Berichtsvorlage - M/16/3743-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachdarstellung

 

Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet hat in den letzten Jahren aus naturschutzfachlicher Sicht ein Pflege- und Entwicklungskonzept für die Rotbachaue im FFH Gebiete Hiesfelder Wald erarbeitet. Der Rotbach ist im Hiesfelder Wald naturnah ausgeprägt und ein landesweites Referenzgewässer für Sandbäche. Bachlauf und Uferzone sind ein wesentlicher Bestandteil des Naturschutzgebietes Hiesfelder Wald und des durch EU-Verordnung (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) geschützten FFH-Gebietes Hiesfelder Wald und Kirchheller Heide. Gleichzeitig sind der Hiesfelder Wald und der Bereich des Rotbaches ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung im zentralen Ruhrgebiet. Diese beiden Aspekte führen zu Zielkonflikten entlang der Rotbachaue, welche durch geeignete Maßnahmen der Besucherlenkung deutlich reduziert werden sollen, sodass der Hiesfelder Wald beiden Ansprüchen, Naturschutz und Naherholung, dauerhaft gerecht werden kann. Ziel ist es, den Bach zu schützen und gleichzeitig die Erholungsnutzung in Teilbereichen weiter zu ermöglichen.

 

Die Planung der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet umfasst die gesamte Rotbachaue mit den Teilbereichen Hiesfelder Wald, Kirchheller Heide und Grafenmühle. Sie erstrecken sich auf Oberhausener und Bottroper Stadtgebiet und sind mit den Fachverwaltungen der beiden Städte im Vorfeld abgestimmt worden.

 

Das Pflege- und Entwicklungskonzept der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) beruht auf einer umfangreichen Untersuchung von Flora und Fauna. Auf Grundlage dieser Untersuchung sollen die weniger empfindlichen Bereiche durch Besucherlenkungsmaßnahmen für die naturnahe Erholungsnutzung attraktiver gestaltet und die ökologisch besonders wertvollen Zonen der Rotbachaue weitgehend vom Besucherstrom freigehalten werden (siehe Anlage 1).

 

Hierbei sollen zwei „Trampelpfade“ in direkter Nähe zum Rotbach zu einem Weg ausgebaut werden. So wird der Bachlauf in diesem Abschnitt erlebbar bleiben, während etwas mehr als die Hälfte der Rotbachaue als Lebensraum für die besonders schützenswerte Fauna und Flora weitgehend von Besuchern freigehalten wird. Die hier vorgesehenen besucherlenkenden Maßnahmen sollen einerseits durch behutsame Befestigung des vorhandenen Erdweges, andererseits durch Sperrung mit Baumstämmen und Schnittgut erfolgen. Durch den Neubau einer Brücke über den Rotbach und den Neubau eines kurzen Zuweges zu dieser Brücke wird ein attraktiver Rundweg hergestellt (siehe Anlage 2).

 

Außer durch diese besucherlenkenden Maßnahmen soll die Entwicklung besonders naturnaher Waldgesellschaften auch anderweitig gefördert werden. Insbesondere sollen nicht bodenständige Gehölze entfernt werden, damit sich die Waldgesellschaften durch natürliche Sukzession optimal naturnah entwickeln können.

 

Die Umsetzung der Maßnahmen wird in den geplanten Zonen für den Naturschutz (siehe Anlage) positive Auswirkung auf Natur und Landschaft haben. Hier kann sich das Gewässer und Gewässerumfeld ohne nennenswerte anthropogene Einflüsse optimal entwickeln. Insbesondere Störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten, wie der Eisvogel oder das Bachneunauge profitieren. Die naturbelassenen Abschnitte dienen zusätzlich als Trittsteinbiotope und Verbindungselemente für die gesamte Rotbachaue.

 

Das Konzept wurde bereits im Jahr 2017 den zuständigen politischen Gremien (Umweltausschuss, Beirat für Menschen mit Behinderung, Naturschutzbeirat der Städte Bottrop & Oberhausen) sowie der interessierten Bevölkerung in einer Bürgerinformationsveranstaltung am 08.02.2017 vorgestellt.

 

Daraufhin wurde das Konzept im Jahr 2017 und 2018 in aktuelle forstwirtschaftliche Planungen eingebracht:

 

a) Maßnahmenkonzept FFH-Gebiet Hiesfelder Wald

b) Forsteinrichtung Staatswald im Regionalforstamt Wesel

 

Ein Maßnahmenkonzept (MAKO) ist ein Naturschutz-Fachkonzept für NATURA 2000 – Gebiete (FFH- und Vogelschutzgebiete). Wald-FFH-Konzepte werden in NRW vom Landesbetrieb Wald & Holz erstellt. Die Maßnahmenkonzepte enthalten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen um eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes des FFH-Gebietes zu vermeiden und den Erhaltungszustand von Lebensraumtypen und Artvorkommen zu verbessern. Das MAKO entfaltet seine Wirksamkeit als verwaltungsinternes verbindliches Konzept mit Richtliniencharakter.

 

Die Forsteinrichtung ist das Planungsinstrument eines Forstbetriebs. Basierend auf einer Waldinventur werden insbesondere Hiebsätze in der Regel für die nächsten 10 Jahre festgelegt. Neben der Holznutzung können auch weitere Waldfunktion, wie die Schutz- und Erholungsfunktion abgebildet und auch langfristig überprüft werden.

 

Eine Förderung der Maßnahmen über Naturschutzfördermittel des Landes (Förderrichtlinie Naturschutz - FöNa) kann laut Aussagen der Bezirksregierung Düsseldorf auf landeseigenen Waldflächen (Staatswaldflächen) nicht in Aussicht gestellt, sodass die Umsetzung der Maßnahmen sowie dessen Finanzierung durch die Landesforstverwaltung (Landesbetrieb Wald & Holz) vorzusehen ist.

 

Eine grobe Kostenschätzung geht von einer Gesamtsumme für die Besucherlenkungsmaßnahmen von ca. 300.000 € aus.

 

Eine Umsetzung der Maßnahmen hat noch nicht begonnen. Ein genauer Umsetzungszeitraum kann zurzeit noch nicht genannt werden. Die Stadtverwaltung wird nochmals den Landesbetrieb Wald & Holz auffordern die erforderlichen Schutzmaßnahmen in ihrer Zuständigkeit für Flora und Fauna in der Rotbachaue zeitnah in den Jahren 2019 & 2020 umzusetzen.

 

Für Fragen zum Pflege- und Entwicklungskonzept und Umsetzungsstand steht während der Sitzung ein Mitarbeiter der Verwaltung zur Verfügung.

 

Kurzfassung

 

Für die Rotbauche hat die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet ein Pflege- und Entwicklungskonzepts erarbeitet um Naturschutz und Naherholung insbesondere durch Besucherlenkungsmaßnahmen in Einklang zu bringen.

Die politischen Gremien und die Bevölkerung wurden bereits in den Jahren 2016 & 2017 informiert. In diesem Jahr stand die Finanzierung und Einarbeitung der Maßnahmen in die forstlichen Planwerke des Landesbetriebs Wald & Holz im Vordergrund.

Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Maßnahmen im Hiesfelder Wald nur durch den Landesbetrieb Wald & Holz finanziert und umgesetzt werden können. Die Stadtverwaltung wird erneut die Umsetzung durch den Landesbetrieb einfordern.

 

 

 

 

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Anlagen

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