Berichtsvorlage - M/16/4222-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen hat am 13.06.2018 die Verwaltung mit der Überprüfung der Aufhebung des Durchfahrtsverbots auf der Herderstraße zwischen Schönefeld und Hilgenberg beauftragt (Drucksache Nr. A/16/3725-01). Ausschlaggebend sind Anwohner und Kleingartennutzer, die sich zunehmend beklagten, dass große Umwege gefahren werden müssen, um Dinge des Alltags erledigen zu können. Der Verkehr führt in der Regel dann über die Mülheimer Straße und sorgt dort für eine starke Lärmbelästigung bzw. Umweltbelastung der Anwohner.

 

Das Verkehrskonzept Schönefeld entstand 1992 und beinhaltete unter anderem die Durchfahrtsbeschränkung der Herderstraße. Die Strecke wurde häufig als Schleichweg zum Industriegebiet Heifeskamp genutzt, da die Strecke keine Lichtsignalanlagen hat. Die Durchfahrtsbeschränkung soll so dem erhöhten Verkehrsaufkommen entgegen wirken und die Strecke unattraktiv machen. Für eine bessere Anbindung nach Mülheim wurde der Harpener Weg ausgebaut.

 

Die Durchfahrtsbeschränkung erzeugt für Anwohner und besonders für Autofahrer, die aus dem Süden Oberhausens kommen, Umwege, so dass sie über die Eckstraße zur Herderstraße fahren müssen. Dadurch sind für Autofahrer die Fasia-Jansen-Gesamtschule, die Kindertagesstätte Unserer Lieben Frau sowie die Reitsportanlage am Bauernfeld schlechter zu erreichen. Umgekehrt ergeben sich auch für Anwohner Umwege, wenn sie zu den örtlichen Einkaufsmöglichkeiten gelangen wollen. Verlängerte Fahrwege belasten die Umwelt zusätzlich und erzeugen eine höhere Lärmbelastung für die Anwohner.

 

Nach Prüfung der Auswirkungen bei Aufhebung des Durchfahrtsverbots kommt die Verwaltung zu folgender Schlussfolgerung:

Neben den oben erläuterten Anliegen der Anwohner und Kleingartennutzer, bewirkt die Aufhebung des Durchfahrtsverbotes zudem geringere Fahrgeschwindigkeiten der Autos durch den aufkommenden Gegenverkehr.

 

Jedoch wirkt der Erhalt der Durchfahrtsbeschränkung dem Eltern-Bringverkehr zur Fasia-Jansen-Gesamtschule, sowie der Kindertagesstätte Unserer Lieben Frau und der Reitsportanlage am Bauernfeld entgegen. Hier steht besonders die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Kinder sollen die Straßen sicher überqueren und einen attraktiven Schulweg bestreiten können. Neben Bewegungsförderung durch zu Fuß gehen und Fahrradfahren soll auch die Nutzung des ÖPNV gefördert werden. Die Anbindung an den Bus (Haltestelle: Rolanddamm) sowie die Straßenbahn (Haltestelle: Hilgenberg) stehen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Das Viertel wird zudem verkehrlich entlastet und es entsteht weniger Lärm für Anwohner, Schüler, Sportler und Spielkinder.

 

Durch die Aufhebung der Durchfahrtsbeschränkung stellt sich der Schleichweg zum Industriegebiet Heifeskamp erneut als sehr attraktiv dar, besonders da es sich um eine lichtsignalanlagenfreie Route handelt.

 

Der Herderstraße steht eine Fahrbahnbreite von ca. 6,10 m zur Verfügung. Die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung würde eine Mindest-Straßenbreite von 5,50 m für den Begegnungsverkehr voraussetzen, so dass die Parkmöglichkeiten entfallen müssten.

 

Am 14.11.2018 fand in der Gaststätte des Kleingartenvereins an der Herderstraße eine Bürgerversammlung mit ca. 80 Personen statt. Die dabei anwesenden Anwohner haben sich für den Erhalt der Durchfahrtsbeschränkung ausgesprochen. Das Industriegebiet Heifeskamp ist seit den 90er-Jahren stark gewachsen, so dass auch der Durchgangsverkehr der ohnehin viel befahrenen Straße stark zunehmen würde. Darüber hinaus führt auch die hohe Verkehrsbelastung auf den umliegenden BAB zu zusätzlich erhöhtem Verkehr auf der Mülheimer Straße. Eine vermeintlich schnelle Abkürzung durch die Herderstraße würde zu höheren Verkehrsbelastungen führen und das Viertel belasten.

 

Ebenso steht für die Anwohner die Sicherheit der Kinder im Vordergrund. Es wurde vor allem betont, dass sich Kinder häufig draußen aufhalten und beispielsweise Fahrradprüfungen ablegen. Den Kindern muss ein Gefühl der Sicherheit vermittelt werden.

 

Bei der Verwaltung sind 61 schriftliche Einwände eingegangen, die sich gegen die Aufhebung der Durchfahrtsbeschränkung aussprechen.

 

Zusammenfassung und Gewichtung der Argumente

 

 

Bestehen lassen

 

 

Aufhebung

Verkehrssicherheit

+++

-

Geschwindigkeit

-

++

Parkraum

++

-

Umwege

-

+

Lärm

+

-

Bewegungs-/ Radverkehrsförderung

++

-

Verkehrsaufkommen im Quartier

-          Durchgangsverkehr

-          Erreichbarkeit

 

++

-

 

-

+

 

 

Die Verwaltung spricht sich nach Abwägung aller Argumente sowie einer entsprechenden Gewichtung für den Erhalt der Durchfahrtsbeschränkung aus.

 

Für eine klare Parkregelung wird auf der Herderstraße halbseitiges Hochbordparken angeordnet. Für den Radverkehr ist die Durchfahrt weiterhin frei.

 

 

 

Loading...