Berichtsvorlage - M/16/3973-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Beratungs- und Untersuchungsstelle für HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführung:
- Gesundheitswesen
- Bearbeitung:
- Cigdem Aksoy
- Verantwortung:
- Dr. Karbach
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sozialausschuss
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Kenntnisnahme
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30.10.2018
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Sachverhalt
Sachdarstellung
Die Beratungs- und Untersuchungsstelle für HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen (Sexually Transmitted Infections = STI) setzt mit ihrem Beratungs-, Test- und Aufklärungsangebot die gesetzlichen Aufträge nach §§ 3 und 19 des Infektionsschutzgesetztes (IfSG) sowie die §§ 6, 9, 15 und 23 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) für die Stadt Oberhausen um. Im Jahr 2017 nahmen das Beratungsangebot 346 Personen telefonisch oder per Mail wahr und 284 Personen ließen sich persönlich beraten. Über das kostenlose und anonyme Testangebot haben sich 284 Personen (181 Männer und 103 Frauen) auf HIV und/oder Syphilis testen lassen. Das Angebot der städtischen Beratungsstelle für Aufklärungsveranstaltungen in Schulen und außerschulischen Gruppen wurden im Jahr 2017 nicht wahrgenommen.
Im Oktober 2017 wurden die Ziele der Beratungs- und Untersuchungsstelle evaluiert und im Januar 2018 in einem Konzept festgeschrieben.
Die HIV- und STI- Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Oberhausen setzt sich zum Ziel, durch niederschwellige Beratungs- und Präventionsangebote den Oberhausener Bürger*innen bedarfsgerechte Informationen zu den Themenfeldern HIV, Aids, STI und Sexualität zu geben, sodass die sexuelle Gesundheit des Einzelnen gefördert und damit eine nachhaltige Eindämmung von HIV und STI unterstützt wird.
Im Bereich der Aufklärung werden sexualpädagogische Präventionsveranstaltungen für Schulen und außerschulische Gruppen angeboten. Diese sollen ein grundlegendes Wissen über HIV, Aids, STI, Sexualität, sexuelle Entwicklung und Verhütung vermitteln, um die sexuelle Gesundheit der Teilnehmenden zu fördern. Nur wer seine Rechte und seine Verantwortung kennt, kann sich bewusst präventiv verhalten, Missstände, Probleme, Infektionsrisiken oder auch Zeichen einer Erkrankung erkennen sowie Beratungs- und Behandlungsangebote finden und wahrnehmen. Das Angebot orientiert sich am Alter, an den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmenden und berücksichtigt die geschlechtliche, sexuelle und kulturelle Vielfalt. Neben der Wissensvermittlung zu den Themen HIV, Aids, STI, Sexualität, sexuelle Entwicklung und Verhütung sollen auch Medien- und kommunikative Kompetenzen zu diesen Themenfeldern erworben werden. Die erarbeiteten Informationen sollen dazu beitragen, das Selbstbestimmungsrecht der eigenen Sexualität zu bestärken und die Fähigkeit zu erlangen, dieses Recht auch zu nutzen. Für die Gestaltung der Veranstaltungen steht eine Vielzahl handlungsorientierter und sexualpädagogisch bewährter Methoden zur Verfügung.
Die anonyme, vertrauliche und kostenfreie Möglichkeit, sich zu den Themen HIV, Aids und STI beraten und gegebenenfalls auch testen zu lassen, ist von zentraler Bedeutung für die Erreichung der Zielsetzung und das Bindeglied zwischen Prävention und Versorgung. Durch das Aufdecken von Infektionen sollen Infektionsketten unterbrochen bzw. unterbunden werden. Mit bürgerfreundlichen Öffnungszeiten, einer zuverlässigen Erreichbarkeit und bedarfsgerechte Angebote soll den Bürger*innen ein niederschwelliger Zugang zu qualitätsgesicherte Testmöglichkeiten ermöglicht werden.
Im Bereich der Koordination werden die Grundlagen zur effektiven Steuerung der Arbeitsfelder Prävention und Beratung geschaffen. Dabei werden Bedarfe und die epidemiologische Situation analysiert und Projekte erarbeitet, vor-/ nachbereitet und umgesetzt. Seit Oktober 2017 wird für die Beratungs- und Untersuchungsstelle ein regionales und überregionales Netzwerk im Tätigkeitsfeld HIV, Aids, STI und Sexuelle Gesundheit aufgebaut. Die städtische Beratungs- und Untersuchungsstelle nimmt am Runden Tisch regionale Versorgung HIV (Teilnehmer*innen: Aidshilfe Duisburg/Kreis Wesel e.V., Gesundheitsamt Duisburg, HIV-Schwerpunktpraxis Dr. Kwirant, Gesundheitsamt Kreis Wesel, Aidshilfe Oberhausen/Mühlheim e.V.) teil, koordiniert das Netzwerk Sexualpädagogik Oberhausen und vertritt die Beratungsstelle am Runden Tisch Prostitution. Mit der Aidshilfe Oberhausen e.V. findet ein regelmäßiger fachlicher Austausch statt. Durch den guten Austausch wird vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit eng zusammengearbeitet und Projekte gemeinsam organisiert. Überregional wird an Landesarbeitsgemeinschaften und Fachtagungen der AIDS-/ STI-Fachkräfte und Koordinator*innen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in NRW teilgenommen. Seit Juli 2018 ist die Stelleninhaberin Mitglied des Sprecher*innenkreis der AIDS-/ STI-Fachkräfte und Koordinator*innen NRW. Die Aufgaben des Sprecher*innenkreises sind die Weiterentwicklung der AIDS-Präventions-, Beratungs-, Untersuchungs- und Versorgungskonzepte in den Kommunen sowie die (Weiter-)Entwicklung und Überprüfung einheitlicher Standards der Arbeit im Thema AIDS und sexuell übertragbare Infektionen (STI).
In Oberhausen haben im ersten Halbjahr 2018 347 Personen eine Beratung persönlich, telefonisch oder per Mail wahrgenommen. Es wurden 191 HIV-Tests durchgeführt und 106 Syphilis-Tests.
315 Schüler*innen haben an Präventionsveranstaltungen der Beratungsstelle teilgenommen. In insgesamt 23 Veranstaltungen wurden Schüler*innen der Jahrgangsstufe sechs, neun und acht sowie Schüler*innen von Internationalen Förderklassen und Berufsfachschulen erreicht.
