Verbraucherzentrale (Elektromobilität und Photovoltaik) sowie verschiedene Oberhausener Autohäuser und Fahrradläden für Fragen aller Art zur Verfügung. Für eine entsprechende Anreise zur Veranstaltung bot die STOAG allen Bürgern/innen die Möglichkeit, kostenlos die beiden Elektrobuslinien 962 und 966 zu nutzen.
Als besonderes Highlight war außerdem die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) aus Berlin vor Ort, die im Namen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur das Starterset Elektromobilität an Umweltdezernentin Frau Lauxen überreichte. Dieses wird an Kommunen verliehen, die das Thema Elektromobilität offensiv vorantreiben und sich auch öffentlich dazu positionieren. Es ist eine Wertschätzung für das Engagement der Kommune direkt vom Ministerium aus Berlin.
Insgesamt wurden über die vier Stunden Dauer der Veranstaltung rund 850 Besucher/innen gezählt.
- Schimmelberatungstag
Im Februar 2018 fand in Oberhausen erstmals ein kostenloser Schimmelberatungstag statt. In Kooperation mit den Fachbereichen Gesundheitswesen und Wohnungsaufsicht, der Maler- und Lackiererinnung Oberhausen, dem Mieterverein Rhein-Ruhr, Haus & Grund Oberhausen, der evo AG, der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW, sowie Bausachverständigen organisierte das Klimaschutzmanagement im Bert-Brecht-Haus eine Informationsveranstaltung, an denen die unterschiedlichen Experten Betroffene bei der Einordnung der Schäden helfen, verschiedene Anlaufstellen in Oberhausen vorstellen und Tipps zur Vorbeugung von Schimmelproblemen geben. Auf Grund der enormen Resonanz ist eine erneute Durchführung der gemeinsamen Beratung im Jahr 2019 bereits geplant.
- Unterstützung der Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale mit kostenlosen LED- Leuchten
Bei der gemeinsamen Aktion wurden Oberhausener Bürger/innen beim Energiesparen in ihren eigenen vier Wänden unterstützt.
Im Rahmen der Vor-Ort-Beratung durch die Energieberater der Verbraucherzentrale, dem sogenannten Basis-Check, konnten Interessierte ihren Strom- und Heizenergieverbrauch prüfen oder sich zum richtigen Heizen und Lüften beraten lassen. Neben Energieverbräuchen werden unter anderem Haushaltsgeräte, Lampen, Fernseher und Computer, aber auch die elektrischen Warmwasserbereiter und andere Stromverbraucher unter die Lupe genommen. Ziel ist es, individuelle Energiespartipps zu erarbeiten, die die persönlichen Gewohnheiten bezogen auf die Gerätenutzung, das Lüften und die Einstellungen der Heizkörper berücksichtigen.
Auf diese Weise erhalten Bürger/innen vor allem praxisnahe Tipps zum Energiesparen, mit denen sie gleichzeitig Geld sparen können. Die Energiespartipps werden in einem kurzen Bericht zusammengefasst und anschließend den Bürger/innen zur Verfügung gestellt.
Das Klimaschutzmanagement der Stadt Oberhausen hat dieses Angebot der Verbraucherzentrale gezielt unterstützt. Bürger/innen die sich in einem zweiwöchigen Aktionszeitraum für diese Form der Beratung angemeldet haben, bekamen gegen Vorlage des Beratungsberichts kostenlos vier LED-Leuchten. Auf diese Weise konnten Ratsuchende sofort beginnen Energie zu sparen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Resümee und Ausblick
Im letzten Jahr haben die beiden Klimaschutzmanager zum Abschluss der ersten Förderphase (2016 bis 2018) die Umsetzung der insgesamt 37 beantragten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept 2012 abgeschlossen bzw. soweit vorbereitet, dass eine Realisierung kurzfristig möglich ist. Wie bereits in den letzten beiden Jahren, soll mit diesem Bericht ein Überblick über die Ergebnisse 2018 gegeben werden.
Nach den ersten drei Jahren Engagement der Klimaschutzmanager kann ein sehr positives Fazit gezogen werden. Die Arbeit konnte bereits jetzt einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Oberhausen leisten. Allerdings zeigt die bisherige CO2-Bilanz, dass noch weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, um klimaschädliches Emissionen einzusparen. Hierbei bilden die Verpflichtungen, welche mit Eintritt in das Klima-Bündnis eingegangen wurden, das angestrebte Zielniveau. Dieses sieht eine Halbierung der CO2 pro-Kopf-Emissionen pro Einwohner bis 2030 - ausgehend vom Basisjahr 1990 von ca. 11 t - auf heute ca. 6 t vor. Tatsächlich aber bewegen sich die pro-Kopf-Emissionen trotz der im Bericht beschriebenen Maßnahmen und sinkender Tendenz, auch heute noch auf einem Niveau von ca. 7,5 t. Somit ist wie eingangs beschrieben, eine konsequente Weiterentwicklung und Initiierung von Klimaschutzmaßnahmen unerlässlich. Entsprechend haben die Klimaschutzmanager das Klimaschutzkonzept von 2012 fortgeschrieben und für die nächsten zwei Jahre insgesamt 29 weitere Maßnahmen formuliert. Diese wurden am 02.05.2018 zusammen mit der zweijährigen Weiterbeschäftigung der Klimaschutzmanager vom Rat beschlossen.
Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht informiert über die Aktivitäten der Klimaschutzmanager 2018. Nach Abschluss der ersten Förderphase konnten insgesamt 37 Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei wird deutlich, dass die Stadt Oberhausen trotz der erfolgreich initiierten und umgesetzten Maßnahmen, weitere Anstrengungen unternehmen muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Entsprechend wurde das Klimaschutzkonzept fortgeschrieben und die Stellen der Klimaschutzmanager um zwei weitere Jahre verlängert
