Berichtsvorlage - M/16/3779-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

 

Bezug

Beschluss des Sozialausschusses vom 03.11.1976

 

Sachdarstellung

 

Der Sozialausschuss hat in seiner Sitzung am 03.11.1976 beschlossen, für blinde Mitbürger/innen eine Tonbandzeitung herzustellen. Die Herstellung und Verbreitung wurde dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (heute Der Paritätische) durch Vertrag vom 28.11.1977 übertragen.

 

Der Paritätische hat diesen Vertrag fristgerecht zum 31.12.2018 gekündigt.

 

Die Gründe liegen im drastischen Rückgang der Bezieher/innen dieses Informationsformates. Diese sind auf 6 Personen geschrumpft. Die Ursache liegt einerseits in dem eingeschränkten Angebot (nur lokale Nachrichten) und den am Markt angebotenen technischen Möglichkeiten.

 

Inzwischen gibt es mobile Vorlesegeräte, die als zugelassenes Hilfsmittel über die Krankenkassen finanziert werden. Die Funke-Mediengruppe beispielsweise arbeitet hier mit der Firma F. H. Papenmeier GmbH & Co. KG zusammen. Diese bietet neben dem Vorlesegerät eine Zeitungsfunktion an, die einmalig 300 € kostet und vorher kostenfrei getestet werden kann. Diese 300 € könnten für bedürftige Bürger/innen über Sozialhilfe (Eingliederungshilfe) finanziert werden.

 

Für die Herstellung und den Vertrieb der Akustischen Wochenzeitung durch die Stadt Oberhausen sieht diese sich mangels Raum, Technik und Personal nicht in der Lage.

 

Der Paritätische teilte mit, dass außer der Stadt Mülheim an der Ruhr alle umliegenden Kommunen die Tonbandzeitung eingestellt hätten.

 

Eine Rückfrage beim örtlichen Blinden- und Sehbehindertenverein ergab, dass dieses Format der schnelllebigen Gesellschaft und dem technischen Stand nicht mehr genügt und damit die Erwartungshaltung der blinden Mitbürger/innen nicht bedienen kann. Die Nachrichten sind wegen der Herstellungs- und Vertriebsdauer vielfach veraltet. Die Kassettenform ist veraltet. Heute besitzen die blinden Mitbürger/innen Handys und PC, auch ältere. Diese sind mit Sprachausgabemöglichkeiten ausgestattet und bieten dem/r Nutzer/in ungleich vielfältigere Informationsmöglichkeiten. Auch von dieser Seite wird eine Fortführung der Tonbandzeitung nicht empfohlen.

 

Die Fachverwaltung erwägt unter Würdigung alle Umstände, einen Beschluss des Sozialausschusses einzuholen, dass die Tonbandzeitung ab 2019 nicht weiter hergestellt wird.

 

Vorab wird der Beirat für Menschen mit Behinderungen jedoch gebeten, den Sachverhalt zu diskutieren und der Verwaltung eine Empfehlung zur Zukunft der Akustischen Wochenzeitung zu geben.

 

 

 

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